Wie kanalartigen Bach befischen?

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Re: Wie kanalartigen Bach befischen?

Beitragvon H.Treiber » 05.03.2021, 14:14

Ich bin seid letzten Sommer auch um eine Erfahrung reicher.
An unserem ruhig fließenden, ungefähr 4m breiten Wiesenbach, raubten an der Oberfläche immer kleine Fische.
Ich habe mit einer kleinen schwarzen Trockenfliege versucht einen an den Haken zu bekommen.
Mit einem sanften Wurf und dem natürlichen treiben lassen der Fliege, hatte ich jedoch keinen Erfolg.
In manchen Bereichen bewegte sich das Wasser kaum oder es war sogar ein kleiner Rückfluss vorhanden.
Ich legte die Fliegen an diese Stellen ab, aber auch hier keine Interesse. Die Fliege wurde nur manchmal angeschaut.
Ich wollte meine Schnur aufspulen und eine andere Stelle aufsuchen. Beim Aufspulen jedoch ein Biss. Ich konnte gerade noch den Anhieb setzen und hatte ein
kleines Rotauge am Haken. Jetzt machte es mich neugierig. Warum dieser Biss beim Aufspulen? Ich habe nochmal ausgeworfen und die Fliege rasch über der besagten
Stelle gezogen. Nichts ist passiert. Ein neuer Versuch folgte. Dieses mal habe ich aber die Schnur in der Geschwindigkeit, wie ich sie beim Aufspulen hatte, durchs Wasser gezogen. Überraschung: Ein Biss. Dieses mal war es nur eine Laube. Aber immerhin, es hat funktioniert. Ich habe diese Technik nun schon öfter probiert.
Im Sommer an ruhigen Bereichen hatte ich damit Erfolg. In Bereichen mit mehr Strömung funktionierte es mit natürlich treiben lassen besser.
Warum das so ist, kann ich auch nicht so richtig erklären. Ich sage immer, wenn der Fisch nicht genügend Zeit hat, meine Fliege anzuschauen, beißt er schneller zu damit er sie noch erwischt. Vielleich ist es auch anders, wenn ich meine Fliegen perfekter binde und der Fisch keinen Unterschied mehr erkennt zwischen Original und Fälschung.
Gruß H. T.
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Re: Wie kanalartigen Bach befischen?

Beitragvon Harald aus LEV » 05.03.2021, 18:24

Hallo H.T.,
dieses Phänomen habe ich auch schon kennengelernt.
Wenn die Strömung zu langsam ist, ist das einfache Treibenlassen nicht sehr erfolgreich.
Wenn ich der Fliege etwas Leben einhauchen und moderat bewege, erfolgen die Bisse eher.
Werden die Fliegen zu schnell gezogen, bleiben die Bisse aus.
Ich denke, das hat damit zu tun, das die Fliegenlarven relativ kleine Insekten sind. Sind sie unbeweglich kann der Fisch sie von allen Seiten beäugen und für ungeeignet befinden.
Werden sie zu schnell gezogen, bewegen sie sich unnatürlich, weil so ein kleines Insekt nicht über die Möglichkeit verfügt, so viel Strecke in kurzer Zeit zu machen.
Werden sie dagegen moderat gezogen, bewegen sie sich in derselben Geschwindigkeit, in der sich die echten Insekten fortbewegen und wenn der Fisch sie jetzt nicht packt, ist sie entweder gleich weg, oder ein anderer Fisch beißt zu. Derselbe Reflex dürfte auch im schnellen Wasser den Ausschlag für den Biss geben.
Das sind allerdings nur Vermutungen, basierend auf Beobachtungen. Warum sie sich so verhalten, wird man wohl nie mit Sicherheit wissen, da die Fische nicht darüber reden. :?

Gruß
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Re: Wie kanalartigen Bach befischen?

Beitragvon Dominikk85 » 05.03.2021, 23:38

Mit dem bewegen im langsamen Wasser ist ne Idee. Ich habe auch das Gefühl das sie im ruhigeren Wasser eher vorsichtiger sind.

Vielleicht wären auch so popperfliegen aus dem Bass Bereich die man übers Wasser zupft eine Idee, es gibt ja auch spinnfischer die topwater baits auf döbel verwenden.
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Re: Wie kanalartigen Bach befischen?

Beitragvon Michl » 06.03.2021, 06:44

Moin,
mit Poppern wirst Du bei Döbeln auch keinen durchschlagenden Erfolg haben.
Mal ein Einzelfang, ja, aber ansonsten sind die guten Kaliber nicht so einfach zu knacken.
Das geht am ehesten in angetrübtem Wasser mit Nassfliege oder einem kleinen Bugger, das ist meine Erfahrung.
Oder bei Regem mit dem squirmi worm, aber das sollte kein Kollege sehen sonst wirst Du exkommuniziert. 8)
Im Sommer auch mit der Plumsheuschrecke, da hast Du genau einen Versuch.
Ich habe in der Morgendämmerung meine besten Döbel gefangen, meine Theorie ist, das sie da noch nicht so gut erkennen was sich ausserhalb des Wassers tut, wenn die Sonne höher steht ist das vorbei.
Mit der Nase ist das ab einer bestimmten Größe der schwierigste Fisch für die Fliege überhaupt in unseren Breiten.
Das ist jedenfalls meine Meinung.

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
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Re: Wie kanalartigen Bach befischen?

Beitragvon Harald aus LEV » 06.03.2021, 10:45

Michl hat geschrieben:Mit der Nase ist das ab einer bestimmten Größe der schwierigste Fisch für die Fliege überhaupt in unseren Breiten.
Das ist jedenfalls meine Meinung.

Gruß Michl


Hallo Michl,
absolute Zustimmung!

Gruß
Harald
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