Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon ricoh » 21.06.2020, 20:46

Hallo Forumsmitglieder,

ich habe leider bedauerliche Neuigkeiten von der Söse bei Osterode im Harz zu berichten:

einer oder mehrere Gastangler haben an der wunderschönen Söse-Strecke des ASV Osterode an einem Tag sage und schreibe 95 (!!!) Bachforellen gefangen und abgeschlagen. Man muss dazu sagen, dass die Gästestrecke ausschließlich mit der Fliegenrute beangelt werden durfte... durfte. Natürlich haben diese "Gäste" mit Wurm während des Maifliegenschlupfs gefischt. Einfach widerwärtig,wenn ihr mich fragt.

Konsequenterweise hat der Vorstand des ASV Osterode die Söse mit sofortiger Wirkung (Stand: Juni 2020) für alle Gastangler gesperrt und es werden auf absehbare Zeit keine Gastkarten mehr ausgegeben. Ein Anruf bei einer der Ausgabestellen hat dies bereits bestätigt.

So werden alle bestraft, für das nur einige wenige schwarze Schafe die Verantwortung tragen - nicht, dass ich die Entscheidung nicht nachvollziehen könnte. Ich frage mich, was diesen "Gästen" eingefallen ist. 95 Lebewesen einfach so sinnlos getötet - und es wären noch mehr gewesen, hätte man diese "Gäste" nicht erwischt. Leider hielt die örtliche Polizei den Vorfall für "unwichtig"... ich hoffe trotzdem, dass die Schuldigen nicht so ungeschoren davon kommen.

Was soll man dazu noch sagen? Eine Frechheit, dass manche "Angler" die Gutmütigkeit der Angelvereine ausnutzen, um sich auf beschämende Weise zu bereichern - bald gibt's nirgendwo noch Gastkarten für tolle Fliegenfischergewässer!

Liebe Grüße,
Diego
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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon Poulsens » 22.06.2020, 10:15

Hallo Diego, das macht einen berechtigt rasend, ich denke sofort, das sind die selben Leute die die berüchtigten Norwegen/Tiefkühlfilet Angeltouren machen.
Mit Hänger und Frostschutz für die Beute bis nach Deutschland.
Ich denk sowieso, das Fanglimit von Max. 3 Forellen ist nur da wichtig wo auch häufig kontrolliert wird.
Grad zu Saisonbeginn, da wo es abgelegener ist..., naja Menschenverstand !!!

Ich wollte heute eigentlich mal fragen ob jemand Tips hat für die Bachfischerei im Nordharz/Harz, wo es mich demnächst für 14Tage in den Urlaub zieht, (leider nicht nach Lappland in diesem Jahr).
Aber wenn ich das nun höre, seh ich da schon etwas schwarz, als Gastangler.
Grüße von hier
Paul
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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon HansAnona » 22.06.2020, 11:24

1. Ob die Polizei das interessiert ist doch erst mal unwesentlich. Strafanzeige wegen Verstoß gegen den Naturschutz/Tierschutz bei der Statsanwaltschaft, die Personen sind bekannt, da wird nichts eingestellt.

2. Der Verein hat mit den Käufern der Gastkarten einen Vertrag geschlossen und kann auf Schadenersatz klagen. Ist das passiert?

Grüße, Alf
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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon stalling-frank » 22.06.2020, 13:19

Hallo,

ich besuche die Söse ca. 3 - 4 Mal im Jahr. Dort ist Genußfischen im engen grünen Tunnel aber kein Kühltruhenfischen angesagt. Es ist sehr schwer eine maßige Bachforelle (Mindestmaß 35 cm) an den Haken zu bekommen. Insofern gehe ich davon aus, dass von den genannten 95 Bachforellen mindestens 95 % untermaßig waren. Absolut traurig dieser Vorfall. Wie hat man die Frevler denn erwischt? Hatten diese überhaupt Gastkarten gekauft oder waren es Schwarzangler? Man kann nur hoffen, dass hier alle gesetzlich zur Verfügung stehenden Mittel bei der Bestrafung der Täter eingesetzt werden.

Ich bin fassungslos

Frank
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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon Trockenfliege » 22.06.2020, 19:21

Hätten diese Gastangler noch so nebenbei illegal einen Hasen erlegt (selbst mit Waffenschein), wäre die Aufruhr bei der Polizei sicher sehr viel größer - denn das wäre Jagdwilderei. Aber die Schwarzangelei wird in den meisten Fällen nicht weiter verfolgt.
Ein Bekannter hat einen Bach gepachtet und mal 2 Schwarzangler auf frischer Tat ertappt - mit 2 größeren Bachforelln in der Tüte.
Die erfolgte Anzeige wurde nicht weiter verfolgt, da der entstandene Schaden - die 2 Forellen wurden mit wenigen Euro berechnet- zu gering sei.

LG
Reinhard
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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon Norman506 » 22.06.2020, 20:49

Manchmal kann ich gar nicht so viel essen wie ich kotzen müsste!

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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon Olaf Kurth » 22.06.2020, 22:19

Trockenfliege hat geschrieben:Hätten diese Gastangler noch so nebenbei illegal einen Hasen erlegt (selbst mit Waffenschein), wäre die Aufruhr bei der Polizei sicher sehr viel größer - denn das wäre Jagdwilderei. Aber die Schwarzangelei wird in den meisten Fällen nicht weiter verfolgt.


Das war in früheren Zeiten so, lieber Reihard,

da sah der Gesetzgeber eine Trennung zwischen Fischfrevel (Schwarzangel) und Wilderei vor und die Bestrafung unterschied sich deutlich. Soviel ich weiß, werde diese Straftaten heute in einem Paragraphen zusammen gefasst. "Waffenschein" - du meinst sicherlich den Jagdschein. Jeder Jäger hat neben dem Jagdschein eine Waffenbesizkarte, aber das hat nichts mit einem Waffenschein zu tun.


Trockenfliege hat geschrieben:Die erfolgte Anzeige wurde nicht weiter verfolgt, da der entstandene Schaden - die 2 Forellen wurden mit wenigen Euro berechnet- zu gering sei.


In unseren Breiten wird Fischfrevel empfindlich bestraft: Ein Schwarzangler sagte vor Gericht, dass er eine Geldstrafe nicht bezahlen könne. "Kein Problem", meinte die Richterin und verdonnerte ihn zu 70 Arbeitsstunden (unter Aufsicht) für den Angelverein.

Ich erinnere mich an zwei Kollegen, die ich in flagranti erwischt habe und die mit Hilfe einer Zivilstreife festgesetzt werden konnten. Sie hatten an unserer "Fliegenstrecke" schon einen fetten Döbel im Beutel. Einer saß mit der Beute am Ufer, der andere stand mit einer Angelrolle im Wasser als wir eintrafen. Der im Wasser stehende wurde frech und wurde ruck-zuck in Handschellen abgeführt. Vor Gericht gab es für den Einen wegen Fischfrevel eine Geldstrafe von 750 €, der Andere wurde wegen Fischfrevel und Beamtenbeleidigung zu 30 Tagessätzen á 35 € also 1050 € verurteilt. Im Gerichtssaal saß eine Schulklasse - manchem Schüler fiel bei der Urteilsverkündung wirklich die Kinnlade runter.......

In einem anderen Fall setzten unsere Ordnungshüter Wärmebildkameras ein und erwischten einen wirklich professionellen Schwarzangler, der nachts mit einem Elektrogerät kleine und mittlere Fließgewässer plünderte und morgens Frischfisch aus seinem Geländewagen heraus verkaufte.

Lieber Diego,
ich hoffe, dass die Verantwortlichen vom ASV Osterode die Angelegenheit möglichst öffentlichkeitswirksam kommuniziert haben. Neben der amtlichen Veröffentlichung von Polizeiberichten in Tageszeitungen wäre das Thema mit entsprechenden HIntergründen (evtl. Aufzuchtprogramme, Renaturierung, etc.) interssant für jede Lokalredaktion. Für einen guten Fischbestand haben sich über Jahre sehr viele Leute ehrenamtlich engagiert. Wenn sich Andere daran unrechtmäßig bereichern, bleibt das gesellschaftliche Echo meist nicht aus.

Liebe Grüße

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
Olaf Kurth
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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon ricoh » 22.06.2020, 22:21

Poulsens hat geschrieben:Hallo Diego, das macht einen berechtigt rasend, ich denke sofort, das sind die selben Leute die die berüchtigten Norwegen/Tiefkühlfilet Angeltouren machen.
Mit Hänger und Frostschutz für die Beute bis nach Deutschland.
Ich denk sowieso, das Fanglimit von Max. 3 Forellen ist nur da wichtig wo auch häufig kontrolliert wird.
Grad zu Saisonbeginn, da wo es abgelegener ist..., naja Menschenverstand !!!

Ich wollte heute eigentlich mal fragen ob jemand Tips hat für die Bachfischerei im Nordharz/Harz, wo es mich demnächst für 14Tage in den Urlaub zieht, (leider nicht nach Lappland in diesem Jahr).
Aber wenn ich das nun höre, seh ich da schon etwas schwarz, als Gastangler.
Grüße von hier
Paul


Hallo Paul,

es ist egal, wie hoch so ein Fanglimit ist, wo kein Kläger da auch kein Richter. Mir bringt's das Blut zum Kochen.

Für Tipps kannst du mich gerne anhauen, bin regelmäßig im/um den Harz am Fischen :)

LG
Diego

HansAnona hat geschrieben:1. Ob die Polizei das interessiert ist doch erst mal unwesentlich. Strafanzeige wegen Verstoß gegen den Naturschutz/Tierschutz bei der Statsanwaltschaft, die Personen sind bekannt, da wird nichts eingestellt.

2. Der Verein hat mit den Käufern der Gastkarten einen Vertrag geschlossen und kann auf Schadenersatz klagen. Ist das passiert?

Grüße, Alf


Hallo Alf,

der Herr von der Ausgabestelle meinte, man habe die Polizei gerufen - was sicherlich allein wegen der "amtlichen Beweissicherung" sinnvoll gewesen wäre. Man muss bedenken, dass Osterode nun nicht der Nabel der Welt ist, und ich kann mir vorstellen, dass die Polizei trotzdem viel zu tun hat. Aber so zu reagieren, nicht mal eine Streife oder so hinzuschicken, finde ich enttäuschend - zumal es sich um Fischwilderei handelt.

Ich habe nicht alle Details. Der Mensch von der Ausgabestelle meinte, die Herren hätten des öfteren bei ihm die Gastkarten gekauft und dazu immer mehrere Packungen Würmer - weil sie später wo anders abends noch auf Aal fischen wollten. Sowohl der Verkäufer als auch der Verein hatten da schon längere Zeit einen gewissen Verdacht und dieses mal sind die "Gastangler" aufgeflogen. Die genauen weiteren Details sind mir nicht bekannt.

stalling-frank hat geschrieben:Hallo,

ich besuche die Söse ca. 3 - 4 Mal im Jahr. Dort ist Genußfischen im engen grünen Tunnel aber kein Kühltruhenfischen angesagt. Es ist sehr schwer eine maßige Bachforelle (Mindestmaß 35 cm) an den Haken zu bekommen. Insofern gehe ich davon aus, dass von den genannten 95 Bachforellen mindestens 95 % untermaßig waren. Absolut traurig dieser Vorfall. Wie hat man die Frevler denn erwischt? Hatten diese überhaupt Gastkarten gekauft oder waren es Schwarzangler? Man kann nur hoffen, dass hier alle gesetzlich zur Verfügung stehenden Mittel bei der Bestrafung der Täter eingesetzt werden.

Ich bin fassungslos

Frank


Hi Frank,

dito - einfach toll dort und im Sommer ist es immer schön kühl und man kann in der grünen Natur in Ruhe fischen. Ich habe leider keine Kenntnis davon, wie groß die Fische waren - ich war nur wenige Tage vorher während des Maifliegenschlupfs dort. Ich habe viel Fisch gesehen und nach dem 15. Biss aufgehört zu zählen - natürlich wie du sagtest viele kleine Bachforellen und die habe ich alle schonend zurück gesetzt.

Die "Gastangler" hatten tatsächlich auch Gastkarten erworben - und beim Kauf auch immer gleich Würmer miterworben, weil sie wo anders abends noch auf Aal fischen wollten - was natürlich nicht stimmte. Schon länger schöpften die Ausgabestelle und der Verein wohl Verdacht, dieses mal hat die Falle scheinbar zugeschlagen. Mich ärgert es nur, dass alle bestraft werden für etwas was das niederste 1% der Angler verantwortet - aber ich kann die Entscheidung auch verstehen. Vielleicht trete ich auch in den Verein ein... allein der Söse wegen wär's mir das wert, hatte aber bislang keinen Anlass dazu. Letzten Endes stört mich vor allem, dass scheinbar immer mehr Vereine "die Schotten dicht machen", was das Thema Gastkarten an guten Fliegenfischerstrecken angeht - an immer mehr Gewässern darf man als Gast nicht mehr ran oder wenn dann nur noch in Begleitung eines Vereinsmitgliedes... als würde ich irgendwo irgendjemanden aus irgendeinem Verein kennen, der mich mitnehmen würde. Ich gehe als Fliegenfischer einfach gerne "auswärts" angeln - weil's Spaß macht und man viele interessante Gewässer kennenlernt und sich ständig mit neuen Situationen auseinandersetzen muss. Aber ich merke, dass man immer weniger die Möglichkeit dazu bekommt bzw. nur noch an den "Schrott-Strecken" als Gastangler fischen darf - die Juwelen behalten die Vereine für sich, weil Idioten das wahrscheinlich auch ausnutzen würden...

LG
Diego

Trockenfliege hat geschrieben:Hätten diese Gastangler noch so nebenbei illegal einen Hasen erlegt (selbst mit Waffenschein), wäre die Aufruhr bei der Polizei sicher sehr viel größer - denn das wäre Jagdwilderei. Aber die Schwarzangelei wird in den meisten Fällen nicht weiter verfolgt.
Ein Bekannter hat einen Bach gepachtet und mal 2 Schwarzangler auf frischer Tat ertappt - mit 2 größeren Bachforelln in der Tüte.
Die erfolgte Anzeige wurde nicht weiter verfolgt, da der entstandene Schaden - die 2 Forellen wurden mit wenigen Euro berechnet- zu gering sei.

LG
Reinhard


Hallo Reinhard,

ja das ist gut möglich. Es handelt sich in diesem Fall ja nicht um Schwarzanglerei - die Kerle hatten Gastkarten - aber die waren offensichtlich des Lesens nicht mächtig, um zu wissen, dass nach drei maßigen Forellen Schluss ist bzw. haben sie offensichtlich mit Absicht dem zuwider gehandelt. Eigentlich müsste man Gastangler beim Kauf zwingen sämtliche Regelungen auf der Gastkarte dem Verkäufer vorzulesen, da würde schon mal ordentlich aussortiert.

Ich glaube du hast das Problem richtig beschrieben: Anzeigen führen bei solchen Delikten ins Leere, was wirklich traurig ist. Mag mir nicht ausmalen, wie lange es dauert zwei wertvolle Laichfische in einem Bach auf natürliche Art und Weise zu "ersetzen".

LG
Diego
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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon Maggov » 23.06.2020, 10:59

Hallo Diego,

es mag sein dass bei der Kontrolle Fehler gemacht wurden aber in dem Fall, wenn wirklich über 90 Forellen vorgefunden wurden dann kann man durchaus mehr auf dem rechtlichen Weg erreichen als bei 2 Forellen. Es ist richtig dass die Staatsanwälte sicherlich keine Zeit und Lust haben sich wegen 2 Forellen mit einem Fall zu befassen, bei der 30-fachen Menge als erlaubt ist das aber schon eine ganz andere Sache.

Ich denke wenn die Kontrolleure ausreichend Fotos gemacht haben wäre das auch eine ausreichende "amtliche Beweiserfassung" da es ja ausgebildete Kontrolleure waren (?). Wenn dann die Polizei kontaktiert wurde und diese wegen welchen Gründen auch immer das Kommen verweigert umso mehr.

Falls wirklich alles fallen gelassen wird kann man - gerade in diesem Fall - versuchen über eine Dienstaufsichtsbeschwerde einen Aufnahme zu erzwingen.

Ich kann Deinen Frust durchaus verstehen dass Du jetzt die Strafe für das Fehlverhalten anderer bezahlst. Ich kann aber auch die andere Seite verstehen, da engagierst Du Dich für Dein Wasser und Deinen Verein und dann kommen Gastfischer und machen die ganze Arbeit zu Nichte. Ich gehe auch gerne mal an fremde Strecken und im Urlaub fischen. Was ich gelernt habe ist dass etwas mehr Recherche vor der Reise und einfach mal den Versuch starten den Verein zu kontaktieren sich durchaus lohnte. Das hat neben der Tatsache dass man so auch an Strecken kommt wo es die Karte nicht an der Tanke oder online bekommt und als addon noch einen (meist) netten Kontakt der die Strecke kennt.

Viele Grüße

Markus
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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon Äsche62 » 02.07.2020, 09:20

Moin Fliegenfischer,
ich denke das ist überall so leider,die Leute die mit Wurm fischen sind für mich auch ein Dorn im Auge ob in den Auen oder an der Küste . :shock: kann man leider nichts machen .
Aber das dafür jetzt die Gastangler bestraft werden finde ich nicht ganz richtig .
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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon MarkusZ » 02.07.2020, 21:02

Hallo,

HansAnona hat geschrieben: Strafanzeige wegen Verstoß gegen den Naturschutz/Tierschutz


Um eine Straftat anzuzeigen bräuchte man aber ggf. schon einen genauen § , der verletzt wurde?

Was schwebt Dir da vor?

Zivilrechtlich auf Schadenersatz für die zuviel entnommenen Fische zu klagen sollte da schon einfacher gehen.

Dass Gastkarten, wenn überhaupt, nur noch in Begleitung von Vereinsmitgliedern ausgegeben werden, hat die letzten 20 Jahre rapide zugenommen. Nicht nur an Fliegenstrecken.

Bin da zwar selber auch negativ betroffen, kann das aber auch gut nachvollziehen.

Wenn nicht täglich mehrmals kontrolliert werden kann, ist so eine Regelung für viele Gewässer leider eine gangbare Lösung.

Schade, dass es so gekommen ist, aber zunehmende Rücksichtslosigkeit und Egoismus ist ja nicht nur bei Anglern ein Phänomen.
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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon Joosti » 03.07.2020, 00:43

Äsche62 hat geschrieben:kann man leider nichts machen .


Die Herren namentlich bekannt machen und dafür sorgen, dass sie nirgends mehr eine Gastkarte bekommen.
So hart das klingt. Hat nix mit der Eitelkeit der Fiegenfischer zu tun und von Unwissenheit kann auch nicht die Rede sein.
Schließlich hat jeder der Herren mal einen Fischereischein gemacht und eine Prüfung bestanden.

An "meinem" Kleinlachsfluss in Mittelnorwegen hat das auch funktionert.
Es waren nicht mal eine Hand voll Personen denen keine Karte mehr gegeben wurde, da diese Konsequent mit Tiroler Hölzel und Wurm jede Meerforelle eingesammelt haben die sich im Mündungsbereich am Fjord gezeigt hat.
Siehe da, nur wenige Jahre später werden Meerforellen von über 3 Kilo im Fluss gefangen.
Derartige Fische wurden fast 20 (!) Jahre nicht gesichtet.

Meine Meinung zu Thema.

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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon MarkusZ » 03.07.2020, 07:21

Hallo,

Joosti hat geschrieben:Die Herren namentlich bekannt machen und dafür sorgen, dass sie nirgends mehr eine Gastkarte bekommen.


Ob das im Geltungsbereich der DSGVO auch so einfach rechtssicher umsetzbar wäre, bin ich aber nicht sicher.

Solange das nur intern zwischen den Bewirtschaftern geregelt würde und nicht öffentlich bekannt würde ggf. ein gangbarer Weg.
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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon Poulsens » 03.07.2020, 11:28

Tiroler Hölzl hab ich auch mal gefunden, am Trysilälven in Höhe Elvdalen, war dort 93 mal paddeln und sah diese Teile im sehr flachen Wasser hängen, die Gläserene Variante mit Roter Spitze, die hatte ich vorher noch nie gesehn.
Paul
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Re: Verbrechen an der Söse Osterode / Keine Gastkarten mehr!

Beitragvon Michl » 03.07.2020, 16:49

Tag,
manchmal ist es einfach so das die Polizei gar nicht weiss was sie tun soll oder muss.
Als bei uns kürzlich vom Vorstand und einem Vereinsmitglied mehrere Angehörige einer Familie mit insgesamt 6 Ruten beim Schwarzfischen erwischt wurden, wussten die beiden Streifenpolizisten gar nicht was zu tun war.
So wurde nichtmal das Gerät beschlagnahmt zur Beweissicherung.
Im Polizeibericht in der Presse tags darauf stand dann allerdings dies sei geschehen.
Darauf angesprochen vom Vorstand, erklärte die Polizei, dies sei aus Gründen der Abschreckung so bekannt gegeben worden........ :!:

Naja, wenn es schon die Ordnungsmacht mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, ist das für mich schon befremdlich.
Alternative Fakten oder was?
Wie lese ich künftig den Polizeibericht? :shock:

Da ich verstehe das auch Polizisten nicht alles wissen habe ich alles was im BW zu Fischwilderei gesetzlich verankert ist ausgedruckt und hab das in der Weste und im Auto.
(Sooo viel ist das nämlich gar nicht........)
Wenn es dazu kommt das ich entsprechende Personen erwische bzw. die Polizei rufe, werde ich diese Zeilen den Polizisten zeigen und darauf bestehen, dass entsprechend verfahren wird.
Denke mal mehr kann man nicht tun.

Was man mit jemand machen sollte der wie oben beschrieben handelt, darüber denke ich lieber nicht nach.
Aber ich kann die Reaktion im Verein auf jeden Fall nachvollziehen, soviel ist klar.

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
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