Bestand- und Besatzmaßnahmen

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon trutta1 » 16.01.2021, 09:37

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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon orkdaling » 16.01.2021, 10:02

Moin,
einige scheinen ja das Gewæsser zu kennen, scheint mir das es sich um kein Mischgewæsser thandel und das die genaue Alterspyramide bzw der genaue Bestand nicht sicher/ bekannt sind.
10 grosse Forellen in einem Gumpen !? Das finde ich ja in keinem "natuerlichem" Forellenbestand !

Was ma aber oft hørt/liest (jetz mal nicht auf dieses Gewæsser bezogen) ist der Besatz mit Forellen, teils Bafo und Rebo, in bereits "Fanggrøsse" um das Gewæsser "attraktiver" zu machen.
Dann hat man natuerlich keinen Ueberblick mehr, besonders dann wenn die Entnahme nicht stændig erfasst wird.
Auch werden genau aus diesem Grund Geæsser besetzt aber man macht sich keinen Kopf was das an Biomasse bereits enthalten ist.
Das es auch ohne weiteren Besatz geht hatte ich geschrieben aber das setz natuerlich vorraus das man den Befischungsdruck vermindert und/oder ueber Entnahmefenster reguliert.
Wenn ihr mal hier im Forum schaut (Reisen) da findet ihr Taumgewæsser aber auch da regelt sich nichts mehr von selbst weil wir ja mehr oder weniger durch Befischung eingreifen. Selbst solche Gewæsser wie die Glomma, einem der wohl besten Æschengbewæsser Europas, ca 600km lang, hat deshalb unterschiedliche Regeln was Entnahme sowie Entnahmefenster und auch Schonzeiten betrifft.
Unterschiedliche Regeln weil im Unterlauf eher Mischgewæsser, im Mittellauf sich die meisten Fischcamps befinden, im Oberlauf Forellen und Saibling ueberwiegen. Eine Regel, gar App oder irgendwelche Berechnungsmodelle fuer den gesamten Fluss wuerden da total versagen.

Was ich fuer sehr wichtig halte, neben Entnahmefenstern (Grøsse/Alter), ist die Schonung der Laichner.
Nicht nur weil grosse Laichner mehr Eier haben, nee die besitzen i.d.R. auch das beste Gen-Material. (wenn wir mal nicht von zusammengekauften fangfertigem Material ausgehen - hørt sich hæsslich an, ist aber so)

Wie man sieht, ueber Regeln (Entnahmequoten, Fenster, Schonung nach Arten und Geschlecht) Befischungsdruck ( Anzahl der Fangtage und Kartenverkauf) kann man sein Gewæsser økologisch und økonomisch bewirtschaften.
Besatz ist fuer mich nur ein Ausweg wenn diese Massnahmen nicht mehr helfen ( Trockenfall oder chem. Behandlung)

Gruss Hendrik
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon MarkusZ » 16.01.2021, 11:40

Hallo,

dass dort in einem Gumpen 10 BaFos a 45+ stehen sollen, habe ich nirgends gelesen.

Nur dass die bisherige Endgröße in diesem Bereich geschätzt wird.

Wenn ein möglichst naturnaher Bestand das Ziel ist, sollten die menschlichen Eingriffe m.E. möglichst klein gehalten werden.

Da aber im Pachtvertrag eine Besatzverpflichtung enthalten ist, wird das schon mal schwierig.
Besatz macht aus meiner Sinn nur Sinn, wenn die natürliche Fortpflanzung durch Umwelteinflüsse nicht mehr richtig funktioniert oder wenn der Entnahmedruck durch Prädatoren und Angler signifikant höher ist als die Ertragsfähigkeit des Gewässers.

Den Begriff "Verbuttung" kenne ich eigentlich nur von Massenlaichern wie Cypriniden. Wenn dann Prädatoren fehlen, kommt zuviel Nachwuchs hoch und die begrenzten Nahrungsgrundlagen bremsen das normale Wachstum.

Bei Forellen hab ich das noch nie gehört. Und wenn die Fische auf 45cm+ abwachsen, erscheint mir das auch eher unwahrscheinlich.

Dass manche "Steinforellen" nur begrenzte Endgrößen erreichen, hat m.W. nichts mit "Verbuttung" zu tun, sondern mit den harten Umweltbedingungen.

Das scheint aber in eurem Bach nicht der Fall zu sein.

Dass BOFFFs, also große Laichrogner, einen wertvollen Beitrag zur Bestandsentwicklung leisten können, ist in Nordamerika seit längerem Stand der Wissenschaft. In Deutschland scheint man diesen Thesen vielerorts noch nicht so richtig zu trauen.

Ich halte aber von den angelsächsischen Fischereibiologen durchaus viel.

Deshalb erscheinen mir die Vorschläge, bei der Entnahme Rücksicht auf große Laichrogner zu nehmen, auch sehr sinnvoll.

Wenn tatsächlich besetzt werden muss, könnte man ggf. versuchen, das größtenteils mit Brutboxen zu machen. Und natürlich mit Besatzmaterial, das dem heimischen Forellenstamm möglichst nahe kommt. Setzt halt voraus, dass sich da auch ein entsprechender Züchter findet.

In Privatgewässern kann man ja in der Regel wesentlich behutsamer und nachhaltiger vorgehen als in kommerziellen Strecken oder Vereinsgewässern. Da wird ja gerne mal P&T unterschiedlicher Herkunft besetzt.

Ich wünsche euch jedenfalls viel Erfolg bei der Bewirtschaftung und Befischung des Gewässers.
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon orkdaling » 16.01.2021, 15:14

Moin nochmal.
wir mussten 2018 mehrere Bæche incl. der Waldseen die sie durchfliessen mit Rotenon behandeln. Also keulen.
Bereits seit 2016 versuchten wir Hechte gezielt zu befischen, Veranstaltungen mit Præmierung damit ja genug Leute kommen.
Da hatte doch jemand bereits 2010 unerlaubt Hechte in die Walsdseen ausgesetzt. Diese kleinen Bæche und Seen sind aber die Kinderstube der Forellen und Vorkommen der Flussperlmuschel. Die nun wieder braucht klares, næhrstoffarmes Wasser und nur dann kønnen auch seltene Amphibien ueberleben.
Nur in den Kiemen der Forellen kønnen sich die Muscheln vermehren (sitzen 9-11 Monate im Larvenstadium in den Kiemen)
Nach 2jæhrigem Versuchen , alle grøsseren Hechte waren zwischenzeitlich wohl gefangen, waren keine Forellen mehr zu finden und nur noch Hechte in der Grøsse von 1 und 2 jahrigem Stadium. Also blieb nur die Keule und Neubesatz wenige Wochen spæter.
Æhnlich, aber nicht durch verbotenem Besatz sondern sicher durch Uebertragung von Wasservøgeln, geschah es in der Bymarka. Das ist sowas wie der Stadtwald von Trondheim. Stadt liegt ja auf Meereshøhe bis 565m. Im Waldgebiet ,von den Gipfeln mit Bergssen bis zur Muendung der Bæche die alle Seen verbinden, kam es zur massenhaften Vermehrung von Pløtzen. Einige der nahrungsarmen Seen begannen zu kippen, Forellen aus den Rueckmarsch, Muscheln ebenfalls. Was bleib um die Bestænde zu retten? Bæche sperren und die bereits betroffenen Seen und Bachabschnitte Keulen.
Man muss natuerlich in Kauf nehmen das die behandelten Bereiche zeitweilig (bis 2 wochen) mausetot sind.
Aber was soll man machen, drei Seen behandeln aber damit fast 40 retten.

Zufælliger oder unerlaubter Besatz kønnen nicht nur Forellen gefæhrden sondern auch die økologische Vielfalt zerstøren.
Da wundert es mich immer wieder wenn man liest was so der eine oder andere Verein in seine Teiche, Bachabschnitte besetzt.
Gibt es einheitliche Regeln dazu? Hier nur nach Genehmigung durch Miljødirektoratet (Umweltminist.)

Gruss Hendrik
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon MarkusZ » 16.01.2021, 19:20

Hallo,

orkdaling hat geschrieben:Gibt es einheitliche Regeln dazu? Hier nur nach Genehmigung durch Miljødirektoratet (Umweltminist.)


Ernste Frage?

Einheitliche Regeln zu Besatz und Bewirtschaftung in Deutschland?

Ist ja nichtmal in Bayern einheitlich geregelt.

In den Fränkischen Bezirken dürfen z.B. in BaFo/Äschengewässern bestimmte Fischarten wie ReBo und Zander nicht besetzt werden.

In Oberbayern z.B. scheint man gegen ReBo-Besatz weniger Bedenken zu haben.

Aal, Hecht und Bachsaibling dürfen aber bayernweit nicht in BaFo-Gewässer besetzt werden.

Besatz sollte nach Verordnung die Grundsätze der Nachhaltigkeit und des Hegeziels erfüllen und mit Jungfischen aus ökologisch möglichst nahe stehenden Nachzuchten erfolgen. Soweit die Theorie.

Ansonsten gibt es in Bayern noch in jedem Bezirk eine Fischereifachberatung, die ggf. Abweichungen von den Vorschriften genehmigen könnte. Und auch diese Fachberatungen ticken m.W. nicht unbedingt gleich.

Auch anderswo gibt es da z.T. völlig abweichende Bewirtschaftungsregeln selbst am gleichen Gewässer.

Da kann es dann sein, dass an einer Uferseite des Rheins der Zander 50cm Schonmaß, aber keine Schonzeit hat und auch nicht besetzt werden darf, auf der anderen Uferseite aber Schonmaß 45cm und Schonzeit 1.4. - 31,5. gilt und Besatz erlaubt ist.

So ist das halt im Föderalismus.

Ist ja im Schulwesen ähnlich. Keine Vergleichbarkeit von Lehrplänen, Lehrerausbildung u.ä. .
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon orkdaling » 17.01.2021, 10:27

Moin,
war mir so nicht bekannt.
Aber egal wie das Land aufgebaut ist, hier gibt es ja auch Fylker (also so wie Bundeslænder) mit eigenen Parlamenten , Gesetzgebung... dennoch kann man ja nicht tun und lassen was man will. Natuerlich ist es Wurst was die Gebuehren fuer Kleingartenvereine ausmachen oder ob die Schule nur die Buecher oder gar die Stifte bezahlt die man im "Umweltfach" benøtigt.
Aber was eine Gefahr fuer das gesamte Land darstellt, zB Genehmigung von gentechnisch behandeltem Saatgut ,wird ja auch bundesweit geregelt.
Nicht anders sehe ich das beim Besatz mit Fischarten wie Rebo, aber auch das unkontrollierte besetzen mit anderen Arten nur um genuegend Vereinsmitglieder halten zu kønnen. Nur damit sich einige wenige austoben kønnen kann man ja nicht mit solchen Massnahmen die økologische Vielfalt zerstøren, die anderen Menschen vielleicht viel wichtiger ist, oder sagen wir mal in deren Interessen eingreift.
Aber so richtig wundert es mich doch nicht. Wo die Høchstgeschwindigkeiten entscheiden wie eine Wahl ausgehen kønnte, kuemmert man sich zunæchst mal um solch wichtige Dinge. Als ich ging, fischte man noch in gesamt Berlin nach der Binnenfischereiordnung der DDR weil es der Senat von Bln. jahrelang nicht schaffte ein Gesetz auf die Beine zu stellen. Erst Okt. 2012! gab es ein Fischereigesetz, vorher auf der einen Seite der Stadt die DDR Ordnung , auf der anderen bestimmten vorher die Siegermæchte.
Danach aber gings gewaltig zur Sache, neue Einnahmequelle (Fischereischein), Pruefung usw.
Nur den Unterschied zwischen weibl. oder mænnlicher Forelle, oder auch Lachs, den kennt kaum jemand.
Ich erlebe es immer wæhrend der lachssaison, hier sind weibliche Fische ab 1.Juli geschont bzw muessen an einigen Fluessen generell alle weibl. Fische ab 3kg releast werden. Das halte ich fuer noch sinnvoller denn gerade im Juni werden viele Weibchen von den Trophæenjægern entnommen.
Unterm Strich - ueber die Freigabe eines Gewæssers, die Dauer der Saison, Besatz- und Behandlungsmassnahmen entscheidet das Umweltministerium welches sich z.B.durch Inst.f. Naturforschung beraten læsst.
Das wird dann auch immer in einem Gesetzblatt verøffentlicht, vorher vom Ministerium zur Bestætigung dem Parlament vorgelegt.
Vor Ort, also Fylke (B-land), Kommune, Bewirtschafter , werden weitere Massnahmen festgelegt (Widerkaken, Entnahmefenster...)
So kenne ich es auch aus Schweden und DK.
Jeder , Privatperson oder Verein, kann natuerlich eine Ausnahmegenehmigung (zB zeitweilige Sperrrung auf Grund von Behandlung) beantragen.
Zwingend erforderlich weil man ja in die Rechte Dritter eingreift - Jedermannsrecht/Fischereirecht usw.
Dann geht es wieder diesen Weg- Kommune, Ministerium, Parlament wenn nationale Bedeutung.
Buerokratisch, schlimmer als in Bayern!? Nee, es gibt ja PC, Mob.Tel. und nach kurzer Zeit ist das geregelt, jedenfalls nicht von 1989-2012 wie in Bln.
Und wenn ich mal nicht meine Fischereiabgabe (fuer die anadromen Gewæsser) bezahlt habe, na dann kommt eine mail vom Miljødirektorat, spætestens 2 Wochen bevor die Saison beginnt. O-Ton - wir schreiben dir weil du sonst immer ... hast du vergessen... schøne erfolgreiche Saison.
Die plagen uns aber auch mit Gesetzentwuerfen, wollen Meinungen, Vorschlæge haben - von Privatpersonen, Vereinen, Pæchtern, Touristikbetrieben...
Gruss Hendrik
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon MarkusZ » 17.01.2021, 11:15

Hallo,

soweit ich weiß, wurde ganz Norwegen über Jahrhunderte von einem König regiert.

In Deutschland haben wir erst seit 1870, bzw. 1990, wieder eine einheitliche Leitung.

Das erklärt vielleicht einiges.

Die fischereibiologischen Unterschiede zwischen Bayern und Schleswig Holstein sind evtl. auch größer, als zwischen Süd- und Nordnorwegen.

Auch die natürliche Reproduktionsfähigkeit und der Angeldruck dürfte in den meisten norwegischen Gewässern anders sein als in DE.
Macht schon Sinn, auf regionale Besonderheiten Rücksicht zu nehmen.

Finde es aber trotzdem absurd, wenn im gleiche Gewässer völlig unterschiedliche Bewirtschaftungsregeln gelten. Und auch nicht alles was eine Fachberatung so anordnet oder verbietet, muss aus Sicht einer nachhaltigen Bewirtschaftung auch optimal sein.

Ich wünsche Ferdinand jedenfalls, dass er für sein Gewässer die individuell passende Strategie findet.
In einer Privatstrecke dürfte das wesentlich einfacher umsetzbar sein, als in einem Vereinsgewässer.
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon orkdaling » 17.01.2021, 13:32

Na ja , ganz so ist es nicht.
Nachdem Norge von DK ueber 400 Jahre verwaltet wurde, anschliessend noch 150 Jahre von Schweden, kam es erst 1905 zur Aufløsung der Union und Staatsgruendung.
Aber wie in Belgien, NL, DK ,S oder GB hat der Kønig ja etwas andere Aufgaben als sich im Parlament mit Gesetzentwuerfen zu beschæftigen.

Den Fischen ist es natuerlich wurst wer die Krone auf hat, auf der einen Seite vom Fluss sind sie genau zur selben Zeit geschlechtsreif wie auf der anderen Seite. Ich erinnere mich an einen Beitrag in einer Angelzeitschrift, da grenzte ein Gewæsser an Berlin (damals noch Ost und West) und Brandenburg, hatte zur Folge das es drei verschiedene Schonzeiten gab. Kam also nur drauf an von welcher Seite man fischte, hahaha.
Wenn aber jeder macht was er will, in ein Gewæsser wo sonst noch Libellenlarven vorkommen einsetzt (nach seinen Wuenschen oder besser gesagt Geschæftsinteressen), dann braucht man sich nicht wundern wenn da "Andere" auf den Plan gerufen werden die der Angelei abgeneigt sind.
Weisst schon welche Spezies ich meine. Und wenn ein Gewæsser kippt, das selbst die Badegæste ausbleiben, verletzt du auch Interessen Dritter.
Es gibt ja nicht nur bayrische Privatstrecken oder brandenburger Forellenpuffs. Man muss weiter denken.
Man kann auch nicht nur auf die Landwirte rum hacken, oft mit recht, aber Forstwirtschaft mit Monokultur læsst man ungeschont.
So ein Bæchlein, was durch so einen falsch bewirtschafteten Wald fliesst, wird ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen und die Bestænde leiden.
Ein versæuertes Gewæsser was gehalkt werden muss, kann nun mal nicht fuer alle Arten (Fisch wie Insekten) die optimalen Bedingungen hervorbringen.

Es ist wie so oft, viele Rædchen greifen ineinander.
Hier geht es nicht darum die Bestandsdichte zu erhøhen (damit irgend jemand mehr vermarkten kann), nee es geht um Artenschutz.
Nicht nur einfach um Fische, sondern um Flora und Fauna allgemein.
Das geht aber nicht wenn jeder macht/einsetzt was er will.
Das ist aber kein Norge spezifisches Problem, nee auch in S oder DK und Island ist es noch strenger.
Gruss Hendrik
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon Gammarus roeseli » 17.01.2021, 17:42

orkdaling hat geschrieben: Jeder , Privatperson oder Verein, kann natuerlich eine Ausnahmegenehmigung (zB zeitweilige Sperrrung auf Grund von Behandlung) beantragen.
Zwingend erforderlich weil man ja in die Rechte Dritter eingreift - Jedermannsrecht/Fischereirecht usw.
Dann geht es wieder diesen Weg- Kommune, Ministerium, Parlament wenn nationale Bedeutung.
Buerokratisch, schlimmer als in Bayern!? Nee, es gibt ja PC, Mob.Tel. und nach kurzer Zeit ist das geregelt, jedenfalls nicht von 1989-2012 wie in Bln.
Und wenn ich mal nicht meine Fischereiabgabe (fuer die anadromen Gewæsser) bezahlt habe, na dann kommt eine mail vom Miljødirektorat, spætestens 2 Wochen bevor die Saison beginnt. O-Ton - wir schreiben dir weil du sonst immer ... hast du vergessen... schøne erfolgreiche Saison.
Die plagen uns aber auch mit Gesetzentwuerfen, wollen Meinungen, Vorschlæge haben - von Privatpersonen, Vereinen, Pæchtern, Touristikbetrieben...


(Norwegen hat gut reden….. :-k)

Servus,

schon klar und natürlich auch ein Leichtes, dank norwegischer Verhältnisse….

:-k Mit „deutschen Augen“ betrachtet, (für deutsche Verhältnisse) hat ja ganz Norwegen gerade einmal eine Hand voll :smt003 mehr Einwohner als unser Berlin!! :smt082
Bayern beispielsweise passt ganze 5,46-mal in die Fläche von Norwegen (um die Fläche von Norwegen in km² auszufüllen), dennoch hat unser kleines Bayern deutlich mehr als doppelt :!: so viele Einwohner als ganz Norwegen….
orkdaling hat geschrieben: Nur damit sich einige wenige austoben kønnen kann man ja nicht mit solchen Massnahmen die økologische Vielfalt zerstøren, die anderen Menschen vielleicht viel wichtiger ist, oder sagen wir mal in deren Interessen eingreift.

Norwegen hat 5.367.580 Einwohner und ist ja jetzt gar nicht sooo viel kleiner (in km² ) wie Deutschland. Allerdings hat unser (kleines) Deutschland 15,5-mal so viele Einwohner wie Norwegen.
Norwegen hat noch echte Wildnis, hat sich selbst erhaltende Lache und Meerforellen…. In Deutschland gibt es keine Wildnis mehr, nur kultivierte Landschaft…..
Unser kleines Bayern passt ganze 5,46-mal in die Fläche von Norwegen und unser kleines Bayern hat 4200 Stauhaltungen mit Wasserkraftwerken, die der Natur und vor allem unseren Fischbeständen (Artenvielfalt) schwer zu schaffen machen….
Wie viele Wasserkraftwerke hat den Norwegen??
Unsere Gewässer in beispielsweise Bayern sind/ werden vollkommen übernutzt -> Wasserkraft, Schiffe, Freizeitschiffe, Kanus usw. Wasserentnahme, Landwirtschaft, Entsorgung von Schmutzwasser …… (-> die Liste ist noch sehr lang…).

orkdaling hat geschrieben: Nur damit sich einige wenige austoben kønnen kann man ja nicht mit solchen Massnahmen die økologische Vielfalt zerstøren,


:-k "Ökologische Vielfalt", da gibt es nicht mehr wirklich viel in D., was erhalten geblieben ist…. :roll:

Die schönen Worte aus Norwegen überzeugen mich nicht….. Und ich bin mir sicher, hätte Norwegen annährend die gleiche Bevölkerungsdichte wie Deutschland, gäbe es auch in Norwegen keine echte Wildnis mehr(!!), der Lachs und die Meerforelle wären längst ausgestorben oder die verbliebenen Vorkommen hingen am Tropf der Fischzucht, genauso wie bei uns in D. … Und der Otto Normalnorweger wäre froh, wenn es in den Flüssen wenigstens Regenbogenforellen aus der Fischzucht zu fangen gäbe….

@ Ferdinand

Eine Empfehlung: Die Broschüre „Ökologische Bewertung von Fließgewässern“ ist sehr hilfreich, ich würde Dir empfehlen diese Broschüre zu erwerben.
Auch sehr hilfreich, „Fischbesatz in angelfischereilich genutzten Gewässern“ http://www.bfv-sr.de/wissenswertes/fisc ... eu2lfv.pdf

Grüße Christian
Zuletzt geändert von Gammarus roeseli am 17.01.2021, 21:25, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon Harald aus LEV » 17.01.2021, 18:05

Hallo Christian,
genau so siehts aus. Hier NRW genauso, vielleicht noch schlimmer.
Und wenn die norwegische Regierung tatsächlich die Anzahl der Lachsfarmen enorm steigern wird, kann es dort für natürlich aufwachsenden Mefo- und Lachsbestände ganz übel werden.

Gruß
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon MarkusZ » 17.01.2021, 18:24

Hallo,

orkdaling hat geschrieben:Na ja , ganz so ist es nicht.


Hab nie behaupet, dass der König immer ein Norweger war. Gab aber m.W. eben immer nur einen Herrscher, nicht diese unselige Kleinstaaterei wie in DE.

Deshalb gibt es bei uns eben auch diese vielen abweichenden Regelungen je nach Bundesland und Bezirk, was leider auch besonders krass bei Fischerei- und Schulrecht zu Tage tritt.

Zum ökologischen Zustand vieler Gewässer in DE hat Christian ja genug geschrieben.

Wobei es schon noch ein paar Gewässer gibt, die man einigermaßen naturnah bewirtschaften könnte, wenn man die Möglichkeit dazu nutzen würde.

Aber bei vielen Vereinsgewässern oder kommerziellen Strecken wird das durch die Erwartungshaltung der meisten Mitglieder/Gastangler ausgebremst.

Da werden dann eben in Salmonidengewässern fangfähige Regenbogenforellen oder Bachsaiblinge besetzt, in Hecht/Schlei-Seen dann K3, Zander etc..

Anspruch und Wirklichkeit klaffen da oft auseinander.

Ferdinand hat da in seinem Bach deutlich bessere Chancen, wenn seine Mitpächter mitziehen.

Ich hoffe, er hat hier genug Input bekommen, um das auch erfolgreich durchzuziehen.
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon orkdaling » 17.01.2021, 19:14

Moin,
ja das kenne ich, war ja selber mal Mitglied in einem Verein (Brandenburg) und weiss auch was da besetzt wurde.
Ich hatte aber das Glueck vor 1990 einige Gewæsser zu befischen die sich im sonst gesperrtem Gebiet befanden (militær.Bereich,Waldgebiete um Flugplatz)
Spæter , da Schwiegervater bei den Franzosen beschæftigt war, Zugang zu Gewæssern wo der Berliner nicht hin durfte.
All diese Gewæsser hatten einen sehr guten Bestand, natuerlich auch wenig Befischungsdruck und da wurde nichts, aber auch gar nichts gemacht.
Leider gibts sowas nicht mehr, meine jetzt aber nicht die von den Alliierten geschuetzten Gebiete.
Aber auch hier gibt es an manchen Strecken gewaltigen Befischungsdruck, Beispiel Glomma oder Trysil, wo man Fenster und Quoten einfuehren musste.
Weiter oberhalb, also in unserem schønem Land Trøndelag kannst du in der Glomma noch Æsche, Saibling und Forelle fischen wie du willst, nur Forelle hat eine kurze Schonzeit. Geht aber nicht, zZ hat Follo- und Østerdalen -30, hahaha.
Ja und der Kønig, nach Aufløsung der Union mit Schweden (1905) gabs gar keinen mehr und man musste sich einen holen, einen Dænen auch noch.
Das war der dænische Prinz Carl I. der dann zu Kong Haakon 7. wurde, der Grossvater vom heutigem Harald 5. Und wenn der jetzige Prinz Håkon mal Kønig wird dann ist es wieder der 8.
Unser erster Kønig der Neuzeit - Prinz Carl I./Haako 7. war Mitglied des Fuerstenhauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Gluecksburg und verheiratet mit Charlotte Viktoria von Sachsen-Coburg-Gotha die zugleich Prinzessin von Grossbritannia/Irland war.
Alles klar nun mit den Kønigen?
Der unterschreibt heute aber nur noch die Gesetze die das Parlament verabschiedet und sonst geht er Fliegenfischen, hahaha.
Gruss Hendrik
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon MarkusZ » 17.01.2021, 21:19

Hallo,

orkdaling hat geschrieben:an manchen Strecken gewaltigen Befischungsdruck


Wir haben hier im Bezirk auch Gewässerstrecken, da drängeln sich zu Saisonbeginn manchmal mehr als 50 Angler auf 500m.
Da fische ich aber nicht.

orkdaling hat geschrieben:Weiter oberhalb, also in unserem schønem Land Trøndelag kannst du in der Glomma noch Æsche, Saibling und Forelle fischen wie du willst,


Bis Röros war ich schon, später dann an den nördlichen Zuläufen des Femund. Ist aber schon fast 40 Jahre her. Damals gab es noch kein Internet, keine Instagram-Bilder mit GPS-Daten und daraus folgende Massenaufläufe. Da musste man noch im Buchladen topographische Karten kaufen und mit Kompass seinen Weg suchen. Hab zwar keine Angler gesehen, aber anhand der alten Feuerstellen hab ich trotzdem schnell gemerkt, dass auch viele Norweger im Urlaub gerne in der Wildnis campen. Aber das wird jetzt Off-Topic

Zum Thema Besatz-App:

Es gibt da was vom IGB/Arlinghaus, hab das aber selber noch nicht probiert.

Nennt sich Software Hegeplanung
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon orkdaling » 17.01.2021, 22:42

Moin nochmal,
ja genau die Ecke, von Røros abwærts bis Tynset, ab Landesgrenze wo dann die Fischcamps folgen wirds enger aber nicht vergleichbar mit euren Verhæltnissen.
Hier sieht es nicht anders aus, Eisfischen mit fast 1000 leuten , man nennt es auch Bestandsregulierung. Und dann wieder Bergseen da bist du schon ein Stuendchen unterwegs (ab Baumgrenze) und findest vielleicht mal eine alte Feuerstelle.
Und an den Lachfluessen ist es æhnlich, die Pools wo man in der Schlange steht, wo sich die Grosswildjæger tummeln und nur paar Kilometer weiter eine handvoll Leute in der Woche. Die einen wollen halt ans Wasser ran fahren und fuers Geld was fangen. Andere møgen halt das Fischen an sich, brauchen keinen Trubel usw. Ich hab gluecklicher Weise ein Fluesschen mit 3 Zonen a 3 karten, mehr wird nicht verkauft, und ein Teil wo teilweise Acker/Weideland
im Wald ist, gibts keine Karten. Da fischen nur ein paaar Glueckliche mit Genehmigung des Eigentuemers, glaube wir sind 5 Leute.
Theoretisch kønnte ich tæglich einen Fisch entnehmen, praktisch landen aber nur die kleinen Mænnchen auf dem Grill, so um 1,5kg.
Die Weibchen duerfen schwimmen damit wir auch ein paar Jahre spæter was zum fischen haben.
So ein kleines Gebirgsbæchlein, mit einem Stamm von Kleinlachsen der auch noch ab und an mit Niedrigwasser zu kæmpfen hat, wære sonst sicher schon leer gefischt.
Gruss Hendrik
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Re: Bestand- und Besatzmaßnahmen

Beitragvon Fliifi-Sepp » 18.01.2021, 00:27

Hallo Hendrik,

Du bist in der glücklichen Lage in einer Gegend zu sein, die zumindest teilweise eine Fischerei ermöglicht, wie man sie im deutschsprachigen Raum fast nicht mehr findet.

Generell müssen wir uns den Gegebenheiten stellen und als Fischer alles dafür tun, unter den gegebenen Umständen unsere Gewässer so nachhaltig zu bewirtschaften und Verbesserungen für die Gewässer zu erreichen, daß auch die nächsten Generationen noch einheimische Fischbestände kennen und fischen gehen können.

Jammern über die vielen ungünstigen Faktoren, die auf unsere Gewässer und die Fischbestände einwirken, hilft nichts. Nur, wenn wir was tun, passiert auch was!

Grüße, Sepp
Fliifi-Sepp
 
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