Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

In unserer Film-, Video- und Foto-Ecke könnt Ihr Eure selbst gefertigten Video-Clips und Fotos zum Thema "Fliegenfischen & mehr" den anderen Forum-Teilnehmern präsentieren. Außerdem ist Raum für Hinweise auf interessante Filme und Fernseh-Sendungen.

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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Hardy » 04.03.2016, 01:10

Naja, wenn man will, kann man jeden Beitrag so auseinander nehmen.
Ich habe dafür auch keine Quellem, aber halte die Zahlen nicht für gänzlich unrealistisch, sowohl was die Entnahme betrifft, als auch den Eintrag durch Futter. Wenn ich mir die Wahnsinnsmengen an Boilies und anderem Anfüttermaterial ansehe, halte ich die Angaben im Beitrag noch für zu niedrig. Es war auch m.E. nach nicht die Rede davon, dass die Angler allein für die Eutrophierung der Gewässer verantwortlich sind. Dünger aus der Landwirtschaft und schlecht gereinigte Abwässer wurden in erster Linie als Gründe genannt. Das durch die Angler zusätzlich eingebrachte Futter verstärkt halt die Problematik.

Zum Karpfen hat die Dame vom Nabu doch nichts falsches gesagt?! Er ist kein heimischer Fisch in natürlichen Gewässern und stammt aus der Teichwirtschaft. Soweit, so korrekt. Weiter: "Er benimmt sich WIE ein Unterwasserschwein. Er wühlt und wirbelt das Sediment auf." Die nachfolgenden Bilder haben diese Aussage doch treffend dokumentiert. Ich halte den Vergleich für korrekt, genauso wie die Schlussfolgerung, dass sich dieses Sediment auf die Pflanzen legt und diese dadurch absterben können.
Darüber hinaus nennen die meisten Karpflenangler ihn doch auch Rüssler und Wasserschwein.

Und schlussendlich zur Beschleunigung des Hechtes. Ob er oder der große Barracuda am schnellsten ist, darüber streiten die Gelehrten.

Zu den Fischen mit dem höchsten Beschleunigungsvermögen zählen der Hecht (Esox lucius) und der Große Barracuda (Sphyraena barracuda). Versuche, die Maximalbeschleunigung von Großen Barracudas mit Hilfe der Telemetrie zu ermitteln, scheiterten an der zu geringen zeitlich-räumlichen Auflösung der Transmitterdaten (TOOLE et al. 2010).
fishlab.nres.illinois.edu/Reprints/OTooleMarFWRes2010.pdf

Summary: Ich halte den Beitrag für durchaus gelungen. Er hatte sicherlich nicht den Anspruch, eine wissenschaftliche Abhandlung zu sein, sondern sollte auf einige Probleme aufmerksam machen, was m.E. gelungen ist. Da kann ich leichte Schwächen, wie fehlende Quellen verschmerzen.
Gestört hat mich lediglich die An- und Abmoderation. Die war unsachlich und passte nicht zum Beitrag.
Hardy
 

Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon troutfisherman » 04.03.2016, 08:43

Musste aus Zeitgründen auf die Mediathek zurückgreifen.

An sich könnte man den Beitrag durchaus als objektiv betrachten, einige Äußerungen haben mich aber auch gestört, wie die von Olaf bereits erwähnte Eutrophierung durch Futtermittel, woher stammen die Daten?
Die Bezeichnung des Karpfen als Unterwasserschwein fande ich etwas unglücklich. Jetzt nicht falsch verstehen, ich finde Schweine super, aber es wird immer so in einem herablassenden Kontext verwendet. Um nur die beiden Feststellungen von Olaf aufzugreifen.

Insgesamt ein Beitrag, mit dem man Leben und umgehen kann. Aber wieso benutzt man immer so reißerische Titel (Obacht: rhetorische Frage), geht es nicht auch anders??
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon orkdaling » 04.03.2016, 08:46

Moin moin,
also ich hatte auch starken Toback gegen die Angler erwartet, dem war nicht so aber wenig fundiert und allgemein.
Wer ermittelt solche Daten?
Glasaale werden nicht von Anglern vor den Muendungen gefangen und nach Asien exportiert. Und die Eu macht nichts dagegen. Hier ist der Aal seit Jahren geschont!
Ich bezweifle das ein mehrere ha grosser See nur durch Futter der Angler kippt. Auch wenn kein direkter Einfluss von Duengemitteln erfolgt so haben wir es mit Versæuerung,Schadstoffen, Pollen (Monokultur rund um einen See), Verlandung, Zerstørung der Schilfguertels durch Befahren und hoher Geschwindigkeit von Yachten und Sportbooten zu tun.
Im Gegensatz zu den Berufsfischern haben wir keinen Beifang der ins Wasser gekippt wird, in Norge gibt es keinen Beifang, der ist bei der Fangquote zu erfassen und muss verwertet werden. Was leider nicht durch die EU geregelt wird.
Schøn zu høren das die Angler eine Millionen umsetzende Lobby haben (darum wird also meine Schnur teurer).
Man hørt aber nicht das es dadurch Arbeitsplætze gibt (Fachgeschæfte, Uebernachtungen,Reisen usw) und das es besser ist wenn Jugendliche an der Vereinsarbeit teilnehmen als kiffend durch die Innenstadt zu ziehen.
Gruss
Hendrik
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon HansAnona » 04.03.2016, 10:40

Schön, mal einen fundierten Bericht ohne Clowns am Forellenpuff zu sehen.

Liebe Grüße, Alf
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 04.03.2016, 11:37

Ich hab mir den Bericht gestern Abend auch mal angetan. War einigermaßen positiv überrascht, daß sich mit den Anfeindungen gegen Angler relativ moderat umgegangen wurde. Ich kann nur nicht die Statistik mit dem gefangenen Dorsch zwischen Anglern und der Fischereiwirtschaft verstehen. Irgend jemand muß da meine Quote in seine Tiefkühltruhe bunkern. Wenn ich Den erwische, dann....
Nach meiner Meinung war in dem Bericht der größte nichtswissende Klugsch... der Moterator. Er hat krampfhaft versucht einen geeignete Anmoteration zum nächsten Bericht rüberzubringen.
Gruß
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon luedeolli » 04.03.2016, 12:47

Ich habe den Großteil des Beitrags gesehen und fand ihn okay. Der Beitrag zu den Aalen fand ich bemerkenswert. Es sind keine Zuchtfische, sondern im Meer gefangene Glasaale die nur aufgepäppelt werden. Da sich der Aal nur in der Saragossa See vermehrt und die Aale oft in isolierte Gewässer gesetzt werden wird der Bestand indirekt dezimiert. Das der Karpfen hier nicht heimisch ist und sich i.d.R. nicht vermehrt ist hinlänglich bekannt, dass er jedoch durch sein schweinsartiges Gründeln die Flora durch Sedimente beeinträchtigt war mir neu.
Der größte Vorwurf wurde den Anglern durch Maßlosigkeit gemacht, das kann ich soweit unterschreiben. Ich erlebe häufig, dass alles was gefangen wird einen auf den Kopf bekommt. Dann darf man sich nicht wundern, wenn die Bestände irgendwann in die Knie gehen und Besatz fällt auch nicht vom Himmel.
Ich als Angler bin ein Naturfreund, aber sicherlich kein N.-Schützer. Das passt irgendwie nicht.
Beste Wünsche,
Olli
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Hardy » 04.03.2016, 13:08

troutfisherman hat geschrieben:...einige Äußerungen haben mich aber auch gestört, wie die von Olaf bereits erwähnte Eutrophierung durch Futtermittel, woher stammen die Daten?

Ich kenne die Quellen dafür auch nicht, aber mache mal eine ganz einfache Rechnung auf.
In Deutschland gibt es ca. 4.000.000 Angler. Wenn davon nur 15% = 600.000 Ansitzangler auf Friedfische sind und diese, sagen wir mal 15 Angeltage im Jahr haben und dabei jeweils 1kg Anfüttermittel ins Wasser schmeißen: et voilá : 9000 Tonnen!
troutfisherman hat geschrieben:...Die Bezeichnung des Karpfen als Unterwasserschwein fande ich etwas unglücklich. Jetzt nicht falsch verstehen, ich finde Schweine super, aber es wird immer so in einem herablassenden Kontext verwendet.

Ich glaube nicht, dass ein Schwein etwas dagegen hätte, als solches bezeichnet zu werden. :wink: Der herablassende Kontext wird ja meist erst beim Bezug zum Menschen hergestellt.
Ich darf mich da wiederholen: Der Karpfen wurde im Beitrag nicht als Wasserschwein bezeichnet, sondern lediglich sein Verhalten als solches skizziert. Er verhält sie WIE ein Wasserschwein.
Ich denke, dass hier eine korrekte Interpretation vonnöten ist, sonst erhält der Ausdruck tatsächlich eine negative Konnotation. Damit wird auch die durchaus sachlich argumentierende Dame vom NABU in ein schlechtes Licht gerückt. Das hielte ich für unfair.
Aber ich spalte gerade Haare, merke ich. Statt uns über Kleinigigkeiten zu echauffieren, die weder die Aussage des gesamten Beitrags verfälschen, noch grundfalsch an sich sind, sollten wir lieber froh sein, dass es auch ausgewogene Beiträge zum Thema gibt. Und wie weiter oben bereits erwähnt, war ich auch froh, keinen der clownesken Plumpsangler im Forellenpuff sehen zu müssen.
Hardy
 

Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Hardy » 04.03.2016, 13:21

luedeolli hat geschrieben:...Ich als Angler bin ein Naturfreund, aber sicherlich kein N.-Schützer. Das passt irgendwie nicht.


Ist zwar jetzt etwas off topic, aber da werden jetzt viele ehrenamtlich tätige Angler in vielen Vereinen zu Recht gegen aufbegehren. Gehören doch die Angelverbände als Naturschutzorganisationen zu den sogenannten "29er-Verbänden"
Ich stelle den obigen Satz mal etwas um. Einige Angler sind keine Naturfreunde, aber viele sind Naturschützer!
Naturnutzen muss den Naturschutz nicht ausschließen, nein, er bedingt ihn nach m.E. sogar.
Ohne Angler stünde es um viele Flüsse und Bäche schlechter als es heute der Fall ist. Wenn das kein Naturschutz ist, weiß ich es auch nicht...
Hardy
 

Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon troutfisherman » 04.03.2016, 13:45

@ Hardy,

Das mit den Quellen ist vlt bei mir ne Berufskrankheit =D. Muss auch immer Quellen angeben und mich auf Rechtsprechung und Gesetze stützen. Aber ich glaube wir, als Fliegenfischer machen uns allgemein nicht so viele Gedanken über Anfüttermengen:). Auch wenn der Anteil an Grundanglern unter den Gesamtanglern bestimmt höher ist, als der Anteil an Fliegenfischern. Deine Rechnung klingt dann aber irgendwie schon plausibel, wenn man mit 40-50% rechnet und versucht einen Durchschnittswert zu finden ;), aber es ist auch wieder nur eine Annahme unsererseits...
Bezüglich Thema Schwein habe ich auch nur gesagt, dass es UNGLÜCKLICH bezeichnet ist. Und die Aussage WIE ist nichts anderes als eine Benennung des Karpfen als eben solches. Ich habe die Dame auch nicht ins schlechte Licht gerückt oder diffamiert, davon möchte ich mich hier bitte distanzieren!!! Habe ja auch geschrieben, dass der Beitrag insgesamt in Ordnung war :).

Vielleicht erinnerst du dich noch, vor ein paar Jahren gab es eben auch schon mal einen "Bericht" zu der Thematik, und dort wurden eigentlich nur Fischer im Forellenpuff gezeigt, da war ich, wie du auch erleichtert.

Viele Grüße
Uwe
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon luedeolli » 04.03.2016, 14:26

@Hardy
ein Angler selbst ist sicherlich kein Naturschützer, wenn er sich über das Angeln hinaus für den Naturschutz engagiert steht das natürlich auf einem anderen Blatt.
Beste Wünsche,
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon matthias z. » 04.03.2016, 15:01

Hallo,

ich habe den Bericht nicht gesehen aber bei dem Thema "Angeln verbieten?" wird mir schon wieder übel. So weit ich weiß käme so ein Thema in keinem anderen europäischen Land auf den (Fernseh)Tisch. Wir leben hier in einem Land in dem man eigentlich nicht aus Spaß an der Sache zum Angeln gehen darf.

Weiterhin gibt es immer mehr Einschränkungen oder zumindest welche die diskutiert werden - Fangquoten bzw. ausgeweitete Schonzeiten beim Wolfsbarsch für Hobbyangler, Naturschutzgebiet Fehmarn Belt mit kompletten Hobbyangelverbot........aber alles andere inkl. schwerer kommerzieller Schifffahrt ist weiterhin erlaubt, komplettes Entnahmeverbot (auch für besetzte Bestände gültig) für meerwandernde Salmoniden in Binnengewässern usw.

In einem Verein, in dem ich hier oben Mitglied bin, haben die Machthaber soviel Angst vor der Anti Lobby, dass es für notwendig gehalten wurde den seit 40 Jahren bestehenden Vereinsnamen zu ändern und das Wort "Sportfischervereinigung" zu streichen.

Es macht mich schon etwas nachdenklich und ich bin gespannt, wie es hier in D mit der Hobbyangelei weiter gehen wird.

Tight lines,

Matthias
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Hardy » 04.03.2016, 15:04

troutfisherman hat geschrieben:@ Hardy,

Das mit den Quellen ist vlt bei mir ne Berufskrankheit =D. Muss auch immer Quellen angeben und mich auf Rechtsprechung und Gesetze stützen. Aber ich glaube wir, als Fliegenfischer machen uns allgemein nicht so viele Gedanken über Anfüttermengen:). Auch wenn der Anteil an Grundanglern unter den Gesamtanglern bestimmt höher ist, als der Anteil an Fliegenfischern. Deine Rechnung klingt dann aber irgendwie schon plausibel, wenn man mit 40-50% rechnet und versucht einen Durchschnittswert zu finden ;), aber es ist auch wieder nur eine Annahme unsererseits...
Bezüglich Thema Schwein habe ich auch nur gesagt, dass es UNGLÜCKLICH bezeichnet ist. Und die Aussage WIE ist nichts anderes als eine Benennung des Karpfen als eben solches. Ich habe die Dame auch nicht ins schlechte Licht gerückt oder diffamiert, davon möchte ich mich hier bitte distanzieren!!! Habe ja auch geschrieben, dass der Beitrag insgesamt in Ordnung war :).

Vielleicht erinnerst du dich noch, vor ein paar Jahren gab es eben auch schon mal einen "Bericht" zu der Thematik, und dort wurden eigentlich nur Fischer im Forellenpuff gezeigt, da war ich, wie du auch erleichtert.

Viele Grüße
Uwe


Der international Quibbler-day ist doch erst am 19.11. :mrgreen:
Ich habe aktuell auch vier Fenster auf zwei Bildschirmen auf, um einen schwierigen Sachverhalt in der FiBu korrekt abbilden zu können. Da kommt mir ein bisschen Deutschdiskurs zwischendurch ganz recht.. :wink:
Ich werde gleich meinen Telefonjoker (Altdeutsch-Philologe) konsultieren, um den Unterschied zwischen der Aussage: Du bist ein Schwein und Du benimmst dich wie ein Schwein heraus zu arbeiten. :mrgreen: nene, Späßle..
Ich wollte auch nicht unterstellen, dass du die Dame ins schlechte Licht gerückt hast, insofern hätte ich konjungieren sollen. Alles gut!
luedeolli hat geschrieben:@Hardy
ein Angler selbst ist sicherlich kein Naturschützer, wenn er sich über das Angeln hinaus für den Naturschutz engagiert steht das natürlich auf einem anderen Blatt.

Wie gut, dass mein Altdeutsch-Philologe auch Philosoph ist. :roll:
Es ist nämlich eine philosophische Frage, ob jemand, der per se eigentlich ein Naturschützer ist, durch eine bestimmte Tätigkeit (hier=Angeln) temporär kein solcher mehr ist, aber in dem Moment, wo er dieses Tun einstellt, wieder zu einem wird. Andersrum: Ist er nur beim Angeln ein Angler, aber kein Naturschützer? Beim Naturschützen aber kein Angler mehr? Oder kann er doch vielleicht gleichzeitig beides sein? Das hieße aber, dass er beim Angeln nicht Naturschützen kann bzw. während des Naturschützens das Angeln einstellen muss.
Aber davon krieg ich Hirnschwurbel und das möchte ich so kurz vorm Wochenende nicht mehr. :biggrin:

Daher allen ein schönes ebensolches.
Groetjes
Hardy
Hardy
 

Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Hardy » 04.03.2016, 15:29

matthias z. hat geschrieben:Hallo,

ich habe den Bericht nicht gesehen aber bei dem Thema "Angeln verbieten?" wird mir schon wieder übel. So weit ich weiß käme so ein Thema in keinem anderen europäischen Land auf den (Fernseh)Tisch. Wir leben hier in einem Land in dem man eigentlich nicht aus Spaß an der Sache zum Angeln gehen darf.

Weiterhin gibt es immer mehr Einschränkungen oder zumindest welche die diskutiert werden - Fangquoten bzw. ausgeweitete Schonzeiten beim Wolfsbarsch für Hobbyangler, Naturschutzgebiet Fehmarn Belt mit kompletten Hobbyangelverbot........aber alles andere inkl. schwerer kommerzieller Schifffahrt ist weiterhin erlaubt, komplettes Entnahmeverbot (auch für besetzte Bestände gültig) für meerwandernde Salmoniden in Binnengewässern usw.

In einem Verein, in dem ich hier oben Mitglied bin, haben die Machthaber soviel Angst vor der Anti Lobby, dass es für notwendig gehalten wurde den seit 40 Jahren bestehenden Vereinsnamen zu ändern und das Wort "Sportfischervereinigung" zu streichen.

Es macht mich schon etwas nachdenklich und ich bin gespannt, wie es hier in D mit der Hobbyangelei weiter gehen wird.

Tight lines,

Matthias


moin,
Entschuldigung, aber es scheint mir typisch deutsch, dass man sich über eine Sache aufregt, ohne diese überhaupt zu kennen. Die Diskussion weiter oben zeigt doch, dass zwar der Titel schlimmes befürchten ließ, die Sendung jedoch nach mehrheitlicher Meinung durchaus ausgewogen und stimmig war.

Mäkeln konnte man allenfalls über fehlende Quallenangaben. Und das eine (latürnich!) Nabu-Vertreterin alle Schweine als Karpfen bezeichnete! Das geht ja gar nicht, da hört der Spaß aber ganz schnell auf!

Damit möchte ich ausdrücklich nicht deine Einwürfe diskreditieren! Hier teile ich deine Meinung, dass diese die Fischerei bedrohen und teilweise unmöglich machen können.
Aber sie stehen halt nicht in direktem Zusammenhang mit der angesprochen Fernsehsendung. Das sollte man evtl. trennen. Schau sie dir auf der 3sat-Mediathek mal an und bilde dir dann deine Meinung.
Über die anderen von dir angesprochenen Themen kann, ja muss man in einem eigenen Thread drüber reden.


Groetjes
Hardy
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Olaf Kurth » 04.03.2016, 16:51

Hardy hat geschrieben:Summary: Ich halte den Beitrag für durchaus gelungen. Er hatte sicherlich nicht den Anspruch, eine wissenschaftliche Abhandlung zu sein, sondern sollte auf einige Probleme aufmerksam machen, was m.E. gelungen ist. Da kann ich leichte Schwächen, wie fehlende Quellen verschmerzen.


Lieber Hardy,

ich beziehe mich nicht auf eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern auf eine mediale Berichterstattung und wahrheitsgemäße Berichterstattung gehört für mich zum Basiswissen jeder journalistischen Ausbildung. Wenn mir jemand wichtige Zahlen und Fakten vorlegt, dann gehört es zur journalistischen Sorgfaltspflicht, dass ich zumindest in einem Halbsatz erfahre, woher diese Angaben stammen. Ich soll das Ganze doch ernst nehmen, deshalb verlange ich guten Journalismus von einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der mit meinen Gebühren finanziert wird.

Hardy hat geschrieben:
troutfisherman hat geschrieben:...einige Äußerungen haben mich aber auch gestört, wie die von Olaf bereits erwähnte Eutrophierung durch Futtermittel, woher stammen die Daten?

Ich kenne die Quellen dafür auch nicht, aber mache mal eine ganz einfache Rechnung auf.
In Deutschland gibt es ca. 4.000.000 Angler. Wenn davon nur 15% = 600.000 Ansitzangler auf Friedfische sind und diese, sagen wir mal 15 Angeltage im Jahr haben und dabei jeweils 1kg Anfüttermittel ins Wasser schmeißen: et voilá : 9000 Tonnen!


Sorry, Hardy, die 9000 Tonnen bezogen sich auf die entnommene Masse an Fischen, die deutsche Angler aus den Binnengewässern entnommen haben sollen. Laut Bericht kommen jährlich rund 24000 Tonnen Futtermittel in die Gewässer. Aufgrund welcher Grundlage werden diese Daten ermittelt? Ich möchte die Angaben nachvollziehen können, deshalb frage ich.

Ja, der Bericht hat bestehende Problemstellungen gut, ausgewogen und nachvollziehbar dargestellt und deshalb hätten die geforderten Quellenangaben die Glaubwürdigkeit der Angaben unterstützt. Laut Bericht schätzen Fachleute, dass es 15000 Standgewässer über 1 Hektar Größe in Deutschland gibt, oder war es doch die doppelte Menge von 30000 Gewässern - was denn nun?

Ich schätze, dass mindestens die Hälfte der drei (oder vier, oder sechs) Millionen deutschen Angler ausschließlich mit der Fliegenrute unterwegs sind, oder sind es gar 95% der Angler? Was sagen die Fachleute? :shock:


Hardy hat geschrieben:Ohne Angler stünde es um viele Flüsse und Bäche schlechter als es heute der Fall ist. Wenn das kein Naturschutz ist, weiß ich es auch nicht...


Hier bin ich bei Dir und ich weiß, dass wir wieder Seite an Seite an unseren Fließgewässern unterwegs sein werden und die Ufer vom Müll befreien. Oder bei Renaturierungsmaßnahmen, oder bei Brut- und Wiederansiedlungsprojekten, oder, oder, oder....

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon gespliesste » 04.03.2016, 16:53

Hallo,

ich denke auch, dass Anglen und Naturschutz sich absolut nicht ausschliesst. Wenn wir uns als reine Nutzer der Natur mit einer gesetzlichen Hegepflicht definieren, dann werden wir es in Zukunft bestimmt nicht einfach haben. NABU und BUND haben in den jeweiligen Ländern mittlerweile mehr Mitglieder und mehr finanzielle Mittel als viele Fischereiverbände. Ich wohne im Mutterland des NABU und der Grünen und wir merken die Auswirkungen hier sehr deutlich.

Über die FFH-Gebiete, Naturschutzgebiete und das NATURA-2000 Netz sind in der jüngsten Vergangenheit eine ganze Reihe von Nutzungsbeschränkungen für Angler erwirkt worden. Es gibt ca. 30-40 Diplom und Doktorarbeiten in denen die Angelfischerei als „Artenschutzschädlich“ beschrieben wird. Dazu gehen die Naturschutzverbände dazu über, Gewässer aufzukaufen und die Fischerei defacto stillzulegen. Mal lassen sie sich Vorkaufsrechte einräumen und stimmen im Gegenzug vorübergehenden Nutzungen an denen der Eigentümer kurzfristige Interessen hat zu, mal wird einfach eine Spendenaktion unter den Mitgliedern ins Leben gerufen um die Gelder aufzubringen.

Wir legen im Verband viel Wert auf den Ausbau der Kompetenzen im Bereich Naturschutz und führen als Fischereiverein selber in Zusammenarbeit mit den Behörden Renaturierungsmaßnahmen und Naturschutzprojekte durch. Ich bin aber auch selber davon überzeugt, dass die Angler sich Gedanken um die ökologische Vielfalt an ihren Gewässern machen sollten. Ein Knackpunkt ist da ganz sicher die aktuelle Praxis der Besatzpolitik in vielen Angelvereinen.

Olaf Kurth hat geschrieben:Sorry, Hardy, die 9000 Tonnen bezogen sich auf die entnommene Masse an Fischen, die deutsche Angler aus den Binnengewässern entnommen haben sollen. Laut Bericht kommen jährlich rund 24000 Tonnen Futtermittel in die Gewässer. Aufgrund welcher Grundlage werden diese Daten ermittelt? Ich möchte die Angaben nachvollziehen können, deshalb frage ich.


ich denke das kann man recht einfach an der Menge der in Deutschland verkauften Futtermittel hochrechnen. Die Auswirkungen durch die Konservierungsstoffe und Nährstoffeinträge lassen sich in abgeschlossenen Gewässern ohne sonstige Nährstoffeinträge auch messen.

Ich fand den Bericht auch recht moderat.

LG,

Olaf
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