Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

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Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon Hawk » 04.08.2020, 07:50

Moin,
Denke mal die Frage ist hier bei den Lachsfischern gut aufgehoben:
Nächste Woche geht es bei mir wieder für eine Treckingtour nach Norwegen.
Beim kauf der Angelkarte bekam ich den Hinweis das im gesamten Einzugsgebiet von Lachsflüssen das Angelgerät vor Benutzung zu desinfizieren ist.
Wir starten an einem Nebenfluss des Ranaelva der Lachsaufstieg hat, d.h. gehe ich davon aus das dieser Hinweis auch für uns gilt obwohl in unserem Gewässer soweit wir wissen keine Lachse mehr vorkommen.

Problem ist ich konnte gestern auch nach fleißigem googeln keine Übersicht finden wo es denn Desinfektions Stationen gibt. Würden das ganze gerne schon auf der Hinfahrt irgendwo erledigen da wir recht spät ankommen und dann gerne direkt loslaufen würden --> perfekt wäre eine Übersicht für ganz Norwegen, eine Übersicht für die Ecke Mo i Rana wäre aber auch scho super.

Hoffe ihr könnt mir da weiterhelfen,
gruß
Sven
Gruß
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon Joosti » 04.08.2020, 17:01

Hi Sven,

meiner Erfahrung nach gelten in Norwegen Regional sehr unterschiedliche Bestimmungen was die Desinfektion von Angelgerät angeht.
Eine grundsätzliche Pflicht, vor der Einreise nach Norwegen, seine Sachen zu desinfizieren besteht nicht.

Viel Wichtiger ist es die Sachen vor jedem Gewässerwechsel zu desinfizieren, denn dass ist der eigentliche Sinn.
Nur so wird nämlich Gewährleistet, dass keine Schädlinge von Gewässer A in Gewässer B gelangen.
Dem Lachsparasit "Gyrodactylus Salaris" (oder so ähnlich) ist es völlig egal ob er einen Lachs befällt, eine Mefo oder eine Bachforelle.
Ist er einmal im Gewässer macht er sich über Alles her.
Die Einzige Möglichkeit den Parasiten aus einem befallenen Gewässer wieder heraus zu bekommen ist de Einsatz von Rotenon um sämtliches Leben im Fluss zu töten.
Den Bestand können dann lediglich die Fische erhalten die zu dieser Zeit nicht im Fluss sind.
Ein prominentes Bsp. ist der Laerdalselv, dieser war aufgrund von Parasitenbefall über eine Dauer von 20 Jahren komplett für die Fischerei gesperrt.

Ich war 2005 mal 3 Wochen in der Finnmark.
Dort gibt es an jeder Kartenverkaufsstelle eine Möglichkeit seine Sachen zu desinfizieren wenn für das Gewässer Desinfektionspflicht besteht.
Da gab es dann auch stets eine Bescheinigung, wann und durch wen die Sachen desinfiziert wurden.
Diese ist wie die Angellizenz mitzuführen und bei Kontrollen vorzuzeigen.

In Mittelnorwegen (Tröndelag - Region) muss gar nicht desinfiziert werden, zumindest nicht an den Flüssen die ich befische.

Grüße Joosti
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon superfredi » 05.08.2020, 17:45

Hallo Joosti
Woher hast Du denn das gelesen, das man in Mittelnorwegn nicht desinfizieren muss ?
Man muss doch eigentlich an allen Lachflüssen desinfizieren. Vorher.
Im Bild habe ich mal die Warnhinweise von der "Driva" - die liegt doch in Mittelnorwegen.
Hier noch zwei Links:
http://orklaguide.com/desinfisering/
https://www.sunndal.kommune.no/drivaregionen

Und es gibt nicht nur Rotenon - wo echt alles abstirbt.
Irgendein Clohrmittel und was mit Aluminium soll es auch geben, da stirbt nicht gleich das komplette Flusssystem.
Na denn...
Fred
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon Joosti » 05.08.2020, 23:14

Hi Fred,

ich fahre seit 93 jedes Jahr nach Afjord und fische dort an Stordalselva und Nordalselva.
Keine Desinfektionspflicht, seit eh und je.
Auch von den anderen Flüssen auf Fosen (Steinsdalselva, Hofstadtelva etc.) kenne ich keinen mit Desinfektionpflicht.

Deinen Beiden Hinweisschildern kann ich ebenso keine grundsätzliche Pflicht zur Desinfektion entnehmen.
Diese besteht nur wenn in einem befallenen Gewässer gefischt wurde.
Wenn die Orkla explizit vorschreibt (habe dort noch nie gefischt), dass man desinfizieren muss gibt es dort mit Sicherheit auch die Möglichkeit seine Sachen zu reinigen.

Möchte hier keine Grundsatzdiskussion über die Sache mit dem Desinfizieren lostreten.
Bezogen auf Svens Eingangsfrage wollte ich mit meinem Posting nur klar machen, dass das Desinfizieren der Ausrüstung irgendwo in Norwegen auf der Anreise nicht Sinn der Sache ist,
wenn man vorhat eine Trekkingtour zu machen, in deren Verlauf man verschiedene Gewässer befischt.
Insbesondere dann nicht, wenn eines der befischten Gewässer befallen ist.

Gruß Joosti
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon Hawk » 06.08.2020, 08:17

Auszug aus den Regeln zu meiner Angelkarte (Statskog Norgeskort) für Helgeland:
Fiskeutstyr som er brukt i utlandet skal være desinfisert før det brukes i norske vassdrag. Dette med bakgrunn i faren for spredning av lakseparasitten Gyrodactylus salaris.
"Im Ausland verwendete Angelausrüstung muss desinfiziert werden, bevor sie in norwegischen Wasserläufen verwendet wird. Dies beruht auf der Gefahr der Ausbreitung des Lachsparasiten Gyrodactylus salaris. "

Vor Ort fischen wir den Großteil der Tour im selben Gewässersystem, einem Zulauf des Ranaelva und damit verbundenen Bäche und Seen.
Im letzten drittel der Tour überqueren wir allerdings die Wasserscheide, die Gewässer dort fließen über allerhand Umwege in den Lakselva.

So wie ich die Norweger kenne wird aber niemand erwarten das man mitten im Fjell, einen sehr strammen Tagesmarsch von der nächsten befahrbaren Straße entfernt, die Angelausrüstung desinfiziert :wink:
Gruß
Sven
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon superfredi » 06.08.2020, 16:20

Hallo Sven
Ich habe gerade einen Link zu "Helgeland" bekommen - dort steht, das man desinfizieren soll.
https://statskog.s3.amazonaws.com/pdf_w ... focal=none

Falls Das hier auf dem Hinweg liegt:
Desinfektionsstelle - auf dem Campingplatz in Sørmeland
https://www.inatur.no/laksefiske/5729de ... nsdalselva
und bei Langnesodden Camping
https://www.inatur.no/laksefiske/528b74 ... rddalselva
eventuell kommst Du da ja vorher noch vorbei.
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon orkdaling » 10.08.2020, 08:25

Moin,
nur mal kurz zur Info.
Desinfektionspflich besteht fuer alle Gewæssersystheme mit Aufstieg anadromer Fischarten.
Dies wurde bereits nach der Einschleppung des Gyrodactylus in den 70er Jahren aus schwedischen Zuchtanlagen bzw mit Satzfisch fetgelegt.
Im nachhinein wurden fuer die jeweiligen betroffenen Fluesse/Gebiete Gesetzblætter heraus gegeben wo sowohl die Desinfektion, Behandlung, Sperrung, Øffnung und auch die Fischzeiten(Saison) festgelegt sind.
Das Innlandsfiskeloven (Binnenfischereigesetz) ist die Grundlage und gibt dem Fylkesmann (Vertreter des Staates in der jeweiligen Provinz (Fylke) das Recht Reglungen fuer das Land/Kommune/Fluss zu untersetzen.
(Befall, Behandlung, Dauer usw geschehen ja nicht gleichzeitig landesweit, somit fuer die eben betroffene Region eigene Lovdata)
Beispiele da diese Regionen zur Zeit mehrfach erwæhnt wurden:
Trøndelag zB Gaula, Orkla, Steindalselva, Stordal und Stjørdal
https://lovdata.no/dokument/LF/forskrif ... iskeutstyr
Oder hier die Ranaregion die sich zZ in Behandlung befindet
https://lovdata.no/dokument/LF/forskrif ... iskeutstyr
Auch wird die Fischzeit (Saison) fuer das Fischen auf anadrome Arten in Fluessen geregelt, hier zu lesen alph. nach Fylke
https://lovdata.no/forskrift/2012-05-10-438
Ausserdem gibt es diese Regeln auch fuer das Fischen auf anadrome Arten i sjøen (damit ist nicht der See (sjø) sondern die See/das Meer gemeint, da steht zb drin wann die Reusenfischer fangen duerfen.

Neu ist vielleicht fuer viele Fischer das man auf den Seiten von Inatur oder in den Regeln verschiedenster Regionen den Hinweis findet, das nicht im Land wohnende ihre Ausruestung zu desinfizieren haben bevor sie fischen. Dort steht aber auch das man die Ausruestung desinfizieren muss wenn man im Ausland war und dort gefischt hat. Ist vielleicht auf mancher Seite etwas ungluecklich formuliert, es geht nicht um Auslænder sondern generell um Ausruetung die nach Gebrauch im Ausland und vor Benutzug in norw. Fluessen desinfiziert werden muss.
kurz und knapp:
-Desinfektionspflicht in Fluessen mit anadromen Aufstieg und bei Wechsel der Flussystheme
-Desinfektion der Ausruestung die im Ausland benutzt wurde
-bezieht sich nicht auf die Fjord/Meeresfischerei
(Gyrodactylus ueberlebt nicht in Salzwasser , nur auf infiziertem Fisch und das ist auch der Unterschied zu den Lachslæusen die besonders die Smolts im Meer tøten aber im Suesswasser nach 3-4 Tagen absterben)

Noch ein Hinweis zum Gyrotactylus Salaris der sich nicht nur durch unsere Ausruestung verbreitet, auch durch illegalen Fischbesatz, aber viel mehr durch das Umsetzen von Booten/Kajaks wo sich 0,5mm grosse Larven in Restwasser befinden kønnen.
Die (Laks)Smolts in einen infiziertem Gewæsser sterben alle so das der Stamm ausstirbt nachdem der letzte Rueckkehrer gelaicht hat.
Auch Saibling, Regenbogenforelle, und Æsche kønnen vom Gyro befallen werden, es gibt inzwischen genetisch verænderte/mutierte Arten.
Diese, zB vom Saibling uebertragenen Parasiten, scheinen nach neuesten Untersuchungen (2017-19) nicht fuer die Lachse tødlich zu sein.
Auch scheint Trutta Trutta, also auch unsere geliebte Mefo wenig empfænglich zu sein, sie sterben nicht.
An der zZ grøssten Fischsperre (Driva/Møre og Romsdal) wo gerade eine Behandlung erfolgt, muessen die Fischer alle Lachse entnehmen, die Mefos sind geschont, ein Lachsneubesatz erfolgt mit Erbgut aus der Genbank nach erfolgreicher Behandlung - Dauer bis 2029 !
Neben der Methode mit Rotenom (eigentlich ein Pflanzengift) wo alles was zappelt im Fluss getøtet wird, gibt es einen Hoffnungsschimmer zumindest fuer kleinere Fluesse die keine Seen durchfliessen bzw wo sich die Wassermenge nicht stark ændert, wo die Konzentration beherrschbar ist.
Untersuchungen haben gezeigt das Chlor und Aluminiumsulfat in geringsten Konzentrationen zwar den Gyro tøten die Fische, Krebse, Insekten aber nicht.
Von den bisher 51 behandelten Fluessen in den letzten gut 25 Jahren sind 38 wieder frei gegeben, von den 13 verbliebenen sind 8 in Behandlung und in 5 erfolgt eben den Neuaufbau des Stammes.(stand 2020)

Desinfektionsstellen gibt es an allen Lachsfluessen, Infos dazu auf den dazugehørigen Seiten (siehe Beitrag von Superfredi wo Beispiele zu sehen sind)
Die Desinfektion (kann auch im Heimatland vor Einreise erfolgen) muss bei Kontrollen nachgewiesen werden.

Ich hoffe ich konnte einen kleinen Einblick zum Thema Gyrodactylus bzw Desinfektion der Ausruestung geben.
Gruss Hendrik
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon Hawk » 10.08.2020, 10:04

orkdaling hat geschrieben:Desinfektionsstellen gibt es an allen Lachsfluessen, Infos dazu auf den dazugehørigen Seiten (siehe Beitrag von Superfredi wo Beispiele zu sehen sind)
Die Desinfektion (kann auch im Heimatland vor Einreise erfolgen) muss bei Kontrollen nachgewiesen werden.


Danke für die ausführliche Antwort.
Für den Ranaelva scheint es keine Karten zu geben, jedenfalls finde ich dazu keine Infos, und demzufolge auch keine zugehörigen Desinfizierungsstationen.
Ich habe gelesen das der Fluss z.Z. gegen den parasiten in Behandlung ist ggf. ist dort deshalb grade keine Fischerei erlaubt. Aber heißt das dann nicht auch das vermutlich die Desinfectionsstationen geschlossen sind?
Gruß
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon orkdaling » 10.08.2020, 10:16

Moin Hawk,
Ranaelva ist in Behandlung und wird Herbst 2020 frei gegeben, dann ist aber die Saison in den lachsfuehrenden Teilen beendet.
Fuer Sept. wurde eine Mitgliederversammlung der Eigentuemer einberufen, dann erfæhrt man sicher mehr ueber Kartenverkauf/Anzahl/Quoten fuer die kommende Saison.
Alternative, faslls du im Sept noch Lachs fischen willst wære die erwæhnte Drivaregion , bis 15.9. und alle gefangenen Lachse muessen raus wegen der Gyro-behandlung die in zwei Stufen erfolgt. Unterhalb und oberhalb der Sperre.
Viel Spass bei eurer Tour,
Hendrik
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon Hawk » 10.08.2020, 10:20

An Lachsfischen sind wir eher weniger interessiert, wir wollen hoch ins Fjell, Forellen und (hoffentlich) Saiblinge fangen :D
Gruß
Sven
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon orkdaling » 10.08.2020, 10:37

Na trotzdem viel Spass,
mal gockeln unter Fjellfiske, Røye (Saibling), Hegeland, Nordland usw. https://visithelgeland.com/no/Fiske
Gruss Hendrik
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon orkdaling » 13.08.2020, 09:49

Moin Sven und natuerlich alle interessierten nordwærtsreisenden FF,
hab da eben eine Mitteilung gelesen von einen Verein der eine Desinfektionstelle in "do it yourself" betreibt weil da neben Fischern auch Wasserwanderer unterwegs sind.
Ein Kajak oder Raftinganzug passt ja schlecht in eine Wanne fur Ruten, deshalb steht dort eine Tonne mit den Mittel " Virkon S" , Einweghandschuhe und Schutzbrille. Wird empfohlen auch wenn die Løsung nur 1% Virkon S enthælt. Einspruehen, 15min wirken lassen, mit Klarwasser spuelen.
Fuer die die nicht zur Lachszeit reisen bzw wenn die Campingplætze noch oder schon zu sind, "Virkon S" gibts in Apotheken da das ja nicht nur fuer unsere Angeln gedacht ist. Einfach mal Suchmaschine anwerfen.
Gruss Hendrik
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen / Virkon S

Beitragvon DerRhöner » 13.08.2020, 12:22

Hallo allerseits

Ich nutze Virkon S seit Jahren zur Desinfektion vor meinen Reisen nach Island. Das Mittel bekommt auch problemlos online (ich habs bei Amazon bestellt), denn es ist nicht apothekenpflichtig. Es gibt eine Darreichungsform als Pellets, so ähnlich wie Spültabs, die ich sehr praktisch finde. Die Anwendung ist simpel. Das Mittel funktionert sehr gut, wie mir Fachleute bestätigen. Die Tatsache, dass die mit Desinfektion bei der Einreise sehr scharfen Isländer, unter anderem dieses Mittel für die Angelgerätedesinfektion vorschlagen, spricht auch dafür.

Gruss

Christian
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Re: Desinfektion von Angelgerät in Norwegen

Beitragvon orkdaling » 23.08.2020, 08:53

Moin,
ich verlinke mal einen Beitrag von "Norske lakseelver" (Wirtschaftsvereinigung der Flussseigentuemer) die ueber den erfolgreichen Test mit einer Chlorverbindung seit 2019 berichten.
Leider nur auf norsk, wer Lust hat kann es ja durch einen Uebersetzer jagen.
Worum geht es?
Seit Mitte der siebziger Jahre , also nach dem Einschleppen des Gyrodactylus wurde mit dem Pflanzengift Rotenon gearbeitet.
Dabei stirbt alles, nicht nur die lachse und Forellen. Das Zeug baut allerdings schnell wieder ab so das fuer die Umwelt keine Gefahr besteht.
Nachteil ist, der gesamte Fischstamm muss neu aufgebaut werden was Jahre dauert.
Beim Einsatz von geringsten Mengen Chlor wird zwar der Parasit getøtet aber die Fische nicht. Problem ist die Dosierung da sich ja die Wassermenge stændig ændert, sei es ein Seitenfluss oder ein durchflossener See.
In Link sieht man zB die Fischsperre an der Driva, einem Fluss der zZ behandelt wird und wo der Einsatz von Rotenon geplant war.
Nach den erfolgreichen Versuchen mit Chlor will man nun auf diese Methode wechseln.
Das Projekt wird von Norw. Inst. fuer Naturforschung (NINA) , fuer Wasserforschung (NIVA) und dem Norw.Veterenærinstitut betreut.
Na da hoffen wir mal fuer die Driva-Region, dann muss nicht der Lachsstamm gekeult werden, kein jahrelanger Neuaufbau (bis 2029 nach Rotenon)
https://lakseelver.no/nb/news/2020/07/k ... ket-i-2020
Gruss Hendrik
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