Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

In unserer Film-, Video- und Foto-Ecke könnt Ihr Eure selbst gefertigten Video-Clips und Fotos zum Thema "Fliegenfischen & mehr" den anderen Forum-Teilnehmern präsentieren. Außerdem ist Raum für Hinweise auf interessante Filme und Fernseh-Sendungen.

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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Olaf Kurth » 04.03.2016, 17:13

orkdaling hat geschrieben:Glasaale werden nicht von Anglern vor den Muendungen gefangen und nach Asien exportiert. Und die Eu macht nichts dagegen. Hier ist der Aal seit Jahren geschont!



Hendrik hat hier einen äußerst wichtigen Punkt angesprochen,

denn der jahrelange Raubbau an den Glasaalbeständen und die wirtschaftlichen Hintergründe hätten viel zur Aufklärung des Rückgangs der Aalbeständen beigetragen. Off topic, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass wir einen Fischbestand gefährden können, weil wir mit Angelruten fischen und den Fang mitnehmen.

Liebe Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Blame » 04.03.2016, 18:39

Ganz ehrlich,
ich fand den Bericht einigermaßen "Neutral" gehalten. Gut einige der Zahlen und Fakten kann ich weder bestätigen noch wiederlegen. Das mit dem Aalen ist so ne Sache...... ich habe mal in Spanien gesehen wie Glasaale abgegriffen werden. "Wahnsinn!" das da überhaupt noch was bis zu uns durchkommt. Weshalb ich eigentlich schreibe ist das Thema Karpfen....Ein Beispiel.....letztes Jahr traf ich eine Gruppe Ansitzangler an der Donau. Ich kam irgendwie mit denen ins Gespräch in dessen Verlauf sich heraus stellte, daß es die Jungs auf "Große Karpfen" abgesehen hatten und eine Woche bleiben wollten. Ich fragte mal vorsichtig was für einen Köder sie benutzen.....darauf hin zeigte mir ein Sportsfreund 3 (in Worten drei) 50kg Säcke mit Boilies (die laut seinen Angaben gerade so für die Woche reichen)....darauf ich...dann könnt Ihr trockenen Fußes die Donau überqueren. Ich schüttelte nur den Kopf und ging. Wenn man sowas sieht....denke ich schon das es einige übertreiben....mit ihrem Futter.
Deshalb kann ich mir schon vorstellen, daß bei einem großen Futteranteil im Wasser dem Gewässer geschadet werden kann.

MfG
Blame

(der noch nie mit Fliegen angefüttert hat :lol: )
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Streamer1 » 05.03.2016, 14:00

Hallo,

Alles in Allem ging es ja noch mal glimpflich ab. Ein paar Sachen sind mir persönlich aufgefallen:

Punkt 1: Warum lässt sich die Vertreterin des NABU über Gewässereutrophierung durch die Angelfischerei aus, wenn es doch das Fachgebiet des ebenfalls im Beitrag erscheinenden R. Arlinghaus ist? Mir kam das so vor, als wenn ich mit Alfons Schubeck in einer Talkshow teilnehmen würde und man mich übers Zubereiten einer Schweinshaxe befragen und das dann auch noch senden würde.

Punkt 2: Ist ein Aalbesatz in geschlossene Gewässer oder auch ein Besatz von Karpfen wirklich ökologisch wertlos? Die Fische, wenn gefangen, tragen doch zur Ernährung des Menschen bei. Wenn für jeden gegessenen Aal eine Packung Fischstäbchen im Supermarkt bleibt, ist das doch so verkehrt auch nicht, oder? Beim Karpfen sähe die Bilanz sicher noch besser aus, wenn er denn stets gegessen würde. Beim Aal ist das wohl eher der Fall.

Meine persönliche Meinung noch zum Schluss: Je weniger solche halbwegs gut gemachten, besseren oder schlechteren Dokus über's Angeln im Fernsehen kommen, desto besser. Man schaut sich's ja dann doch an und ärgert sich.
LG
Anton
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon CPE » 05.03.2016, 16:57

Hallo Leute,

ich fand den Film ziemlich gut. Irgendwie heißt das ja auch, dass wir als Fliegenfischer, als in der Mehrzahl doch eher bewußt angelnde Naturliebhaber so ziemlich viel richtig machen. Eutrophierend wirken meine Fliegen jedenfalls nicht, Aal und Karpfen sind keine Zielfische, und durchgängige Gewässer sind ja wohl unser aller Ziel.

Was mich aber immer ein wenig nervt sind Zahlenspiele wie die Fangmengen (auch und gerade in Relation zu deutschen Berufsfischern, ich bin nämlich keiner und werde auch keiner...) , die klare Meinung machen. Wenn alle Angler zusammen 9.000 t Fisch (inkl. Innereien und Gräten?) fangen und wir Deutschen 14 kg Fisch pro Nase und Jahr essen, dann essen wir eben schlanke 14 kg * 82.000.000 = 1.148.000 t (ohne Gräten...). Das Verhältnis ist 9.000/(14*82.000) = 0,078%. Anders gesagt: Von 1.000 verspeisten Fischen kommt noch nicht einmal einer aus der privaten Angelfischerei. Ja, haben wir keine anderen Probleme?

TL, Norbert
CPE
 

Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Michl » 05.03.2016, 20:22

Tag, Grundsatzfrage:
Mal angenommen es gäbe 130.000 Kormorane in Deutschland, und jeder fräse 300 g Fisch am Tag, dann wären das im Jahr 14.235 Tonnen.
Der Kormi ist ja etwa so heimisch wie der Karpfen, und würde Gewässer und Umgebung dann auch mit,
sagen wir mal 10.000 Tonnen Biodünger beglücken.
Sollte man da, eventuell, nicht erst den Kormoran verbieten? :oops:

Nachdenklich, :-k

Michl
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Bernhard » 06.03.2016, 12:03

Danke für den Hinweis auf diesen interessanten Film.
Von Details abgesehen, über die hier schon ausführlich diskutiert wurde, hielt ich ihn für gar nicht so schlecht. Etwas schade fand ich, dass man das Thema Fliegenfischen komplett ausgeklammert hat.

TL,
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon flo staeuble » 09.03.2016, 10:46

guten morgen in die runde.
ich hab an dem film nur einen einzigen kritikpunkt: den titel. der liess nämlich vermuten, dass man in reisserischer manier argumente zusammentragen will, die dazu führen, dass das angeln verboten werden soll - diese forderung wurde aber an keiner stelle gestellt. alles sehr moderat.

die kritikpunkte am film find ich ehrlich gesagt a bissl hosenbislerisch:
- zum thema quellenangaben: es ist auch in gut recherchierten features absolut nicht üblich, sämtliche zahlen mit quellen zu belegen. völlig unrealistisch. ist ja keine wissenschatliche arbeit mit fussnoten, sondern im weitesten sinne "infotainment" - was auch völlig ok ist. wenn in einem food-beitrag gesagt wird "die deutschen essen pro kopf jährlich 150 schweine" nehm ich das auch erstmal so hin. war ja immerhin 3sat und nicht rtl2.
- "ich fand den film ok, aber barrakudas können schneller schwimmen als hechte" - na DIESE erkenntnis entwertet die redaktionelle leistung der filmemacher natürlich erheblich.

ich denke, wir als fliegenfischer neigen schon sehr zur verklärung des eigenen tuns (die grosse und edle und naturschützende kunst). und das übertragen wir dann auf das gesamte angelwesen. ich würde es aber nicht komplett ausschliessen, dass ein ernstzunehmender prozentsatz der deutschen angelfischer nicht aus nachhaltig agierenden feingeistern besteht - sondern eben auch aus grobschlächtigen boilieorgien veranstaltenden vollpfosten.

und by the way: natürlich LIEBEN wir alle das nachhaltig bewirtschaftete, sich selbst erhaltende fliessgewässer. aber wieviele solche salmonidenflüsse gibts denn bei uns wirklich? ich kenn EINEN, und den verrat ich nicht:-))
nicht falsch verstehen, ich will damit keinesfalls die tausenden ehrenamtlichen arbeitsstunden diskreditieren, in denen definitiv vortreffliches für unsere gewässer geleistet wird. aber ich kenne in deutschland viele viele flüsse, die zwar traumhaft schön sind, aber bei näherer und selbstkritischer betrachtung faktisch nichts anderes sind als ein forellenpuff. und damit der befriedigung unseres persönlichen jagdtriebes dienen, keinesfalls aber unserer sehnsucht nach naturerhalt.
grüße vom flo
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon matthias z. » 09.03.2016, 14:43

Hardy hat geschrieben:moin, Entschuldigung, aber es scheint mir typisch deutsch, dass man sich über eine Sache aufregt, ohne diese überhaupt zu kennen. Die Diskussion weiter oben zeigt doch, dass zwar der Titel schlimmes befürchten ließ, die Sendung jedoch nach mehrheitlicher Meinung durchaus ausgewogen und stimmig war.


Hallo Hardy, ich weiß nicht, ob dies ein typisch deutsches Problem ist. Ich denke das ist eher ein internationales Problem :wink:.

Mir ging es tatsächlich auch nur darum, dass Programme mit Namen wie "Hobby mit Widerhaken" und "Angeln verbieten(?)" mit relativer Regelmäßigkeit den Weg ins deutsche Fernsehen finden. .......Das ist wiederum nun typisch deutsch.

In anderen Ländern laufen nämlich Programme, wie z.B. diese :mrgreen: :

http://www.bbc.co.uk/programmes/p02d9xfp

...ach ja und diese:

https://www.youtube.com/watch?v=f6DYVBdo6TM

Tight lines,

Matthias
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Maggov » 09.03.2016, 15:12

Hi Flo,

mir ging es ähnlich - ich fand den Titel nicht sehr gelungen, die Reportage OK und v.a. interessant auch mal über meinen Tellerrand zu schauen.

Ich denke man muss auch berücksichtigen in welchen Regionen das gedreht wurde. Die Problematik mit dem Anfüttern ist z.B. in Bayern oft schon in den Auflagen geregelt in der Form dass dort Anfüttern verboten oder reglementiert ist. Schon als ich Jugendfischer war gab es das Thema - damals war es oft so geregelt dass man während dem Fischen anfüttern durfte aber nicht davor.

Ich fand auch die Verteterin vom NaBu nicht extrem oder kontraproduktiv im Sinne von "grundsätzlich gegen Angler". Sie hatte ein klares Anliegen (Eutrophierung der Seen durch Anfüttern, Veränderung der Fauna und Flora durch Einbringen artfremder Arten) und auch ganz klar für ein Miteinander und Regeln plädiert, nicht für ein Verbot. Olaf hat es schon gut auf den Punkt gebracht: ein Miteinander ist sicherlich der bessere Weg für beide als ein Gegeneinander.

Ich bleibe bei meiner Hoffnung dass die Scheinheiligkeiten der Angelvereine (Hegeziele in den Statuten passen gar nicht mit dem Maßnahmen am Wasser zusammen) durch derartige Aufklärung und auch über selbstkritische nachkommende Jungangler "ausaltern". Ich kann mich noch gut an die hitzigen Diskussionen erinnern als es galt lebende Köderfische zu verbieten und heute denke ich ist der breite Konsens dass es auch tadellos ohne geht.

Was die Fangquoten und den Dorschfang betrifft war ich bei den Mengen doch durchaus erstaunt und frage mich wie man so eine Zahl sinnvoll erheben kann. Bei den Kutterfischern geht das sicherlich noch aber an der Küste - wie wird das den erhoben? Und die Hochrechnung ist ja schon beeindruckend... Du hast schon recht dass das keine Doktorarbeit sein muss und ich traue 3Sat auch mehr Recherchekompetenz zu als Tele5 und Co. (warum eigentlich?). Aber die Message ist da doch schon so gewesen dass Angler nochmals 2/3 der Fangquote zusätzlich abfischen und die EU mit der Fangquote auf das maximal zulässige Entnahmegewicht abzielt (und sowieso schon zu hoch sei...). Das hinterläßt beim kurzweiligen Zuschauen ja schon ein G'schmäkle...

LG

Markus
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon Olaf Kurth » 10.03.2016, 00:33

flo staeuble hat geschrieben:die kritikpunkte am film find ich ehrlich gesagt a bissl hosenbislerisch:
- zum thema quellenangaben: es ist auch in gut recherchierten features absolut nicht üblich, sämtliche zahlen mit quellen zu belegen. völlig unrealistisch. ist ja keine wissenschatliche arbeit mit fussnoten, sondern im weitesten sinne "infotainment" - was auch völlig ok ist.



Hier liegst Du leider falsch, lieber Flo,

gute Dokumentationen (so war die Sendung auf 3Sat angekündigt) machen genau das: Sie nennen zu wichtigen Daten die Quellangaben, damit der Zuschauer die Inhalte nachvollziehen kann. Das hat nichts mit wissenschaftlichen Arbeiten oder Fußnoten zu tun, es ist gute, journalistische Praxis.

Eine gute Def. aus Wiki: "In Filmen und im Rundfunk wird mit Dokumentation ein journalistisch aufbereiteter Bericht bezeichnet, der mithilfe von Quellen und Zeugnissen Anspruch auf Nichtfiktionalität, auf Bezug zur realen Welt, erhebt. In Dokumentarfilmen und Radio-Features kommt es zu einer Mischung von erklärenden und erzählenden Elementen."

Nein, als "Infotainment" würde ich das nicht bezeichnen, auch nicht im weitesten Sinne. Infotainment-Angebote finden sich in anderen Genres.


flo staeuble hat geschrieben:nicht falsch verstehen, ich will damit keinesfalls die tausenden ehrenamtlichen arbeitsstunden diskreditieren, in denen definitiv vortreffliches für unsere gewässer geleistet wird. aber ich kenne in deutschland viele viele flüsse, die zwar traumhaft schön sind, aber bei näherer und selbstkritischer betrachtung faktisch nichts anderes sind als ein forellenpuff. und damit der befriedigung unseres persönlichen jagdtriebes dienen, keinesfalls aber unserer sehnsucht nach naturerhalt.
grüße vom flo


Du hast vollkommen Recht, die unterschiedlichen Bewirtschaftsformen vieler Gewässer sind ein sehr kritikwürdiger Punkt. Will man das in der Praxis ändern, braucht es einen langen Atem. Jürgen Gaul kennt das bestimmt ....

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon maggs » 24.03.2016, 00:00

Hallo

der Beitrag hatte etliche fachliche Schwächen:

Aale werden nicht nur in abgeschlossene Gewässer gesetzt, z.T. ist dies sogar untersagt.
Das Beispiel der Kanäle wurde als „typisch“ vorgestellt. Das die dort im stehenden wechselnd strömenden Wasser nicht herausfinden ist nicht verwunderlich.

Glasaale stammen zwar aus der Natur aber durch den Transport sowie Vorstrecken werden auch die natürliche Verluste reduziert..

Wels ist hierzulande durch historische Fund nachgewiesen.

Hecht ist bei intakten Gewässern nicht sinnvoll – aber wie viele sind das? Ist der Besatz deshalb pauschal unnötig? Wie sieht das in hiesigen Flüssen aus denen Überflutungen fehlen?

Karpfen ist umstritten ob er historisch heimisch ist, laut Gesetz ist er heimisch da er sich auch ohne Besatz fortpflanzt. Die Vermehrung erfolgt in vielen Gewässern, zwar nicht in jeden Jahr aber Karpfen werden ja auch Jahrzehnte alt.

Das Wühlen können die Brassen genauso, ob der See wirklich durch Karpfen so aussieht? Das sah eher wie ein Badestrand aus....
Auch Arlinghaus bestätigt dies nur bei sehr hohen Besatzdichten.


Dazu noch einige stilistische wie z.B . „Wahre Naturschützer“ - die Angler sind staatlich anerkannter Naturschutzverband, dies wurde nicht erwähnt stattdessen die übertriebene Formulierung – auch dies ist Manipulation.

Grüße M.
maggs
 
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon gespliesste » 24.03.2016, 01:49

maggs hat geschrieben:Hallo

der Beitrag hatte etliche fachliche Schwächen:

Aale werden nicht nur in abgeschlossene Gewässer gesetzt, z.T. ist dies sogar untersagt.
Das Beispiel der Kanäle wurde als „typisch“ vorgestellt. Das die dort im stehenden wechselnd strömenden Wasser nicht herausfinden ist nicht verwunderlich.

Glasaale stammen zwar aus der Natur aber durch den Transport sowie Vorstrecken werden auch die natürliche Verluste reduziert.


Da bin ich bei dir, aber für die Arterhaltung ist das Vorstrecken und die Verbringung nur zielfördernd, wenn sie auch in geigenten Flusstrecken besetzt werden.

maggs hat geschrieben:Wels ist hierzulande durch historische Fund nachgewiesen.


Ist das wirklich so? Hat da jemand genauere Informationen? Das konnte mir noch nie jemand schlüssig beantworten. Wenn er heimisch ist, dann wäre es interessant in welchen Gewässersystemen in Deutschland. Ich wäre da über jede stichhaltig belegte Information mit Quellenangabe dankbar. Ich habe selbst historische Quellen in denen der Wels schon im letzten Jahrhundert im Bodensee gefangen wurde, das aber auf sehr frühe Besatzmaßnahmen zurückgeführt wird.

maggs hat geschrieben:Hecht ist bei intakten Gewässern nicht sinnvoll – aber wie viele sind das? Ist der Besatz deshalb pauschal unnötig? Wie sieht das in hiesigen Flüssen aus denen Überflutungen fehlen?


Zumindest in jedem Gewässer in dem der Hecht eine (wenn auch nur kleine) Chance hat sich auf natürliche Art und Weise zu reproduzieren würde ich das unterschreiben. Das hängt mit der ungewöhnlich großen Zahl der Eier beim Hecht zusammen und dem Begriff der Hechtsättigung.

maggs hat geschrieben:Dazu noch einige stilistische wie z.B . „Wahre Naturschützer“ - die Angler sind staatlich anerkannter Naturschutzverband, dies wurde nicht erwähnt stattdessen die übertriebene Formulierung – auch dies ist Manipulation.


Das kann man nur in Anspruch nehmen, so lange "die Angler" auch Mitglied im Landesfischereiverband sind, da nur die Landesfischereiverbände anerkannte Naturschutzverbände sind. Es wird ja zur Mode, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Vereinen austreten, da "der Verband ja nix für sie tut" und es pro Mitglied ja einige wenige Euro pro Jahr kostet. Ich meine da muss man mit konstruktiven Kritikpunkten bei seinem lokalen Verband ansetzten, anstatt auszutereten. Ohne schlagkräftige Interessenvertretung geht das mit Sicherheit auf Dauer schief.

Das Fischereirecht gilt für alle, ob im Verband oder nicht. Wenn alle austreten sind wir bald Freiwild und wenn wir nicht aufpassen wird das Anglen wirklich bald verboten. Die Naturschutzverbände sind sich einig, wenn wir uns bei den Anglern weiter zerstreiten schadet das nach meiner Meinung nur uns allen. Das mag für die jetzige Generation noch halbwegs gutgehen, aber die Kinder und Enkel können dann womöglich nicht mehr Angeln gehen.

Die Verbände haben in der Vergangenheit längst nicht alles richtig gemacht, aber dann muss man die Verbände ändern anstatt auszutreten. Als einzelner Verein hat man in der heutigen Zeit keine Chance mehr. Fragen wie WRRL, FFH-Gebiete, Natura-2000, LNV, Landesfischereibeirat bis hin zu Europäischen Richtlinien kann man als Verein nicht (wirklich) beinflussen. Es beeinflusst aber jedes Gewässer, jedes noch so kleinen Fischereivereines bis hin zum Angelverbot.

Aber man muss es gar nicht so abstrakt sehen, alleine schon die Wiederansiedlung von Wanderfischen (Lachs, Meerforelle, Maifisch, Seeforelle, Huchen, Aal aber auch Nase, Äsche u.a.) ist kein Thema das ein Verein alleine bewerkstelligen kann. Unad auch die Einstellung: Ich hab meine drei Weiher da schmeiss ich immer mal wieder Fische rein und die Angel die dann raus hat in Deutschland nach meiner Einschätzung so keine Zukunft.

maggs hat geschrieben:Grüße M.


LG,

Olaf
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon orkdaling » 24.03.2016, 02:00

Hallo Olaf,
Ausonius 310 -383, rømischer Staatsbeamter, beschrieb den Wels als Wal der Mosel.
Gruss Hendrik
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon gespliesste » 24.03.2016, 02:54

Hallo Hendrik,

orkdaling hat geschrieben:Hallo Olaf,
Ausonius 310 -383, rømischer Staatsbeamter, beschrieb den Wels als Wal der Mosel.
Gruss Hendrik


Danke. Ich war wohl zu sehr auf den Bodensee fixiert. Also anscheinend im Rhein und Donausystem (wie ich gerade auf google nach Ausonius gefunden habe) heimisch.

LG,

Olaf
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Re: Angeln verbieten? - 3sat Doku am 03.03.2016

Beitragvon HansAnona » 24.03.2016, 11:16

Ich erinnere mich, das vor gut 45 Jahren im Otterstadter Altrhein ein Wels mit 1,98 m gefangen wurde. Stand damals in der Zeitung.
In der Donau hat das Fischen auf den "Waller" eine lange Tradition.

Bei aktuellen BErichten wird immer wieder über den "neuen Bewohner" Wels berichtet. Das ist einfach falsch.

Dein Alf
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