| Geräte-Besprechung:
Fliegenrollen
SHIMANO Biocraft XTR LA 56 |
![]() |
| Mit den beiden Fliegenrollen-Modellen
Biocraft XT LA und XT (siehe unsere Test's 317
und 426) hat die Firma
Shimano bereits zwei moderne Fliegenrollen im Programm, die verschiedene
Interessen- gruppen unter den Fliegenfischern ansprechen: beide Rollen
sind technisch auf der Höhe der Zeit und sehen Top aus, die XT LA
spricht die Freunde moderner Großkern-Fliegenrollen an, während
die XT als Nachfolger der Ultegra und als Normalkern- Fliegenrolle in klassischer
Optik gut ankam.
Mit der nicht nur optisch toll wirkenden Biocraft XTR Großkernfliegenrolle in Titan/Silber, welche in einer ansprechenden (Fliegen-)Box und mit einer vollwertigen Ersatzspule geliefert wird, setzt Shimano nun noch einen drauf und erweitert die Familie um ein Oberklassenmodell. Verfügbare
Modelle dieser Rollen-Serie:
|
![]() |
![]() |
Unser Testmodell war die Biocraft
XTR 56
Technische
Daten (eigene Messungen):
|
![]() |
| Beschreibung
und Praxistest:
Optisch und technisch sehr gelungene Mittel-/Großkern-Fliegenrolle, gefräst und gedreht aus einem Block Aluminium. Spule aus kaltgeschmiedetem Aluminium. Rollenoberfläche in Titan und Gold (siehe oben), anodisiert, feine Rip-Struktur. Laut Herstellerangabe salzwasserfest (von uns nicht geprüft). Der Spulenkern und dessen Lauffläche wurden durchgehend gelocht, die Spulenvorder- und Rückseite weisen längliche, leicht schräg gestellte Löcher auf. Die Gehäuserückseite wurde mit fünf großen Durchbrüchen versehen. Die Spule läuft auf einer Edelstahlachse im offenen Rollenrahmen, unter guter Platzausnutzung im Gehäuse. Innenleben: 1 Walzenlager, 2 Shielded A-RB Kugellager, abgeschirmtes Multi-Disc-Bremssystem, Super Stopper II. Rollenfuß zweifach von Außen geschraubt und mit einer Abdeckung versehen. Ein breiter Steg hinten hält den Rollenfuß, ein schmalerer Steg vorne mittig dient der Schnurführung. Die beiden Stege greifen weit genug in die innere Spulen-Nut, um das Risiko eines ungewollten "Durchflutschen" von Vorfach und Schnur zu minimieren. Etwa ein Millimeter Spielraum wäre da aber noch. An der Spulenvorderseite sitzt griffige Holz-Kurbel, die mit geringen Spiel arbeitet, ihr gegenüber sitzt ein Kontergewicht. Ein sehr wirkungsvolles, komplett neu gestaltetes und völlig gegen Nässe und Schmutz abgeschirmtes Mehrscheiben-Bremssystem lässt sich mit Hilfe eines auf der Gehäuserückseite sitzenden, großen, runden Bremseinstellrades aus Alu regulieren. |
![]() |
![]() |
![]() |
| Das Abnehmen und Wechseln der Spule
funktioniert sehr einfach durch Betätigung eines Druckknopfes - ebenfalls
wie bei den XT Shimano-Fliegenrollen. Die Rolle ist leicht von Links- auf
Rechtshandbetrieb umbaubar. Dieser Vorgang wird durch das Umdrehen eines
Walzenlagers bewerkstelligt und ist auf dem der Rolle beiliegendem Zettel
in deutscher und weiteren Sprachen erläutert.
Unser Testmodell zeigte einen präzisen, ausgezeichneten Rundlauf. Die Spule wurde sehr gründlich ausgewuchtet, ein Schlagen, selbst bei höheren Abzugsdrehzahlen, war nicht festzustellen. Ein vertikales Spiel der Spule auf der Achse ist gleich Null. Alle Zwischenräume und Abstände wurden gering gehalten, störende scharfe Ecken und Kanten sind an der ganzen Rolle nicht zu Finden. Die Biocraft XTR arbeitet beim Einkurbeln völlig widerstands- und geräuschlos. Beim Schnur Abziehen wirkt die eingestellte Bremskraft und es ertönt leises Schnurren. Das starke Bremssystem lässt sich von sehr gering bis sehr fest einstellen. Es hat zwar - ähnlich wie bei den anderen Shimano Fliegenrollen - einen langen Einstellweg von über zweieinhalb kompletten Umdrehungen des Einstellrades, die für den Normalbetrieb benötigten Bremskrafteinstellungen liegen jedoch weitgehend innerhalb von höchstens einer Umdrehung vor. Durch die vorhandene (verdeckte) Rätsche liegt außerdem ein gewisser Grundwiderstand vor, der ein Überlaufen der Spule bereits verhindert. Ein absolut ruckfreies Anlaufen der Spule ist jederzeit gewährleistet. Im Praxisbetrieb zeigte das Bremssystem nass und trocken, sowie bei erheblicher Beanspruchung keine erkennbaren Schwächen. Wie auch bei den anderen Shimano-Fliegenrollen, geht das zuverlässige Bremssystem weit über praxisrelevante Anforderungen hinaus. Interessant ist auch die technische Umsetzung der sehr wirksamen Abschirmung des Brems- und Achssystems gegen Nässe und Schmutz, u.a. durch mehrere Gummidichtungen. Die Schnurkapazität der Rolle ist durch die zwischen einer Groß- und Mittelkern liegenden Spulenbauweise so groß, dass auch eine 6er WF-F Fliegenschnur nebst um die 80 Meter 20-lbs-Backing gut untergebracht werden können. Bei Verwendung von High-Density-Backing noch einige Meter mehr... Vom Größen- und Gewichtsverhältnis passt unsere "56"-Test-Rolle gut zu 5er und 6er Fliegenruten. |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Fazit:
Zu dieser Leistung kann man einfach nur gratulieren! Die XTR kommt nicht
nur schick wie ein Model und mit bestechenden Funktionen daher, nein, sie
überzeugt auch noch mit einem beeindruckenden, bisher wohl unerreichten
Lieferumfang. Dazu blieb der Anschaffungspreis im angemessenen Rahmen.
Gibt's noch Fragen?
*** Bezug: Weit verbreitet im Fachhandel. Herstellerwebsite & Händlerübersicht: http://fish.shimano-eu.com |
![]() |
|
Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de Fotos ©: Michael Müller Das Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten. |
|
Zurück zur Übersicht Fliegenrollen | Zurück zu Gerätetest | Zurück zur Hauptseite |
|
|