Ein munteres „Hallo“ aus dem Weserbergland

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Ein munteres „Hallo“ aus dem Weserbergland

Beitragvon Emmo » 16.06.2020, 19:27

Hallo liebe Forengemeinde,

zunächst erstmal vielen Dank für die Aufnahme in euren Kreis und für die Bereitstellung dieser Plattform. Ich bin schon gespannt, was ich alles lernen und geben kann.

Mein Name ist Markus, ich bin näher an der 40 als der 30, bin überglücklich verheiratet, habe zwei wundervolle kleine Söhne mit Option auf mehr und wohne im schönen Weserbergland. Meine Hausgewässer sind dementsprechend die Emmer und die Weser.

Mir wurde das Angeln von meinem Großvater beigebracht und ich bin da ein ziemlicher Romantiker mit einem eigenen Ehrenkodex. Drillinge habe ich seit 20 Jahren nicht mehr verwendet und seit 13 Jahren keinen Lebendköder mehr am Haken gehabt. Okay, ich habe auch 12 Jahre Pause vom Hobby gemacht, in der ich nur passiv konsumiert habe. Ich verwende nur an Jigköpfen auf Zander Widerhaken (die steigen sonst zu häufig aus und das hornige Maul ist da unempfindlicher, ich rede mir das noch schön), kaufe nur Spinner mit austauschbaren Haken und drücke Widerhaken an, wenn schon ein Einzelgreifer dran ist. Jigköpfe kaufe ich aus Tungsten und Stahl, GuFis aus unbedenklichen und abbaubaren Rohstoffen. Ich fische möglichst so, dass ich keine Fische verangle und nehme nur Fische mit, die ich auch konsumieren möchte. Gerne nehme ich auch meine Nichte mit ans Wasser (meine Söhne sind zu klein) und erkläre ihr unsere Umwelt. Ich zertrete keine Ufer und marodiere nicht im Unterholz. Die Liste ist nicht erschöpfend, aber ich gebe mir viel Mühe um Nachhaltigkeit.

Mein Großvater war jedenfalls Kochtopfangler mit Herz. Der hat alles verwertet und schwärmte bis zum Ende von Traumnächten auf Aal an der Weser. Das erste Mal waren wir aber am Forellenteich angeln. Mein erster Fisch war eine durch vier Stunden stillsitzen erarbeitete Portionsforelle. Damals die Welt, heute... lassen wir das. Mein zweiter Fisch war eine untermaßige Forelle auf Spinner in einem Bach in Schweden. Vom Taschengeld hatte ich mir eine Fladen Fishing Allround-Tele gegönnt und die im Set enthaltenen Köder durchs Wasser geleiert. In Deutschland legte ich dann die Fischereiprüfung ab und trat einem Verein bei. Mein erster Fisch war eine Forelle im Mittellandkanal, an einem Bacheinlauf nach Hochwasser gefangen.

Seit meiner Kindheit träume ich vom Fliegenfischen. Das war immer der große Mythos des Einklangs mit der Natur, alleine in der Strömung stehen und dem Fisch auf der Spur sein. Aber auch der Mythos von horrenden Kosten und elitären Kreisen.

Mein Großvater hatte eine kurze Abu Garcia Rute mit großen, gebogenen Metallringen und einem verschiebbaren Rollenhalter, den man bis ans Griffstück zurückschieben konnte. Diese Kleinrute mit etwa 2,00m Länge war mein Ausleihfavorit. Butterweich, parabolische Aktion, konnte alles werfen, selbst kleinste Köder. Mein Großvater sagte mir, es sei eine Mischrute zum Spinnen und Fliegenfischen. Konnte ich damals glauben, sein Wort war Gesetz, aber heute kommt es mir seltsam vor. Jedenfalls war damit die Neugierde geweckt. Gerne hörte ich den Vereinsältesten zu, wie sie an der Aue erfolgreich wateten und die herrlichsten Fische fingen. Aber, ach, der Preis: Ich konnte mir ja kaum etwas leisten als Knabe. Da war eine 3,60 Tele einfach universeller und günstiger. Ihr kennt das.

Die Forellen verfolgen mich seit jeher. Mittlerweile sind es ausschließlich Bachforellen und Zander geworden, die ich gezielt beangle. Zander vielleicht an drei, vier Tagen im Jahr, Forellen wann immer mal eine Stunde Zeit ist, also etwa zwei, drei Tage im Monat. Meine Gewässer kenne ich durch zuhören und erkunden, oft auch ohne Rute, einigermaßen gut.

Mittlerweile fische ich fast nur noch Streamer an der Ultraleichtrute. Insbesondere schwarze Wooly Bugger mit einem Gramm Gewicht davor machen sich hervorragend, ob eingeleiert, gezupft, in der Drift präsentiert, die Dinger fangen. Ganz selten fische ich aus Neugierde mal was abgefahrenes, z.B. einen Creature Bait. Aber irgendwie ist das nichts. Mensch, seine Köder selber gestalten, das wäre doch mal was. Und die geschickt präsentieren...

Kurzum: Ich möchte das Fliegenfischen jetzt lernen. Es passt zu meiner Philosophie der Waidgerechtigkeit, ich bin im richtigen Alter, um Lernkurven entsprechend realistisch betrachten zu können und auch mehrere Schneidertage gut zu verkraften, möchte neue Dinge lernen und mich im Winter sinnvoll am Bindestock beschäftigen können.

Ich habe auch eine Lieblingsfirma. Greys ist einfach was ganz feines für mich. Ich träume von der GR50. Mein Fachhändler hat die auch da. Euren Test kenne ich. Aber naja, das liebe Geld. Ist das wirklich ein idealer Einstieg? Ich werde mich da in der kommenden Zeit über die Suche schlau machen und euch dann ganz bestimmt noch mal ein, zwei Dinge fragen.

Auf jeden Fall noch mal danke für die Aufnahme in eure Runde. Ich möchte lernen, ich möchte ein besserer Angler und Mensch werden und das alles an meine Kinder weitergeben.

Verzeiht bitte etwaige Tippfehler, der Text ist am Handy entstanden. :(
Mit tausend Dank und vielen Grüßen
Markus
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Re: Ein munteres „Hallo“ aus dem Weserbergland

Beitragvon Cowie » 16.06.2020, 20:13

Danke für die nette und ausführliche Vorstellung!

Herzlich willkommen hier Markus!
Zuletzt geändert von Cowie am 17.06.2020, 15:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ein munteres „Hallo“ aus dem Weserbergland

Beitragvon Michael. » 17.06.2020, 11:47

Hallo Markus,

danke für diese bemerkenswerte Vorstellung und herzlich Willkommen!

:smt006

Gruß
Michael
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Re: Ein munteres „Hallo“ aus dem Weserbergland

Beitragvon Sigi » 17.06.2020, 14:00

Moin Markus,

sehr schöne Vorstellung. Herzlich willkommen und viel Freude und Spaß an Board der Infizierten.

Gruß
Sigi
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Re: Ein munteres „Hallo“ aus dem Weserbergland

Beitragvon Forstie » 17.06.2020, 14:55

Hallo Markus,

ich kann mich meinen Vorpostern nur anschließen: Schöne Vorstellung und herzlich Willkommen!

Gruß

Martin
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Re: Ein munteres „Hallo“ aus dem Weserbergland

Beitragvon Emmo » 17.06.2020, 19:33

Vielen lieben Dank für die herzlichen Willkommensgrüße. Ich merke schon, hier darf man sich wohlfühlen.

Falls mir schon jemand eine Frage beantworten möchte, ohne dass ich einen eigenen Thread dafür aufmache:

Ich würde 2020 gerne endlich starten, mir Material kaufen und einen Wurfkurs belegen. Nun ist meine Zeit gerade am Wochenende für die Familie reserviert und ich würde meine Frau solange die Kinder so klein sind nur ungerne aus egoistischen Motiven von Freitag bis Sonntag alleine lassen, um das Werfen zu erlernen.

Mein Fachhändler bietet mir an, mich in gekauftes Material einzuführen, also die Handhabung und Basiswürfe zu zeigen. Nun, er ist zwar kein Wurflehrer, angelt aber selbst seit Jahrzehnten mit der Fliege. Üben könnte ich auf der Wiese hinterm Haus, am Baggersee, der Weser, der Emmer,...

Reicht das erstmal aus, um bewaffnet mit Literaturwissen und der hier zu findenden Erfahrung erste Schritte am bekannten Gewässer zu machen? Oder schleifen sich dann schon problematische Eigenheiten ein, die ich nie wieder rausbekomme und mich später nur ob meiner Ungeduld ärgere?

Leider kann auch mein Händler mir niemanden vermitteln, der mich mit der Fliegenrute mit ans Wasser nehmen würde. Anscheinend gibt es hier kaum daran interessierte Menschen oder sie verstecken sich gut. Schade, das wär‘s...
Mit tausend Dank und vielen Grüßen
Markus
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Re: Ein munteres „Hallo“ aus dem Weserbergland

Beitragvon Forstie » 17.06.2020, 21:39

Hallo Markus,

meiner Meinung nach reicht es völlig aus, wenn Dir Dein Händler mal eine kurze Einweisung geben könnte.

Ich vermute sogar, dass ein nicht unerheblicher Teil unserer Mitglieder sich das Werfen zunächst selbst beigebracht hat. Ich zumindest gehöre zu dieser Klientel. Auch wenn sich möglicherweise der ein oder andere"Fehler" einschleichen würde, so kann man diesen mit Tips vom Profi immer noch ausbügeln. Und glaube mir: In den meisten Situationen entscheidet weniger der ausgeklügelte Trickwurf, als vielmehr das Gespür für das Gewässer und die Fische über Erfolg oder Misserfolg.

Nur Mut, das wird schon!

Viele Grüße

Martin
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Re: Ein munteres „Hallo“ aus dem Weserbergland

Beitragvon Emmo » 17.06.2020, 22:19

Vielen lieben Dank für deine Meinung, Martin. Das beruhigt mich schon mal. Man liest überall, wie wichtig die Einführung durch einen erfahrenen Menschen sei und weshalb technische Ungenauigkeiten am Anfang des Teufels seien.
Mit tausend Dank und vielen Grüßen
Markus
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Re: Ein munteres „Hallo“ aus dem Weserbergland

Beitragvon Harald aus LEV » 17.06.2020, 22:29

Hallo Markus,
erst einmal WOW! Das ist mal ne Vorstellung! Herzlich willkommen hier.
und zweitens: wenn Dein Fachhändler seit Ewigkeiten mit der Fliege fischt, wird er Dir bestimmt den Einstieg erleichtern können und es Dir zeigen.

Gruß
Harald
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Re: Ein munteres „Hallo“ aus dem Weserbergland

Beitragvon Emmo » 18.06.2020, 05:47

Danke, Harald, das hilft mir wirklich weiter. Eventuell habe ich dann im Laufe der Jahrzehnte doch ein zu viel an Respekt vor dem Mythos entwickelt. O:)
Mit tausend Dank und vielen Grüßen
Markus
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