Bye, bye Blei beim Angeln?

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Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon gespliesste » 15.02.2021, 22:17

Hallo,

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) diskutiert bereits seit Juli 2019 über die Risiken bei der Verwendung von Blei im Rahmen der Freizeitfischerei in Europa. Am 18.11.2020 gab es dazu einen (virtuellen) Runden Tisch mit Vertretern der Angelgerätehersteller, Handel und Fischereiverbänden. Ist die Zeit für die Verwendung von Blei beim Angeln vorbei?

Beim Fliegenfischen hat Tungsten Blei ja eh schon weitgehend abgelöst. Weiss nicht wie ihr das seht?

Alle Hintergründe und einen ausführlichen Artikel findet ihr unter: https://dafv.de/projekte/europaarbeit/i ... eim-angeln

LG,

Olaf
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon Fliifi-Sepp » 16.02.2021, 11:12

Blei ist nun mal tatsächlich sehr giftig. Im Laufe der Zeit summieren sich abgerissene Bleie aller Art in den Gewässern und führen damit zu einer unnötig anwachsenden Langzeit-Belastung der Gewässer.
Wir als Angler wollen und sollen uns als Umweltschützer stärken und glaubhaft positionieren. Da passt es nicht dazu, daß wir definitiv giftige Materialien verwenden!
Wie viel Angler zur Schwermetallbelastung der Umwelt tatsächlich durch die Verwendung von Blei beitragen, spielt aus meiner Sicht dabei keine Rolle. Die Verwendung von Blei macht Angler unnötig moralisch angreifbar.
Insbesondere, weil es Alternativen dazu gibt.

Ich selber verwende schon seit Jahrzehnten kein Blei mehr.

Meine persönliche Meinung dazu: Ja, Blei verbieten!

LG Sepp
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon Trockenfliege » 16.02.2021, 11:59

Das Bleiverbot in England habe ich damals bei diversen Aufenthalten "live" mitbekommen.

Natürlich ist es sinnvoll, möglichst wenig gefährliche Stoffe in die Umwelt ein zu bringen.
Allerdings halte ich den Anteil des durch Angler eingebrachten Bleis als eher gering an. Die Gewichte sind sehr kompakt, haben in Relation zum Eigengewicht eine geringe Oberfläche und geben daher nur wenig an die Umwelt ab.

Da sind alle Schwermetalle, nicht nur Blei, die feinst zerstäubt durch die Industrie freigesetz wurden/werden viel gefährlicher.
Daher halte ich diese Diskussion ausgerechnet durch eine Chemikalien Agentur ( die ich nicht kenne) für ein wenig daneben.

Ist die Industrie inzwischen so sauber geworden, dass dort ein vergleichbarer Einsatz nicht mehr nötig ist?

Ich fische übrigens schon seit Jahren beim Grundangeln am See fast nur noch Kieselsteine. Das funktioniert sehr gut, die kommen aus dem Gewässer, wo ich sie im Zweifelsfall auch wieder verliere - perfekter Kreislauf :D .

LG
Reinhard

PS: Das erinnert mich an eine politische Diskussion vor Jahrzehnten. Es ging um ein Angelverbot um Helgoland, da das Öl von den Pilkern das Wasser der Nordsee verschmutzt und weil die Drillinge den Felssockeln der Insel zerkratzen würden!!!!
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon Trockenfliege » 16.02.2021, 12:51

Laut Umweltbundesamt https://www.umweltbundesamt.de/themen/l ... emittenten

ist der Verkehr nach wie vor der größte Blei Emmittent durch Reifen - und Bremsenabrieb!

Und dies sind die gefährlichen feinsten Stäube, die sich weit verbreiten und durch die geringe Größe in unsere Atemluft und in unsere Lebensmittel kommen können.
Wieviel mal mehr macht das aus im Vergleich zum Angelblei, von dem man ja scheinbar noch garnicht weiss, wie weit es als kompaktes Gewicht die Umwelt schädigt.

Es ist sinnvoll, jeglichen negativen Eintrag in die Umwelt zu minimieren, aber ich empfinde in diesem Zusammenhang die Rolle des Angelbleis als äußerst gering.

Es ist gut, wenn wir uns Gedanken darüber machen und auch danach Handeln, aber jetzt grundsätzlich daraus ein komplettes Verbot zu machen, halte ich für falsch.

Wie sieht zB. die Energiebilanz der Bleiersatzprodukte aus?

Wieviel Energie mehr braucht man für die Gewinnung des Wolframs und dann die Herstellung eines Tungstengewichts?
Welche schädlichen Abgase, Abfallprodukte ect. können dabei entstehen?

Man sollte immer erst mal mögliche Konsequenten überdenken, bevor man sich für eine Maßnahme entscheidet. Vor allem, wenn die Zeit nicht drängt.

Mir ist das zu einfach: Angelblei weg - alles gut.

Gerade unter Umweltaspekten ist die Angelei immer auf mehr dem Rückzug.

Das krasseste Beispiel bietet ein kleiner, auf einer feuchten Überschwemmungswiese geschaffener See eines Nachbarvereins.
Vorher war da biologisch sehr wenig.
Danach siedelten sich diverse Pflanzen und Vögel an - in Nachbarschaft zu den Anglern.
Daraufhin wollte dann eine Naturschutzbehörde das Angeln in diesem von Anglern geschaffenen Biotop verbieten!

LG
Reinhard
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon orkdaling » 16.02.2021, 15:35

Moin,
lieber Reinhard, die ECHA arbeitet da im Auftrag der EU-Kommission die dann dies als Grundlage (Gesetzentwurf) bei der Abstimmung 2022 verwenden wird! Es geht nicht nur um Angelblei sondern auch um Munition, nicht nur bei der Jagd sondern auch Sportschuetzen und Militær/Polizei wo fuer die Betreiber ein hohes Risiko durch Blei/Staub/Oxyd verbunden ist.

"Nach dem derzeitigen Stand[3] plant die ECHA ein Verbot für den Verkauf und die Verwendung von Bleigewichten beim Angeln ≤ 50 g in drei Jahren; > 50 g in fünf Jahren und ein sofortiges Verbot für Angeltechniken, bei denen Bleigewichte vorsätzlich verloren gehen. (so genannte „lead drop off techniques“)."

Warum man Angeltechniken nicht schon lange verboten hat wo das Blei "vorsætzlich" verloren geht bleibt mir ein Rætsel!
Gruss Hendrik
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon Emmo » 16.02.2021, 15:46

Ein tolles Thema! Ich fand die Bewegung um umweltfreundliche(re) Gummifische und Jigköpfe aus der Raubfischecke damals schon klasse.

Was mir gerade einfällt, wie sieht es eigentlich mit den verschiedenen Hakenmaterialien aus, sollte man da der Natur zuliebe bestimmte Sachen meiden? Oder auch bestimmte Bindematerialien abseits des Bleis, Harze oder Kleber?
Markus
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon Voggy » 16.02.2021, 18:38

Emmo hat geschrieben:Ein tolles Thema! Ich fand die Bewegung um umweltfreundliche(re) Gummifische und Jigköpfe aus der Raubfischecke damals schon klasse.

Was mir gerade einfällt, wie sieht es eigentlich mit den verschiedenen Hakenmaterialien aus, sollte man da der Natur zuliebe bestimmte Sachen meiden? Oder auch bestimmte Bindematerialien abseits des Bleis, Harze oder Kleber?


Ich glaube bei Bindematerialen ist eher Mikroplastik bei synthetischen Materialien ein Thema. (Lass das mal so stehen ;) )

LG
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon gespliesste » 16.02.2021, 18:49

Hallo,

danke für die Rückmeldungen. Das über andere diffuse Quellen natürlich auch jede Menge Schadstoffe in die Gewässer eingetragen werden, ist sicher richtig, aber kann/darf das unser Argument sein? Ich halte das für schwierig. Das hört sich immer so an, wie: "Die anderen verschmutzen ja auch unsere Gewässer, also tuen wir es auch".

Wie in dem Artikel beschrieben, geht es auch nicht nur um das Angeln, sondern auch um die Herstellung, Transport, Handel, das selbstgießen von Gewichten und die Lagerung im Geschäft und am Ende im Haushalt. Dazu sorgt die Nachfrage dafür, das 75% des verwendeten Bleis in die EU importiert wird. Laut dem aktuellen Vorschlag würde ein mögliches Verbot ja auch mit einer Übergangsfrist von 4-6 Jahren einhergehen. Die alternativen Materialien muss man natürlich auch auf ihre Umweltverträglichkeit abklopfen, aber Eisen, Stein, Glas oder Messing scheinen da bessere Optionen darzustellen. Auch Tungsten ist laut der mir bekannten Studie vergleichsweise umweltverträglich.

LG,

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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon DerRhöner » 16.02.2021, 20:55

Hallo zusammen

also solange niemand belastbar (wissenschaftlich ermittelt und seriös berechnet) vorbringen kann, dass Blei-Alternativen eine schlechtere Umweltbilanz haben als Blei selbst, sehe ich gar keinen Grund dieses Material weiterhin in die Landschaft zu werfen.

Ich finde mit Tungsten gibt es eine prima Lösung. Ich kann mich nicht erinnern mal bewusst echtes Blei gekauft zu haben und eine Fliege mit Bleikopf wäre für mich auch ein Grund, diese nicht zu kaufen. Ich hätte auch nicht gehört, dass Blei irgendwelche praktischen Vorteile hätte und kann mir nicht vorstellen, dass höhere Dichte, Verarbeitungskompfort oder Preis ein massives Argument sein könnten, es zu nutzen.

Wenn also vereinfacht gesagt das Resultat der Überlegung ist: Bringt uns Fischern keine Vorteile, schadet aber der Umwelt - dann brauch ich nicht weiter zu überlegen, dann sollte man das verbieten.

Und es mag ja stimmen, dass die Fürze der andern schlimmern stinken als die eigenen (Industrie, Verkehrsfeinstaub). Aber das spricht rotzdem nicht dafür, dass man selbst unnötig rumfurzt 8)

Gruss
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon Trockenfliege » 17.02.2021, 11:07

DerRhöner hat geschrieben:Hallo zusammen

also solange niemand belastbar (wissenschaftlich ermittelt und seriös berechnet) vorbringen kann, dass Blei-Alternativen eine schlechtere Umweltbilanz haben als Blei selbst, sehe ich gar keinen Grund dieses Material weiterhin in die Landschaft zu werfen.

Blei hat einen Schmelzpunkt von 327°, Tungsten einen von 3.4422°. Ob man jetzt tatsächlich "nur" 10x so viel Energie braucht, um Tungsten zu schmelzen oder da ein noch höherer Energieeinsatz erforderlich ist, weiss ich nicht. Allerdings haben wir bedeutende Wolframabbaustätten in der Nähe, Blei wird aus größerer Entfernung importiert. Ein weltweites Bleiverbot könnte dann aber dazu führen, dass das Wolfram durch die Gegend kutschiert werden muss.


Ich finde mit Tungsten gibt es eine prima Lösung. Ich kann mich nicht erinnern mal bewusst echtes Blei gekauft zu haben und eine Fliege mit Bleikopf wäre für mich auch ein Grund, diese nicht zu kaufen. Ich hätte auch nicht gehört, dass Blei irgendwelche praktischen Vorteile hätte und kann mir nicht vorstellen, dass höhere Dichte, Verarbeitungskompfort oder Preis ein massives Argument sein könnten, es zu nutzen.

Natürlich hat Blei in 1. Linie mal einen Preisvorteil gegenüber Tungsten. Da wir Fliegenfischer nur relativ wenig davon brauchen, fällt es uns leicht, auf Tungsten um zu steigen. Für andere Angelarten dagegen werden viel höhere Gewichte benötigt, die auch häufiger ersetzt werden müssen. Wie sähe da die Preisgerstaltung und die Energiebilanz am Ende des Tages aus, wenn ein Norwegenangler sein 500gr Gewicht durch Tungsten ersetzen müsste? Wäre das nicht vielleicht viel umweltschädigender als ein Bleigewicht?

Wenn also vereinfacht gesagt das Resultat der Überlegung ist: Bringt uns Fischern keine Vorteile, schadet aber der Umwelt - dann brauch ich nicht weiter zu überlegen, dann sollte man das verbieten.

Siehe oben, wie schädlich ist die Umweltbilanz ist, müsste man mal ausrechnen. Aber nur zu sagen: Wenn das Tungstengewicht mal im Wasser liegt, schadet es weniger als Blei - das ist zu kurz gegriffen.

Und es mag ja stimmen, dass die Fürze der andern schlimmern stinken als die eigenen (Industrie, Verkehrsfeinstaub). Aber das spricht rotzdem nicht dafür, dass man selbst unnötig rumfurzt 8)

Oben habe ich ja schon verlinkt, wer die die mit Abstand größten Bleiemmittenten in die Umwelt sind. Wenn jetzt alle, die aus Umweltgründen für ein Angelbleiverbot sind, in Zukunft weniger rumfurzen wollen, dann sollten sie mehr Wert auf ein möglichst leichtes Auto legen - weniger Bremsen- und Reifenabrieb - und dieses Auto dann noch möglichst wenig bewegen - dann kann der Umwelt bedeutend mehr geholfen werden, als nur durch einen Bleiverzicht in der Fliege.

Gruss
Christian


Wir Fliegenfischer haben es leicht, den Finger zu heben und zu sagen: Das böse Blei muss weg, da wir den "Verlust" leicht verkraften können.
Aber machen wir das denn nicht nur, weil es uns sehr leicht fällt und nicht weh tut?
Wenn wir wirklich an einer deutlichen Verbesserung - Umwelt - interessiert sind, dann ist unser Auto ein viel besserer Kanditat, an dem wir tätig werden könnten - auch wenns weh tut.

LG
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon Hawk » 17.02.2021, 11:25

Trockenfliege hat geschrieben:Wir Fliegenfischer haben es leicht, den Finger zu heben und zu sagen: Das böse Blei muss weg, da wir den "Verlust" leicht verkraften können.
Aber machen wir das denn nicht nur, weil es uns sehr leicht fällt und nicht weh tut?
Wenn wir wirklich an einer deutlichen Verbesserung - Umwelt - interessiert sind, dann ist unser Auto ein viel besserer Kanditat, an dem wir tätig werden könnten - auch wenns weh tut.

LG
Reinhard


Ich finde es auch beim Fliegenfischen schwer darauf zu verzichten, ich nutze zwar Tungstenköpfe, aber fixiere diese immer mit Bleidraht. Und auch meine Nymphen und Streamer ohne Kopf haben fast alle einige Wicklungen Bleidraht.
Ich kenne kein anderes Material was dafür flexibel genug ist, sich gut formen lässt und genug wiegt.
Gruß
Sven
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon Harald aus LEV » 17.02.2021, 12:03

Wenn ich beim Fliegenbinden Draht verwende, wird er immer auf eine Grundlage aus Bindegarn aufgebracht, danach mittels Kreuzwicklung fixiert und mit Bindelack gesichert - ganz die alte Schule. Funktioniert ohne Probleme. Köpfe, egal ob Goldkopf oder Tungsten werden ebenfalls durch Bindegarn und Lack fixiert. Auch dort gab es bislang nie Probleme. Statt Bleidraht werde ich zukünftig nur noch Kupfer-, Silber- oder Messingdraht verwenden. Um ein ähnliches Gewicht zu erreichen müssen halt mehr Wicklungen erfolgen. Trägt das zu dick auf, nehme ich eben weniger. Grundsätzlich habe ich mich eh von den beschwerten Nymphen/Streamern entfernt. Um auf Tiefe zu kommen, verwende ich lieber entsprechende Schnüre/Köpfe/Polyleader. Dann spielen die Köder viel verführerischer. BTW: Bleischnüre mag ich ohnehin nicht.
Für Freunde des Czech-/French-/Euronymphens mag das nicht so toll sein, sollte sich aber verschmerzen lassen. Mit einer Tungstenperle oder 2-3 kleinen auf dem gesamten Hakenschenkel wird es auch gehen.
Und wenn man mal einen Fisch nicht erwischt, weil der Köder nicht tief genug läuft - na und. Dann bleibt der eben drin.
Vor allem den Anhängern der reinen C&R-Fraktion sollte das egal sein, da sie den Fisch wieder zurücksetzen. Wozu ihn dann erst fangen, um es provokant zu sagen :twisted:

Klar wird für einen Akku im so hochbejubelten Elektroauto wahrscheinlich mehr Blei verwendet, als alle Angler Deutschlands überhaupt benutzen, aber das ist ja politisch gewollt und wird gefördert.
Wozu beim Fahrradfahren Akkus verwendet werden erschließt sich mir überhaupt nicht. Das Fahrrad ist das mit Abstand umweltfreundlichste Verkehrsmittel, außer den eigenen Füßen. Wozu der Akku? Ist der Berg zu steil, steige ich ab und schiebe. Muss ich schnell irgendwo hin, fahre ich halt früher los.

Meiner Meinung nach haben wir Angler in Deutschland ohnehin kaum eine Lobby, die ernst genommen wird. Da ist noch viel Arbeit zu leisten. Deshalb ist der Bleiverzicht in meinen Augen ein guter Ansatz. Ich finde es in erster Näherung nicht verkehrt, wenn der DAFV in dieser Angelegenheit vorangeht. Dem muss aber m.M.n. dringend folgen, zukünftig proaktiv die Belange des Angels zu fördern und diese öffentlich und bei Behörden und Institutionen einzufordern und vor allem medienwirksam über Erfolge zu berichten. Nicht erst aktiv werden, wenn bereits mit dem Finger auf die Anglerschaft gezeigt wird. Hier ist zu Zeiten des VDSF (im Westen) viel versäumt worden. Lieber verdingte man sich in vorauseilendem Gehorsam (Setzkescherverbot, Kormoranproblem). Das muss besser werden!! Sonst geht die Unterstützung der Angler verloren. Aus welchem Grund sollte sich sonst ein neu gegründeter Verein dem DAFV anschließen?

Gruß
Harald
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon gespliesste » 17.02.2021, 13:05

Hallo Harald,

Harald aus LEV hat geschrieben:Meiner Meinung nach haben wir Angler in Deutschland ohnehin kaum eine Lobby, die ernst genommen wird. Da ist noch viel Arbeit zu leisten. Deshalb ist der Bleiverzicht in meinen Augen ein guter Ansatz. Ich finde es in erster Näherung nicht verkehrt, wenn der DAFV in dieser Angelegenheit vorangeht. Dem muss aber m.M.n. dringend folgen, zukünftig proaktiv die Belange des Angels zu fördern und diese öffentlich und bei Behörden und Institutionen einzufordern und vor allem medienwirksam über Erfolge zu berichten. Nicht erst aktiv werden, wenn bereits mit dem Finger auf die Anglerschaft gezeigt wird. Hier ist zu Zeiten des VDSF (im Westen) viel versäumt worden. Lieber verdingte man sich in vorauseilendem Gehorsam (Setzkescherverbot, Kormoranproblem). Das muss besser werden!! Sonst geht die Unterstützung der Angler verloren. Aus welchem Grund sollte sich sonst ein neu gegründeter Verein dem DAFV anschließen?


Wir haben gerade einen Gesetzentwurf zur vereinfachten Zulassung von Wasserkraftanlagen in unseren Flüssen zumindest erst mal aufgehalten. Dazu zusammen mit allen großen Umweltverbänden einen offenen Brief an den Bundestag / Bundesrat geschickt (das war unsere Initiative und die anderen haben das unterzeichnet, auch wenn der DNR das rausgeschickt hat))
https://dafv.de/referate/aktuelles/item ... -bundestag

Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen Nichtumsetzung der Wasserrahmenrichtlinie eingelegt.
https://dafv.de/referate/gewaesser-und- ... chland-ein

Sind gegen ein Verbot von Angleschnüren auf Ebene der EU vorgegangen.
Das war Lobbyarbeit im Rahmen geplanter Gesetzentwürfe in Brüssel. Wir haben da über die European Anglers Alliance ein eigenes Büro und beschäftigen auch ein Lobbyfirma.

Zusammen mit anderen Umweltverbänden eine Abschwächung der Wasserrahmenrichtlinie im Rahmen des Fitness-Check verhindert.
https://dafv.de/projekte/protectwater

Einspruch gegen die Angelverbote im Rahmen der Naturschutzgebietsverordnungen in der Ostsee eingelegt.
https://dafv.de/projekte/europaarbeit/i ... ostsee-vor

Aber um nicht nur zu motzen versuchen wir mit der Kampagne "Angeln in der Mitte der Gesellschaft" auch die positiven Aspekte des Angelns der Politik und Gesellschaft zu vermitteln:
https://dafv.de/projekte/angeln-in-deutschland

Mit der Kampagne #gehangeln auch jüngere Zielgruppen zu erreichen:
https://dafv.de/projekte/gehangeln

Mit dem Projekt Gewässer-Verbesserer die ehrenamtliche Arbeit der Angler als Leistung für unsere Gewässer und die Gesellschaft zu würdigen:
https://www.gewaesser-verbesserer.de/

Wir führen einen neuen digitalen Verbandsausweis ein, um das Angeln in Deutschland einfacher und die Zugänge zu Gewässern unkomplizierter zu machen.
https://dafv.de/service/ausweis

Wir haben in vieln großen Medien positive Anglerberichte lanciert, oder zu kritischen Themen Stellung bezogen (z.B. Welsfang in der Innenstadt in Frankfurt).
etc. Das sind alles nur Projekte aus dem letzten Jahr.

Wer heute noch glaubt Angeln wäre ein Selbstläufer und wir könnten uns eine Interessenvertretung sparen, liegt nach meiner persönlichen Einschätzung falsch. Der DAFV heute ist nicht der VDSF und nicht der DAV und auch nicht mehr der DAFV, der er die ersten Jahre nach der Fusion war.
Was sich getan hat und wo die Reise hingehen soll, kann man im Leitartikel "Verbände im Wandel der Zeit" nachlesen: https://dafv.de/images/dafv/AFZ-Fischwa ... 2020-2.pdf

Jeder kann unter https://dafv.de alle Aktivitäten chronologisch nachlesen. Wenn Angler der Meinung sind, wir könnten uns das alles sparen, oder "Der DAFV macht ja nichts und ist per Definition für immer und ewig Sch**ße" dann ist das so. Aber dann sollten wir uns auch nicht beschweren, wenn wir immer mehr an Boden verlieren.

LG,

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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon Trockenfliege » 17.02.2021, 13:47

[quote="Harald aus LEV"

Hier ist zu Zeiten des VDSF (im Westen) viel versäumt worden. Lieber verdingte man sich in vorauseilendem Gehorsam (Setzkescherverbot, Kormoranproblem). Das muss besser werden!! Sonst geht die Unterstützung der Angler verloren.

Gruß
Harald[/quote]


:daumen :daumen :daumen
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitragvon Trockenfliege » 17.02.2021, 13:48

gespliesste hat geschrieben:Hallo Harald,

Harald aus LEV hat geschrieben:Meiner Meinung nach haben wir Angler in Deutschland ohnehin kaum eine Lobby, die ernst genommen wird. Da ist noch viel Arbeit zu leisten. Deshalb ist der Bleiverzicht in meinen Augen ein guter Ansatz. Ich finde es in erster Näherung nicht verkehrt, wenn der DAFV in dieser Angelegenheit vorangeht. Dem muss aber m.M.n. dringend folgen, zukünftig proaktiv die Belange des Angels zu fördern und diese öffentlich und bei Behörden und Institutionen einzufordern und vor allem medienwirksam über Erfolge zu berichten. Nicht erst aktiv werden, wenn bereits mit dem Finger auf die Anglerschaft gezeigt wird. Hier ist zu Zeiten des VDSF (im Westen) viel versäumt worden. Lieber verdingte man sich in vorauseilendem Gehorsam (Setzkescherverbot, Kormoranproblem). Das muss besser werden!! Sonst geht die Unterstützung der Angler verloren. Aus welchem Grund sollte sich sonst ein neu gegründeter Verein dem DAFV anschließen?


Wir haben gerade einen Gesetzentwurf zur vereinfachten Zulassung von Wasserkraftanlagen in unseren Flüssen zumindest erst mal aufgehalten. Dazu zusammen mit allen großen Umweltverbänden einen offenen Brief an den Bundestag / Bundesrat geschickt (das war unsere Initiative und die anderen haben das unterzeichnet, auch wenn der DNR das rausgeschickt hat))
https://dafv.de/referate/aktuelles/item ... -bundestag

Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen Nichtumsetzung der Wasserrahmenrichtlinie eingelegt.
https://dafv.de/referate/gewaesser-und- ... chland-ein

Sind gegen ein Verbot von Angleschnüren auf Ebene der EU vorgegangen.
Das war Lobbyarbeit im Rahmen geplanter Gesetzentwürfe in Brüssel. Wir haben da über die European Anglers Alliance ein eigenes Büro und beschäftigen auch ein Lobbyfirma.

Zusammen mit anderen Umweltverbänden eine Abschwächung der Wasserrahmenrichtlinie im Rahmen des Fitness-Check verhindert.
https://dafv.de/projekte/protectwater

Einspruch gegen die Angelverbote im Rahmen der Naturschutzgebietsverordnungen in der Ostsee eingelegt.
https://dafv.de/projekte/europaarbeit/i ... ostsee-vor

Aber um nicht nur zu motzen versuchen wir mit der Kampagne "Angeln in der Mitte der Gesellschaft" auch die positiven Aspekte des Angelns der Politik und Gesellschaft zu vermitteln:
https://dafv.de/projekte/angeln-in-deutschland

Mit der Kampagne #gehangeln auch jüngere Zielgruppen zu erreichen:
https://dafv.de/projekte/gehangeln

Mit dem Projekt Gewässer-Verbesserer die ehrenamtliche Arbeit der Angler als Leistung für unsere Gewässer und die Gesellschaft zu würdigen:
https://www.gewaesser-verbesserer.de/

Wir führen einen neuen digitalen Verbandsausweis ein, um das Angeln in Deutschland einfacher und die Zugänge zu Gewässern unkomplizierter zu machen.
https://dafv.de/service/ausweis

Wir haben in vieln großen Medien positive Anglerberichte lanciert, oder zu kritischen Themen Stellung bezogen (z.B. Welsfang in der Innenstadt in Frankfurt).
etc. Das sind alles nur Projekte aus dem letzten Jahr.

Wer heute noch glaubt Angeln wäre ein Selbstläufer und wir könnten uns eine Interessenvertretung sparen, liegt nach meiner persönlichen Einschätzung falsch. Der DAFV heute ist nicht der VDSF und nicht der DAV und auch nicht mehr der DAFV, der er die ersten Jahre nach der Fusion war.
Was sich getan hat und wo die Reise hingehen soll, kann man im Leitartikel "Verbände im Wandel der Zeit" nachlesen: https://dafv.de/images/dafv/AFZ-Fischwa ... 2020-2.pdf

Jeder kann unter https://dafv.de alle Aktivitäten chronologisch nachlesen. Wenn Angler der Meinung sind, wir könnten uns das alles sparen, oder "Der DAFV macht ja nichts und ist per Definition für immer und ewig Sch**ße" dann ist das so. Aber dann sollten wir uns auch nicht beschweren, wenn wir immer mehr an Boden verlieren.

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