| Gerätebesprechung
Fliegenruten:
ROZEMEIJER "Specialist Dry Fly 9' #4(6)" und "Classic Rapid River 8' #5" |
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| Nähere Betrachtung und Praxistest:
Verblüffend für uns war nach eingehender Betrachtung zunächst die Tatsache, zu sehen, für wie wenig Geld eine top-ausgestattete Fliegenrute zu bekommen ist! Sparmaßnahmen sind natürlich zu sehen: z.B. die Verwendung von nur einer Größe Einstegringe und die nur mittelmäßige Korkqualität mit vielen Kittstellen (die aber immer noch besser ist, als es bei mancher wesentlich höherpreisigen Fliegenrute der Fall ist). Die Verarbeitung der beiden Ruten ist akkurat, die farbliche Abstimmung gelungen. Lackierung und Ausrichtung der Ringe sind O.K. Bei der "Specialist" ist die Spitze (durch die Ringe bedingt?) ganz leicht nach hinten verzogen, dies machte sich beim Werfen jedoch nicht negativ bemerkbar. Die Ringe sitzen übrigens bei beiden Ruten genau auf dem Overlap. |
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| Beim Befestigen der Rolle fällt auf, dass der Rollenhalter zwar sehr schön aussieht und leichtgängig ist, bei kleineren Rollenfüßen (selbst bei Standartrollenfüßen) gibt es jedoch Probleme, die Rolle fest zu bekommen: das Schraubgewinde des Rollenhalters ist ein wenig zu kurz oder der komplette Rollenhalter ist ca. 1 cm zu lang oder die Aussparung im Rollenhalterholz ist ein wenig zu tief? Ich denke, es liegt an der Aussparung. Zur Not läßt sich dies durch Unterlegen eines passenden Einsatzes abstellen. |
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| Wir warfen und fischten zunächst die "Specialist" ausgiebig. Nach einigen Testwürfen ist bereits klar: Die angegebene Schnurklasse 4 ist nicht korrekt. Bei Schnüren der Klassen 4 und 5 kommt die Rute nicht so richtig in Aktion. Dafür geht mit einer #6 die Post ab. Alle gängigen Wurfarten und -weiten meistert die "Specialist" problemlos. Auffallend sind die hohen Kraftreserven und das sehr gute Rückstellvermögen. Trotzdem ist die Rutenspitze nicht unsensibel, sie erlaubt auch das Präsentieren der Fliege im Nah- und Mittelbereich. Die Rutenaktion kann man am besten mit mittelschnell bis schnell und spritzig beschreiben, die Rute arbeitet bei ihrer "normalen" Arbeit mit der oberen Hälfte, bei stärkerer Belastung jedoch bis zum Handgriff herunter. |
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| Etwas anders kommt die "Classic" daher. In Ausstattung und Verarbeitung nahezu identisch mit der "Specialist", fehlt ihr der geflechtverstärkte untere Bereich. Trotzdem ist die "Classic" ein ausgesprochen schnelles und spritziges Rütchen mit einer schönen, spitzenbetonten Aktion und guten Kraftreserven, die auch Würfe über den mittleren Bereich hinaus zulassen. Spaß macht bei der "Classic" jedoch besonders das Werfen und Fischen im Nah- und Mittelbereich. Ihre Kraft schöpft die Rute dabei aus der oberen Hälfte, der untere Rutenteil darf nur bei sehr schwerer Belastung sichtbar "mitwirken". Im Gegensatz zur "Specialist" ist die Schnurklasse korrekt angegeben: 5 steht drauf und 5 ist drin. 6 geht auch noch, nicht jedoch eine 4. |
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| Fazit:
Die "Specialist" ist ein echtes Allroundtalent, sie eignet sich hervorragend für das Trockfliegen-, Nymphen- und Streamerfischen in mittleren und größeren Flüssen und Seen. Die "Classic" dagegen ist ein spritziges Rütchen, konzipiert für die feine und flexible Forellen- und Äschenfischerei. Beide Ruten sind top ausgestattet, sie bestechen durch gute Funktionalität und schöne Rutenaktionen. Mehr Fliegenrute kann man sich eigentlich gar nicht wünschen und die kleinen erwähnten Einschränkungen kann man bei d e m Preis gut verschmerzen. Zudem sind die Rozemeijer-Ruten wahre Preisbrecher: manch "teurer" Hersteller sollte sich diese Ruten mal anschauen und dann seine Preispolitik überdenken... |
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| Bezug:
Rozemeijer Fliegenruten erhalten Sie im Fachhandel. z.B. bei FischimNetz.de, Angelspezi Fachgeschäft, Ichtershäuser Str.74, 99310 Arnstadt, Telefon (03628)586694, eMail: tom@fischimnetz.de |
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Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos: (C) Michael Müller Das unerlaubte Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten. |