Besprechung Watbekleidung:
SIMMS: "Freestone" Wathose

Es steht nicht Gore-Tex drauf und Gore-Tex ist auch nicht drin: in der leichtesten Wathose von Simms, der Freestone Wathose. „Durch die Kombination von einer QuadraLam-Membrane mit Microporen- Außencoating“ sei ein neuartiges vierlagiges Material entstanden, sagt der Katalog. Was immer das im Einzelnen sein mag, wichtig ist ja nicht, was draufsteht, sondern ob das, was drin ist, unseren Ansprüchen genügt. 

Beschreibung
Die Wathose ist leichter als die dreilagige Lightweight der gleichen Firma ( ca. 800 Gramm ). Dafür verfügt sie auch nicht über die Verstärkungen der vorgenannten im Beinbereich. Ansonsten ist sie ihr erstaunlich ähnlich, außer im Preis, sie kostet nämlich nur 229,00 Euro.
Der Schnitt und die sonstige Ausstattung entspricht weitgehend der Lightweight. 

Ausstattung von oben nach unten
Die Freestone hat auch ein an der Hose angenähtes, überkreuztes und verstellbares Trägersystem mit Schnappverschlüssen. Das System kann bei halbhoch heruntergerollter Hose als Gürtel benutzt werden. Im Lieferumfang befindet sich zudem noch ein Nylon-Watgurt. Die mit einem Klettverschluss verschließbare Innentasche entspricht der Ausführung bei der oben genannten Hose. Die Neoprenfüßlinge in spezieller Ausführung für den rechten und linken Fuß sind aus drei Millimeter Neopren.

Praxis
Sinnvolle Aussagen zu Wathosen (u.a.) kann man m. E. erst machen, wenn man sie unter Einsatzbedingungen getestet hat. Die Freestone trage ich seit einem Jahr beim Fischen, und zwar im „wohltemperierten“ Klima des letzten Sommers in warmen Flüssen in der Ebene wie auch im eiskalten Wasser von Hochgebirgsbächen. Sie ist wirklich atmungsaktiv im besten Sinne.

Selbst in der Gluthitze im Sommer 2003 war es kein Problem, mit der Hose zwischen fünf und zehn Kilometer am Gewässer zurückzulegen. Eben so wenig war es ein Problem, in der kalten Isar mir normaler Unterbekleidung den ganzen Tag im Wasser zu stehen. Die „glatte flexible Nylon-Außenschicht“ trocknet so schnell, dass man -einige Minuten aus dem Wasser- sich mit dann trockener Hose ins Auto setzen kann um 5 Kilometer weiter an einen anderen Flussabschnitt zu fahren, ohne dass man dabei die Autositze durchnässt.

Einen Nachteil hat diese glatte Außenschicht jedoch: Sie raschelt ziemlich bei der Pirsch am Ufer entlang. Diese Nylonaußenschicht, die als „Schutzcoating“ für das schnelle Trocknen und die Schmutzunempfindlichkeit der Hose verantwortlich ist, muss jedoch vorsichtig behandelt werden - den Eindruck macht sie jedenfalls. Man soll die Hose laut darin befindlichem Schild mit kaltem Wasser ohne Weichspüler und mit herkömmlichen Waschmitteln waschen. 

Aufgrund der oben genannten Befürchtung, die Außenschicht zu beschädigen, bat ich die Firma Brinkhoff um Hinweise zum Waschen der Hose. Nach zweimaliger Mailanfrage kam nun eine Antwort: der Verfasser empfiehlt, die Hose ohne Waschmittel mit warmem Wasser zu reinigen. Ich zitiere : "Ich würde die Hose grundsätzlich nicht mit Waschmittel säubern, sonder einfach mit warmem Wasser. Am besten Sie reinigen die Hose nach jedem Angeltag noch direkt im Wasser mit Ihren Händen, so lebt die Hose am längsten!."
In der Praxis war an der absolut dichten, leichten Hose nichts auszusetzen. Sie ist durchaus als Ganzjahreshose geeignet, von Extremeinsätzen einmal abgesehen.
Und....... sie ist nicht grün, wie in den Anzeigen der Firma Brinkhoff abgebildet, sondern eher silbergrau. Man kann den Eindruck bekommen, dass die farbliche „Unterscheidung“ zur Lightweight-Hose gewollt ist, damit man sich im gleichen Hause nicht selber Konkurrenz mache (es könnte natürlich auch sein, dass die aktuelle Freestone-Serie 2004 in grüner Farbe kommt. Eine entsprechende Nachfrage im Hause Brinkhoff kann sicher nicht schaden. Anm. Redaktion). 

Wer auf die Bezeichnung Gore-Tex und gegen Beschädigungen verstärkte Beinbereiche verzichten kann, wer eine sehr leichte Wathose möchte, die den meisten Anforderungen voll gerecht wird, sollte über die Anschaffung einer Freestone nachdenken. Vor allem auch, weil sie preislich deutlich unter ihren Gore-Tex  Konkurrenten liegt und die 

gleiche zweijährige Simms-Garantie für sich beanspruchen kann wie diese. Zur möglicherweise nötigen Reparatur der Hose waren keine gesonderten Hinweise zu bekommen. Auf der Homepage der Firma Simms ist das Verfahren bei der Reparatur der Gore-Tex-Hosen erläutert. Ich nehme an, dass Gleiches auch für die Freestone gilt. Gesonderte Hinweise dazu gibt es nicht. Also sollte man das von Michael Müller bei der Ligthweight schon beschriebene Verfahren anwenden, oder man fragt bei Brinkhoff an ...

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Testbericht & Fotos (C): Werner Berens für www.fliegenfischer-forum.de
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