Made in Germany - Kaufentscheidung

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Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon fliegenfeger » 25.07.2020, 09:22

Hallo,

wie wichtig ist bei euer Kaufentscheidung für eine Rute, Rolle usw. das Made in Germany. Spielt das gar keine Rolle hauptsache das Ding ist gut und günstig oder wäre man bereit für Made in Germany mehr zu bezahlen?
Dabei sollte sich natürlich auch die Qualität des Produktes in dem Made in Germany widerspiegeln.

Viele Grüße
Armin
fliegenfeger
 
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon MahiMahi » 25.07.2020, 12:10

Hallo Armin,
mit dem Made in Germany hast du halt nicht die Auswahl. Weder Rollen noch Ruten.
Ein paar Gespliesstenbauer und dann noch RST im Rutenbereich oder auch Marlo das war es auch schon.
Bei den Rollen bevorzuge ich ein US-Produkt da kommt keine Made in Germany ran.
Aber jeder nach seinem Empfinden.

Harry
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon Hans. » 25.07.2020, 12:30

Hallo Armin,

grundsätzlich bin ich gegen jedes Abschotten. Wenn "das Ausland" keine Waren mehr aus Deutschland kaufen würde, könnten wir einpacken. Ich schaue genau hin, wer mir was bieten kann und kaufe danach, also nicht allein nach Made in Germany.
Die Rollen von Ralf Vosseler gefallen mir überaus gut. Seit X Jahren Made in Germany, entwickelt er alle Rollen selber und bietet allerbeste Funktionalität und Qualität zu einem sehr guten Preis.

Gruß
Hans
Jeder ist seines Glückes Schmied. Aber, man muss auch schmieden...
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon fliegenfeger » 25.07.2020, 14:15

Hallo Harry, Hans

hier soll es nicht um Abschotten gehen, sondern darum, ob die Fertigung hier vor Ort für den Ein oder Anderen einen Mehrwert darstellt.

Marlo ist ein gutes Beispiel für Transparenz, denn er sagt klar, dass seine Rollen hier entwickelt, aber in China gefertigt werden.
Vosseler scheint alles hier zu machen und kann durch den Direktvertrieb seine Rollen zu einem guten Preis verkaufen, ähnliches Geschäftsmodell wie Danielsson in Schweden.

Gruß
Armin
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon Emmo » 25.07.2020, 15:07

Wann immer es geht so direkt wie möglich - regional, lokal, kurze Wege, nachvollziehbare Ketten. Aber das betrifft eher den Alltag als die Hobb(y/ie)s. Wenn ich mich dabei auf Made in Germany beschränke, wäre ich um viele Erfahrungen ärmer und qualitativ schlechter aufgestellt. Sei es im Hifi wie im Angeln, um zwei meiner Leidenschaften zu erwähnen.

Punktuell finde ich MiG großartig und eine Ausgabe wert. Man muss es aber immer im Kontext sehen. Warum teurer und qualitativ minderwertig kaufen, wenn es so viel besser und günstiger geht?!
Mit tausend Dank und vielen Grüßen
Markus
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon Magellan » 25.07.2020, 16:44

Hallo Armin

Interessanter Faden...

Eine umfassende Auswahl betr. Rollen gibt es da ja nicht wirklich...
Rollenhersteller, wieviele sind es denn die in der BRD fertigen? Bin mir aber sicher das es wesentlich mehr Manufakturen gibt als Hersteller.

Ein anderer Fakt bei Produkten Made in Germany ist die etwas limitierte Auswahl betr. „klassisch funktionierende“ Rollen im allgemeinen und daher für mich im besonderen die eher unattraktive Auswahl im Sinne meines persönlichen Anspruchs.

War jetzt alles offtopic, aber Qualität alleine ist nicht Kaufentscheidend.

Zu deiner eigentlichen Frage: Toleranzen bleiben Toleranzen und auch eine adäquate Werkstoff Qualitäten bleibt die selbige, egal ob made in Fernost oder BRD.
Ist das Qualität, was ich mit dem Aufpreis MIG bezahle? Oder bezahle ich eher der Standort Deutschland und die daraus resultierenden entsprechenden Fertigungskosten.

Und ja, ich würde für eine Rolle Made in Germany ein „Extra“ zahlen wenn ich dafür ein Qualitatives High End Produkt auch Sinne von Praxistauglichkeit erhalte.

Nenne es Idealismus...

Gruss
Heiko
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon Magellan » 25.07.2020, 16:52

Emmo hat geschrieben:Punktuell finde ich MiG großartig und eine Ausgabe wert. Man muss es aber immer im Kontext sehen. Warum teurer und qualitativ minderwertig kaufen, wenn es so viel besser und günstiger geht?!


Hallo Markus

Nun, "teurer" wird das Produkt MIG sein. Meintest du damit auch gleichbedeutend qualitativ minderwertig?

Gruss
Heiko
Magellan
 

Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon ostseelicht » 25.07.2020, 19:33

In diesem Zusammenhang hatte ich mal einen FFF-Bericht über Leicht-Rollen, Made in Germany, in Erinnerung, nur die Google-Suche und die HP ergab nix.

Und Vosseler finde ich auch gut, habe selber eine DC2 5/6, und wenn die schon etwas eher die aktuelle Air One gebracht hätten, wäre ich auf die Serie umgestiegen. Mit der DC2 habe ich nur gute Erfahrungen gemacht.

TL

Werner
Grüße von Fehmarn
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon Emmo » 25.07.2020, 20:11

Magellan hat geschrieben:
Emmo hat geschrieben:Punktuell finde ich MiG großartig und eine Ausgabe wert. Man muss es aber immer im Kontext sehen. Warum teurer und qualitativ minderwertig kaufen, wenn es so viel besser und günstiger geht?!


Hallo Markus

Nun, "teurer" wird das Produkt MIG sein. Meintest du damit auch gleichbedeutend qualitativ minderwertig?

Gruss
Heiko


Hallo Heiko,

es ist kein Einschluss gemeint gewesen, eher ein und/oder. Wenn ich Geld investiere, möchte ich Qualität haben. Wenn die Qualität für mein Geld woanders besser ist, kaufe ich dort. Denn dann ist das deutsche Produkt minderwertig. MiG muss mir schon einen Kaufgrund bieten, wie z.B. einen großartigen Service, der sich wirklich lohnt.
Mit tausend Dank und vielen Grüßen
Markus
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon dreampike » 25.07.2020, 21:22

Die Herkunft meiner Rolle ist mir eher egal, wichtig ist, dass sie gut funktioniert. Wenn ich meinen Rollenpark ansehe, dann herrscht da eher Diversity, habe sowohl Vosseler als auch Nautilus, Sage, Hardy, Orvis oder Bauer und bin mit ihnen sehr zufrieden. Aber jetzt helft mir mal, was ist MiG für ein Hersteller???

Wolfgang aus Ismaning
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon dreampike » 25.07.2020, 21:24

Ok, bin runter vom Schlauch: Made in Germany, Törööh!
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon fliegenfeger » 25.07.2020, 22:29

Hallo,

@Wolfgang

MiG Rollen hört sich doch gut an. Darf ich den nutzen, oder hast du da Namensrechte? :mrgreen:

@Werner

Frank Leicht hat tolle Rollen gebaut, das war Made in Germany pur. Bei ihm habe ich zu ersten mal die Kombination Aluminium/Carbon an einer Rolle gesehen.

@Markus,

dein zweites Hobby (HiFi) hat mich vor 30-35 Jahren auch fasziniert. Damals gab es Fernost(fast ausschließlich Japan) und tolle Firmen hier in Europa die oft die Referenz lieferten.
Dass MiG etwas teurer sein wird ist klar, aber warum sollte es minderwertiger sein? Kannst du mal ein Beispiel(Fliegenfischen :mrgreen: ) angeben?

@Heiko

Ich werde das Ergebnis der Rollenkalkulation mal hier einstellen und bin mal gespannt, wieviele Interessenten ich für MiG-Rollen finde. :mrgreen:

Gruß
Armin
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon Trockenfliege » 25.07.2020, 22:40

Rollen "Made in Germany" gab es einige.
Sie haben es versucht, auch mit einem eigenen Design und sind häufig gescheitert!
"Leicht" und "Z-reels" stellten auf der EWF aus. Sie boten inovative, eigenständige Designs und bestimmt ordentliche deutsche Qualität - und sind verschwunden.
Henschel ist jedes Jahr auf der EWF, aber ich glaube nicht, dass er von seinem Rollenbau lebt, das ist wohl eher ein teures Hobby.
Von Wifra hört man auch nicht mehr viel, zumindest waren sie nach 2,3 Auftritten auf der EWF nicht mehr präsent.
Einzig Vosseler hat es geschafft, sich dauerhafter zu etablieren, aber auch die leben wohl mehr von der Herstellung anderer Dinge als von dem Fliegenrollenverkauf.

Woran liegt das? Am Preis, am Design oder sonstwas? Wenn doch so viele gerne "deutsch" kaufen wollen?

Ich kann die Frage nur für mich beantworten: Viel liegt am Preis und am Größen - Gewichtsverhältnis.
Henschelrollen sind extrem wertig, aber schwer und haben kaum modernes Large Arbor Design, dh. für mich zu teuer bei falschem Design.
Z-reels und Leicht waren außergewöhnlich, optisch sehr interesssant, aber auch teuer.

Aber zB. ABEL hat seinen Markt, auch die teuren von Waterworks oder die überteuerten Korea -made Sagerollen.
Das sind Preisregionen, in denen die deutschen Hersteller locker mithalten könnten.
Also ist doch erstmal der Name wichtig?

Einzig Vosseler scheint gut im Geschäft zu sein. Und bei denen geht es in der Hauptsache über den Preis kombiniert mit gutem Design- oder??

Weiter oben wurde Orvis angesprochen: Die haben noch nie eigenen Rollen hergestellt, sondern zB. Modelle von Martin, Hardy, Lamson, STH (Argentinien) übernommen , bzw. leicht verändern lassen. Auch die ersten Rollen bei Sage stammten von Hardy und Abel, bzw. ihre günstigste war auch von einem günstigen englischen Hersteller.
Inzwischen sind beide Marken auf die asiatischen Hersteller umgestiegen.

Deutsche Rollenhersteller haben es schwer gegen "Namen" anzutreten.
Sie müssen entweder deutlich günstiger sein bei guter Qualität oder etwas sehr außergewöhnliches bieten, um einen Markt zu finden.

RST hat erst von Stenzel und dann von Vosseler Rollen bezogen. Die praktisch baugleichen Rollen gab es auch von den Firmen selber.
Wenn ich den Gebrauchtmarkt sehe, erzielen RST Rollen deutlich bessere Preise als die entsprechenden Rollen unter dem originalen Firmennamen.

Stenzel hat in den 90ern auch für DAM eine Rollenserie hergestellt ( damals 500,-DM Katalogpreis), die sich eher schlecht verkauft hat. Eine nagelneue im Karton in Lachsgröße ging gerade für 81,50 bei ebay raus.
Hätte da RST draufgestanden - wo wäre sie da gelandet?

Im Rutenbau ist es ähnlich. Deutsche Namen haben es da schwer gegen die etablierten aus England und natürlich aus den USA.
Allerdings muss ich dazu sagen, nachdem ich so einige Ruten von RST geworfen und auch besessen habe: Die sind gnadenlos überteuert.
Aus einem Nachlass habe ich eine M5 aus ca. 1995 übernommen. Von der durchschnittlichen guten allround Aktion abgesehen, ist sehr einfach verarbeitet mit schlechtem Kork, eher wenig Ringe ("computerberechnet"!) ect. Und das zu einem Preis, der damals noch deutlich über einer deutlich besseren Sage lag. Das haut das nette Lederfutteral auch nicht raus!
Aber die sind auf dem Markt etabliert, wobei meinem Wissens nach viele Käufer aus der Schweiz stammen.

Ansonsten gab es noch Sportex, die mit Aufkommen der Kohlefaser im Fliegenrutenbereich nicht viel gerissen haben, meinem Eindruck nach.

Ellnetti war irgendwie auch "deutsch". Woher die blanks kamen, weiss ich nicht, aber eine große Käuferschicht haben sie auch nicht erreicht, obwohl sie sehr gute blanks hatten, fertig verarbeitete Ruten hatte ich noch nicht in der Hand, oder es ist so lange her, das ich mich nicht mehr erinnern kann.
Kürzlich habe ich einen der Elnetti "Lynx" blanks über ebay günstig erstanden, ein von der Aktion her hervorragender blank, etwas schwerer als aktuelle Modelle ander Hersteller, aber ansonsten top. Die sind inzwischen auch wieder verchwunden. Die lagen preislich auf dem Niveau der Oberklasse.

Also: Geben wir den deutschen Herstellern wirklich eine gerechte Chance? Wie wichtig sind uns die Namen?

LG
Reinhard
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon Thomas E. » 25.07.2020, 23:26

Hallo,

Elnetti hat nach meiner Kenntnis Kennedy Fisher blanks verarbeitet.
Zuletzt geändert von Thomas E. am 26.07.2020, 00:07, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
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Re: Made in Germany - Kaufentscheidung

Beitragvon Trockenfliege » 25.07.2020, 23:28

Danke für die Info.
Ich habe 2 ältere Kennedy Fisher blanks aus den 90er, damals bei CMW gekauft.
Die sind verzapft.
Ich habe gerade herausgefunden, das Kennedy Fisher seit ca. 24 Jahren nicht mehr produziert. Daher kann ich mir jetzt nicht vorstellen, das diese blanks schon so alt sind?!
Aber warum nicht??
Außerdem war KF für ihre Verzapfungen bekannt, sie haben sie scheinbar sogar erfunden und dann anderen Firmen das Design zur Verfügung gestellt.
Bisher kannte ich nur verzapfte blanks von denen.
Die vielteiligen Hardy Smuggler, die alten, sollen auch von KF sein, also die blanks, augbebaut dann von Hardy.

Also gibt es noch Raum für paar Nachforschungen...

LG
Reinhard
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