Schnur für kalte Tage

Forum für Fragen und Erfahrungen zu Gerät - Zubehör - Bekleidung - Literatur & Film etc. Gibt es besonders empfehlenswertes Tackle? Was benötigt der Fliegenfischer wirklich ?

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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon orkdaling » 07.11.2021, 12:23

Moin Fjorden,
wie gesagt es geht nicht um Wissenschaft,
aber jeder halbwegs informierte FF weiss das auch bei Kaltwasserleinen ein 8m Belly und ein 12m oder gar 16m Belly fuer gaaaanz andere Bedingungen, Fliegen, Wurfstile gedacht sind.
Mehr brauch ich dazu wohl nicht zu schreiben !

Fuer die es interessiert , hier mal was aus Uebersee, auch da gibt es desøfteren Fragen zu den Leinen.

What is the Difference between Cold, Temperate, and Tropical Fly Lines?
Hier mal uebersetzt durch google:

Kaltwasser Fliegenschnüre

Diese Fliegenschnüre funktionieren am besten bei Wassertemperaturen unter 10 ° C (50 ° F) und Lufttemperaturen unter 15 ° C (60 ° F).
Kaltwasserarten (wie Forelle, Lachs und Saibling) sind die am häufigsten angegriffenen Fische beim Fliegenfischen.
Kaltwasserfliegenschnüre haben einen Multifilament-(geflochtenen) Kern, der geschmeidiger ist als diejenigen, die für das Warmwasserfischen hergestellt werden.
Ein Großteil des Marketings rund um Fliegenschnüre konzentriert sich auf die Beschichtung. Die Beschichtungen von Fliegenschnüren variieren erheblich, aber im Allgemeinen haben Kaltwasserfliegenschnüre auch eine geschmeidigere Beschichtung.

Fliegenschnüre für gemäßigtes Wasser
Diese Fliegenschnüre funktionieren am besten bei Wassertemperaturen zwischen 4 ° C (40 ° F) und 21 ° C (70 ° F) und Lufttemperaturen zwischen 10 ° C (50 ° F) und 26 ° C (80 ° F).
Die meisten Fliegenschnüre für gemäßigte Klimazonen verwenden immer noch einen geflochtenen Kern, unterscheiden sich jedoch von Kaltwasserfliegenschnüren dadurch, dass die Beschichtung auf eine gemäßigtere Verwendung ausgerichtet ist.

Fliegenschnüre für warmes Wasser
Diese werden auch als tropische Fliegenschnüre vermarktet und sind für den Einsatz bei warmen Wassertemperaturen vorgesehen.
Diese Fliegenschnüre funktionieren am besten bei Wassertemperaturen über 10 ° C (50 ° F) und Lufttemperaturen über 15 ° C (60 ° F).

Tropische Fliegenschnüre haben einen Kern aus Monofilament, welches ein steiferes Material ist als die Kerne kühlerer Wasserfliegenschnüre. Dadurch behält die Schnur ihre Steifigkeit bei höheren Temperaturen, wo kühlere Wasserfliegenschnüre in heißen Klimazonen wie eine nasse Nudel geworfen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Salzwasser- und Süßwasser?

Ehrlich gesagt gibt es keinen inhärenten Unterschied zwischen Fliegenschnüren für Salzwasser und Süßwasser. Ich wünschte, die Hersteller von Fliegenschnüren würden nicht als Süß- oder Salzwasserschnüre vermarkten, da dies die Leute nur verwirrt.
Die entscheidenden Faktoren bei der Leinenauswahl sind Gewicht, Verjüngung und Temperaturgewichtung...
Eine Entscheidung sollte auf der Grundlage der Temperatur des gefischten Wassers getroffen werden, unabhängig davon, ob es sich um Salz- oder Süßwasser handelt.


Was sagen die Hersteller von Fliegenschnueren die fuer den Nordeuropæischen Markt hergestellt werden und die sie mit dem Einsatzbereich "Cold-Moderat" bezeichnen?
Der Einsatzbereich dieser Schnuere liegt zwischen - 5 und +26 Grad.
(sagte mir auf Anfrage einer der sich damit auskennt da diese Firma selber in UK produzieren læsst)

Gruss Hendrik

Fjorden , wenn du das als genau formuliert bezeichnest, dann weiss ich nicht was ungenau ist - Zitat "Habe mir eine 4er Rute für das aktuelle Äschenfischen zugelegt, dafür bräuchte ich ne neue Schnur"
Und hier ein paar Harr = Æschen Videos https://blogg.fisking.no/search/label/harr
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon Fliifi-Sepp » 07.11.2021, 13:38

Hallo Hendrik,

auch wenn ich Deine Expertise in vielen Bereichen sehr schätze, möchte ich in diesem Punkt Fjorden und Harald zustimmen:
Die Frage war klar formuliert "Schnur für kalte Tage", also welche Schnüre für kalte Temperaturen geeignet sind.

Kaum jemand fischt so universell wie Du im Fluss und im Meer auf Lachse und Meerforellen, in Flüssen, Bächen und Seen auf diverse Süßwasserfische und im Meer auf Meeresfische.
Es gibt deshalb kaum jemanden im Forum, der ein so breites Anforderungsprofil bezüglich Material für seine Fischerei hat, wie Du.

Aber viele Leser sind sicher auch schnell mal überfordert, da sie meist nur ganz einfach mit der Einhand in gängigen Schnrklassen (3-6) auf Forellen und Äschen in kleinen Bächen bis max. mittelgroßen Flüssen fischen.
Und da tun´s meist tatsächlich recht universelle "Standard-Taper" in DT und/oder WF.
Die Unzahl an verschiedenen Schnüren für verschiedenste Anforderungen Einhand, Zweihand, Süß- und Salzwasser, Fliegengröße, Trocken-/Naß-Fliege/Streamer ist was für Spezialisten und kann Anfänger und Fortgeschrittene Fliegenfischer sogar unnötig verunsichern.

Selbst für mich, der seit langen Jahrzehnten nur mit der Fliegenrute fischt, reichen meist die Standard-Taper völlig. Ich habe viele verschiedene Ruten, in den meisten Schnurklassen sogar mehrere (bis zu 5 verschiedene in einer Einhand-Schnurklasse) und für jede dieser Schnurklassen mehrere verschiedene Schnüre.
Oft denke ich, daß es besser wäre, wenn ich mich auf eine Rute einer Schnurklasse für´s Forellen- und Äschenfischen konzentrieren würde. So wie Harald geschrieben hat: Auf kurze Distanz eine Schnur mit einer Gewichtsklasse höher, auf normale Distanz die passende Schnurklasse und auf weite Distanzen eine Schnurklasse niedriger, alles in "Standard-Taper".
Das Gleiche dann noch für kalte und warme Tage und ich wäre schon mal für fast alles sehr gut ausgerüstet.

Ich bin sehr froh, daß es immer noch (viel zu wenige) Schnurhersteller gibt, die seit Jahrzehnten die gleichen Schnüre und das noch exakt "gewichtet" im Sortiment haben! Für die allermeisten Anwendungsbereiche und für die allermeisten Fischer ist das meiner Meinung nach mehr wert, als die Unzahl an verschiedenen "Spezial-Tapern".

Aber eigentlich wäre das ein Thema für einen eigenen Faden!

LG Sepp
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon orkdaling » 07.11.2021, 15:43

Moin Sepp,
genau darum hab ich die Videos angehængt.
Wenn man einen Fluss befischt (egal ob in D oder N) der 25m breit ist aber die Nebenbæche nur 3-5m dann hilft kein Universal -Belly oder halt Standard oder Universalleine (wie immer man es bezeichnen will)
Ausserdem sind alle der hier erwæhnten Schnuere, siehe Aussage der Hersteller, fuer Kaltwassereinsatz geeignet (solange nicht Tropic oder sowas drauf steht )
Ausserdem muss ich beachten im welchen Wurfstil man fischen møchte/ muss!
Das ist wieder in D nichtr anders als in N.
Wenn ich vorwiegend tunnelartigen Bewuchs habe hiflt mit keine "Universalleine" mit 10-11m mit der ich Uebekopf klar komme, nee dann tut es eine Schnur fuer Switchcast bzw Rollwuerfe deutlich besser. Genau darum gibt es diese Leinen -explizit fuer Kaltwassereinsatz!
Mein Heimatfluesschen Helme bei Kalbsrieth/Thueringen /Deutschland
Hier ist wohl wenig zu machen mit Ueberkopf und Universalleine, aber mit Rollwurf geht es super, oder halt eine leine mit nur 7,6m Belly
R (1).jpg
R (1).jpg (109.9 KiB) 659-mal betrachtet


R.jpg
R.jpg (168 KiB) 659-mal betrachtet

Muendung in die Unstrut

und das ist das Wehr Ritteburg/Ortsteil Kalbsrieth wo man auch mit langen Bellys wedeln kann.
OIP (1).jpg
OIP (1).jpg (33.69 KiB) 659-mal betrachtet


Alles in einer Ortslage, alles mit einer Leine fuer Kaltwasser befischbar aber man nutzt halt andere Profile.

Und diejenigen die selbst an ueberfrohrenen Ufern unterwegs sind, mal 100m breiter Hauptfluss, mal einmuendende reissende Bæche, die schætzen ebenso die verschiedenen Profile - und wir reden immer wieder von einer Leine #4 oder #5 oder von mir aus #6 fuer die Æschenfischerei !
https://fishspot.no/en/fiskeopplevelse/fiske-i-selbu/
Oder mal bei Michael nachfragen, schau dir die schønen Bilder der letzten Berichte (573/574) zur Saale an, ich glaube eher nicht das dort mit einer Universalleine von ca 11m gefischt wurde.

Gibt schon krasse Unterschiede von Fluss zu Fluss - in einer Region /Land - und darum bin ich gluecklich nicht mit einer DT los zu ziehen bzw auf ein "Standard Belly" zurueck greifen zu muessen . Das hat rein gar nichts mit Norden oder Sueden, mit Æsche oder Forelle, mit ein paar Grad weniger oder mehr zu tun !
Gruss Hendrik

Mir total entgangen, die letzten beiden Jahre auch Corona bedingt nicht mehr dort gewesen
https://www.naturfreunde.de/helme
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon Harald aus LEV » 07.11.2021, 19:06

Hallo Hendrik,
auch wenn sich Dein letzter Beitrag auf deutsche Gewässer bezieht, sehe bitte einmal davon ab, jede Aussage auf norwegische Verhältnisse zu beziehen.
Die meisten Fischer hier können nicht so viele Gewässer mit einer Angelkarte oder Vereinszugehörigkeit befischen. Die meisten von uns befischen i.d.R. einen Fluss oder einige wenige und die befinden sich i.d.R. in derselben oder einer ähnlich gearteten Region. Im Alpenraum dürften selten Mittelgebirgsflüsse vorkommen und umgekehrt. Auch die Niederungsflüsse haben eine eigene Charakteristik. Wer hauptsächlich in seiner Region fischt, weiß um welchen Gewässertyp es sich handelt und kauft sein Tackle dazu entsprechend.
Da reicht i.d.R. eine Schnur - evtl. verschiedene Vorfachtypen oder vielleicht Polyleader. Aber wer geht schon mit einem ganzen Bauchladen voll verschiedener Schnüre (und Rollen) los und wozu? Insbesondere wenn der Zeitfaktor eine Spanne von nur 1-2 Stunden erlaubt, was häufig der Fall ist. Nicht jeder hat Zeit und Gelegenheit regelmäßig einen halben oder ganzen Tag ans Wasser zu gehen und/oder sich verschiedene Gewässertypen vorzunehmen.
Das ist doch gerade das schöne am Fliegenfischen, dass man mit wenig Gerät und Ballast an seinem Gewässer unterwegs ist und sich flexibel und agil bewegen kann.
In der Regel reichen eine Rute, eine Rolle mit Schnur, etwas Vorfachmaterial und ein paar Fliegen. Dazu eine Polbrille und Basecap oder Hut und ggfs. ein Kescher, ein Priest und ein Messer.

Also lasse bitte die Kirche im Dorf und münze nicht alles auf Deine Verhältnisse um. Wir alle hier wissen mittlerweile, das Du einen großen Erfahrungsschatz hast und die Gelegenheit, regelmäßig die unterschiedlichsten Gewässer zu befischen mit ganz besonderen Herausforderungen, für die Du natürlich ganz andere Herangehensweisen entwickeln und vielseitige Gerätekomponenten einsetzen must um erfolgreich zu sein.
Aber das ist hier bei deutschen Verhältnissen in den meisten Fällen leider nicht gegeben.

Gruß
Harald
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon fjorden » 07.11.2021, 20:38

Hallo Harald,
schön geschrieben und Hendik ganz ehrlich ich würde deine drei Beispiele mit einer Schnur befischen. Die ganzen Spezialtaper gibt es ja noch nicht so lang und ich finde den Nutzen auch nicht besonders hoch. Mit einer DT bin ich z.B. im Tunnel bestens aufgehoben, na ja und es gibt auch noch Seit- und Bogenwürfe. Allerdings brauchen die Gewässer unterschiedliche Ruten, Länge und AFTMA, aber das war hier im Thread nicht die Ausgangsfrage. Und off topic ich fische auch an der Küste oder auf Zander zu 95 % eine Schnur.
Gruß
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon orkdaling » 08.11.2021, 10:00

Moin,
ich wills mal belassen aber noch auf folgendes verweisen weil das Grundwissen oder sagen wir mal das Fliegenfischer ABC sind (egal wo ich auf der Welt eine Fliegenrute wedle!)
Dazu gibt es hier im Forum folgendes - http://www.fliegenfischer-forum.de/ueber_d.htm
Bei den fuehrenden Herstellern findet man zB SA Insider /Intruction , RIO Learn oder bei GL https://www.guidelineflyfish.com/produc ... -lines-faq oder man geht auf Guideline Blog https://guidelineflyfish.wordpress.com/
Das machen weder das Fliegenfischer Forum und kein Hersteller /Marke aus langer Weile oder um mehr zu verkaufen.

Die Frage nach einer fur kaltes Wasser geeigneten leine hætte man auch mit - ALLE - beantworten kønnen, das Thema wære nicht verfehlt.
(Aussnahme wæren nur die fuer tropische Gewæsser gefertigten und dafuer gekennzeichneten Schnuere)
Es geht also nur darum das am besten geeignete Profil zu finden, eine Standart oder wie auch immer genannte Leine ist immer nur 2.Wahl !
Wem das genuegt - ok !

Vielleicht mal noch ein Gedanke zur Anschaffung einer oder mehrerer Leinen.

Die Fliegenschnur stellt nicht nur unser Wurfgewicht dar sondern entscheidet ueber Lauftiefe des Køders, ueber die Anbietetechnik, den Møglichkeit/Transport der Fliege nach Grøsse und Gewicht. Die Schnur ist also wichtiger als die Rute !
Ich hab darum mal das Beispiel Helme gebracht, auch da kønnte ich eine Intermediate mit 15m Kopflænge unterhalb des Wehres werfen oder halt eine kurzkeulige mit 8m Belly in ueberwachsenem Teil fischen.
Ganz einfach gesagt, eine Standard ist die zweitbeste Løsung wenn ich auf Entfernung ablegen møchte, sie ist auch weniger geeignet fuer Rollwuerfe auf beengtem Raum.
Rute, Rolle, Klamotten kosten oft mehrere tausend Euro aber am wichtigsten Teil (Schnur) was zudem ueber Einsatzgebiet/Stil also den Erfolg entscheidet, da soll gespart werden?
Eine Schnur (lassen wir mal China oder sowas fuer 130 Euro unbeachtet) kostet zwischen 60 und 80 €, hælt langer als eure Wathose, længer als eure Treter, die oft das fuenf- oder zehnfache kosten!
Aber das liegt alles in der Entscheidung des Fischers und das ist auch gut so!
Meine Holde benutzt auch nur ein Kuechenmesser und bekommt Ærger wenn sie an meine vielen geht , hahahaha.

Gruss Hendrik

Fjorden, zumindest du treibst dich ja auch am Salzwasser rum. Gibt es da die "Einheitleine" die zum Schiessen grøsserer Fliegen und noch bei Wind taugt, mit der ich aber auch einen Gamarus auf 1,5m Tiefe oder einen Rapskæfer/Tangliege(Trocken) in Entfernung anbiete?
Brauch ich wohl nicht weiter darauf eingehen, alle Leinen taugen fuer Wasser von Null bis knapp ueber 20 Grad - nur das Profil und Sinkrate unterscheiden sich und entscheiden ueber Erfolg/Nichterfolg.

Noch ein Beispiel aus den Lachsfluessen, gibt ja zahlreiche FF die sich hier rumtreiben.
Oft empfohlen eine Rute um 13 ft und eine Leine #8/9 - Standard weil an den meisten Fluessen geeignet. Betonung liegt auf "meisten" und "geeignet".
Nun latschen da jedes Jahr Leute in Ar..tiefe durch den Fluss, haben Ruten im hohem dreistelligem Bereich, die Rolle auch und - Nullwertung .
Dann kommt da der Hausmeister unserer Schule mit seinem Lehrling (Sohn), vielleicht noch mein Lehrling (Enkel) und die fangen an der Stelle wo es angeblich zu kalt, zu warm, zu viel oder zu wenig Strømung hatte oder weil eben kein Fisch aufsteigt, hahaha. So hat jeder seine Begruendung.
Aber warum fangen die Steppkes die nicht mal die besten Werfer sind, mal werden wollen ?
Weil sie eine Rute in die Hand gedrueckt bekamen mit der richtigen Schnur drauf, die bei den vorherrschenden Bedingungen nicht verscheucht weil sie duenn lang auslæuft oder halt die schwere grosse Tube in der richtigen Tiefe hælt.

Auch hier ist es wie am Forellen,- Æschen -Fluss oder an der See die auf die Verhæltnisse abgestimmte Leine die hauptsæchlich ueber Erfolg oder Nichterfolg entscheidet!
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon orkdaling » 08.11.2021, 11:13

Moin Harald,
(hab das mal abgetrennt , geht ja nicht um Schnur fuer kaltes Wasser)
ich will dir nicht widersprechen, sicher hast du andere Bedingungen, Anreisedauer usw.
Gibt aber halt auch Leute die reisen hunderte oder tausende Kilometer und dann ændert sich der Wasserstand nach einem Regenschauer extrem - da muss eine andere Leine drauf.
Es hat auch nich jeder die Møglichkeit sich aufs Rad zu setzen,mal schnell zum Lachs oder Forellenfluss zu fahren und zu schauen wie es eben aussieht.
Und da bin ich wieder bei dir Fjorden. Klar gibt es verschiedene Ruten in Længe und Klasse , logisch, in einem Tunnel brauche ich keine 10ft Rute (ok, vielleicht mit Nymphe), auch richtet sich #4 oder halt #7 oder... nach dem Fischvorkommen.
Aber mit ein und derselben Rute werfe ich die verschiedensten Profile, Sinkraten , je nach Bedarf, Bedingungen.
Man kann mit einer Rute losziehen und die Schnur wechseln, man kann mit 2 Ruten losziehen mit verschiedenen Leinen drauf.
Ich laufe mit dem Hund oder radle tæglich am Fluss entlang nur um zu sehen welche Schnur ich abends fische.
Grund sind Wasserstand, Wassertruebung, nur die aktuelle Wassertemperatur lese ich aus der Tabelle ab ( Orkla Energie wird stuendlich /24h angezeigt)
Ich muss nicht nur entscheiden ob eine EH, Switch oder 15ft Rute zum Einsatz kommt sondern auch ob ich eine Long Belly, Scandi oder halt sinkende Poly benutzen muss.
Kommt wieder das Argument - ja am grossem Lachsfluss . Nee auch am Bach. Warum? weil da mal viel oder wenig Wasser fliesst, mal glasklar, mal torfbraun, mal steigen Fische auf , mal stehen sie unter ausgespuelten Ufern in den Aussenkanten oder in tiefen Løchern hinter Steinen /Fels.
Somit kønnte selbst auf der EH ein sehr langes Front Taper nøtig sein um die leine besser zu rollen und wenig zu verscheuchen, kønnte aber ein sehr kurzes Belly mit vielleicht noch Poly/Sinker notwendig sein. Alles mit einer Rute , die wie die Schnur den vorherrschenden Bedingungen angepasst wird.

Und ich betone nochmal - das ist keine Wissenschaft - darum haben wir solche oben erwæhnten/verlinkten Herstellerangaben , dafuer haben wir auch dieses Forum.
Kommt stændig was neues auf den Markt und selbst der schlaue Lachsheini lernt nie aus!

Aber ein schønes Beispiel hab ich noch.
Der im Video direkt am Ausfluss stehende Fischer kønnte dort mit einer Schnur fuers Nympfen oder halt mit der ins Spiel gebrachten Cortland Sylk stehen.
Der andere aber ist besser beraten wenn er weit wirft, ablegt, weil dort die Æschen auf antreibende/Anflugnahrung gehen und kleinste Fliegen (Black Gnat,Ameisen) nehmen.
https://youtu.be/uaIjetIhVZI
https://youtu.be/Kf3T0mSYIfo
eine bei einheimischen und auslændischen Touristen beliebte Stelle, denke mal solche Ein- und Auslæufe gibts auch an deutschen Seen.
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon Harald aus LEV » 08.11.2021, 12:48

orkdaling hat geschrieben:Dann kommt da der Hausmeister unserer Schule mit seinem Lehrling (Sohn), vielleicht noch mein Lehrling (Enkel) und die fangen an der Stelle wo es angeblich zu kalt, zu warm, zu viel oder zu wenig Strømung hatte oder weil eben kein Fisch aufsteigt, hahaha. So hat jeder seine Begruendung.
Aber warum fangen die Steppkes die nicht mal die besten Werfer sind, mal werden wollen ?
Weil sie eine Rute in die Hand gedrueckt bekamen mit der richtigen Schnur drauf, die bei den vorherrschenden Bedingungen nicht verscheucht weil sie duenn lang auslæuft oder halt die schwere grosse Tube in der richtigen Tiefe hælt.


Hallo Hendrik,
...oder fangen sie besser, weil der Hausmeister bzw. Du den Fluss gut kennen. Gewässerkenntnis ist m.M.n. der beste Garant zum Fangen.

Gruß
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon Harald aus LEV » 08.11.2021, 12:56

orkdaling hat geschrieben:Aber ein schønes Beispiel hab ich noch.
Der im Video direkt am Ausfluss stehende Fischer kønnte dort mit einer Schnur fuers Nympfen oder halt mit der ins Spiel gebrachten Cortland Sylk stehen.
Der andere aber ist besser beraten wenn er weit wirft, ablegt, weil dort die Æschen auf antreibende/Anflugnahrung gehen und kleinste Fliegen (Black Gnat,Ameisen) nehmen.
https://youtu.be/uaIjetIhVZI
https://youtu.be/Kf3T0mSYIfo
eine bei einheimischen und auslændischen Touristen beliebte Stelle, denke mal solche Ein- und Auslæufe gibts auch an deutschen Seen.


Hallo Hendrik,
allein die Verlinkung der beiden Videos zeigt mir, dass Du meine Argumente nicht verstehst oder verstehen willst.
Solche Flüsse kenne ich in deutschen Gefilden nicht. Noch einmal, dass dort eine ganz andere Herangehensweise notwendig ist, glaube ich Dir gern. Aber darum geht es in diesem Thread m.M.n. nicht.

Über den Vergleich mir Deiner Frau muss ich schmunzeln. Sie erledigt mit einem Messer all das, wozu Du viele brauchst. Wer arbeitet nun effektiver? :)

Aber lassen wir es nun dabei bewenden, da wir uns nur ständig im Kreis bewegen.

Gruß
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon fjorden » 08.11.2021, 18:44

Fjorden, zumindest du treibst dich ja auch am Salzwasser rum. Gibt es da die "Einheitleine" die zum Schiessen grøsserer Fliegen und noch bei Wind taugt, mit der ich aber auch einen Gamarus auf 1,5m Tiefe oder einen Rapskæfer/Tangliege(Trocken) in Entfernung anbiete?


Hallo Hendrik,
so wie geschrieben fische ich eine Schnur bei allen Bedingungen, Wind und Fliegengröße, wechsel eventuell nur Nachts auf eine Schwimmschnur, um Gurgler zu fischen, aber selbst das nur in sehr seltenen Momenten, da ich in der Regel beschwerte schwarze Muddler fische. Und auch bei deinen zuletzt verlinkten Beispielen reicht eine Allround Schwimmschnur mit 12 m Kopf.
Gruß
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon Thomas E. » 08.11.2021, 20:19

Zur Ausgangsfrage:
Kai war auf der Suche nach einer 4er WF Schnur für die kühleren und kalten Tage für das Äschenfischen.
Zum Glück braucht er das alles nicht mehr zu lesen :mrgreen: , er hat sich längst entschieden und wird uns sicher berichten.

Mit 4er Gerät fische ich auf 3- max.15m (Äschen) und kann mit meiner 444 line alle dafür erforderlichen Würfe leicht ausführen.
Völlig unabhängig vom Gewässer. :D
Gruß
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon orkdaling » 09.11.2021, 14:20

Moin, richtig Thomas!
Schnur fuers Æschenfischen - Bach, Fluss, See ? EH, Switsch ? Und schon drehen wir uns wieder im Kreis und genau darum schrieb ich oft (wie aus Sepp nun) das man die Situation vor Ort und das Geræt dazu næher beschreiben sollte.
Aber Schwamm drueber. Ich will auf diesen Fall nicht weiter eingehen.

Nur zur Info, wer Lust hat kann sich da ja mal belesen - was entscheidet darueber ob eine Schnur fuer kaltes Wasser taugt ?
A) verwendetes Coating ( Mischungsverhæltnis, eventuelle zusætzliche Beschichtung -Grip)
B) Art der Seele (textured, Einfachmono oder halt mehrere duenne verdrehte Monos mit Beschichtung - gibts bei EH , DH , Runnings, steht auf der Verpachung oder Produktbeschreibung
C) Form und Længe des Belly (eine Leine fuer Unterhand macht sich ja wohl schlecht an ueberfrorenen Uferstreifen, dagegen hat eine Long Belly mit vielleicht Monoseele eine Kringelneigung, Schnur streckt sich nicht richtig)

Ich wills mal dabei belassen, sonst drehen wir uns ja wieder im Kreis, hahaha.

Bin eben aus dem Kiosk zurueck, irgendwie lesen die Schweden hier immer mit, hahaha.
Aktuelle Ausgabe 11/21
CIMG0453.JPG
CIMG0453.JPG (238.06 KiB) 421-mal betrachtet

Wo liegt Gewicht, Verteilung bei Switchcast bzw Wasseranker
CIMG0454.JPG
CIMG0454.JPG (108.81 KiB) 421-mal betrachtet

und Vorschau 1/22
CIMG0456.JPG
CIMG0456.JPG (241.6 KiB) 421-mal betrachtet

(so wæhlst du die richtige Flugschnur)

Glaube nicht das die grøsste skand. Fleigenfischerzeitschrift das mach weil es so unbedeutend ist, weil die die Leserschaft ueberfordern wollen.
Gruss Hendrik
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon AndiArbeit » 20.11.2021, 21:29

Heute habe ich erstmalig die neue Schnur (Cortland 444) ausgiebig testen können. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Kein kringeln und wirft sich hervorragend an der 4er Rutencombo. Danke für die Tipps.
Alle Macht den Gräten!
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon Harald aus LEV » 21.11.2021, 15:33

Das hört sich gut an. Dann weiterhin viel Erfolg mit der Schnur.

Gruß
Harald
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Re: Schnur für kalte Tage

Beitragvon Fliifi-Sepp » 22.11.2021, 23:18

Hallo Kai,

freut mich, daß Du die richtige Schnur für Dich gefunden hast!

Habe übrigens am WE einige neue Schnüre für verschiedene Ruten-/Schnur-Kominationen getestet. Die meisten machten ihren Job selbst bei den niedrigen Luft-Temperaturen zwischen +3 und +5 Grad unterschiedlich gut.

Die Schnur, die sich bei diesen Temperaturen am besten geschlagen hat, war die im Vergleich eingesetzte und von mir als Außenseiter ins Rennen geworfene (mit Otter Butter gefettete) Seidenschnur!
Aber klar muß man sagen, daß der (insbesondere anfängliche Aufwand) für eine Seidenschnur und der damit verbundene Preis nicht jedermanns Sache sind.

LG Sepp
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