Billig vs. Teuer

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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon chrmuck » 13.01.2021, 12:52

Hallo Zusammen,

zu dem Thema gibt es einen schönen Vergleich des amerikanischen Red´s Flyshop auf Youtube. Es treten an eine REDINGTON "Vice" gegen eine SAGE "X"... Die REDINGTON ist jetzt nicht "billig" im eigentlichen Sinne, aber gegenüber der SAGE doch eben "preis-"wert.

Gerade im Outdoorbereich gibt es eine breite Range an Produkten, beginnend beim Discounter bis hin zu High-Endmarkenprodukten. Nicht immer ist das eine gut (wg. des hohen Anschaffungspreises) oder das andere schlecht (weil zu billig). Immer häufiger muss ich sogar feststellen, dass der Preis nicht mit der Qualität oder der Langlebigkeit des Produktes korreliert. Preiswertes (z. B. meine Thermo-Unterbekleidung vom Discounter) hält ewig und obendrein warm, andere, relativ teure Dinge (z. B. meine LED Lenser Stirnlampe) sind pfrimelig und gehen eben an diesen Stellen auch schnell kaputt.

Deshalb ist weder "billig" noch "teuer" für mich ein Entscheidungskriterium. Eher der Begriff "preiswert", mit dem - ganz im Sinne des Wortes - beschrieben wird, dass etwas seinen Preis wert ist, egal ob dieser hoch oder niedrig ist/war. Manchmal entscheide ich mich bewusst für ein hochwertiges und deshalb teureres Produkt, weil ich finde, dass es seinen Preis eben "wert" ist (oder ich darauf hoffe, dass sich diese Einschätzung / Erwartung entsprechend erfüllt). Allerdings stelle ich oft fest, dass mich Fehleinschätzungen dieser Art enttäuschen und anders herum - ich mich über vermeintlich günstige Produkte freue, wenn sie mehr als den (ohnehin vielleicht geringeren) Erwartungen entsprechen. Anders ausgedrückt; wenn ein günstiges Produkt Erwartungen nicht erfüllt ärgere ich mich darüber wenig, bei einem teuren Produkt eben deutlich mehr...

Auf einer ganz anderen Karte stehen für mich neben der Langlebigkeit (die ich aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen erwarte) solche Punkte wie Reperaturfreundlichkeit (oder überhaupt die Möglichkeit, etwas repariert zu bekommen, das schliesst Ersatzteile ein - oft genug her diskutiert!). Sachen die billig waren wegzuwerfen fällt grundsätzlich vielleicht etwas leichter, ist deshalb aber genauso wenig tolerabel als teure Sachen, für die ich nach fünf Jahren keine Ersatzteile mehr bekomme und die deshalb nur noch "Edelschrott" sind. Die Tendenz geht bei billigen wie teuren Produkten aber ganz klar in diese Richtung, wie ich finde... By the Way; für die oben beschriebene Stirnlampe gab´s von LED Lenser schnell und unkompliziert ein (kostenfreies!) Ersatzteil, was schon mal sehr gut ist...

Für mich ist deshalb das Kriterium "preiswert" der passende Begriff!

Grüße aus dem Rheinland

Christian
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon Trockenfliege » 13.01.2021, 16:31

Den Vergleich bei Ruten günstig ( ich möchte nicht billig schreiben) versus teuer kann jeder, der zB. einen Askari in der Nähe hat, selber machen.
Die haben meistens einige Ruten der Agillity von Shakespeare und der DAM G-Fly vorrätig. Wenn man dann seine eigenen Ruten mitbringt und im Vergleich wirft, kann man sich selber ein Bild machen. Ich habe schon auf verschiedenen Parkplätzen Ruten ausprobiert. Unbedingt die eigenen vertrauten Schnüre verwenden.
Die Ruten können innerhalb der Serie unterschiedliche Aktionen haben, aber in jeder Serie gibt es ein paar sehr gute Modelle, zb. die 5er, 6er Agillity oder die 5 G-Fly sind werferisch sehr gut. ( Die 6er G-fly zB. ist brockelhart untenrum, der fehlt etwas Gefühl, wirft dafür aber supergut).

aspius aspius hat geschrieben:Hi zusammen,
.. und ich würde sagen ab 200€-250€ beispielsweise kann sich niemand mehr über Wurfeigenschaften wirklich beschweren.

Die Wurfeigenschaften hängen nur wenig von der Preisklasse ab! Die "furchbarste" Rute, die ich in den letzten Jahren geworfen habe, war eine 800,- Rute, eine kurze 3er. Die war so weich und langsam, dass sie wirklich nur für kurze Weiten geeignet war. Meine eigene kürzere viel günstigere 6,2`2er wirft bedeutend besser und macht bei kleineren Fischen genauso viel Laune. Wurfeigenschaften hängen in 1. Linie vom taper ab und gute Taper bekommt man auch für sehr wenig Geld.


Für einige kann aber auch das Design, die Verarbeitung vom Kork (!) oder das Material vom Rollenhalter entscheidend sein. Es gibt durchaus Ruten, die ich kaufen würde allein wegen der Qualität vom Kork haha.


Gerade in der "Mittelklasse" ca. 300 - 500,- gibt es einiges an zB. schlecht gewickelten Ringen zu sehen, zT. erkennt man das gut bei den Detailsbildern in den Tests im Forum.
Die sind nicht besser verarbeitet als oben genannte günstigen Ruten. Und auch die Korkgriffe in dieser Klasse können sehr durchschnittlich sein.
Für wirklich sehr gute Korkgriffe muss man zur Oberklasse greifen oder selber bauen.



Liebe Grüße,
Lev



Emmo hat geschrieben:Moin Ferdinand,

interessant - ich würde wirklich gerne mal einen möglichst objektiven Vergleich solcher Low Budget Produkte mit den Einsteigerlinien der großen Hersteller im ähnlich gelagerten Preissegment sehen. Das habe ich leider noch nicht gefunden.


Bessere Ruten / Rollen - Vergleichstest als die von Yellowstoneanglers wirst du wahrscheinlich nicht finden. Allerdings testen die nur in Amerika weit verbreitete Marken und zb. keine Eigenmarken. So fallen die ganz günstigen, aber sehr guten Ruten durchs Raster, zB. die Cabelas Eigenmarken.
Aber bei den Rutentests hapert es schon an der Schnurwahl. Vielleicht würden andere Schnüre ein anderes Ergebniss liefern?
Und da nur eine Schnurklasse geworfen wird, verzerrt dies das Bild.
Denn es gibt immer tatsächliche Schnurklassenunterschiede bei den getesteten Ruten - auch wenn zB. überall "5" drauf steht. Bei dem Testergebniss wird eine Rute werferisch schnell herabgestuft, wenn sie eher eine Klasse höher oder tiefer liegt.

Aber am Besten ist immer das Probewerfen mit den eigenen Schnüren, dann hat man einen echten Vergleich.

LG
Reinhard
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon Emmo » 13.01.2021, 18:19

Trockenfliege hat geschrieben:
Emmo hat geschrieben:Moin Ferdinand,

interessant - ich würde wirklich gerne mal einen möglichst objektiven Vergleich solcher Low Budget Produkte mit den Einsteigerlinien der großen Hersteller im ähnlich gelagerten Preissegment sehen. Das habe ich leider noch nicht gefunden.


Bessere Ruten / Rollen - Vergleichstest als die von Yellowstoneanglers wirst du wahrscheinlich nicht finden. Allerdings testen die nur in Amerika weit verbreitete Marken und zb. keine Eigenmarken. So fallen die ganz günstigen, aber sehr guten Ruten durchs Raster, zB. die Cabelas Eigenmarken.
Aber bei den Rutentests hapert es schon an der Schnurwahl. Vielleicht würden andere Schnüre ein anderes Ergebniss liefern?
Und da nur eine Schnurklasse geworfen wird, verzerrt dies das Bild.
Denn es gibt immer tatsächliche Schnurklassenunterschiede bei den getesteten Ruten - auch wenn zB. überall "5" drauf steht. Bei dem Testergebniss wird eine Rute werferisch schnell herabgestuft, wenn sie eher eine Klasse höher oder tiefer liegt.

Aber am Besten ist immer das Probewerfen mit den eigenen Schnüren, dann hat man einen echten Vergleich.

LG
Reinhard


Moin Reinhard,

da liegt ja der Hund begraben: Ich bin doch letztlich immer voreingenommen. Einzig über Blindtests unter verschiedenen Gegebenheiten und mit hinreichender Studiengröße könnte man so etwas wie Objektivität erreichen. Aber wer macht das denn schon? So bleibt nur die Subjektivität und die Frage, welche Vergleichswerte man als Maßstab nimmt.
Mit tausend Dank und vielen Grüßen
Markus
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon Trockenfliege » 13.01.2021, 21:15

Was du dir da vorstellst, ist kaum möglich, aus vielen Gründen.
Unter anderem aus diesem: Eine Fliegenrute/Schnur Kombi ist ein persönliches Sportgerät. Was mir unter gewissen Umständen am Besten passt mag für dich unangenehm zu werfen sein, da du einen anderen Wurfstil hast, andere Würfe bevorzugst usw.

Ein Stabhochspringer braucht "seinen" Stab, der anders ausfällt als der eines anderen, gleichschweren Springers.
So ist es mit Fliegenruten auch.

Und, wie ich schon geschrieben habe: Für mich kommt zuerst Wurfvermögen, dann Schnur und dann die Rute.
Mit meinen Lieblingschnüren werfe ich mit diversen Ruten ähnlich weit, nur bei viel Wind sollte die Rute schneller sein.
Schnelle Ruten haben aber weniger Gefühl.
Wenn du also eine Rute mit mehr Gefühl möchtest, darf sie nicht sehr schnell sein. So ist jede Rute ein Kompromiss.

Und aus all diesen Gründen ist es müssig, DIE beste (wofür Beste?) Fliegenrute durch irgendwelche möglichst neutrale Vergleichtests herausfiltern zu wollen - vor allem, wenn du nicht an diesen Tests beteiligt bist.

LG
Reinhard
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon Emmo » 13.01.2021, 21:25

Moin Reinhard,

ich glaube, du hast die Intention meiner Beiträge nicht ganz erfasst, denn sie sprechen keinesfalls gegen das, was Du geschrieben hast. ;)
Mit tausend Dank und vielen Grüßen
Markus
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon Dominikk85 » 15.01.2021, 01:43

Ich denke da gilt auch diese 80-20 Regel, ganz billig ist Schrott, aber die letzten 20% an Performance kosten sehr viel, sprich dann wird es finanziell Recht ineffizient (aber wenn man es sich leisten kann kann man es sich Natürlich auch gönnen.

Das ist wie bei einem Sportler, um ein Recht ordentliches Niveau an Fitness zu erreichen reichen ein paar Stunden Training die Woche, aber wenn man Wettkämpfe gewinnen will muss man mit sehr viel Aufwand die letzen Zehntel rauskitzeln. Das ist für manche auch OK so, aber rein nach Preis Leistung ist vermutlich die Mittelklasse am besten, danach wird es schon noch besser, aber weitere Fortschritte sind von da an eher klein und mit viel Aufwand verbunden.
Dominik
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon SalmoTrutta » 15.01.2021, 10:09

Guten Morgen

Ist Euch schon aufgefallen? Wenn die Farios Schonzeit haben, gibt es im Forum die erquickendsten Fred's...*GG*.

Ich möchte folgendes einwerfen. Das Angelgerät ist ja die eine Sache, wenn man aufpasst fischt man mit seinem Zeug das Leben lang, (so wie ich) nur Verbrauchtes wird erneuert.
Aber, was ist jeder bereit für sein Jahresgewässer zu zahlen?

Ich liebe Kontinuität. Seit 1979 das selbe Revier. Inflationsbereinigt bin ich aktuell auf 3.300,-- Euronen pro Jahr.
Da geben sicher viele mehr für Ruten und Rollen aus. Pro Jahr....*GG*.

Petri Heil! Der 16. März ist nicht mehr weit. L.G. Peter
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon FlyandHunt » 15.01.2021, 10:17

Hallo Peter,

wirklich schöner und guter Einwand. 3.300 pro Jahr an Fixkosten? Was kommt da noch an Angelscheinen / Tageskarten im Ausland etc dazu?
Und das Geld was erst noch in Bindematerial fließt, aber kennt ja jeder die größte Lüge im Bereich Fliegenfischen: Ich binde meine Fliegen selbst, so spare ich! :D =D>
Dein Kommentar bewegt mich dazu, ein Gewässer zu nehmen, was ich ggfalls nicht mehr nehmen wollte. Danke dir, denn die 110€ Jahreskarte sind besser eingesetzt als eine neue Schnur.

Grüße
Ferdinand
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon Henning60 » 15.01.2021, 11:18

Moin Peter und Ferdinand,

ich bin in der glücklichen Lage an 50Km Fliessgewässer vom Verein fischen zu können, davon sicher 40 Km forellenträchtig...
Einige Bereiche nur für die Vereinsmitglieder, die aber auch sehr zahlreich sind (mehr als 600). Mit der Fliege wird kaum gefischt.
Das ganze für 105 € Jahresbeitrag.....das ist schon vollkommen ausreichend.
So bleibt natürlich viel Etat für anderes Equipment.....
Bislang hatte ich aber auch kein Problem den Etat zu verbrauchen :mrgreen: ...eher das Gegenteil :shock:
Beim Tüddeln fehlt merkwürdigerweise immer der richtige Haken oder die Feder in der entsprechenden Farbe :roll:

zum Thema noch folgende Feststellung von mir.....die Streuung der Qualität ist bei billigen Produkten grösser.
Das merkt man vielleicht nicht an Ruten oder Rollen, aber ganz deutlich bei Produkten zum Binden oder auch Schnüren.

Und ein klares "JA".....in der Schonzeit kommt Leben ins Forum !

TL, Henning
Bevor ihr euch streitet klärt die Begriffe......(Konfuzius)
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon SalmoTrutta » 15.01.2021, 11:21

Moin miteinander...

Bei meiner (persönlichen) Kalkulation ist meines für mich das *Günstigste*.

Ich befische 45 Km zusammenhängende Reviere. Ich lebe im Bezirk wo dieses Wasser ist.
Ich kann theoretissch zu Fuß ans Wasser und für ein paar Minuten der Angelfischerei frönen.

Ich war noch nie in Alaska Lachsfischen. Noch nie in Neuseeland Bafos fangen. Ja nicht mal eine Urlauberkarte wenn ich irgendwo gelandet bin habe ich mehr gekauft.Tageskarte? Kenn ich nicht.
Ich befische seit fast einem halben Jahrhundert dieses Gewässer. Und trotzdem gibt es Teile davon wo ich noch nie war....

Ich angle Bachforellen, vereinzelt Regenbogenforellen. Äschen gar keine, die haben bei uns 9 Monate Schonzeit und wenn es sich ergibt und Petrus mir gnädig ist, dann fang ich einen Huchen.

Ich habe es geschrieben. In meinem Leben ist Konstanz die bestimmende Kraft. Meine 1978 gekaufte Hardy *Fibalite* wird jedes Jahr genutzt und ich erfreue mich noch immer an ihr.
Und die paar Fliegenmuster die in meiner Gegend schwärmen, davon habe ich immer welche dabei. Ansonsten alle zwei bis drei Jahre wird ein Vorrat an gezogenen Vorfächern gekauft.
Alle paar Jahre mal eine neue Fliegenschnur. Sonst nichts. Mir ist es bis jetzt noch immer nicht gelungen eine Rutenspitze mit dem Kofferraumdeckel eines Autos zu zertrümmern.

Ich sehe das sehr gelassen. Ach, ja mein Weidenkorb, den habe ich geerbt von einem Kollegen der ist gute 60 Jahre jung.(Der Korb, der Kollege ist schon lange verstorben).

Aber ich habe ja auch schon seit 43 Jahren die Erste und einzige Ehe-Frau.
Seit 26 Jahren eines meiner Autos, das zweite ist 22 Jahre jung, das Dritte 16 Jahre. Alle drei fahren vom Feinsten. In meinem jetzigen Leben werde ich wahrscheinlich nie mehr ein Auto kaufen.
Ich lebe in einem Haus welches 140 Jahre jung ist. Und doch hat es Pelletsheizung, fließend Wasser und schöne Bäder in ihr...*GG*.

Es kommt auf die Prioritäten an. Mich schauderts immer wenn ich Karpfenangler auf Youtube-Videos sehe was die alles mitschleppen müssen.
Da lobe ich mir meine Sovereign mit 203 cm Länge. Eine feine Klinge die in den Köcher meines Treckingbikes passt. Ich war auch noch nie einen ganzen Tag fischen.
Es sind immer wieder ein paar Stunden die mein Leben punkto Angelfischerei bereichern. Ich sehe vom Wohnzimmerfenster aus in welchem Zustand das Wasser sich befindet. Heuer konnte ich einen Termingenauen
Zeitpunkt beobachten als die Bachforellen Hochzeit feierten. In den vergangenen Jahren hat sich das allemal entweder vor oder zurück verschoben.

Fazit. Mit diesem Jahresbetrag habe ich das ganze Salmoniden-Universum des Alpenvorlandes vor mir, um mir und ich bin mitten drin. Das ist mit Geld nicht aufzuwiegen.

In diesem Sinne. L.G. Peter
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon FlyandHunt » 15.01.2021, 11:30

Hallo Peter,

wunderbar geschrieben, viele Dank für diesen Beitrag!
Ich denke du bist mit einem Glück gesegnet, was die wenigsten überhaupt in Anspruch nehmen können. (Meine jetzt deine Situation, dein Ort, dein Haus am Ufer).
Im Westerwald, muss man für 1000€ 3,5km Bach pachten. Das Teil ich mir mit 2 anderen.
Da kann ich verstehen, warum du es gelassen siehst, ruhig bist und es einfach genießen kannst.

Grüße
Ferdinand
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon orkdaling » 15.01.2021, 11:36

Moin Ferdinand,
das mit der Schnur wuerde ich stark bezweifeln.
Da geben Leute auch mal einen 4-stelligen Betrag aus , sowohl EH wie DH, und sparen dann aber an der Schnur!
Genau das ist der Fehler !
Selbst wenn du im Boot sitzt und mit der Handschnur fischt, die Schnur mit ihren Eigenschaften entscheidet ueber den Erfolg.
Hat sie zuviel Dehnung kommt kein Haken durch, hat sie zu wenig kann der Fisch ausschlitzen, ist die zu dick kommt dein Køder nie auf der gewuenschten Tiefe an (Strømungswiderstand) usw.
Nicht anders ist es bei der Fliegenfischerei, da kommt noch dazu das sie unser Transportmittel ist, wir nutzen das Gewicht. Und wir nutzen verschiedene Profile und Sinkraten die uns das werfen und auch das fischen in der richtigen Tiefe ermøglichen.
Schnuere (Fliegenfischen) haben auch verschiedene Dehnungswerte (von 3-22%!)
Es ist die Schnur die den Fisch fængt, nicht die 100 oder 500 € Rute und auch der schnellste 1000€ Stock hilft dir nicht weiter mit der ungeeigneten Schnur dazu.
Also spare ich nicht an der Schnur, eher an der Rolle die ja in den meisten Fællen nur Transportbehælter fuer die Schnur ist.
Ok, ich sehe und kenne Leute die mit 800€ Rute, 400€ Rolle (untere Grenze) fischen und das auch noch in sau teueren Nobelstrecken, aber die jammern genau so wie der Fischer mit der 200€ Kombi wenn sie nichts fangen.
Es gibt auch Leute die ersteigern sich Fliegen und hængen diese an die Wand - kann jeder machen wie er will, ist ja seine Kohle.
Es gibt Leute die machen eine Wissenschaft aus einer Tubenfliege, nur das teuerste importierte Material. Andere nehmen ein Stueck Plastikrøhrchen und binden ein etwas Ziegenhaar drauf - und fangen auch noch (mehr).
Bei dem kleinen Fuzzelzeug sehe ich das aber etwas anders, saisonbedingte Nahrung, sehr selektiv.... da kannst du nicht einfach einen Wollfaden verarbeiten.
Karten, na ja, ich kenne Strecken in meinem Heimatfluss da kostet die Saisonkarte 2000€, ich kenne aber auch ein paar da kostet die Woche 2000€ und ich fische nicht weit davon entfernt und zahle auch 2000 fuer die drei Monate , nur ich zahle in Kronen, hahaha.
Es git sogar Leute die zahlen (ersteigern) die Karte fuer 20.000 € , nicht fuer die Saison, nee fuer die Mitsommernacht!
Der Rekord liegt wohl noch bei 284.000 Nkr, letztes Jahr "nur" 220.000Nkr
Also was dem einzelnen der Spass wert ist muss er selber entscheiden, wenn er aber an der Schnur spart hat er sich falsch entschieden!

Ach ja, kleiner Nachtrag weil ich eben die Eisangeln ueberpruefe.
Versucht doch mal ein 0,15mm FC mit einer kleinen Mormyska und `ner Made drauf nach unten zu bekommen, diese vibrieren zu lassen.
Das klappt selbst mit einer 0,20mm Mono besser weil die nicht so widerspenstig ist.
Das heisst aber nun nicht das die billigere Mono besser ist, das ich da sparen kann, nee die hat bei Ar...kælte einfach bessere Eigenschaften.

Gruss Hendrik
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon FlyandHunt » 15.01.2021, 11:48

Hallo Hendrik,

ich bin jemand der gerne Geld für gute Schnüre ausgibt. Vorallem die SA Schnüre sind meiner Meinung nach echt top. Bin gespannt wie lange diese halten.

Meinte nur es muss dieses Jahr nicht schon wieder eine "NEUE" Schnur geben.

Grüße
Ferdinand
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon orkdaling » 15.01.2021, 14:07

Moin,
so war das auch nicht gemeint. Heutige Schnuere sind schon klasse und halten mehrere Jahre. Dazu gibt es Profile fuer alle erdenklichen Bedingungen.
Man muss nicht unbedingt neu kaufen, auch wenn jedes Jahr was neues auf dem Markt kommt.
Ein Grundsortiment sollte man aber schon haben um eben diese verschiedenen Bedingungen ab zu decken denn eine "Allroundschnur" gibt es genau so wenig wie die Rute die alles kann.
Wer also an der Strippe spart, spart am falschem Ende.
Weil du SA ansprichst, ob man nun die Amplitude oder Mastery Serie fischt ist meiner Meinung auch eher eine Glaubensfrage.
Ich fische verschiedene Mastery EH-Strippen und auch gern DH von denen. Da sind einige sicher 5 jahre alt.
Da die netten Hændler hier gern schon Rabatt geben bevor die Saison zu Ende ist, so Art Sommerschlussverkauf, leg ich mir auch die eine oder andere hin.
40% ist `ne Menge Holz. Ich wuerde mal sagen preiswert eingekauft, nicht billig denn das sind sie wirklich nicht.

Aber andere haben auch schøne Tøchter, hahaha.

Gruss Hendrik
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Re: Billig vs. Teuer

Beitragvon fjorden » 15.01.2021, 18:44

Hallo,
das zur Seite legen von Schnüren ist eine gute Sache. Habe mehrere Loop Distance und Multi Schnüren (von SA hergestellt), die ich beim Auslaufen der Serie sehr preiswert gekauft habe. Diese halten eine Ewigkeit. Ach ja ich würde bei keinem Artikel und auch bei keiner Tageskarte mehr Unsummen ausgeben. Ja und ich hatte auch mal eine Pacht, die jedoch so aufteilbar, dass der Preis noch o.k. war. Heute würde ich auch davon Abstand nehmen und dann eher auf Zander am Fluß fischen.
Gruß
Fjorden
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