Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon Harald aus LEV » 18.06.2021, 14:33

Hendrik,
genau das ist der Punkt.
Du kannst nicht Norwegen mit Deutschland oder Frankreich vergleichen. Es geht auch nicht um einen Baum, der im Wasser liegt.
In jedem Land/jeder Region gibt es unterschiedliche Verhältnisse, Probleme und Ansichten.
Wenn ich schreibe, dass der Biber hier (noch) nicht stört, dann ist das so.
Wenn es bei Dir anders ist, ist das ebenfalls so. Wie gesagt, das kann man nicht vergleichen.
So muss jedes Land/jede Region für sich und ggfs. in zusammenhängenden Gebieten mit Absprache deren Entscheider definieren, was wogegen getan wird, oder eben nicht, je nach verfolgter Zielsetzung. Auch wenn vielleicht rein wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen mögen. Und wenn die zuständigen Behörden deiner Region der Meinung sind, dass nicht eingeschritten werden soll, musst Du damit Leben oder die Bürger in der Region mobilisieren und versuchen das zu ändern.
Mal ganz böse formuliert:
Vielleicht ist durch Klimawandel und andere Faktoren eine Zeit angebrochen, in der z.B. Salmoniden nicht mehr leben können und dafür andere Fischarten in den Vordergrund treten.

Gruß
Harald
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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon orkdaling » 18.06.2021, 18:56

Moin,
nichts anderes hab ich geschrieben, nur halt am Beispiel (vor meiner Tuer) erklært. Man muss die Verhæltnismæssigkeit beachten und man kann nicht eine Art schuetzen und damit andere Arten (Tiere wie Pflanzen) opfern.
Auch wenn man zB beim BUND lesen kann das er vor 1900 europaweit vorkam ist das so nicht richtig.
Europaweit wenn man die Lænder, aber eben nicht wenn man (sowohl D,F,S,N...) das genaue Verbreitungsgebiet (Regionen) betrachtet.
Dazu kam es (genau wie bei Fischarten) das man dort ausgesetzt hat wo er nicht vorkam bzw den Kanadischen Biber ausgesetzt hat.
ZB, Finnland, Schweden oder Steiermark (A) kann man alles im www finden.
Dazu kommt natuerlich das sich das Verbreitungsgebiet durch Klimaverænderungen ebenso vergrøssert, das duerfte aber nicht der Hauptgrund sein.
Fest steht auch das er keine Feinde mehr hat, das waren Wolf, Bær, Vielfrass.
So kommt alles zusammen bis hin zu uebertriebenen Schutzmassnahmen , so wie es in der Fragestellung steht.
Wenn in deiner Region eine handvoll Biber vorkommt, das er dort Schutz bedarf, ist das doch ok.
Es gibt aber auch Regionen da stellt sich das Problem so nicht, der wird er gejagt, umgesiedelt - und dabei rede ich nicht von Norge!
In Schweden gab es ZB 2010 einen Bestand von 120.000 Biber und dort wir ebenfalls gejagt. Der schwedische Jagdverband spricht von 5-10.000 jæhlich und das ist unter dem jæhrlichen Zuwachs so das es nun 130.000 gibt.
Man muss also den Schutz sowie die Bejagung regional betrachten, so wie bei Wolf, Luchs, Waschbær, Wildschwein ...

Das schreibt das dænische Umweltministerium: Auszug (duch den gockel gejagt) https://mst.dk/natur-vand/natur/artslek ... osterheden.
"In der Akkumulationszone hinter dem Biberdamm wird das Wasser stagnieren, was Sedimentation, Temperatur und pH-Wert erhöhen könnte. Die Veränderungen können in einigen Fällen die Prädation von Fischbrut und Smolts erhöhen oder zu einer Sandung der Laichgründe und einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für besonders sauerstoffbedürftige Arten führen."
Es ist also nicht nur ein Problem der Lachsfluesse im Trøndelag, Beispiel Orkla hab ich nur genutzt um das Problem zu verdeutlichen.
Gruss Hendrik

Ach ja, Biber sehe ich z.Z. tæglich wenn ich am/im Fluss stehe. Muttertier gefolgt von Jungen bis hin zum zum alten Bock, der ist schon so kurzsichtig das ich mit der Rutenspitze aufs Wasser schlage damit er mich nicht umschwimmt. Die sind schon so abgebrueht und sitzen neben unserer Grillecke sobald die Sonne hinter den Bæumen abtaucht. Dafuer muss ich die jungen Weiden nicht kurz halten, hat auch sein Vorteil, hahaha.
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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon Harald aus LEV » 19.06.2021, 11:44

Hallo Hendrik,

bei uns in NRW wird ein "Bibermanagementplan" erarbeitet (was auch immer das sein soll).
In unserer Region sind sie noch nicht so zahlreich wie z.B. ganz im Westen von Aachen bis etwa Emmerich und im gesamten östliche Raum landesweit von Bayern/BW bis hoch nach Meck-Pom.
Deshalb werden sie bei uns eher beobachtet. Ob geplant ist, sie bei größerer Population zu bejagen, kann ich nicht sagen. Da werden die Naturschutzverbände wie BUND und NaBu mitreden.
Außerdem habe ich gehört, dass das Interesse der Jäger an der Biberjagd eher gering ist.

Gruß
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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon Harald aus LEV » 19.06.2021, 11:54

orkdaling hat geschrieben:...zum alten Bock, der ist schon so kurzsichtig das ich mit der Rutenspitze aufs Wasser schlage damit er mich nicht umschwimmt.


Hi,
so ein ähnliches Erlebnis hatte ich vor Jahren mit einer jungen Bisamratte. Sie saß auf einem Stein am Wasser und knabberte an einer Pflanze herum.
Selbst als ich mich ihr bis auf etwa 2 m näherte, bemerkte sie mich nicht. Ich machte mir den Spaß und tippte sie leicht mit dem Spitzenring meiner 7-Fuß-Rute an, worauf hin sie erschreckt zusammenfuhr, ins Wasser glitt und schnell davonschwamm :)

Gruß
Harald
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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon Köcherfliegenlasse » 19.06.2021, 20:19

Dann haben wir doch eigentlich Konsens: wo der Biber hochwasserschutztechnisch unproblematisch ist, historisch "hingehört", und nicht zur Bedrohung für andere Lebewesen wird, ist er eine Bereicherung für die Natur.

Wo er gebietsfremd ist, komplette Bäche einstaut, andere Tierarten in ihrer Existenz bedroht oder bei Hochwasser gefährliche Engpässe schafft, muss man über Bestandregulation /Vergrämen oder andere Maßnahmen nachdenken. Soweit so gut.

Ich bin bei weitem kein Experte auf dem Gebiet, habe nur bisschen gegoogelt: in Bayern scheint eine Bejagung des Bibers in gewissem Rahmen möglich zu sein. Ist da jemand im Bilde über die Rahmenbedingungen?

Aus den Forums-Stimmen habe ich quergelesen, dass die Jägerschaft aus bestimmten Gründen eine Biber bejagung eher ablehnt - kann das jemand mal erklären? Ich nehme an die Bürokratie ist recht aufwendig?

Ich gIaube ehrlich gesagt nicht, dass eine Bejagung mit dem Argument, dass eine andere Tierart bedroht wird, abgesegnet wird. Woran soll man das abmessen? Welche Art ist "wertvoller"? Dann wäre die Kormoran-Frage ja schon lange gelöst, und da liegen die Fakten meiner Meinung nach etwas offensichtlicher...

Eine Unterscheidung in guter Biber böser Biber (europ. Vs. Kanadischer) erscheint mir ebenfalls unmöglich, da man die ja scheinbar nicht auseinanderhalten kann live in Aktion.

Durch die unterschiedlichen Regionen lassen sich vermutlich auch nicht alle Beschlüsse auf alle anderen Regionen übertreiben, der Biber im norwegischen Forellenbach hat sicher andere Umwelt - Auswirkungen als in der Barbenregion eine norddeutschen Tiefland-Flusses.

Meine Vermutung : Wenn hohe bezifferbare wirtschaftliche Folgen durch Überflutung auftreten oder der Hochwasserschutz es rechtfertigt, wird es Regelungen geben, aber eher im Sinne des "Problembibers ", als einer allg. gültigen Bestandsregelung.

Wie seht ihr das?

Vg Lasse

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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon Royal Coachman » 19.06.2021, 23:08

Hallo !

Die Jäger wehren sich gegen die Aufnahme des Bibers ins Jagdrecht, da sie in diesem Falle für die Schäden des Bibers zumindest teilweise haftbar gemacht werden könnten.

Überseebiber und europäische sind leicht am Aussehen zu unterscheiden.

Überhaupt machen sich die verschiedenen Verbände mit dem Ausetzen von Arten ziemlich leicht, an einem meiner Gewässer wurde ein Otter mit sagenhaften 8,5 kg überfahren!

Dazu noch ein rührseliger Film über einen Otter an einem Hochgebirgsee in dem es nachweislich (auch im Beitrag erwähnt!) KEINE Fische gibt??

Wahrscheinlich ein Otter auf Kuraufenthalt wegen Übergewicht?

Aber die "Naturschützer" haben es auch leicht, denn die breite Masse versteht sowieso nur "Bahnhof", der Mangel im Bereich der Allgemeinbildung tritt leider immer öfter zu Tage.

tight lines
RC

PS: ich habe die Hoffnung auf Besserung leider aufgeben müssen.
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon orkdaling » 19.06.2021, 23:15

Moin,
na ich seh es mal so (und so wird es auch praktiziert und das nicht nur vor meiner Haustuer sondern in allen skand.lændern)
wenn eine Art nicht im Bestand bedroht ist, sich der Bestand aber so entwickelt hat das er fuer andere Tierarten, fuer Natur, Wirtschaft eine Bedrohung darstellt , dann wird regulierend eingegriffen. Das ist so beim Biber, beim Kormoran, bei Robben, bei Luchs, bei Wolf, bei Bær - also alles Arten die sonst geschuetzt sind und nicht zu frei jagbarem Wild gehøren. Genau darum gibt es ja auch Quoten fuer die jeweiligen Regionen , von den Kommunen beschlossen und ueber die ørtlichen Jagdvereine ausgegeben.
https://lovdata.no/dokument/LF/forskrif ... 04-07-1122
§ 1. Zweck
Ziel der Verordnungen ist es, ein nachhaltiges Bibermanagement zu ermöglichen, bei dem die natürliche Verbreitung des Bibers, die Jagd und der Fang von Bibern als Nahrungs- und Erholungsquelle sowie die Vermeidung unnötiger Verletzungen und Unannehmlichkeiten für andere gesellschaftliche Interessen berücksichtigt werden.
(diese Vorschrift ist ganz aktuell von 4/21 und sowas gibt es fuer alle Kommunen mit Biberbestand, landesweit)

Ausserdem werden "Problemtiere" bejagt (Wolf;Luchs,Bær und eben auch Biber) unabhængig etwaiger festgelegter Quoten.
Das sind zB Tiere die auf Høfen bzw unmittelbarer Næhe gerissen haben oder auch Biber die Wege unterhølen.

Natuerlich stellt sich das Problem in D nicht so, der Biberbestand hat ja auch nicht die aktuellen N =70.000 oder S =130.000 Tiere.
Um mal zu verdeutlichen, in der Saison 2019/2020 (okt-april) wurden in N 1620 Biber geschossen, also nur dort wo es erforderlich war.

Wie es in BY oder anderswo in D aussieht, keine Ahnung, sicher gibt es hier im Forum Leute die da Einblick haben.
Gruss Hendrik

Nachtrag: hab da interessehalber mal geschaut und das gefunden https://www.google.no/url?sa=t&rct=j&q= ... yhlIJ-55QJ
Hat zwar nichts mit Bestandregulierung zu tun, eher in Richtung "Problemtiere", zeigt aber das es auch in BY Handlungsbedarf gibt und gesetzliche Reglungen dafuer.
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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon Heinz » 20.06.2021, 09:38

Die ganze Geschichte wiederholt sich mit verschiedenen Tierarten in gewissen Varianten. Erstmal stellt man fest, dass gewisse Tierarten sehr selten geworden sind, oder sogar ausgerottet wurden Wobei beides nicht generell zutrifft, sondern nur in gewissen Teilen der Welt oder Gebieten davon. In unserem Fall meist die EU betreffend. Als Massstab wird dann meist eine lang zurückliegende Zeit benutzt und der Anstoss dazu kommt von "TierexpertInnen" bzw. gewissen NGOs. Dass sich die Habitate seit oft 100 Jahren oder mehr sehr verändert haben, das wird beiseite gewischt. Es kommt dann also zu einer Unterschutzstellung von gewissen Tieren in der EU und das unterschiedslos bzgl. Gebieten und nicht beschränkt auf einen gewissen Zeitraum oder eine gewisse Populationszunahme. Und es wird auch nicht nach einer gewissen Zeit evaluiert und eventuell die generelle Unterschutzstellung wieder aufgehoben. Das alles betrifft nicht nur Biber oder Kormorane, wo ssich der Bestand verzehnfacht hat, sondern auch andere Tiere, die z.B. Weidevieh in grösseren Mengen reissen oder gar Menschen töten, was zwar selten ist, aber auch vorkommt. Aktuell mit einem Vorfall mit einem Wanderer, der von einem Bären getötet wurde. Die zuständigen Stellen in der EU sollten daher mehr differenziert und mit mehr Augenmass bei der Unterschutzstellung und Wiederansiedlung von Tieren vorgehen, und nicht einseitig diversen NGOs und LiebhaberInnen gewisser Spezies Gehör schenken, die dies alles sehr einseitig sehen. Ansonsten wird der Widerstand der lokalen Bevölkerung dagegen sehr anwachsen, in Österreich ist das bzgl. Wölfen da und dort schon der Fall.
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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon Michael. » 20.06.2021, 09:41

Genau so läuft das !

Gruß
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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon Harald aus LEV » 20.06.2021, 11:16

Hallo,
aus dem von RC angeführten Argument der Schadenshaftung durch den Biber kann ich die Haltung der Jägerschaft durchaus verstehen.
Jagdpächter haben z.B. in bestimmten Gegenden alle Hände voll zu tun die Schwarzwildbestände unter Kontrolle zu halten und die Abschussquoten zu erfüllen.
Sie sind diejenigen, die für die Wildschäden haften müssen.
Da wollen/können Sie sich eine Verantwortung für Biberschäden nicht auch noch ans Bein binden.

Gruß
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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon Harald aus LEV » 20.06.2021, 11:22

Hallo,
Heinz' Themen aufzugreifen:
Für die zuständigen Behörden ist es doch viel leichter, den Ratschlägen von selbsternannten Experten einiger NGOs zu folgen, als sich selbst umständlich zu informieren und Daten/Wissen anzusammeln.
Vor allem ist m.M.n. die Beschreibung von Heinz korrekt, dass einmal getroffene Entscheidung nicht oder nur schleppend nach einiger Zeit und geänderten Vorzeichen geprüft und bei Bedarf korrigiert werden.
Im Grunde muss sich die Anglerschaft am eigenen Zopf aus der Sch...e ziehen.
Dazu gehört, sich über die Zusammenhänge und Verhältnisse aufzuschlauen, wenn man keine Experten in den eigenen Reihen hat, sich in enger Kooperation mit ausgewiesenen Experten zu informieren und gemeinsam mit diesen Experten an die Öffentlichkeit und an die Behörden heranzugehen. Letzteres sachlich und mit Nachdruck und eher fordernd als bittend. Im nächste Schritt wäre es wichtig dafür su sorgen, dass man solche Experten in den eigenen Reihen rekrutiert. Entweder durch Weiterbildung oder durch Einstellung entsprechender Mitarbeiter.
Das sollte jedoch nicht regional und auf Vereinsbasis geschehen, sondern übergeordnet durch den Bundesverband. Der sollte dafür sorgen, dass dieses Wissen breit gefächert an die Landesverbände und die örtlichen Vereine weitergegeben wird. Dazu muss eine entsprechend schlanke Infrastruktur der kurzen Wege aufgebaut werden (evtl. parallel zu bisherigen Informationsketten), damit das Ganze nicht in einem Instanzendschungel versickert.
Hierzu gehört auch, dass diese Stellen von oben nach unten konsequent mit interessierten und fähigen Menschen besetzt werden und nicht etwa mit solchen, denen es darum geht, Pöstchen zu sammeln.
So etwas geht nicht von heute auf morgen, sondern muss sorgfältig aufgebaut werden. Aber wenn das dann erfolgt ist, dürften wir Angler ein weitaus positiveres Bild in der Öffentlichkeit haben, als es zurzeit der Fall ist. Hier ist halt in den letzten Jahrzehnten viel verschlafen worden - nicht nur beim Bundesverband, sondern bis auf Vereinsebene.
Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Gruß
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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon Michl » 20.06.2021, 16:45

Hallo,
wenn in D mal eine Tierart unter generellen Schutz gestellt ist, dann passiert regulierend erstmal für lange Zeit nix mehr.
Ob das nun Sinn machen würde oder nicht, ob die Tiere im Bestand bedroht sind oder nicht und ob Schäden da sind oder nicht.
Siehe Kormoran.
Bis bedrohte Arten erstmal geschützt sind ist es genau das selbe, erstmal passiert nix, bzw. das Falsche, das Tier wird geschützt sein Habitat aber nicht.
Siehe Feldhamster oder Rebhuhn.
Da ist m. E. die Gesetzgebung von Anfang an falsch angesetzt.
Wenn Tierarten bedroht sind müssen sie geschützt werden, und zwar gleich und umfassend, einschließlich Lebensraum.
Und wenn sie sich soweit erholt haben das sie Schäden anrichten, sollte eine Regulierung kurzfristig möglich sein, dort wo es notwendig ist.

Das werden wir auf absehbare Zeit aber nicht hinkriegen.
So nimmt das halt weiter immer skurilere Züge an, wie bei den Zauneidechsen am Stuttgarter Bahnhof.
Oder beim Biber.

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
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Re: Biberschutz heute – notwendig oder übertrieben?

Beitragvon Harald aus LEV » 21.06.2021, 10:44

Michl hat geschrieben:Wenn Tierarten bedroht sind müssen sie geschützt werden, und zwar gleich und umfassend, einschließlich Lebensraum.
Und wenn sie sich soweit erholt haben das sie Schäden anrichten, sollte eine Regulierung kurzfristig möglich sein, dort wo es notwendig ist.
Gruß Michl


Hallo Michl,
das sehe ich genauso. Aber leider fehlt da die Flexibilität.

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