Atlantik-Lachsfischen, nur was für Reiche?

Das Forum der Lachs- und Meerforellenfischer, sowie aller Ostseeangler. Was geht, wann und wo? Auch hier gibt es sicher viel zu erzählen! Denn mal los!

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Atlantik-Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon AlexWo » 31.05.2021, 19:53

Liebe Admins, vielleicht kann einer von Euch die Posts zum Thema Lachsfischen/Preise aus dem Lakselv Thread hierher verschieben, dann könnte man sich hier weiterfetzen!

Viele Grüsse

Alex
AlexWo
 

Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon DerRhöner » 31.05.2021, 21:27

Hallo Alex,
Hallo allerseits

Schön, dass wir hierhin umziehen, ich bin dabei! Denn ich finde, wir sollten das konstruktiv diskutieren, sodass für uns alle ein Erkenntnisgewinn rauskommt.

Sorry Alex, deine Reaktionen hierzu ("Du bist nicht aus meiner Welt", "kommst Du eh nicht ran" - siehe Ursprungsthread) liessen für mich bislang die Bereitschaft zu einer konstruktiven Diskussion vermissen, aber ich begrüsse es, wenn Du Dich hier beteiligst.

Ich finde einfach, wir sollten ehrlich diskutieren, welche Voraussetzungen man mitbringen oder welche Kompromisse man eingehen muss, wenn man günstig oder hochpreisig fischt. Und was Zahlen konkret bedeuten. Du schreibst jetzt, Du fischt für unter 300 Euro am Tag - für Lizenz, mit Unterkunft und Verpflegung, mit Guide, mit Auto, volle oder geteilte Rute, mit oder ohne Reisenebenkosten?

Und natürlich muss man niemandem Vorschreiben, wie er lebt. Aber wenn ich das aus Deinen Postings an anderer Stelle richtig ableite, kannst Du Dir entweder noch einen Zweitwohnsitz in der Schweiz leisten oder arbeitest hier (wie ich auch). Da ich weiss, wie die Lohn- und Steuerstrukturen hier sind, weiss ich schon mal, dass man sich von hier aus einfacher einen solchen Trip leisten kann (Stichwort "aus meiner Welt"). Wenn man dann vielleicht noch das Privileg von doppeltem Einkommen ohne Kinder hat und für sich entscheidet, dass ein Polo genügt, wird das schon einfacher. Viele können so aber nicht rechnen. Wenn man dann noch selbst Fischerreisen vermarktet und entsprechend andere Kontakte zu den Anbietern hat, bringt das vermutlich auch Vorteile mit sich. Und wer das finanzielle Risiko einer Pacht von 1 Mio Euro eingehen kann, muss auch entweder gut finanziert sein oder gute Kontakte haben. Das alles sei Dir vergönnt.

Aber ich finde, das entbindet nicht davon, auch anderer Leute Perspektive einnehmen zu können und konstruktive Vorschläge zu machen.

Und gerade weil du solche Reise anbietest, solltest Du besser als ich erklären können, was realistische Möglichkeiten sind und eine umfassende Aufstellung von Kosten und Nutzen machen können. Mich würd's echt interessieren! Und ich glaube sehr viele hier im Forum auch.

Gruss

Christian (der einen 11 Jahre alten Skoda fährt ;-)
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Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon Joosti » 31.05.2021, 22:06

"Lachsfischen - Nur was für Reiche ?"

Meine Erfahrung nach 25 Jahren Norwegen.
Definitiv: Nein

Es gibt im schönen Norden unseres Kontinents so unfassbar viele Lachsflüsse, die Meisten davon kennen wir in Mitteleuropa gar nicht.
Ich habe mehrfach erlebt wie kleine unscheinbare Rinnsale voller Lachs in Privatbesitz sind und man nichts weiter tun musste, als den Besitzer fragen, ob man fischen dürfe.

Ich finde ich es wichtig und richtig, dass jeder (auch alle Leidensgenossen unserer Passion) ihr Leben so ausgestalten können wie sie es für Richtig halten.
Das ist eines der höchsten Güter unserer Gesellschaft. Der Einzige Weg diese Freiheit zu verlieren ist meiner Meinung nach, dass wir sie uns gegenseitig streitig machen, also sollten wir das tunlichst lassen!

Ich selber war auch schon mal am Lakselv, leider nur zum schauen. Das Fischen wird aber definitiv Nachgeholt. Das es dort mit nett Fragen nicht getan ist, darüber bin ich mir völlig im Klaren.
Daher bin ich auch über solche, (wie o.g) Threads, hier im Forum sehr dankbar, denn man findet durchaus die ein oder andere Nützliche Info.

Gern würde ich das Forum via Suchfunktion auch öfter mal als Nachschlagewerk nutzen.
Leider muss ich in letzter Zeit immer öfter Feststellen, dass einige Threads völlig eskalieren und in Richtungen ausschlagen, die mit dem Ausgangspunkt nix mehr gemein haben.
Ich hoffe dieser hier endet nicht auch so. Denn diese Thema interessiert mich sehr!

Danke an alle.

TL Joosti
"Lachsfischen gefährdet Ihren Job, Ihre Gesundheit und das Glück Ihrer Familie" :D
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Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon AlexWo » 31.05.2021, 22:17

HI Christian!

Wenn mir jemand unterstellt, ich würde nur mit Guide fischen können/wollen und mir irgendwas von der Ostsee schreibt und von Geduld, dann ist er einfach nicht aus meiner Welt! Gründe dafür:

-ich will Fische fangen und nicht das höchste Level der Geduld erreichen.
-Ausgelutschte Frühjahresmefos sind nicht meine Zielfische, der fette Überspringer die absolute Ausnahme.
-Thema war Lachsfischen
-Letztes Jahr hat M.Frödin in Island gefischt. Wer glaubt, das er auch nur einen Tag ohne Guide gefischt hat, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten!

Zu dem Gebot für die West Rangá Pacht schrieb ich "WIR", damit meinte ich, die Firma für die ich arbeite.

Zu Schottland und dem exklusiven Beat, kann ich sagen, dass es dort nicht darauf ankommt, dass man das Geld dafür hat, sondern die passenden Freunde.
Ich habe dort 3 Ruten im März und im Mai (Primetime), eine Rute fische ich selbst, die anderen drei vergebe ich an sehr gute Freunde. Es ist absolut unmöglich, für Aussenstehende, dort zu fischen.

Zu den Preisen in Island: Du hast öffentlich die Vermutung geäussert, dass sich die Agenturen die Taschen vollstecken, dass allgemein zu behaupten ist totaler Bullshit!
Tatsache ist, dass eine britische Agentur, die Preise an der East hat explodieren lassen und es Leute gibt, die das bezahlen! Glaubst Du, dass blieb anderen Grundbesitzern verborgen? Allerdings muss ich auch sagen, dass es andere Beispiele gibt, so blieben die Preise für die Nordura seit Jahren stabil!

So nun zu den Preisen: vernünftige Lachsfischerei kostet ab ca. 250 Euro pro Tag, Guiding kostet zw. 500 und 550 Euro für 12h undfür bis zu 4 Angler, Lodge mit Fullboard zw. 200 und 300 Euro am Tag. Rute und Zimmer kann man teilen, dan kämen ca. 90 Euro dazu für die Verpflegung und u. Reinigung des Zimmers. Trinkgeld für den Guide ca. 50 Euro am Tag, Selbstversorger Unterkünfte ab ca. 50 Euro pro Nase.
Das Beispiel was ich brachte "unter 300 Euro": Lizenz 230 Euro, Unterkunft 60 Euro.

Es gibt in Schottland jede Menge preiswerte u gute Fischereimöglichkeiten, unmöglich hier alles aufzuzählen.

Ich versuche die ganze Saison mit Kurztrips und ein bis zwei Hauptreisen abzudecken. Im März starte ich in Schottland, Mai Schottland, Juni Island, Juli Island, August Norwegen, September Schottland (dieses Jahr Island, hab noch in einer Lotterie eine West Rangá Woche gewonnen).

So, jetzt könnt Ihr mich zerfleischen!

Alex

P.S.; ich habe Wurstfinger u schreibe auf dem Tablet, daher seht es mir bitte nach, wenn mal ein Leerzeichen fehlt oder sich ein falscher Buchstabe einschleicht.
Zuletzt geändert von AlexWo am 01.06.2021, 00:52, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon nuanda » 31.05.2021, 23:15

Nachdem Ihr umgezogen seid, muss ich jetzt an dieser Stelle auch etwas schreiben.

:biggrin:

Eure ziemlich ausführlichen Erklärungen haben mir zu denken gegeben. Allerdings habe ich dann auch nicht mehr alles gelesen.
Irgendwie hat diese Gelddiskussion immer etwas von eine Rutenlängenvergleich. Die Diskussion zum talentiertesten Lachsangler macht es auch nicht besser. =D>

Geht es nicht um was ganz anderes?

Meinen ersten Lachs habe ich als Junger Kerl in einem kleinen Lachsfluss in Irland gefangen. Ich habe mit einem Freund zusammen geangelt und obwohl wir die Lachse in dem dunklen Wasser sehen konnten, haben wir sie nicht zum beißen verführen können. Wir haben die besten Fliegen ausprobiert, Spinner geworfen und sogar Würmer und Garnelen benutzt. :oops: Wir hatten die Zeit unseres Lebens.
Als plötzlich die Sonne durch die Wolken gestochen hat und dieses magische Licht über die Wiesen und Berge leuchtete biss auf einmal ein 4 Pfund Exemplar an die Fliege an.
Ich erinnere mich, wie mein Freund vor Aufregung ins Wasser gefallen ist und an den Triumph, den ersten Lachs zu landen.
Diesen Tag werde ich ein Leben lang nicht vergessen!
(Lachskarte vielleicht 20 EUR)

Es gehört dann aber wohl dazu, dass der gemeine Lachsangler im gesetzteren Alter irgendwann mit Guide an exklusiven Stellen fischt. Hier wurde Mann bis ans Wasser getragen, der Pool und die besten Stellen wurden genau beschrieben, die Auswahl der Fliege wurde für einen übernommen und ich hatte sogar eine Guide der mir unbedingt mal mit meiner Angel zeigen wollte wo und wie ich werfen soll. (im Ernst)
Ja, hier habe ich auch gut gefangen. Aber ich weiß genau was ich vorziehen würde.

Kleiner Exkurs zur Verdeutlichung meines Standpunkts:
Es soll Orte geben an denen Mann für viel Geld die tollste Frauen kennenlernen kann. :roll:
Hier gibt es auch alles was man sich vorstellen kann und preislich gibt es keine Grenze. Exklusive Orte, tolles Essen und beste Logie...und man hält Euch sogar die Rute.
Ich gebe zu, dass man auch hier fotogene Trophäen bekommt.
Zurück zum Thema.

Wenn ich an Lachsangeln denke, dann freue ich aber auf die Entdeckung eines wilden, abgelegenen Flusses. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit dem schwierigen Zugang. Genauso wie das Erarbeiten unbekannter Pools und der besten Fangmethode. Je mehr man davon alleine macht, umso größer ist doch die Belohnung, wenn es dann klappt.
Zugegebenermaßen ist das beim Lachsangeln nicht so einfach, so dass man sowohl für die Anreise, die Unterkunft und die Karten alles investieren kann. Aber auch hier kann ich Euch nur sagen: Der Weg ist das Ziel!
Alles was man sich selbst erarbeiten bringt die größere Freude!
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Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon AlexWo » 01.06.2021, 00:40

...., und wenn es dann nicht geklappt hat, Urlaub vorbei, Geld in den Sand gesetzt, Entäuschung gross, halb so schlimm! Die nächste Lachswoche kommt bestimmt, wenn nicht nächstes, dann übernächstes Jahr, fischereilich fängt man zwar wieder bei fast null an, dafür hat man schon fast den höchsten Grad der Geduld erreicht!
Die Jahre gehen ins Land.....

Lakselva, wilder, abgelegener Fluss.... voll abgelegen, beidseitig von Strassen flankiert, Wohnwagen auf den Kiesbänken und an öffentlichen Pools gehts zu wie auf dem Karlsplatz :D
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Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon DerRhöner » 01.06.2021, 02:46

Hi Alex
Hallo allerseits

Mir geht es nicht ums Zerfleischen, aber ums Spiel mit offenen Karten. So kann jeder verstehen, welche Voraussetzungen er mitbringen muss und erhält ein realistisches Bild. Ich rechne Deine Zahlen mal durch auf einen Tagessatz pro Fischer, wobei ich davon ausgehe, dass jeder Vollzeit fischen will.

250 - Lizenz
300 - Guide (halber Guidesatz plus Trinkgeld)
300 - Lodge (Vollverpflegung)
50 - Sonstiges (Trinkgelder Lodge, Alkohol etc.)

Macht für mich einen Tagessatz von 900 Euro. Gehen wir davon aus, dass man nicht für einen Tag, sondern sagen wir für 5 Tage losgeht, sind wir bei 4500 Euro. Eine Übernachtung jeweils bei An- und Abreise incl. Verpflegung summiert sich auf rund 400 € (und das ist meiner Erfahrung nach nicht luxuriös). Transfer zum Wasser und zurück nochmal 200 € und der Flug 500 Euro. Komme ich auf 5600 Euro oder über 1100 Euro Durchschnittskosten pro Tag. Für eine geteilte Rute (=6 h Fischen pro Tag) würde ich nicht linear von der Hälfte ausgehen, sondern sagen wir 60-70% mitteln wir mal auf 700€ pro Tag und Nase.

Die "DIY-Lösung": 230 Lizenz, 60 Unterkunft, 90 Verpflegung etc., 50 Mietwagen (ca. 100€ durch 2 geteilt) sind Summe: 430 Euro. Wobei das dann ohne den Guide ist, den Du ja dringend empfiehlst und diese Meinung teile ich. Nehmen wir an den engagieren wir für 2 Tage zwecks Einweisung am Wasser uns danach gehen wir auf eigene Faust: 600 €. Auf 5 Tage: 2750 Euro. Plus Flug (500) und Anreisekosten (400) wie oben sowie Sonstiges (Sprit, Alkohol etc.) mit sagen wir 300 Euro: 3950 Euro oder 790 € pro Tag.

Also komme ich auf 1100€ bzw. 800 € pro Tag. Stimmt meine Mathematik? Und verstehen wir unter "vernünftige Lachsfischerei“, dass wir private Beats haben (Halbtagsrotation mit 2 Ruten pro Beat) und der Fang in dieser Kalenderwoche (nicht über die Saison für den ganzen Fluss gemittelt) im Schnitt ca. 1 Lachs (für geteilte Rute besser 2 Lachse) pro Tag und Rute ist?

Es wäre dann noch nett, Alex, wenn Du mit uns teilen würdest, welche Flüsse zu diesen Konditionen zu haben sind.

Wenn nicht, ist das bedauerlich, aber nicht ungewöhnlich. Dann laufen wir aber halt nach der Geldfrage in das andere Thema rein: Verbindungen. Man muss jemanden kennen oder mindestens jemanden der jemanden kennt. Das ist zu akzeptieren und ich kenne auch die Meinungen derer, die Ihre Geheimplätze (und ein guter Lachsfluss, zu dem man privat Zugang erhält, ist wohl auch so etwas) durch Schweigen verteidigen. Das ist schade, aber auch das sollte man dann offen zugeben. Denn wer das nicht durchschaut fragt sich dann, ob er zu blöde ist, an gute Fischerei zu kommen. Es hilft sicherlich, wenn man sich in einem Netzwerk von Lachsfischern bewegt, sei es durch private Vernetzung oder durch berufliche, was dann sicherlich nochmals ganz andere Verbindungen zu Einheimischen und (vielleicht dann über diese oder direkt über die Firma) Kontakt zu kleineren oder privaten oder exklusiven Gewässern ermöglicht. Darüber verfügen aber die wenigsten von uns.

Sicherlich gibt es haufenweise Flüsse in Skandinavischen Ländern, bei denen man nur den Besitzer fragen muss (wie Joosti schreibt). Aber dazu muss man erst mal rausfinden, ob das Gewässer die Mühe lohnt (zu dieser Jahreszeit, bei diesem Wasserstand und ob dort überhaupt Lachse vorkommen) und da wird ein Blick von der Straßenbrücke nicht genügen... ideal ist es also auch schon hier, wenn man einen Tipp von Einheimischen hat, wo man hinfährt. Dann den Besitzer finden (der das meiner Erfahrung nach auch nicht immer weiß oder bei Aussicht auf Extrageld mit der Wahrheit flexibel ist) und dann die passenden Stellen im Fluss. Ich habe das oft genug versucht und dabei für kleines Geld auch gutes Forellenfischen gefunden. Lachsfischen leider nie. Aber wenn ich für eine Woche Fischen irgendwo hin fahre, will zumindest ich nicht die Hälfte meiner Zeit mit Suchen, Diskutieren und dem Aussortieren von Nieten-Gewässern verbringen. Vor allen Dingen nicht, wenn meine Holde es nicht toleriert, dass ich meinen Jahresurlaub mit Fischen verbringe, mir also nur, sagen wir 1-2 Wochen im Jahre bleiben. Also auch hier wieder: Jemanden kennen ist der Schlüssel. Oder - und das würde ich mir wünschen - man teilt hier eben solche Hinweise und sei es nur dosiert per PN. Joosti, würdest du Di das machen?

Ich kann im Übrigen der Haltung "den Fisch erarbeiten" durchaus etwas abgewinnen. Aber die Arbeit sollte für mich am Wasser stattfinden und schon eine reelle Fangchance bieten, Erarbeiten will ich mir nicht beim Rumfahren und Diskutieren mit Bauern und Pools auskundschaften und aus Versehen auf dem falschen Land stehen und Ärger mit dem andern Bauern kriegen....Sowas nervt. Oder um es mit Nuanda zu sagen: Im zweifelsfall investiere ich meine Energie lieber ins Becircen der Damen, aber ich will bestimmt nicht mit einer Truppe Türsteher rumdiskutieren müssen.

Ich denke im Übrigen nicht, dass meine Einschätzung zu den Geldflüssen Bullshit ist. Sicherlich sahnen die Landeigner ab, ich habe das auch nicht ausgeschlossen, ist sage nur, dass ich eine Steigerung von 10-20% fair fände und nicht glaube, dass sie 100-200% mehr kriegen. Und auch das wäre dann unfair, denn ich glaube sie bringen keine Zusatzleistung zu früher (Kosten für die Smoltprogramme gab es damals und gibt es heute genauso). Aber klar, kann sein, dass sie gierig werden und einfach nehmen, was sie kriegen können, solange jemand zahlt... Setzten wir das mal in Relation zu den Fängen: Die Zahlen des West Ranga waren ja nicht sooooo großartig die vergangenen Jahre (scheint als wurde am Smoltprogramm eher gespart...) , aber sagen wir im langjährigen Mittel gab es 5000 Fische pro Saison, dann lassen sich die Landeigner jeden Fisch mit 200 (!) Euro bezahlen. Finde ich frech - aber ja, solange der Markt mitspielt, bitte. Macht im Saisonschnitt 2 Fische pro Tag und Rute, wobei es in der Hochsaison eher 5-6 und in schwachen Zeiten eher 0,5 pro Tag sind.

Aber ich finde meine These über die Vermittler ebenfalls plausibel, weiche Fakten dazu: Die zunehmende Zahl der Anbieter - wenn da kein Geld drinstecken würde, würden sie es nicht machen und dafür sogar milchige Flüsse pachten, die man fast nur mit Wurm erfolgreich fischen kann. Die irren Summen die diese zu zahlen bereit sind - kein Kaufmann investiert solche Pachtsummen ohne entsprechende Margen zu auf dieses Investment zu erzielen. Die Tatsache, dass ich ein paar Anbieter zumindest so weit kenne, dass sie nicht schlecht leben. Viele davon haben noch dazu ein gewisses Darstellungsbedürfnis und lassen die Öffentlichkeit daran teilhaben, wo und wie oft sie selbst fischen und jagen gehen und wie ihre Trophäenräume aussehen. Meine (halb-)harten Argumente unter Zuhilfenahme von Annahmen sind: Gehen mal davon aus, die West Ranga wäre für 1 Mio. zu haben gewesen. Meines Wissens hat die eine besonders lange Saison von rund 120 Tagen und es werden 20 Ruten gefischt, richtig? Dann wären das doch rund 400 € Lizenzkosten im Schnitt pro Tag und Rute.(Aber immerhin: die 400-Euro-Lizenz wird bei einem Durchschnittsfang von 2 Lachsen immerhin durch die korrekte Menge von 2 Goldlachsen zu je 200 Euro fair aufgewogen :roll: ) Addieren wir die gleichen Kosten wie oben (300+300+50) komme ich auf 1050 Euro pro Tag. Wobei ich hier mal sträflich außer Acht lasse, dass so ein Reiseanbieter die Kosten für Guide, Verpflegung etc. nicht 1:1 durchreicht, sondern günstiger einkauft, auf dem Guidehonorar also schon eine Marge drauf ist respektive das Geld nicht zu 100% beim Guide ankommt. Zurück zu den 1050 Euro "Kosten": Ich habe mal schnell recherchiert (Roxtons, AardvardMcLeod) bieten den Tag je nach saisonaler Qualität für 1700 bis 2400 €uro an. Sagen wir, im Schnitt geht der Tag für 2000 Euro übers Ufer, dann sind das 90-100% Marge, die sich der Pächter und der Verkäufer teilen. Ja, auch die bezahlen ihr Personal und ihr Büro und stecken sich die 950 nicht direkt in die Tasche. Aber aus Sicht des Fischers findet hier beim Pächter nicht viel und beim Verkäufer praktisch keine Wertschöpfung statt. Denn wie gesagt, die eigentlichen Leistungserbringer Fische, Fluss, Guide, Koch und Hotelpersonal sind ja vorher schon abgegolten und haben auch bereits (kleinere) Margen drin. Und ich glaube aus andren Teilen der Reisebranche (Pauschalreiseanbieter bauen ja auch nur als Hotel, Vollpension, Strand und Animateur ein Paket zusammen) deren Geschäftsmodell also recht ähnlich ist zu wissen, dass die mit 10-20% Margen schon glücklich sind.

Bevor einer sagt, das sei alles viel Komplizierter und da stehen große Exceltabellen dahinter, die das für jeden Tag viel präziser ausrechnen: Hoffentlich ist das so. Aber mit der naiven "Was geht raus, was geht rein und was geht dazwischen "verloren""-Rechnung kommt man schon auf ganz plausible Werte. Denn am Ende muss die Summe stimmen, egal aus wie vielen Mikrokalkulationen sie sich zusammen setzt. Und die scheint für viele in dem Business sehr gut aufzugehen.

Und ich sage es nochmal: Jeder der eine Leistung erbringt, soll dafür gezahlt werden. Und wenn es eine begehrte Leistung ist, auch etwas besser als nötig. Aber nur dadurch, dass man monopolistisch über den Produktionsfaktor Fluss verfügt - das sind die Landeigentümer und deren Pächter (und evtl. noch die Wiederverkäufer), ist noch keine Wertschöpfung erbracht. Meine Einschätzung ist, dass den horrenden Pachtsummen bei den Landeigentümern und den Margenaufschlägen bei den Veranstaltern zwar etwas, aber eben keine verhältnismäßige Leistung gegenübersteht. Die können die Preise einfach nehmen, weil der Markt mitspielt. Das ist legal und ist das, was man in der Marktwirtschaft unter Fairness versteht. Anständig finde ich das nicht...aber Anstand ist in diesem System keine Kategorie.

Nun komme ich zu Alex' Zahlen zurück: Wenn ich die richtig verstehe, sind die eben ohne Vermittler. Immer noch viel Geld und insbesondre bei der Lizenz habe ich wieder das Gefühl, dass ich einen 250 Euro Lachs fange und auch das nur eventuell. Aber größtenteils zahle ich Leute, die mir eine Leistung abliefern. Wenn ich jetzt mal sage, ich gehe zu meinen Kalkulationen an die West-Ranga, dann kosten mich die 5 Tage dort 10.000 Euro! (Mit Nebenkosten 11.000) Auf Basis der Zahlen von Alex wären wir bei 4500 (bzw.5600). Also 4500 vs. 10000, wobei die fischereiliche Leistung (Guiding und Fische pro Rute) ziemlich ähnlich sein dürfte und in beiden Fällen nicht im Rattenloch geschlafen wird. Wenn ich mir das so ansehe, wünsche ich mir schon mal eine Erklärung dafür, welche wertschöpfenden Leistungen für diesen Unterschied erbracht werden, der je nach Berechnungsgrundlage zwischen 4750 und 5500 Euro liegt. Was ist dafür der Gegenwert für den Fischer?

Soweit meine Einschätzung zum Status und zu den meiner Meinung nach wirtschaftlichen Hintergründen der "teuren" Fischerei. Ich denke meine Mathematik kann man nachvollziehen und die Quellen für die Ausgangszahlen stehen öffentlich bei den entsprechenden Anbietern bzw. wurden zuvor genannt. Wer meine Schlüsse nicht teilt, mag mich gerne widerlegen. Aber bitte mit konkreten Zahlen, weniger Annahmen und präziser Mathematik.

Worauf ich bei dieser Diskussion raus will, sind diese Dinge:
- Den Nebel lichten: Anfängern oder Lebenslangen Träumern beim Verständnis der Mechanismen helfen und sie in die Lage zu versetzten zu sehen, was realistisch ist, was man finanziell oder an Netzwerk oder Zeit mitbringen muss. Und an welchen Hebeln man ziehen kann und welche Kompromisse man dafür eingeht.
- Hinweise sammeln: Wo kann man Fischerei finden, bei der man für den Zugang und die erbrachten Leistung faire Preise zahlt, ohne das verschiedene Beteiligte horrende Margen absahnen, nur weil der Markt es hergibt. Sodass für den was dabei ist, der nur wissen will welcher Fluss sich lohnt, einen fairen Preis hat und wo er die Lizenz mit ein paar Tipps auf der Landkarte bekommt. Aber auch für den, der sich einen vollen Service gönnen will, aber dann auch nur die Serviceerbringer bezahlt und keine Vermittler mit horrenden Aufschlägen.
- Wie und wo kommt der Normalverdiener an eine Lachsfischerei mit fairen Erfolgsaussichten, für die er Preise zahlt, die im vernünftigen Verhältnis zu einer sinnvollen Gegenleistung stehen. (Unterkunft und Guiding = sinnvoll .... Glasfaserinternet, 3*Küche und vom Management handverlesene Kellnerinnen die 10 Sorten Gin anbieten können eher nicht) Und an denen keine Vermittler verdienen, sondern wo sich allenfalls der Guide, der Bauer und das Hotel, die Gäste gegenseitig rumreichen, aber keiner eine Käseglocke drüber gestülpt hat und dafür Geld kassiert.

So, und jetzt geh ich ins Bett und träume davon, dass ich auch mal eine Angellotterie gewinne (neulich beim Atlantic Salmon Trust leider leer ausgegangen) oder eine Isländerin eheliche, der ein gesamtes Tal mit dem darin fliessenden Lachsfluss gehört.

Gruß

Christian
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Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon orkdaling » 01.06.2021, 07:34

moin,
sehr interessant, ich will diesmal nicht viel schreiben weil :
-jeder kann sein geld ausgeben wie er will
-jeder hat die møglichkeit sich umzuschauen wo er fischen will

Joosti hat schon einige beispiele gebracht, genau so ist es.

unsere "spuernasen" verlangen 800 Nkr /Tag aber die tageskarte kosten nur 300-500Nkr , ich rede hier von der Orkla
sehe eben das Hotel verlangt 900 und 600 fuer die karte https://baardshaug.no/aktiviteter/laksefiske/
da kann man aber auch den koch buchen der die grillwuerste umdreht, fuer nur 500Nkr/stunde hahaha

-es gibt im ort aber auch den skjenald, karten ueber Inatur oder an der tanke fuer 200/tag
unweit gibt es zwischen orkla und gaula oder halt vorn an der aussenkueste zahlreiche fluesschen mit saisonkartenpreisen von 650 Nkr !
-es gibt aber auch hier im Ort bzw an der orkla strecken mit schøn eingerichtetem blockhaus fuer nur 20.000 Nkr/woche
-ich zahle 2000Nkr fuer 3 monate (mitgliedspreis) sonst 2500Nkr , altersrentner zahlen nur den mitgliedspreis, bis 16 ist das fischen gratis

Und ich kenne "Reiche" die haben es in einer Woche mit "supernase" am "privatpool" auf soviel Fische (1) gebracht wie einer unserer Jungs an der øffentlichen strecke am Tag!
-diese halbstarken haben doch letztes jahr den schnitt versaut, an einem tag mal 3 am anderen sogar mal 7 fische gefangen
-Ich kenne aber auch vereinsmitglieder die reisen nach Island, um mal was anderes zu sehen und am pool ihren wiskey zu schluerfen

jeder wie er will !
gruss hendrik
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Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon AlexWo » 01.06.2021, 08:59

Anderes Beispiel Christian: Ende August, 4 verschiedene Flüsse 4 Tage Lachs/2 Tage Meerforelle , 2 Fischer, Selbstversorgerunterkunft, kein Guide: 2500€

Auto kostet 80€ pro Tag geteilt durch 2, Essen muss man daheim auch, Hotel bei Anreise 120€, Flug 400€.

3300€

Ein Kunde fing bei diesem Trip, letztes Jahr, an seinem besten Tag 13 Lachse, ein Teil gefärbt, einige blank.

Schottland Top Revier im Mai:

Fischerei mit Ghillie 230€ am Tag, Hotel mit Verpflegung 180€ die Nacht, Trinkgeld Ghillie 30€ am Tag, Leihwagen 40€ am Tag, Flug 300€, Hotel vor Abreise 100€

3280€

1 Fisch pro Tag sollte drin sein

Ist was ich selber zahle, wir bieten das nicht an.


Gute Lodge am Lakselva frühe Saison All In
5000€ , Hauptsaison 9000€, plus Flug 700€

Wie die Fangchancen sind kann ich nicht sagen, mache das erst 2022

Reisebeispiel für die, die es einfach können, sich gern durchkämpfen, um dann Ihre Erfolge noch mehr geniessen zu können:
Hütte mit 150m Privatbeat auf der falschen Seite vom Fluss 2900€, Flug gratis, sagen wir 5 Tageskarten zu 500€

3400€

Aussichten: Alles oder nichts, man hat jede Menge Leute kennengelernt.

Wie hier einer der Vorredner geschrieben hat, jeder nach seinem Geschmack!

Klar, ich kann immer sagen, Tageskarten an Vereinswassern kosten sagen wir 30€, ne Hütte mit Plumpsklo 300€ die Woche, Essen kann man vorkochen und von daheim mitbringen. Dann sollte man aber auch Schneidertrips einkalkulieren. Viele mögen auch die Geseligkeit auf Campingplätzen, Dosenbier und eingeschweisstes, bereits mariniertes Grillgut, die Gespräche mit anderen Fischern im Vorzelt....

Viele Grüsse

Alex
Zuletzt geändert von AlexWo am 01.06.2021, 10:30, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon AlexWo » 01.06.2021, 09:14

Christian sprach von Hebeln, die man ziehen könnte, um Lachsfischen in Island preiswert zu gestalten bzw. den Reisepreis abzumildern.

Hier einige Hinweise:

-einen fairen Veranstalter suchen

-zu zweit oder viert fahren um die Kosten für das Auto, die Unterkunft zu senken.

-Selbstversorgerunterkunft wählen, selbst kochen.

-in der frühen oder der späten Saison fischen

-Guide nur am ersten Tag oder auch ein Guide per 4 Ruten (z.B. West Ranga 4 Ruten Beats).

-Rute teilen, hab ich auch schon öfter gemacht, finde das sehr enspannend!

-teure Beats mit preiswerteren kombinieren bei längeren Trips

Viele Grüsse

Alex
AlexWo
 

Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon DerRhöner » 01.06.2021, 12:49

Hallo Alex

Danke für Deine Einschätzung.

Wenn ich mir nun Hendriks Kommentar ansehe, habe ich eine grobe Einschätzung dazum um welche Gewässer es sich dreht, kann mir ein paar mehr Informationen dazu zusammengoogeln und würde mal davon ausgehen, das mir Hendrik auch weiterhelfen würde, wenn ich an der einen oder anderen Stelle nicht weiterkomme.

Wie schaut es mit Deinen Erfahrungen aus? Magst Du mit uns dein Wissen über die Flüsse / Flussabschnitte / Beats (je nach System des Landes) teilen? So könnte man sich auch dazu informieren und ein Verständnis entwickeln, ob das für einen passt.

Herzliche Grüsse

Christian
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Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon AlexWo » 01.06.2021, 12:54

@Christian: hast Du schonmal was vom Unternehmerischen Risiko gehört? Die Verträge laufen mehrere Jahre, die Farmer fragen nicht ob Covid ist, Robbe, Orca, Chinese, Klimawandel usw.

Zu Deiner Beruhigung, es wurden ca. soviele Smolts besetzt wie immer! Es haben sich Dinge gewandelt, man hat darauf reagiert...

Alex

P.S.: wer den Lachskommunismus wie an der Mörrum mag, soll halt da hinfahren, ich habe nichts dagegen u. bin dafür, dass jeder seinen Weg findet. Ich hab meinen gefunden u. bin zufrieden, unsere Kunden auch!
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Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon matthias z. » 01.06.2021, 15:49

AlexWo hat geschrieben:Schottland Top Revier im Mai:

1 Fisch pro Tag sollte drin sein

Viele Grüsse

Alex


…...das soll wohl ein Fisch pro Woche heißen, oder?

Tls

Matthias
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Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon orkdaling » 01.06.2021, 17:01

Moin,
ja das unternehmerische Risiko besteht immer, nicht nur fuer die Pæchter irgendwelcher Edelpools, auch fuer Vereine !
Wenn die Bedingungen nicht stimmen (ich rede nicht von Corona denn das hat keine Auswirkungen bei ca 5% auslædischer Fischer) kommen halt auch nicht die einheimischen Fischer. Dumm ist es wenn man auf den kleinen Mann verzichtet und seine Strecken gewinnbringend nur an zahlungswillige Kunden vergibt, auf Jahre in vorraus.
Dann wird natuerlich gejammert wenn pløtzlich niemand kommen kann.
Ich erinneren mich das auch Vereine ins Minus gegangen sind - also das Risiko besteht fuer alle ! Eigentuemer, private Pæchter, Ortsvereine.

Was ist den Lachskommunismus?
Ok ich mag keinen Lachszirkus mit in der Reihe stehen und Warten oder Rotation, mal drei Stunden da, dann wieder dort hin usw.
Darum kommt auch die Mørrum nicht in frage, auch nicht wenige Kilometer oberhalb von mir wo so gefischt wird - nur um einen Traumfisch zu zeigen.
Da treten sich wie gesagt die Leute tot, fischen bis der Pool leer ist denn die ersten Fische ziehen ja bereits vor der Erøffnung rein , dann dauert es wieder eine Weile bis "Nachschub" kommt, die Fische kommen ja nicht wie auf einer Perlenkette aufgereiht , schon eine Windænderung sorgt dafuer das sie halt mal 3 Tage længer brauchen um von der Muendung des Fjords bis zur Flussmuendung zu gelangen.
Dann wird gejammert, von Abzocke geredet ... statt die Møglichkeit zu nutzen in anderen Fluessen auf keine Trophæhe zu fischen.
Ich erlebe das ja auch immer wieder , na und, ist halt Risiko wenn man nur eine Woche gebucht hat. Genau so gut kann es zu Schmelzwasser kommen wenn es zu schnell warm wird oder richtige schwere Regenfælle besonders im Juni.

Aber ich hab ja wohl auch Lachskommunismus?
Ist mal eben Flachwasser und die Fische drehen Runden im Fjord und steigen nicht auf, na dann halt 500m weiter. (Abstand Orkla - Skjenald -Muendung) Oder halt Richtung Gaula, aber nicht die gesamten 27km, nee nach 14km Børsa, nach 19km Vigda dazwischen.

Was mich aber wundert - noch nicht einen Fischer von den Edelpools hab ich je dort getroffen - warum? Ist das unter ihrer Wuerde mal durchs Gebuesch zu kriechen, vorher eine Tageskarte fur 20€ zu kaufen? Oder ist man nur ein richtiger lachsheini wenn man 10kg aufwærts fængt?
Ich sags mal so, jeder dieser Typen die auch die kleinen Fluesse befischen, die nicht in Rotation auf selber Stelle stehen um einen Traumlæchs zu haken, hat sicher mehr Ahnung vom Lachsfischern.
Aber was hat das nun mit Kommunisten oder Reichen zu tun ? Hab keine Ahnung !
Mein Hausarzt ist Lachsheini und ist zeitweise an einer Stelle fuer die man Karten an der Tanke bekommt.
Ein zugezogener Balte der als Chirurg das Messer schwingt hat mal schnell eine Bauersfrau geheiratet und besitzt nun einen solchen Edelpool. Bringt ihm aber auch nichts , muss ueber meine Holde ausrichten wie und wann wir mal fischen gehen kønnen.
Ok, einer der sich zu den wirklich Reichen zæhlen kann, der mehrere Unternehmen landesweit besitzt und in ganz Norge bekannt ist, der gønnt sich mal eine Woche und kann dann diese Strecke allein befischen. Aber das machen unsere Jungs auch, legen zusammen und haben auch eine Woche 1,8km fuer sich.

Was ich damit sagen will, Lachsfischen ist nicht nur fuer Reiche, nicht in S, nicht in DK, nicht in Island, nicht in Norge.
Nee das hat was mit Einstellung zu tun.
Der eine will nun mal eine Strecke fuer sich, der andere die Trophæhe auch wenn er in die Rotation muss, der næchste hat Spass am fischen und ist eher daran interessiert auch dort zu fangen wo andere aufgeben. Der setzt sich mit Vereinsmitgliedern, mit Gæsten auch mal an den Grill und fachsimpelt.

Zum Glueck kann das jeder fuer sich entscheiden, wann , wo, mit wem er gerne fischt !
Gruss Hendrik

Ach ja, wir (Verein) minimieren das Risiko und geben auf Wunsch Gratiseinweisungen fuer unsere Kartenkæufer.
Und in solch einer Vereinstrecke hatte ich letztes Jahr einen Schnitt ueber 1 Fisch/Tag - den geamten Juli
æh, am kleinem Skjenald auch 1/Tag (mehr darf man nicht), am Steindalselva auch 1/Tag eine Woche im Aug.
Aber ehrlich, wenn du 3 in der Woche hast bist du schon bei den Guten, nicht bei den Reichen hahahaha.
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Re: Lachsfischen, nur was für Reiche?

Beitragvon AlexWo » 01.06.2021, 17:14

Lachskommunismus ist, wenn durch preiswerte Karten, jedem ermöglicht wird zu fischen, es dann aber so voll ist, dass das fischen niemanden mehr Spass macht! Schade, dass dieses tolle Gewässer so verramscht wird....
Aber Schweden ist eh ein seltsames Land!

Gruss

Alex
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