SCHWEISSEN & POPELN

Forum für Fragen und Erfahrungen zu Gerät - Zubehör - Bekleidung - Literatur & Film etc. Gibt es besonders empfehlenswertes Tackle? Was benötigt der Fliegenfischer wirklich ?

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SCHWEISSEN & POPELN

Beitragvon troutcontrol » 01.01.2011, 17:35

Moin,
mit einem Coating versehene Runninglines gibt es in identischer Stärke mit geflochtener Standard-Seele (Braided Core) - und mit Power Core.
Der Vorteil der letzteren liegt (neben geringerer Dehnung) darin, dass man sie auch Schweißen kann, bei den "normalen" ist das "Futter", also das Coating, viel dünner, weil die Seele mehr Platz beansprucht. Ein sehr dünnes Coating erscheint mir i.ü. auch der Haltbarkeit nicht sooo zuträglich zu sein, aber das nur nebenbei.

Schweißen an sich ist natürlich sehr schön, aber wenn man die Geschichte ausreizen will, also die Loops so dünn wie nur irgend möglich gestalten will, kommt man nicht umhin, auch noch das Coating zu entfernen - womit wir beim Popeln wären:

Bild

Runningline

Bild

Schrumpfschlauch von ca. 10 cm und der kleinsten Stärke

Bild

Hi-End Haarglätter (€ 5)

Bild

eingestöpselt

Bild

verschmolzen !
Hab leider keine 3 Hände zum Fotograpieren, aber es ist so einfach, wie nur irgendwas:
Den Glätter auf Temperatur kommen lassen, linke Hand den gefüllten Schrumpfschlauch - und dann immer gib ihm, 2 Sekunden zuklappen, verrutschen, wieder zuklappen, verrutschen, auf einer Unterlage rollen - insgesamt vielleicht 2 Minuten, fertig!

Bild

Schrumpfschlauch wieder abgezogen - hübsch geworden!
Könnte man jetzt so lassen, aber wir wollen ja mehr...

Bild

Also Coating ab:
Kurz in Aceton (hab jetzt kein Bild geschossen, es kommt nur der Loop in die Chemie, 2 min reichen).

Das Abziehen:
Viele Leute nehmen monofile Schnur zum Abziehen - ich nehm Dacron oder was Geflochtenes, geht besser!

Bild

So sieht der nackte Loop aus, aber so sollte er nicht bleiben:

1. Abbinden
2. Versiegeln - verdünntes Storm-/Aquasure zieht am besten ein

Bild

Und so sieht (ein anderer) Loop nach 20 Einsatztagen aus - ich bin zufrieden und mach es nicht mehr anders.

Grüsse
Martin 8)
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Beitragvon laverda » 01.01.2011, 19:02

Hi Martin,
find ich gar nicht popelig, sondern ziemlich klasse!!! 8)

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Beitragvon Huchenhunter » 06.01.2011, 10:50

Hi MArtin,
verdünnst du das Aquasure mit Aceton, und wenn ja in welchem Verhältnis?
Sieht sehr schick aus und: durch das Abbinden kommt schon mal nicht zuviel Zug auf die Schweissverbindung, sehr gut!

Petri Niko
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Beitragvon Erge » 06.01.2011, 10:55

Hallo Niko,

was auch gut funktioniert ist UHU Kraft Kleber, der mit Nitroverdünnung etwas dünnflüssiger angerührt wird. UHU Kraft ist flexibel, wasserfest und UV-beständig. Bitte nicht mit dem normalen UHU verwechseln.

Viele Grüße
Ronald
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Beitragvon Ralph Hertling » 06.01.2011, 12:30

Moin!
@Martin:
Wie ich schon mal an anderer Stelle schrieb gefällt mir diese Lösung extrem gut.
BTW: Inzwischen habe ich den Schrumpfschlauch aus gleicher Quelle.
:-)
Fehlt nun nur noch das Plätteisen.

@Nico:
Meinst Du wirklich, dass durch das Abbinden der Kraftfluss in die Schweißverbindung hinein wirklich nennswert unterbrochen wird?
Ich würde das nicht vermuten.
Aber ich bin auch kein Physiker!!
;-)


TL
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Beitragvon laverda » 06.01.2011, 13:49

Ralph Hertling hat geschrieben:Moin!

@Nico:
Meinst Du wirklich, dass durch das Abbinden der Kraftfluss in die Schweißverbindung hinein wirklich nennswert unterbrochen wird?
Ich würde das nicht vermuten.
Aber ich bin auch kein Physiker!!
;-)
TL
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Wenns gut gemacht wird, dringt der Kleber in jede kleine Ritze und sorgt für hohe Kraftaufnahme bereits im Bereich der Bindung. Die Entlastung der Schweißverbindung ist dadurch sehr hoch. Die Belastung wird in die durchgehende Seele der Fliegenschnur weitergeleitet.

Gruß vom platten Niederrhein
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Beitragvon Ralph Hertling » 06.01.2011, 14:01

Moin!

Ich verstehe zwar nicht genau warum, aber wenn Du das so schreibst glaube ich Dir!!
Ich dachte der Kleber ist mehr zum Versiegeln und gegen den Verschleiß an der freigelegten Schlaufe, und dass die Tragkraft aus der inneren Bindung der Geflechtseele an sein Coating im umgeklappten und verschweißten Ende der Fliegenschnur herrührt.

TL
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Schlaufen schweißen

Beitragvon Bäschwatz » 06.01.2011, 23:34

Hallo Martin
Danke für den ausführlich bebilderten Beitrag.
Den Haarglätter werd ich mal beischaffen.
Ein Versuch ist's sicher wert.
Wobei ich feststellen mußte das selten die Schlaufe oder die Verschweißung riss, sondern davor die geflochtene Seele.
Spleißen selbst mit übereinandergezogener Seele deren Enden mit der Beschichtung der Flugschnur verklebt und abgewickelt waren, hatte nicht ganz die erwünschte Zugfestigkeit erzeugt.
Abriss ebenfalls vor der Verbindung.
Etwas besser waren 2 einfache Knoten im Monofil, mit lufthärtendem Epoxy und abwickeln.
Mit Sekundenkleber war das ähnlich.
Am besten waren da aber Noname Kleber ausm 1 Euro Markt.
Markenkleber wird etwas härter. Auch das anlösen von Monofil und Coating hat einen starken Einfluß auf das Endergebniss.
Das Dehnungsverhalten von Flugschnur und Monofil halt noch hinzu.
Egal wie.. Versuch macht kluch.
Und um noch einen draufzusetzen hatte ich Heiko's Spezialpatent mal mit 0.4 oder 0.5 versucht.
Knoten in monofiler Schnur mit in's geflochtene reintüddeln, kleben und abwickeln.
Genial bis zu einer gewissen Knotendicke.
Über 0.3 wird die geflochtene aber so aufgespreitzt das sie bei Zug reißt.
Wieder vor der Verbindung.
Womit ich mal wieder Laverda Recht geben muß.
Aber egal wie..
Danke für Deinen Beitrag.
Vieleicht haben andere ähnliche Methoden parat.
Ist ja grad die Zeit dazu mal was neues zu probieren.
Gruß Thilo
Zuletzt geändert von Bäschwatz am 07.01.2011, 00:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon troutcontrol » 06.01.2011, 23:47

Moin Niko,
ich hab COTOL zum Verdünnen - aber bei dem (!!!) Preis wäre Aceton mal einen Versuch wert!

Grüsse
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Beitragvon laverda » 07.01.2011, 12:40

Hi "Popler"
Vielleicht wäre auch verdünnter Rutenlack (2-K, Epoxi) einen Versuch wert.
Der wird nicht so hart und spröde wie die handelsüblichen Epoxi-Kleber, hat dabei aber ein hervorragendes Kriechvermögen.

Gruß vom platten Niederrhein
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Re: SCHWEISSEN & POPELN

Beitragvon Voggy » 26.04.2021, 17:40

Ich grab jetzt einfach mal diesen Loop Post wieder auf.
Ich schweiße meine Loops auch seit Jahren selber und mache das auch für viele meiner Fliegenfischspezis.
Und ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich das einigermaßen beherrsche.
Gestern hat mich ein Spezi gebeten ob ich den Loop an seiner Hechtschnur bis zum 1. MAi noch fixen kann und ich hab gesagt "klar kein Problem"
Stimmt aber nicht!!! :oops:

Es handelt sich um eine Lee Wulff Ambush Triangle Taper J3
Das Cleartip mit monofiler Seele lässt sich extrem bescheiden schweißen
Das Material verbindet sich einfach nicht vernünftig und ich möchte nicht noch heißer (160°) und läger mit dem Glätteisen auf dem Schrumpfschlauch rumpressen, da das in meinen Augen die monofile Seele beschädigt.
Hatte jemand schon mal ein ähnliches Problem bzw. eine Lösung ?
Ich wäre sehr dankbar
LG
Christian
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Re: SCHWEISSEN & POPELN

Beitragvon MahiMahi » 26.04.2021, 19:34

Hallo Christian,

ich schweiße meine loops wo es geht aber nicht alle Kunststoffe reagieren positiv darauf.
Ich mache das mit einer Heißluftpistole. Alle meine loops haben bisher gehalten.
Nach dem schweißen sichere ich noch mit 2 Nadelknoten, das hält.
Ich hatte auch schon Schnüre wo ich aufgegeben habe um nicht mehr Material abschneiden zu müssen.

LG
Harry
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Re: SCHWEISSEN & POPELN

Beitragvon troutcontrol » 27.04.2021, 13:51

Moin Christian,
ich hab das Schweissen von PVC mangels Erfolg ebenfalls aufgegeben. :roll:

Aber nett, mal wieder die alten Photos zu sehen! :mrgreen:

Gibt inzwischen ein Update, Interessierte werden es finden.
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Re: SCHWEISSEN & POPELN

Beitragvon alfredo.fly » 04.05.2021, 12:31

Hi Christan,
schau doch mal hier: https://www.leidenschaft-meerforelle.de ... bmit=Suche

Gruß Willi
Einfach gar nicht ignorieren!
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Re: SCHWEISSEN & POPELN

Beitragvon troutcontrol » 07.05.2021, 07:46

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