EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellung d

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellung d

Beitragvon gespliesste » 15.10.2021, 23:50

Hallo,

anbei eine Meldung die wir heute als DAFV veröffentlicht haben: https://dafv.de/referate/gewaesser-und- ... er-fluesse

Das ist inhaltlich harter Tobak und für viele vielleicht zu abstrakt. Aber wir können es nicht ändern, wenn wir als Angler unsere Interessen durchsetzen wollen (damit die Flüsse halbwegs wiederhergstellt werden), müssen wir uns den Themen der komplizierten Gesetzgebungen auf Ebene der EU und im Bund stellen und auch die ganzen trockenen Verordnungen behandeln.

LG,

Olaf
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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon Beppo » 17.10.2021, 10:06

Hallo in die Runde,
hier ist völlig richtig erkannt wurden, dass die Umsetzung der WRRL diesen Zustand der Gewässer schon lange hätte verbessern können. Deshalb ist diese "neue Erfindung" -Biodiversität bis 2030- völlig deplatziert. Erst sollten die WRRL bis 2015 umgesetzt werden, schaffte man nicht. Dann sollten sie bis 2023 umgesetzt werden, schafft man auch nicht. Und jetzt soll dies bis 2027 vollzogen werden, was man vermutlich auch nicht schaffen wird. Es wäre sogar eine Verschlechterung, da der "neue" Termin 3 Jahre nach hinten verlegt würde. Wir werden uns wahrscheinlich noch in 15 Jahren über das gleiche Thema unterhalten, aber am Zustand der Gewässer wird sich da nicht viel bewegen. Leider fehlt hier der politische Wille. Selbst von den angeblich "Grünen" ist diesbezüglich nichts zu erwarten, die sind zur Zeit völlig durch den "Wind" geblasen!
Gruß Beppo
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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon gespliesste » 17.10.2021, 19:24

Hallo Beppo,

Beppo hat geschrieben:Wir werden uns wahrscheinlich noch in 15 Jahren über das gleiche Thema unterhalten, aber am Zustand der Gewässer wird sich da nicht viel bewegen. Leider fehlt hier der politische Wille. Selbst von den angeblich "Grünen" ist diesbezüglich nichts zu erwarten, die sind zur Zeit völlig durch den "Wind" geblasen!


sehe ich auch so, wie du. Die Grünen werden ja voraussichtlich jetzt zum ersten mal im Bund mitregieren, das kann auch Vorteile für uns Angler haben. Wir werden denen das in Berlin als eine der ersten Maßnahmen auf den Tisch legen. Deutschland hat es in 20 Jahren Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie "geschafft", 8% der Fließgewässer in einen "guten ökologischen Zustand" zu versetzen (und wir sind ja nicht bei 0% gestartet) und 100% wäre die Vorgabe gewesen. Also im Grunde ist gar nichts passiert. Deutschland ist damit drittletzter Platz in der EU. Ein absolutes Armutszeugnis. Wir haben ja als DAFV bei der EU auch schon Beschwerde gegen Deutschland eingelegt.

Wir haben vielleicht aber auch eine ziemlich neue Idee, wie man mit den Wasserkraftbetreibern und der Politik da vielleicht endlich mal ein wenig Bewegung ins Spiel bringen könnte. Ist noch nicht spruchreif und wir brauchen natürlich auch politische Unterstützung, aber wenn es die neue Regierung mit dem "Aufbruch" ernst nimmt, öffnet sich ggf. auch ein Fenster für unkonventionelle Lösungen ...

LG,

Olaf
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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon Beppo » 18.10.2021, 10:22

Hallo Olaf,
um es mal mit Goethe/Faust zu sagen: -Die Worte hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube-.
Noch ein biss`l dahin, wird`s ein viertel Jahrhundert seit dem es diese Beschlüsse gibt. Gerade die Politik hat z.B. in Sachsen verhindert, dass die Einführung eines Wasserpfennigs für die WKA-Betreiber verhindert wurde. Dies wäre ein gutes Lenkungsmittel gewesen, um die Betreiber an den von ihnen verursachten ökologischen Schäden finanziell zu beteiligen. Es werden wahrscheinlich nicht nur die "Grünen" der nächsten Regierung angehören, es wird wahrscheinlich auch die FDP sein. Sollte man also gegen die Privatwirtschaft (WKA-Betreiber) ins Felde ziehen wäre dies ein großer Stolperstein.
Hatte ich hier mit einem Zitat von Goethe begonnen, möchte ich mit einem Zitat von Seneca schließen: -Die Hoffnung stirbt zuletzt-.
In diesem Sinn
Gruß Beppo
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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon Maggov » 18.10.2021, 11:50

Hallo Olaf,

ich fürchte das Gleiche wie Bepo - so lange es keine konkreten Strafzahlungen gibt wird sich DE genauso wenig bewegen wie beim Feinstaub damals. Als die Strafe wegen fehlender Umsetzung drohte ging alles ganz flott, davor gar nix.

Ich war gerade beim Pfister Brot holen - er wirbt mit ökologischer Nachhaltigkeit und ist sicherlich was das betrifft (neben einem wirklich ausgezeichnetem Brot) vorbildlich. Am Eingang stand im Werbeblättchen Strom zu 100% nachhaltig aus Wasserkraft... Die Wahrnehmung ist und bleibt nun mal das Wasserkraft sauber und gut gut ist. Das Problem der Durchgängigkeit ist wahrscheinlich für die meisten zu komplex und/oder einfach uninteressant. Wenn Poliker Stimmen maximieren wollen fahren sie sicherlich einfacher Wasserkraft als "saubere Energie" zu pushen als neue Windräder auf zu stellen...

Trotzdem drücke ich natürlich gerne die Daumen!

LG
Markus
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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon Beppo » 19.10.2021, 09:12

- Die Wahrnehmung ist und bleibt nun mal das Wasserkraft sauber und gut ist-.
Ja Markus, ich sehe dies mittlerweile auch mit etwas Ironie. Wahrscheinlich gehen die Leute davon aus, dass Strom aus Wasserkraft besonders sauber ist. Wird er doch bevor er eingespeist wird mit Wasser gewaschen.
In diesem Sinn, hoch lebe der Wahnsinn
Gruß Beppo
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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon fliegenfeger » 19.10.2021, 12:10

Hallo in die Runde,

@Olaf
gespliesste hat geschrieben:Die Grünen werden ja voraussichtlich jetzt zum ersten mal im Bund mitregieren


Ich denke die waren schon mal in Amt und Würden, aber außer großen Ankündigungen war da nicht viel ?!
Auch die aktuellen Sondierungen bestätigen, dass wenig Sinnvolles für unsere Umwelt zu erwarten ist. Von einem vernünftiges Tempolimit für Autobahnen haben sie sich schon verabschiedet, da angeblich mit den Gelben nicht zu machen. Dieses ständige Einknicken vor der Lindner Bande, kann ich nicht verstehen, denn die können sich nicht nochmals vor der Regierungsverantwortung drücken.
Zum Strom kann man eigentlich gar nichts mehr sagen, da hier Leute in Verantwortung kommen, die keine Ahnung haben, aber am Tag hundert mal das Wort "Klimaschutz" gebrauchen.

Gruß
Armin
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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon gespliesste » 19.10.2021, 22:13

Hallo,

ja, ihr habt bestimmt recht mit den Bedenken (und sorry, na klar waren die Grünen schon mal in der Regierung) ... Ich will hier keine Parteipolitik thematisieren. Wir haben unser Büro ja in der FDP-Parteizentrale und wenn ich die letzten Tage auf dem Klo gesessen habe, konnte ich meist einer der vielen Pressekonferenzen von Christian Lindner vor der versammelten Pressemannschaft im Foyer lauschen ... (unser Klo hat das einzige Fenster zum Innenhof im Foyer, also wenn ihr mal eine Klospülung in der PK von Lindner hört, ist die Chance groß, dass ich das war :wink: ). Das ist jetzt aber nicht wertend gemeint.

Ob was geht, weiß ich auch nicht, aber es bringt ja auch nichts für immer und ewig die "deutsche" fatalistische Haltung einzunehmen. Da braucht man Vorstellungskraft und vielleicht mal eine Idee, wie man nach über 20 Jahren "Umsetzung" der WRRL von 8% vielleicht auf 20% kommen könnte.

2027 drohen eh die Strafzahlungen für Deutschland wegen Nichtumsetzung der WRRL und auch Klagemöglichkeiten. Wir als DAFV haben da ja bereits Beschwerde bei der EU gegen die Bundesrepublik Deutschland eingelegt. Aber darauf sollten wir nach meiner Meinung nicht warten.

Ob die FDP den Wasserkraftbetreibern wirklich so positiv gegenübersteht halte ich für fraglich, zumindest aus den Gesprächen mit Vertretern der FDP (Gero Hocker) aus den letzten Jahren. Die NGOs (WWF, BUND und NABU) haben da ihre Meinung mittlerweile auch überdacht und sind da eher auf unserer Seite. Auch in der Tagespolitik wird im Zusammenhang mit „erneuerbaren Energien“ fast nur noch von Photovoltaik und Wind gesprochen.

Auf https://www.agrarheute.com/politik/wen- ... age-586355 wird Gero Hocker (Präsident des Deutschen Fischereiverbandes) als neuer Landwirtschaftsminister gehandelt. (Wobei die Seite sicher FDP affin ist). Das BMU muss (bzw. sollte) sich bei den Fischereithemen immer mit dem BMEL abstimmen. Das das nicht immer geschieht haben wir eindrücklich bei der letzten Bundestagswahl erlebt: https://www.dafv.de/referate/aktuelles/ ... -vertrauen

Das unsägliche Papier aus Niedersachsen, welches wir in der Meldung mitunter kritisiert haben und welches von 5000 neuen Wasserkraftstandorten in NDS gesprochen hat, ist die letzten Tage auch aus dem Netz verschwunden. Ob es mit unserer Meldung zu tun hat, weiß ich natürlich nicht.

Wen wir nichts unternehmen, passiert auch nichts. Ich finde, versuchen sollten wir es.

LG,
Olaf
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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon orkdaling » 20.10.2021, 08:04

Moin,
Armin - da liegst du falsch . "Zum Strom kann man eigentlich gar nichts mehr sagen, da hier Leute in Verantwortung kommen, die keine Ahnung haben, aber am Tag hundert mal das Wort "Klimaschutz" gebrauchen."
Weil sie Ahnung haben konnten sie erfolgreich den Ausstieg aus der Kohle verhindern, ebenso die weitere Nutzung vom Wasserkleinkraftwerken zur Stromgewinnung, die von der EU geforderte und vor Jahren beschlossene kostenlose Stromdurchleitung verhindern.... usw.
Das verhinderte jahrelang die Einspeisung von billigen Strom, Kabel lagen ja schon bis DK bzw kauften nur 13 andere EU Lænder diesen, also alles Lænder die rund um D. liegen. Auch da musste D. erst daran erinnert und mit Klage (seitens EU und N) gedroht werden !
Das erklært doch warum man eisern an Kohle und Wasserkleinkraftwerken festhielt, warum man keinen Strom beziehen wollte.
Die europaweit høchsten Strompreise wollte man sich nicht kaputt machen lassen und solange es geht selber (auf Kosten der Umwelt) Gewinne machen.
(siehe https://www.agrarheute.com/energie/stro ... 021-586111 )

Der noch amtierenden Landwirtschaftsministerin wurde ja immer ,besonders von gruener Seite, vorgeworfen das sie die Agrarlobby vertritt.
Ich rede hier nicht vom Kleinbauern, nicht vom Fischzuechter (Teichwirtschaft) sondern dem Agra-Industrie-Koplex der Grossflæchenwirtschaft und der industriellen Mast.
Auch da war und ist man nicht an Schutztreifen entlang von Bæchen interessiert, auch da sollten die "Wasser- Zu und Ableiter" schnurgerade sein.
Das kønnte man fortsetzen mit chem. Duengemitteln, Guelle, Pflanzenschutzmitteln ( besser gesagt Pestizide, Funkizide ) die eine erheblich schædliche Wirkung auf Flora und Fauna haben wenn sie uebrtrieben bzw falsch eingesetzt werden.
Das Zeug will ja nun auch mit Gewinn produziert und verkauft werden, benøtigt eine Lobby und einen dafuer offenen Landwirtschaftsminister/Ministerin.

Noch heisst das Ministerium ja BM fuer Ernæhrung und Landwirtschaft, das andere Umwelt und die beiden haben nicht immer gleiche Interessen.
Warum also nicht beide von Gruener Seite besetzen - dann muss man ja Verantwortung uebernehmen und zeigen was man drauf hat, kann nicht nur fordern oder predigen !
Aber nein, da streitet man sich lieber um den Posten des Finanzministers!

Olaf - "2027 drohen eh die Strafzahlungen für Deutschland wegen Nichtumsetzung der WRRL und auch Klagemöglichkeiten" -
und dann ? Zahlt der Steuerzahler die Rechnung, wie so oft, wie ueblich !

Ich will ja nicht den Teufel an die Wand malen, bei der starken Durchsetzungskraft/Møglichkeit der derzeitigen EU, dem entschlossenem Handeln der EU Kommissionschefin die immer nur " prueft", mal den Finger hebt, mehr nicht, wird wohl eher ein Pole neuer Justizminister.

Gruss Hendrik
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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon gespliesste » 20.10.2021, 21:18

orkdaling hat geschrieben:Noch heisst das Ministerium ja BM fuer Ernæhrung und Landwirtschaft, das andere Umwelt und die beiden haben nicht immer gleiche Interessen.
Warum also nicht beide von Gruener Seite besetzen - dann muss man ja Verantwortung uebernehmen und zeigen was man drauf hat, kann nicht nur fordern oder predigen !
Aber nein, da streitet man sich lieber um den Posten des Finanzministers!


Halte ich persönlich nicht für zielführend.
Das BMEL ist für die Fischerei in Deutschland zuständig. Wenn das BMEL und das Bundesamt für Naturschutz in Grüner Hand wäre, würde "Verantwortung übernehmen" wohl in zahlreichen Nutzungsverboten enden. Daran hat auch Harbeck in Schleswig-Holstein als Umweltminister nie einen Zweifel gelassen. Wir hatten ja in seiner Zeit in SH schon länger mit ihm zu tun. Selbst die CDU/CSU hat da in den letzten Jahren mit Christian Schmidt und Julia Klöckner zumindest gegengehalten. BMEL in FDP Verantwortung wäre für Angler sicher zielführender. Das Ganze toppt nur noch das BfN (Bundesamt für Naturschutz), was wir da bei öffentlichen Stellungnahmen erlebt haben, war nach meiner persönlichen Ansicht schon erschreckend.

orkdaling hat geschrieben:Olaf - "2027 drohen eh die Strafzahlungen für Deutschland wegen Nichtumsetzung der WRRL und auch Klagemöglichkeiten" -
und dann ? Zahlt der Steuerzahler die Rechnung, wie so oft, wie ueblich !


Ja klar zahlt das letztendlich der Steuerzahler. Dazu wird die Schuld dann an die Regierenden aus der Vergangenheit geschoben ... Aber davon haben wir auch nichts.

orkdaling hat geschrieben:Ich will ja nicht den Teufel an die Wand malen, bei der starken Durchsetzungskraft/Møglichkeit der derzeitigen EU, dem entschlossenem Handeln der EU Kommissionschefin die immer nur " prueft", mal den Finger hebt, mehr nicht, wird wohl eher ein Pole neuer Justizminister.


Alles schwarz zu malen bringt wohl nichts. Die EU hat die Wasserrahmenrichtlinie und viele andere gute Vorgaben gemacht. Wir sollten uns da mal an die eigene Nase fassen, dass wir das in Deutschland nicht hinkriegen, liegt nicht an Außerirdischen oder einer ominösen fremden Macht.

LG,

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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon orkdaling » 20.10.2021, 23:00

Moin Olaf,
bisher haben alle nur Wind gemacht, versprochen, geprueft...
Letztendlich knickten sie alle vor der Lobby spricht der Wirtschaft ein, ganz egal von welcher Partei sie ins Rennen geschickt wurden.

Welches EU-land wurde als einziges angezæhlt weil die Nitratwerte ueberschritten wurden, das Grundwasser vielerorts ungeniesbar wurde ?
Und der Guelle Export lief munter weiter ! Bis die EU mit Klage drohte und Strafgelder verhængte die man dem Steuerzahler nicht mehr erklæren konnte.
So war es bei Glyfosat, so war es auch bei der Einfuehrung vom KAT bzw Blei im Treibstoff.
So ist es bei der Kohle, bzw bei der Verhinderungstaktik zur Stromdurchleitung (EU-Recht von D unterschrieben!)

Ohne Druck von der EU geschieht erst mal gar nichts - egal ob FDP oder CDU oder Gruene gemeinsam mit SPD regieren.
Vor der Wahl Erzfeinde, dann kommt die Postenschacherei bzw der Machterhalt durch Koalitionen.
Und das Schlimmste , dem Wæhler gibt man die Schuld daran denn er hat mit der Stimmabgabe ja solche Verhæltnisse geschaffen.
Das ist Verarsche, wenn jemand rechts wæhlt will er keine linke Regierung, wenn jemand buergerlich demokratisch denkt will er das diese seine Interessen vertreten und wenn jemand gruen wæhlt dann glaubt es das es um Umwelt, Naturschutz, Økologie geht. Nur darum entscheidet sich der Wæhler dafuer !
Was aber daraus gemacht wird, das auch Gruene Muscheln schuerfen lassen, das in einer Koalition die dem Wæhler versprochenen Ziele dem Machterhalt zum Opfer fallen - all das steht auf einem anderem Blatt. Fuer mich ist das Wahlbetrug !
Wenn du in der Reinhardstr. so dicht bei der FDP sitzt dann erlebst du ja sichrelich auch wer in der Kneipe dort gemeinsam sein Feierabendbier trinkt-
Oder gehst halt mal in die STÆV. Zu meiner Berliner Zeit spielte man im Winter in der Sporthalle der Russ. Botschaft Hallenfussball, besuchte die dortige Sauna.
Um sich tags darauf wieder publikumswirksam vom Rednerpult aus ein Versagen vor zu werfen.

Es stimmt wohl das D auch bei der Biodiversitæt Bummelletzter ist, wundert es dich ?
Wie bereits geschrieben, Kohle, Guelle, E-Autos, Strom ... erst wenn es nicht mehr geht, wenn die anderen EU Lænder nicht mehr mitmachen geschieht wirklich etwas.
Solange aber hælt man an Posten/Macht und Gewinnoptimierung fest. Schau dir die altersmæssige Zusammensetzung des Bundestages an oder schau dir die Anzahl der Juristen an von den nun 735 ! Abgeordneten.
Natuerlich alles zum Wohle des Volkes, der Sicherung der Arbeitsplætze.... natuerlich auch dem Klima , man kann es nicht mehr høren!!!
Hier wurden ja schon Zitate gebracht, ok da will ich auch meine Meinung mit einem Zitat ausdruecken - "ich kann gar nicht soviel fressen wie ich k....."

Die einzige Hoffnung die ich noch habe, die Generation der Schulschwænzer sind die næchsten Wæhler der Kreis/Landtage und des Bundestages.
Gruss Hendrik
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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon fliegenfeger » 21.10.2021, 07:18

Moin Hendrik,

ich muss doch noch mal kurz zum Strom zurückkommen.
Weißt du wie hoch unser Strombedarf ist? Der Privatbereich braucht ca. 25% des Stromes, der Rest ist Industrie und Bahn usw.. Problem ist die Menge und die Verfügbarkeit. Das alles mit Sonne und Wind abzudecken wird nicht funktionieren sowohl von der Menge, als auch von der Verfügberkeit. Auch der norwegische Strom wird da nicht helfen.
Hier eine Runde von Experten, die was von dem Thema verstehen:
https://www.youtube.com/watch?v=LVc9Y7ZlpPc

Gruß

Armin
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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon orkdaling » 21.10.2021, 09:20

Moin Armin,
duerfte so nicht stimmen, sie dir die Preise im eingestelltem Link an.
Ausserdem hat D nicht nur die høchsten Strompreise (warum ?) innerhalb der EU, nee sie haben gegen den Stromdurchleitungsvertrag jahrelang verstossen bis die EU wieder mal eingreifen musste. Nicht nur den norw. Strom verhindert sondern auch den Verkauf/Weiterleitung nach Frankreich oder Belgien usw.

Diese Woche warnte die EU Norwegen davor die Stromlieferungen zu kuerzen ! Warum ? Seit dem 1. Okt. ist das Kabel in betrieb was GB mit Strom versorgt.
So wie auch DK oder S oder halt Festlandeuropa bereits Strom beziehen.
Es ist auch nichts neues das zb vor meiner Haustuer ( Hitra/Frøya - grøssten Inseln) mit Windkraft vollgestopft wurde.
Das durch Statkraft (N) und Siemens betrieben wird ! (50/50% )
Ist aber nur ein Beispiel von vielen. Meine Kommune hat ebenfalls Genehmigungen erteilt , jedoch auf Gebiet das nicht einsichtbar ist, bekommen nun 12 mio jæhrlich in die Kasse. Geld was dann an Sportvereine fliesst, von Fussball, Handball, Schwimmen bis hin zu den Anglern.
Ok , nun schweifen wir vom Thema ab.

Warum warnt die EU Norge ? Aus Angst den umkæmpften Strommarkt innerhalb der EU zu gefæhrden und die selbstgemachten Probleme weiter zu verstærken.

Uebrigens heute Nacht ist fuer 3 Stunden der Strom von GB nach N geflossen, erstmalig in der norwegischen Geschichte !
Warum? Hohe Einspeisung aber geringerer Bedarf in der Nacht haben den Preis soweit sinken lassen das zeitweise der Strom in andere Richtung floss.
Das ist uebrigens das Ziel des europæischen Verbundnetzes, wenn es nicht durch einzelne Lænder (mit dem Argument eines fehlenden Netzausbaus) verhindert wird.
Ursachen kannst du bei Søder oder RWE oder ... ergruenden, die dir aber nicht die richtigen Karten auf den Tisch legen werden.
Ich erinnere nur an den Ausbau der Nord-Sued Verbindung innerhalb Deutschlands, immer noch nicht fertig, liegt aber nicht an Baukapazitæten!
heutige Tageszeitung von 21.10.21
"Letzte Nacht wurden die Briten für den Stromverbrauch bezahlt: Strom nach Norwegen geschickt!
Norwegen hat letzte Nacht zum ersten Mal Strom aus Großbritannien importiert, innerhalb weniger Stunden mit negativen britischen Strompreisen."
https://e24.no/olje-og-energi/i/v5n76L/ ... Fwww.vg.no

Zurueck zum eigentlichem Thema-
Kein Mensch braucht in D den Strom aus den Kleinkraftwerken, der nur dazu beitrægt das einzelne sich eine goldene Nase verdienen , es dafuer aber bald keine Nasen mehr gibt weil die Fluesse kaputt sind !
Und ich wette jetzt schon - es wird sich nichts tun bis die anderen EU Staaten D mit Sanktionen drohen . Beispiele gibt es genug !

Gruss Hendrik
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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon gespliesste » 21.10.2021, 22:41

Hallo,

orkdaling hat geschrieben:Zurueck zum eigentlichem Thema-
Kein Mensch braucht in D den Strom aus den Kleinkraftwerken, der nur dazu beitrægt das einzelne sich eine goldene Nase verdienen , es dafuer aber bald keine Nasen mehr gibt weil die Fluesse kaputt sind !


Ich denke da sind wir uns einig und da haben wir auch alle Argumente auf unserer Seite.

orkdaling hat geschrieben:Und ich wette jetzt schon - es wird sich nichts tun bis die anderen EU Staaten D mit Sanktionen drohen . Beispiele gibt es genug !


Mag sein, aber versuchen müssen wir es trotzdem. Kein Mensch hätte geglaubt, dass ein paar Aktivisten im Hambacher Forst in Deutschland den Sargnagel für die Braunkohlewirtschaft in Deutschland einschlagen. Aber die Bilder in der Tagesschau haben Wirkung gezeigt - auch die Richter und Politiker schauen Fernsehen und danach war die Rechtsprechung auf einmal anders (worüber sich Laschet ja auch verwundert zeigte).

Wir hatten schon die Idee überdimensionale aufgeblasene Plastikfische in Windkraftanlangen fliegen zu lassen, die dann an den Rotoren zerplatzen um allen zu zeigen ,was jeden Tag in unseren Flüssen unter Wasser passiert.

Das Thema ist komplex, im Detail geht es um die Taxonomieverordnung (also um die Frage, was sind Nachhaltige Investitionen im Sinne der globalen Klimaziele), Umwelthaftung (also wem gehört das Wassser und sollten nicht diejenigen für Umweltschäden haften, die es kostenlos nutzen dürfen) und mit welchem Recht dürfen die 7500 Anglagen der kleinen Wasserkraft unter den Vorgaben der EU heute überhaupt noch in Deutschland betrieben werden, ganz zu schweigen von Neuzulassungen.

Das unsägliche Papier von der Wasserkraftlobby aus Niedersachsen, welches wir in der Meldung mitunter kritisiert haben und welches von 5000 neuen Wasserkraftstandorten allein in Niedersachsen gesprochen hat, ist die letzten Tage auch aus dem Netz verschwunden. Ob es mit unserer Meldung zu tun hat, weiß ich natürlich nicht.

Wen wir nichts unternehmen, passiert auch nichts. Ich finde, versuchen sollten wir es.

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Re: EU-Biodiversitätsstrategie 2030 verlangt Wiederherstellu

Beitragvon orkdaling » 22.10.2021, 08:27

Moin Olaf,
da will ich nicht widersprechen, natuerlich muss etwas getan werden, bis hin zur Klage gegen Betreiber und auch den Staat. (siehe EU Vertragsverletzungsverfahren)
Der Ausstieg aus der Kohle und damit ein Gewinn fuer Natur und Umwelt hængt aber auch von vielen anderen Faktoren ab. Zur Zeit selbst in China Stromkrise weil es unwirtschaftlich ist Braunkohle zu førdern. Selbst deutsche Unternehmen sind von Stromrationierung betrofffen. Zeigt mal wieder schøn die Abhængigkeit von der Produktionsverlagerung und der Lieferkette nach Europa, aber das wære ein anderes Thema.
Zum Strom ein Beispiel aus unseren Breiten 63.3 N
Auch meine Kommune betreibt ein eigenes Wasserwerk. Somit kommen die Lachse und Mefo nur 10km stromauf ,im oft von mir erwæhntem Nebenfluss der Orkla, dem Skjenaldelva. Dann ist dort gestaut, aber nicht so schlimm fuer den Lachs/Mefo weil bereits dort und in einigen kleinen Seitenbæchen gelaicht wird. Oberhalb davon befindet sich eine natuerliche Seenkette, Bafo und Saibling heimisch.
So hatten wir eigentlich immer nur einen Strompreis gehabt, Wasser war ja immer vorhanden, irgendwann kam aber mal der Sommer/Klima ins Spiel , besonders 2013/14 und die Preise stiegen auf Grund von Wassermangel. Dann erfolgte hier die grossflæchige Einfuehrung von Windernergie, heute verkauft man sogar Windstrom.
Der Kunde hat neben dem Festanteil fuer das Netz/Unterhalt den zweiten Teil, sprich Stromverbrauch zu zahlen, der richtet sich natuerlich wie ueberall an Angebot und Nachfrage.
Kurz und knapp, ich kann wæhlen und das jahrlich ob ich einen Festpreis pro KW/h oder einen variablen Preis zahlen will.
Muss jeder fuer sich rausfinden, fuer seinen Verbrauch bzw zu welcher Zeit er Strom benøtigt, was sich rechnet.
Hatte seit Jahren den Festpreis der frueher bei 4,9ct lag, nach Einspeisung von Windenergie um 0,5ct sank. Andere haben sich gefreut ueber weniger, aber halt bei Trockenheit oder langem Winter gejammert, dann neben Strom mit Holz geheizt.
Aktuell liegt der Preis bei Trønderenergie bei 1,9ct Kw/h, die Seen sind hier voll gefuellt, der Wind blæst in den Bergen - kein Kleinkraftbetreiber kann da mithalten.
Frueher hatten viele Bauern , kleinere Gemeinden eigene Wasserwerke, heute nutzen sie auch Wind, im Sommer (wird ja nicht dunkel) ihre Dæcher der Stallungen und im Winter (mehrere Bauern) Biogas denn irgendwo muss ja die Guelle hin.
Kein Mensch, kein Staat hat sie gezwungen - wirtschaftliche Entscheidung !
Nun braucht es diese Anlagen nicht mehr und wir haben Geld aus dem Stromvertrag bekommen das auch fuer Renaturierung eingesetz werden kann, dazu gibt es auch lehrgænge vom Dachverband NJFF.
Uebrigens, nach einigen Wochen Probebetrieb, wurde am 21.okt. also erst gestern , in unserem Industriegebiet die grøsste Kyllingfabrik Norwegens erøffnet.
(Kylling -Huehnchen / wird nicht nur geschlachtet sondern auch veredelt ,so wie in der Fischverarbeitung nebenan)
Was ist das besondere daran? Vor der Tuer der Hafen wo frueher nur Erdølrohre verladen und auf See geschickt wurden, das spart die LKW Kuehltransporte.
Der Schlachteabfall aus der Huehner und Fischbude wird zu Biogas - das nutzt man fuehr die Muellwagen und Busse in der Region.
Uebrigens beginnt man wieder (Haus) Biomuell zu sammeln um damit in Trondheim ein Biogaswerk zu betreiben, ist aber noch nicht ganz fertig bzw wird ausgebaut.
Pressemitteilun zur Erøffnung am 21.10. / Auszug:
Treibhausgasemissionen der Hühnerindustrie um fast 100 Prozent reduziert. Dazu nutzt die Anlage einen einzigartigen erneuerbaren Energiemix, bestehend unter anderem aus Restwärme der nahegelegenen Industrie, Solarzellensystemen, Energiespeichern und Meerwasserkühlung.
(Restwærme - sprich heisses Wasser vom nahegelegenen Schmelzwerk was auch die Fischveredlung, das Orklabad und die Fussballplætze versorgt, meine Bemerkung)
Mal ganz einfach gesagt,
Norsk Kylling spart nicht nur Heizkosten und damit Strom, es wird zudem Treibhausgas verhindert, der Muell liefert Biogas fuer den Regionalverkehr und es wird kein einziges Bæchlein mehr fuer zusætzlichen Strom gebraucht, dafuer bekommen wir Geld zur Renaturierung einiger Mefobæche incl, Schulung dazu.
(aus dem Steuersæckel der Kommune- also von Windkraft und Industrie)

Was also hier im kleinem ablæuft geht auch im grossem wenn der Wille vorhanden ist - bei Wirtschaft und Politik !
Ach ja, 500 Arbeitsplætze (Huehner/Fischbude/Hafen) entstanden. Dumm nur, Kindergærten und Schule wird zu eng, es muss gebaut werden.
Und bei der Wahl im Sept. sind die MDG (Gruenen) und KRF (Christen) unter der Sperrgrenze von 4% geblieben - seltsam seltsam !

Gruss Hendrik
orkdaling
 
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