Unterwegs in Schwedisch Lappland, Sommer 2020

In unserer Film-, Video- und Foto-Ecke könnt Ihr Eure selbst gefertigten Video-Clips und Fotos zum Thema "Fliegenfischen & mehr" den anderen Forum-Teilnehmern präsentieren. Außerdem ist Raum für Hinweise auf interessante Filme und Fernseh-Sendungen.

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Unterwegs in Schwedisch Lappland, Sommer 2020

Beitragvon Michael. » 07.01.2021, 17:09

Hallo,

über unsere letztjährige "SL"-Tour habe ich einen kleinen Film "zusammengeschnitten", viel Spaß damit: https://www.fliegenfischer-forum.de/videos.html

Gruß
Michael
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Re: Unterwegs in Schwedisch Lappland, Sommer 2020

Beitragvon Cowie » 07.01.2021, 19:13

Danke für den schönen Film, die Bilder und den Bericht, Michael! =D>
Petri & Tight Lines

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Re: Unterwegs in Schwedisch Lappland, Sommer 2020

Beitragvon blauangler » 08.01.2021, 00:14

Hallo Michael,

danke für die schönen Bilder und den Bericht, da hat man sofort Lust denn nächsten Urlaub zu planen.

Was mir auffiel, war die schöne Größe der Bachforellen. Ich bin jetzt nicht so der Lapplandkenner, weiter südlich sind die oft viel kleiner. Ich war an den Bergseen der Hardangervidda und in den Bergbächen in Südnorwegen immer schon froh wenn sie etwas größer als handlang waren.
Wachsen die Forellen weiter oben im Norden durch die vielen Mücken besser ? - dann muss ich da auch mal hin...

Grüße
Thomas
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Re: Unterwegs in Schwedisch Lappland, Sommer 2020

Beitragvon Henning60 » 08.01.2021, 10:31

Moin Michael,

ein toller Bericht und ein schönes Video.
Bei den Bildern kommt Sehnsucht auf... =D>
Danke für das Zeigen und die Mühe es so toll aufzubereiten.

Grüsse und Petri Heil, Henning
Bevor ihr euch streitet klärt die Begriffe......(Konfuzius)
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Re: Unterwegs in Schwedisch Lappland, Sommer 2020

Beitragvon Hawk » 08.01.2021, 10:50

blauangler hat geschrieben:Was mir auffiel, war die schöne Größe der Bachforellen. Ich bin jetzt nicht so der Lapplandkenner, weiter südlich sind die oft viel kleiner. Ich war an den Bergseen der Hardangervidda und in den Bergbächen in Südnorwegen immer schon froh wenn sie etwas größer als handlang waren.
Wachsen die Forellen weiter oben im Norden durch die vielen Mücken besser ? - dann muss ich da auch mal hin...


Bin ja auch viel in Norwegen und Schweden unterwegs daher hier mal meine Erfahrungen:

Große Bachforellen gibt es auch in Südnorwegen grade die Hardangervidda ist für ihre großen Forellen bekannt, ich hatte dort zumindest einige Fische bis mitte 40 und auch in der Femundsmarka hab ich zumindest viele große Forellen gesehen.
Was ich erlebt habe ist allerdings das die Gewässer in Skandinavien sehr stark streuen egal ob im Süden oder oben in Lappland, ein See kann quasi fischleer sein, 1km weiter der nächste See ist voll mit Fisch aber alle sind nur handlang und nochmal n Kilometer weiter gibt es nur wenig Fische dafür aber fast ausschließlich große.

Was ich noch nie erlebt habe war das ich in einem See sowohl zahlreiche kleine als auch große Forellen hatte das scheint sich wohl mehr oder weniger auszuschließen. Wenn man an einem See mit vielen kleinen ist merkt man das schnell, das Problem ist oft die fischleeren Seen und die Seen mit den großen zu unterscheiden, an beiden kann es sein das sich stundenlang nichts tut.

In den Flüssen habe ich dagegen eher eine Alterspyramide erlebt wie man sie erwarten würde, in kleineren Bächen hatte ich bis auf wenige Ausnahmen auch nur kleine Fische.

@Michael: Tolle Bilder und schöner Film, bei mir kommt schon wieder Fernweh auf, der nächste Trip ist leider noch viele Monate hin :roll:
Gruß
Sven
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Re: Unterwegs in Schwedisch Lappland, Sommer 2020

Beitragvon Michael. » 08.01.2021, 15:37

blauangler hat geschrieben:Hallo Michael,

danke für die schönen Bilder und den Bericht, da hat man sofort Lust denn nächsten Urlaub zu planen.

Was mir auffiel, war die schöne Größe der Bachforellen. Ich bin jetzt nicht so der Lapplandkenner, weiter südlich sind die oft viel kleiner. Ich war an den Bergseen der Hardangervidda und in den Bergbächen in Südnorwegen immer schon froh wenn sie etwas größer als handlang waren.
Wachsen die Forellen weiter oben im Norden durch die vielen Mücken besser ? - dann muss ich da auch mal hin...

Grüße
Thomas



Hallo Thomas,

das kann man so allgemein nicht sagen, denn auch hier überwiegen die kleinen bis mittleren Größen, alles was darüber hinaus geht, ist schon seltener. Des Rest hängt m.E. unter anderem mit 2 wichtigen Faktoren zusammen: a) habe ich mir die "guten" Gewässer teils über Jahrzehnte erarbeitet, d.h. ich weiß recht genau, welches Nahrungspotential das jeweilige Gewässer hat, welche Fischgrößen im Schnitt vorhanden sind, wieviel Befischungsdruck herrscht und wann und wie ich welche Fliegen anbieten muss. b) ist eine grundsätzliche Sache: je abgelegener und deswegen je weniger befischt das Gewässer ist, desto höher ist die Chance, auch mal einen großen Fisch zu erwischen, bzw. überhaupt noch eine sehr gute Fischerei zu erleben. (Leider) wird hier die Luft immer dünner, denn die Schweden haben Geld und sind angel-, jagd- und naturverrückt und finden über (teure) Spezialanbieter immer mehr Wege zum Vorstoß in bisher noch eher unberührte Wildnis. Der andere Weg ist, dass gut erreichbare, "besonders wertvolle" Gewässer für die "durchreisende Allgemeinheit" dichtgemacht und auf diesem Wege geschützt werden, sie werden quotiert, bzw. limitiert, hier muss man sich oft schon 1 Jahr voraus um eine Angelkarte bewerben oder sich an der Verlosung beteiligen und auf Glück hoffen. Und was in ganz Lappland immer mehr zunimmt: besonders die vielen interessanten Sami-Gewässer in den Bergen werden aus den Regional-Angelkarten herausgenommen und von den Sami selbst verwaltet und selbst vermarket: dann streng limitiert, mit samischen Guide oder dessen örtlichen Reisepartnern - für immense Summen (z.B. 3000 € für drei Tage Zeltcamp, Guide und Heli). Hier sind natürlich oft noch traumhafte Fischbestände zu finden ...

Gruß
Michael
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Re: Unterwegs in Schwedisch Lappland, Sommer 2020

Beitragvon orkdaling » 08.01.2021, 22:18

Moin Thomas, moin Michael,
ja wie ueberall gibt es mehr oder weniger befischte Gewæsser.
Eine Ursache fuer das Abwachsen ist aber das Nahrungsangebot, da machen schon 100 oder 200m Høhe einen gewaltigen Unterschied.
2 Monate mehr Eis und es gibt halt nur einige grosse Fischfresser aber Mengen von kleinwuechsigen Forellen und Saiblingen.
Ich hab hier in der Kommune Seen die muessen deshalb abgefischt werden, dort fuehren wir Eisfischen durch, anderenfalls wuerden die Bestænde verbutten. Also wenn man da Bilder sieht mit 20 oder 30 Fischen um die 25cm dann hat das seinen Sinn.
Werden uebrigens "Pfannenfisch" genannt und sind super lecker. Ich hatte mal knapp 50 Saiblinge in 4 stunden beim Eisfischen aber keiner ueber 28cm.
Im Nachbarsee kønnen die Fische dann schon mal die 2kg Grenze knacken, nur fængt man die auch nicht alle Tage.
Das ist aber kein Phænomen des Trøndelag, nee so sieht es im Dovre Fjell, Hardanger Vidda, Finmark ebenfalls aus.
Ein weiterer Grund sind bei den anadromen Arten natuerlich die Laich- und Aufwuchsbedingungen.
Ueber Jahrhunderte haben sich die Stæmme den Bedingungen angepasst. Es haben sich Gross- und Kleinlachsstæmme entwickelt, ja selbst bei den Saiblingen und Mefos gibt es verschiedene Kørperformen. Mancherorts kommen halt nur schlanke spindelførmige Stæmme mit den Bedingungen klar bzw sind ueberhaupt in der Lage ueber Hindernisse und bei Niedrigwasser auf zu steigen.
Da haben schlaue Leute von NINA mal einen Faktor errechnet, also von der normalen Durchschnittsgrøsse/Gewicht liegt der bei den schlanken Typen bei 0,9 und bei den kræftigen Stæmmen bei 1,2

Gruss Hendrik
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Re: Unterwegs in Schwedisch Lappland, Sommer 2020

Beitragvon blauangler » 09.01.2021, 00:35

Vielen Dank euch für die ausführlichen, interessanten Antworten zum Thema Forellengrösse.

Vielleicht sind nächstes mal auch ein paar größere dabei, bei meinen Fängen, ansonsten macht es auch Spaß in den Bergen mit minimaler Ausrüstung in toller Umgebung ein paar kleine, wunderschön gezeichnete Fische zu fangen.


Viele Grüße
Thomas
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Re: Unterwegs in Schwedisch Lappland, Sommer 2020

Beitragvon Michael. » 12.01.2021, 19:58

Hallo,

hier nochmal zwei kurze Film-Links zum brandaktuellen Thema samische Selbstverwaltung der Jagd- und Fischereirechte in Nordschweden. Hier geht es von beiden Seiten aus richtig hart zur Sache und die Situation verschärft sich leider, da möchte man als Angeltourist nicht zwischen die Fronten geraten …

https://youtu.be/--OLu7CKWSw

https://www.youtube.com/watch?v=6dynnmsi-PA

Gruß
Michael
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Re: Unterwegs in Schwedisch Lappland, Sommer 2020

Beitragvon orkdaling » 13.01.2021, 08:35

Moin Michael,
da brauchst du als Tourist keine Angst haben.
Stimmt aber das vor allem in Schweden der ganze Konflikt nicht ausgestanden ist bzw das es auch schwed. Nationalisten gibt die dieses Thema auf die Tagesordnung setzen wollen.
Der Name Lappland stammt uebrigens aus dem erstem Vertrag (Lappekodisillen von 2.10.1751) zwischen damals Dænemark-Norge und Schweden (da gehørte Finnland noch dazu)
Der Name Lappen (russ. lopar/ svensk lappar) ist allerdings nur eine æltere Bezeichnung fuer einen Teil der Volksgruppe die schon seit 1100 Handel mit Rentieren und Fisch betrieben.
Heute bezeichnen sie sich selbst als Samen , leben auf dem Gebiet von Russland, Finland, Schweden und Norwegen.
Von 1964 gab es den Norsk Sameråd ,erst seit 1989 haben die Samen uebrigens ein eigenes Parlament.
In den anderen Lænders sieht es nicht viel anders aus bzw muessen dort die Samen noch um ihre Rechte kæmpfen, was den Fischfang, die Rentierzucht bzw ihre Lænderein betrifft.
Richtig ist das es weiterhin Konflikte gibt, besonders mit dem Bau von Windanlagen, damit der Nutzung der Wælder und Fischrechte.
Hier mal ein Auszug (Wikipedia) wo meiner Meinung nach die Misere treffend beschrieben wird:

"So mussten zum Beispiel die Renhirten der schwedischen Provinzen Dalarna, Härjedalen und Jämtland um ihre Existenz bangen. Der Staat hatte 1991 Staatswald an private Eigentümer verkauft, die die Samen anschließend wegen des traditionellen Winterweiderechtes im Wald auf Entschädigung verklagt haben. Den ersten Prozess im Jahre 1996 verloren die Sámi. Auch ein weiteres Urteil des höchsten schwedischen Gerichtshofes im Jahre 2004 entschied gegen die Rentierhalter. Dadurch verloren die Samebyer rund 25 bis 30 % ihrer Winterweiden. Zusätzlich werden laut Gerichtsbeschluss für die „illegale Waldnutzung“ Entschädigungszahlungen und Abschussrechte für Rentiere verlangt. Nach Ansicht der Beklagten verstoßen die Urteile gegen die Europakonvention zum Schutz der Menschenrechte, so dass sich 2006 mit einer entsprechenden Petition an das EU-Parlament wandten. Das Verfahren läuft noch.[36] Im Januar 2020 fällte Schwedens Höchstes Gericht einen Entscheid, welcher auf ein übergeordnetes Gewohnheitsrecht der indigenen Bevölkerung „aus uralter Zeit“ verwies und ihr die Verwaltung der Jagd- und Fischereirechte erlaubte.[37]
Die norwegische Regierung, die vor einer ähnlichen Problematik stand, konnte sich gegen die Privatwaldbesitzer durchsetzen und den dort ansässigen Sámi die entsprechenden Rechte bestätigen."

Aber damit hat kein Tourist was zu tun, gar zu befuerchten, egal ob man sich eine Kommunekarte oder eine Lizens von einem privaten schwed., finn.,norw. Betreiber kauft.
Also kannst du uns weiterhin mit schønen Fangberichten und Bildern beliefern.
Nur bei Video/Droneaufnahmen muss man nun auf das neue EU-weite Gesetz achten (seit Jan. 2021) , da hat sich Norge angeschlossen.
Andere Baustelle, sollte sich jeder mal informieren der damit Bilder macht.

Gruss Hendrik
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