Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon Fliifi-Sepp » 05.04.2021, 23:03

Genau das ist das Problem. Die Bestände aller Fischfresser haben sich enorm vermehrt: Kormoran, Fischreiher, Gänsesäger und jetzt auch noch der Otter. Äschen bilden keinen Laich in Gefangenschaft, die Elterntiere müssen aus Wildfängen gewonnen werden. Aber mittlerweile gibt es nur noch ganz wenige Gewässer, wo genügend größere Äschen sind, um überhaupt befruchtete Eier zu bekommen.

Ja, der Mensch ist schuld, daß es zu diesem Ungleichgewicht gekommen ist. Durch Begradigungen der Gewässer und Kraftwerksbauten ist das natürliche Gleichgewicht aus den Fugen geraten. Wir leben nicht mehr in einer Natur-Landschaft, sondern in Wahrheit seit hunderten von Jahren in einerKultur-Landschaft. Nur weil draußen Pflanzen wachsen und es grün ist, ist das noch lange keine Natur.
Die Fischfresser haben sich durch einen wirkungsvollen Schutz und durch die Fischteiche, die in normalen Jahren ein überproportionales Futtterangebot zur Verfügung stellen. Sie zählen damit zu den "Kulturgewinnern" unter den Wildtieren. Frieren die Seen und Teiche zu, geht es den letzten Wildfischen an den Kragen, sie sind damit "Kulturverlierer".
Wir Angler verhalten uns auch oft nicht so, wie es den letzten Wildfischbeständen gut tun würde. Viele Bewirtschafter und Vereine besetzen nicht heimische Fische in rauen Mengen. Amerikanische Regenbogenforellen und Bachforellen aus fernen Gegenden mit völlig anderen genetischen Voraussetzungen werden in Gewässer gekippt, wo sie sich mit den heimischen Bachforellen mischen und diese genetisch "verseuchen". Solches Handeln verschärft die Situation zusätzlich.

Fische sind auch Wildtiere und müssen den gleichen Schutz erhalten, wie die Fischfresser. Ein ausgewogenes Verhältnis muss erreicht werden, so daß auch in kalten Wintern die letzten Wildfischbestände in den Fließgewässern überleben können.
Aber es hilft nichts, wenn wir auf WWF und NABU schimpfen! Wir müssen mit ihren reden und sie einbinden! Die haben eine Lobby, die wir selber nicht haben. Wir müssen auf die Problematik der letzten Wildfischbestände aufmerksam machen und auch WWF und NABU als starke Interessenvertreter für die Wildtiere unter Wasser gewinnen. Mit sachlichen Argumenten. "Mit´m reden kommen die Leut z´samm", wie man bei uns sagt.

LG Sepp
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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon MarkusZ » 06.04.2021, 10:16

Hallo,

Fliifi-Sepp hat geschrieben:. Mit sachlichen Argumenten. "Mit´m reden kommen die Leut z´samm", wie man bei uns sagt.


Gibt halt immer wieder Extrempositionen auf beiden Seiten. Je höher die Ebene, desto engstirniger oft die Funktionäre.

Siehe z.B. Schweinsberger Moor oder Talsperre Kelbra, wo Fischbestände zugunsten des Vogelschutzes komplett vernichtet wurden.

Grundsätzlich wäre ein vernünftiger Dialog auf Augenhöhe aber schon wünschenswert.

Ich habe halt den Eindruck, dass Angler als Naturnutzer grundsätzlich in der Defensive sind.
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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon Fliifi-Sepp » 07.04.2021, 14:01

Ja, Angler sind "systembedingt" in der Defensive. Grundsätzlich gehen Angler ans Wasser um Fische zu töten und zu essen. Vogel-Freunde gehen ans Wasser um Vögel zu beobachten und zu fotografieren, jedenfalls schießen sie diese nicht, um sie zu essen.
Angler haben also ein Argumentations-Problem und ein Image-Problem. Es ist für Angler wesentlich schwieriger, sich als ernst zu nehmende Natur-Schützer und Partner für die Naturschutz-Verbände zu positionieren.
Wir müssen mit sachlichen Argumenten klar machen, daß wir die gleichen Interessen vertreten. Beispielsweise:
[list=]Weitere Verbauungen von Gewässern verhindern.
Lebensraum-Verbesserungen an den Gewässern zu erreichen.
Ein ausgewogenes Verhältnis von Fisch-Fressern und deren Beute.
[/list]
Also erst mal sehr viele klar definierte gemeinsame Ziele, die wir verfolgen. Nur über den letztgenannten und für unsere Fischbestände entscheidenden Punkt gibt es unterschiedliche Meinungen, wie das erreicht werden soll.

Fisch-Prädatoren haben großteils wieder stabile Bestände aufgebaut. Teileweis aber auch schön größere, als es das eigentliche natürliche Futter-Angebot zuließe. Denn zusätzlich zu den natürlichen Gewässern stehen die Prädatoren auch noch die künstlich geschaffenen Fischteiche zur Verfügung, was ein fast unerschöpfliches Nahrungs-Angebot suggeriert.
In kalten Wintern, an denen stehende Gewässer und damit auch Fischteiche zufrieren, müssen alle Fisch-Prädatoren dann auf die noch offenen Fließgewässer ausweichen, deren Wildfisch-Bestände aber schon aufgrund der menschlichen Eingriffe schwer vorgeschädigt sind.
Der ganze Fraßdruck von so vielen Prädatoren auf so wenige Wildfische in so wenigen Gewässern bringt die letzten noch vorhandenen Bestände zum Kollabieren.
Der Klimawandel entschärft diese Situation nicht, sondern verschärft diese sogar noch zusätzlich. Es kommen mehr Wetter-Extreme vor. Im Winter damit auch häufigere extremere Kälte-Phasen mit künftig sogar vermehrtem Zufrieren stehender Gewässer.

Es muß gemeinsam mit allen Natur-Schützern ein Management gefunden werden, das ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fischfressern und deren natürlicher Beute gefunden werden.
Der limitierende Faktor für die Fisch-Prädatorendichte müssen stabile Wildfischbestände sein, die den Fraßdruck (aller Päradatoren zusammen) in strengen Wintern überstehen, ohne vollständig zu kollabieren!

Wenn wir als Angler realistisch sind, kann dieses Ziel sowohl von Fischprädatoren-Schützern und Anglern das einzig richtige sein.

Klar, daß sich Vogel- und Otter-Schützer auf den Standpunkt stellen könnten: Dann schmeißen wir in strengen Wintern halt genug Besatzfische in die Fließgewässer, daß Vögel und Otter überleben können.
Genauso könnten sich die Angler auf den Standpunkt stellen: Dann schmeißen wir halt im Frühjahr nur fangfähige nicht heimische Regenbogenforellen und Bachsaiblinge ins Wasser, im Herbst sind diese dann eh´ alle heraus gefangen und die Fischfresser müssen im Winter verhungern.
Was dann auf der Strecke bleiben würde, sind die letzten Wildfischbestände. Die gibt es dann nicht mehr.
So weit darf es nicht kommen! Dann haben sich die Naturschützer unter den Vogel- und Otter-Freunden und die Angler deklassiert. Dann sind beide Seiten keine Naturschützer.

LG Sepp
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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon FlyandHunt » 07.04.2021, 14:27

Hallo zusammen,

was der Nabu hier schreibt muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen.

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ ... 11608.html

Gruß Ferdinand
„There is no greater fan of fly fishing than the worm. “ Patrick F. McManus
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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon MarkusZ » 07.04.2021, 15:15

Hallo,

NABU ist halt mal in erster Linie an Vogelschutz interessiert. Alternative Fakten sind da nicht überraschend.

Die Argumente von Sepp halte ich für durchaus stichhaltig, aber ob die bei den Vogelschützern auch auf offene Ohren treffen?

Ich kenne da eher Reaktionen wie:

"Solange da geangelt wird, darf auf keine Vergrämung stattfinden"

"Die Fischbestände wurden durch Angler künstlich hochgepäppelt und werden jetzt wieder auf ihr natürliches Maß reduziert"

usw. usw,

Mit einzelnen Vertretern und /oder auf lokaler Ebene kann man manchmal vielleicht vernünftig reden.

Mit der Grundausrichtung der Organisationen wird es schon deutlich schwieriger werden, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
Das mag bei der kleinen Wasserkraft noch funktionieren, aber im Zweifel geht für die m.E. immer Vogel vor Fisch.

Fliifi-Sepp hat geschrieben:Genauso könnten sich die Angler auf den Standpunkt stellen: Dann schmeißen wir halt im Frühjahr nur fangfähige nicht heimische Regenbogenforellen und Bachsaiblinge ins Wasser, im Herbst sind diese dann eh´ alle heraus gefangen und die Fischfresser müssen im Winter verhungern.


Das ist an vielen Gewässern, wo die natürliche Fortpflanzung nicht mehr gewährleistet ist, ja schon die Regel. In OBB scheint das besonders beliebt zu sein.

Die Fischfresser werden aber nicht verhungern. Im Gegensatz zu Fischen sind die wesentlich mobiler und fallen dann halt woanders ein.
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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon FlyandHunt » 07.04.2021, 15:41

MarkusZ hat geschrieben:
"Die Fischbestände wurden durch Angler künstlich hochgepäppelt und werden jetzt wieder auf ihr natürliches Maß reduziert"



Wenn ich so eine Aussage höre, kann ich nur den Kopf schütteln.
Was mir Großeltern erzählen (Konten die Forellen mit ner Mistgabel fangen, der Fluss war voll von Nasen, quasi schwarz und und und) und was es für Belegbare Zahlen noch aus den 80er, 90er Jahren gibt, bevor der Kormoran hier eingefallen ist, kann ich mir glaube nur schwer vorstellen.

(Klar nicht alles liegt am Kormoran und auch die Landwirtschaft, Industrie hat ihren Teil dazu beigetragen, jedoch ist das ein langsamer Prozess und hat ein anderes Ausmaß als ein Einflug von 15-20 Kormoranen in einem kleinen Mittelgebirgsbach)

Der Nabu, die Grünen etc. gucken doch gefühlt nur durch ein Loch und sehen dann ein Tier (Kormoran, Wolf, Luchs etc.) drum herum das Ganze sehen die doch nicht. Die sehen nicht, dass wir überhaupt nicht mehr in einem natürlichen Gleichgewicht leben können, da Bevölkerungsdichte, Verkehr, etc so überhand genommen hat, dass der Mensch einfach bedingt eingreifen muss. Die Natur kann sich nicht selbst regulieren.
Aussagen wie der Kormoran hat Feinde wie den Seeadler etc. Ja vielleicht an der Küste, aber im Mittelgebirge kann ich lange auf ne Seeadler Sichtung warten.

Grüße
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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon MarkusZ » 07.04.2021, 16:05

Hallo,

FlyandHunt hat geschrieben:und was es für Belegbare Zahlen noch aus den 80er, 90er Jahren gibt, bevor der Kormoran hier eingefallen ist, kann ich mir glaube nur schwer vorstellen.


Hab ich noch selber live erlebt. Damals Äschen ohne Ende, jetzt verschwunden.

Aber wie Du bereits geschrieben hast, bevor der Kormoran eingefallen ist. Bei uns in Franken Geschwader zwischen 50 - 150. Am Rothsee auch schon bis zu 1000.

Nach der Vogelschützerlogik hätten sich diese Bestände eben gar nicht so entwickeln können, wenn der Kormoran und andere Fischprädatoren früher nicht so stark bekämpft und dezimiert worden wären. Gab damals bei uns hier ja überhaupt keine. Jetzt würden angeblich wieder natürliche Verhältnisse zwischen Räuber und Jäger hergestellt.

Kann ich nicht so ganz nachvollziehen, da ich nicht glaube, dass es früher schon mal diese massenhaften Einfälle in Bayern gab. Aus meiner Sicht schwingt das Pendel jetzt ins andere Extrem um.

Aber ich bin als Angler da ebensowenig neutral wie ein Vogelschützer.

Bin aber im Zweifel in der öffentlichen Meinung auch in der schwächeren Position.

Fischhege und Gewässerpflege allein reichen mir nicht, ich will auch ab und zu angeln können. Damit bin ich schon in der Defensive.
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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon FlyandHunt » 07.04.2021, 16:17

Gut das Problem fängt ja damit an, dass wir als einziges Land kein "Catch and Release" praktizieren dürfen.
In jedem Land funktioniert es und wird praktiziert, aber in Deutschland muss man sich ja wieder maßregeln lassen, weil wir ja dazu gezwungen werden nicht mehr selbstständig entscheiden zu dürfen bzw. uns wird ja schon oft die Entscheidung genommen, ob wir unser Hirn anmachen dürfen/sollen oder nicht.

Gruß
Ferdinand
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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon Poulsens » 07.04.2021, 16:30

Hallo Leute, das liest sich hier alles greulich, ich hab die Bode letztes Jahr im Sommer zum ersten Mal befischt, in der Strecke Altenbrak-Treseburg und ich hatte, wie angekündigt, wenn dann nur sehr schöne kleinere Forellen um die 20cm +- 5
Fakt ist, der Harz ist schon ein Traum, und ich kann die Trauer um die Bestände sehr gut nachempfinden, speziell wenn man noch die früheren fetten Jahre erlebt hat, muss das Thema Kormoran ganz bitter hoch kommen.
Ich hatte bei einer Vorfreude-Wanderung an meinem Lieblingsbach vor einigen Tagen auch einen Fund, es lag ne gute Ü40 direkt am Ufer auf der Seite und der fehlte der halbe Kopf und die Hälfte edler Innereien, ich vermute mal der ansässige Otter hat daran genagt, wobei ich das gern gesehen hätte, so eine 40er Forelle muss doch auch Arbeit gemacht haben !?
Das muss schon deprimieren wenn man Kormoran, Otter, Graureiher und „Blech-Reiher“ mit am Start hat.
Paul
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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon trutta1 » 07.04.2021, 19:14

Wo waren und sind die sogenannten Naturschützer bei Renaturierungsmaßnahmen, bei Wasserverschmutzungen und Umweltkatastrophen jeglicher Art?
Ich habe schon mehrmals Gewässerverschmutzungen bei den zuständigen Behörden gemeldet. Sogar in Grundwasserschutzgebieten Gülleeinleitungen dokumentiert und mit Wasserproben weitergeleitet.
Der NABU wurde auch informiert!
Die Ergebnisse waren ernüchternd!
Lediglich durch Druck der ortsansässigen Fischereivereine regte sich was.
Zumeist kommen die Verursacher aber ohne Strafen davon, da die bürokratischen Mühlen in unserem Land ganz einfach zu langsam anlaufen.

Für mich ist ein vernünftiger Dialog mit Vertretern des NABU nicht möglich!
Die habe ich erst nach Vertigstellung von Renaturierungsmaßnahmen am Bach und Rückkehr von Eisvogel, Otter und Biber gesehen.
Plötzlich hellhörig über einen halbwegs intakten Lebensraum, wollten sie den Bereich für alle Freizeitaktivitäten sperren lassen!

Und gemeinsam für eine Sache kämpfen, funktioniert mit dem NABU als Partner nicht!
Warum, hat Sepp sehr gut beschrieben!

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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon MarkusZ » 07.04.2021, 19:50

Hallo,

trutta1 hat geschrieben:Plötzlich hellhörig über einen halbwegs intakten Lebensraum, wollten sie den Bereich für alle Freizeitaktivitäten sperren lassen!


Ist leider kein Einzelfall. Wenn Gewässer von den Bewirtschaftern " zu gut " gepflegt werden, drohen leider Angelverbote.

Erst vor kurzem wieder erlebt.

Ein Baggersee, der über 30 Jahre nur extensiv beangelt wurde. Fast nur Angler dort, da etwas ab von Schuss und fürs Partyvolk genügend einfachere Alternativen zu Verfügung stehen. Entsprechend gut konnte sich die Natur dort entwickeln. Die Angler haben das Gewässer gepflegt, die Natur sich entwickeln lassen und auch nur ab und zu mal ganz sanft eingegriffen, wenn Angelstellen zu stark zugewachsen sind. Natürlich immer außerhalb der Brut- und Vegetationszeit versteht sich.

Zum Dank für die gute Entwicklung wurden jetzt 75% des Sees zum Angeln gesperrt. Und man soll noch froh sein, dass dort überhaupt noch geangelt werden darf.

trutta1 hat geschrieben:Und gemeinsam für eine Sache kämpfen, funktioniert mit dem NABU als Partner nicht!


Beim Bündnis gegen die kleine Wasserkraft war der NABU jedenfalls nicht dabei.
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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon Fliifi-Sepp » 07.04.2021, 22:33

Nur:
Vom Jammern ändert sich nichts zu Positiven!

Man muß den Dialog auch suchen, auch wenn es schwierig ist. Als Angler haben wir eine schlechte Position und keine starke Lobby. Wir können nur mit sachlichen Argumenten versuchen, Bewußtsein für die Situation zu schaffen.
Ich mache das in meinem Umfeld so gut ich kann. Klar höre ich auch die genannten Argumente. Aber ich habe auch schon oft gehört und gelesen:
"Das war mir noch nicht bewußt," und "so habe ich das noch nicht gesehen".

Tatsache ist, daß wir es sicher nicht schaffen werden, daß Kormoran, Gäsesäger und Otter wieder verschwinden werden!
Wir können nur auf eine einigermaßen verträgliche Fischprädatoren-Dichte hinarbeiten. Mit stichhaltigen Argumenten, warum das auch im Sinne der Vogel- und Otterschützer ist. Und diese Argumente gibt es! Wir müssen diese nur so transportieren, daß sie auch verstanden werden.
Ich nehme jetzt einfach mal an, daß es unter den Interessen-Vertretern für Kormoran und Otter genau so viele Ignoranten gibt, wie bei den Fischern. Bisher konnte ich da zumindest keinen wirklichen Unterschied im Verhältnis feststellen.
Beispiele:
Auch unter uns Fischern gibt es genug Ignoranten, die mit einer völlig falschen Bewirtschaftung die Wildfisch-Bestände schädigen und/oder eine vernünftige Alters-Pyramide der Fische in den Gewässern verhindern. Mit einer verfehlten Besatz-Politik können "Überbestände" von Fischprädatoren oft sogar noch begünstigt werden.
Die Bewirtschafter, die mit vorbildlicher Arbeit für bessere Lebensräume am und im Wasser arbeiten, die Fisch-Bestände sichern und aufbauen wollen, liefern die Voraussetzungen dafür, daß wir beste Argumente dafür haben, als gleichwertige Naturschützer wahrgenommen zu werden.
Ja, es ist unser gutes Recht, auch Fische fangen zu wollen, die wir essen!
Aber es gibt sicher auch eine Mehrzahl von Vogel-Liebhabern, die Kormorane, Fischreiher und Gänsesäger schützen wollen, diese beobachten und fotografieren, aber am Abend tote Hühner und Puten in die Pfanne hauen, um sie genüßlich zu verspeisen.
Die Fliegenbinder unter uns, die nicht nur die Federn von toten Hühnern um Haken wickeln, sondern sich auch dafür interessieren, wie die Tiere, die diese Federn liefern lebendig aussehen wissen, wie schön ein Hahn sein kann. Das beste fängigste Bindematerial liefern übrigens bei uns heimische klassische Hühnerrassen, die mindestens 2 Jahre alt werden und nicht die hochgezüchteten amerikanischen, extra dafür gezüchteten Hühnerrassen. Das wissen aber auch die Wenigsten unter uns. Kann man aber selten kaufen. Der wahrscheinlich nicht ganz unbekannte Ingo Karvath hat dazu mal was geschrieben, bei dem ich voll dahinter stehen kann.
Ähnliche Falsch-Informationen, Halb-Wissen, Informationsdefizite und Vorurteile haben auch viele Mitglieder und Funktionäre von Naturschutz-Verbänden in Bezug auf die Arbeit von engagierten Anglern als echte Natur-Schützer.
Und nochmals zur Klarstellung:
Fische essen ist sowohl für Natur-schützende Angler legitim, wie Vögel essen für Natur-schützende Vogel-Freunde!

LG Sepp
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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon MarkusZ » 08.04.2021, 09:28

Hallo,

Fliifi-Sepp hat geschrieben:Vom Jammern ändert sich nichts zu Positiven!


Da hast du recht.

Man muss es zumindest immer wieder versuchen gemeinsam mit den Naturschützern gewässerverträgliche Lösungen zu finden und sich von Fehlschlägen nicht frustrieren lassen.

Hast Du schon Beispiele, wo das erfolgreich funktioniert hat?

Fliifi-Sepp hat geschrieben:Fische essen ist sowohl für Natur-schützende Angler legitim, wie Vögel essen für Natur-schützende Vogel-Freunde!


Ich kenne keinen Vogelschützer, der seine wildlebenden Lieblinge fängt, schlachtet und isst.
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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon trutta1 » 08.04.2021, 13:20

Ich bin auch der Meinung, dass man sich gegenseitigen Respekt zB. durch gemeinsame Projekte erarbeiten kann.
Aber wo sind diese?
Ich kenne jedenfalls keine!
Und warum?
Weil seit Jahr und Tag die Jagd- und Fischereigilde dem NABU ein Dorn im Auge ist!
Daran wird sich auch nichts ändern!

Wie Naturschutz ,,geht" ,muss man sich mal von den NABU Vordenkern erklären lassen.
Dann weiß man wohin die Reise geht oder gehen soll!

Und machen wir uns doch nicht kleiner als wir sind!
Zusammen mit der Jägerschaft sind wir ca.4- 5 Millionen Wählerstimmen!
Das haben die selbst im Bundestag mitbekommen.

Sonst würden wir schon seit längerem nur noch Hutfliegen binden.

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Re: Saisonstart an der Bode und den Niederungsbächen in S/A

Beitragvon blauangler » 08.04.2021, 20:51

trutta1 hat geschrieben:Und warum?
Weil seit Jahr und Tag die Jagd- und Fischereigilde dem NABU ein Dorn im Auge ist!
Daran wird sich auch nichts ändern!
TL, Frank



na immerhin ist der aktuelle NABU Präsident selbst Jäger,
ist doch mal ein Anfang =D>

Grüße
Thomas
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