extrem früher Laichbeginn

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extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Royal Coachman » 20.10.2020, 00:17

Hallo Freunde!

Schon Anfang Oktober hat das Laichgeschäft bei den Bachforellen begonnen, runf einen Monat früher als voriges Jahr.

Liegt wahrscheinlich an den Regenfällen im September und der deutlich niedirgeren Wassertemperatur im Gegensatz zu Vorjahr.

Wir haben verhältnismäßig viel Wasser im Bach und so um die 8 Grad.

Hat jemand Ähnliches bemerkt?

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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Beppo » 20.10.2020, 10:05

Hallo in die Runde,
ein uraltes Phänomen, das Ablaichen ist immer an Wasserstand und vor allem Wassertemperatur geknüpft. Somit kann es über Jahre gesehen zu Schwankungen von mehreren Wochen kommen.
Gruß Beppo
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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Harald aus LEV » 20.10.2020, 18:52

Hallo Gebhard,

das ist ein Grund warum ich immer wieder empfehle, die Entnahme von Forellen Anfang/Mitte September zu überdenken.
Zu oft habe ich in dieser Zeit bereits Laichprodukte in geöffneten Fischen gesehen.

Gruß
Harald
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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Royal Coachman » 21.10.2020, 09:50

Hallo Freunde!

Es gilt zu bedenken, dass hier schon im Dezember die ersten schlüpfen werden, damit ist ihr Überleben aber sehr in Frage gestellt, da noch kaum Nahrung um diese Zeit vorhanden ist, falls der Winter doch wieder einmal etwas strenger ausfällt.

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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Beppo » 21.10.2020, 10:37

Nur mal eine bescheidene Frage in die Runde: Und was wollen wir daran ändern,können wir überhaupt etwas daran ändern außer das wir dies zur Kenntnis nehmen?
Dieses Jahr ist es so und das nächste Jahr so. Die Natur regelt alles.
Gruß Beppo
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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Emmo » 21.10.2020, 12:41

Beppo hat geschrieben:Nur mal eine bescheidene Frage in die Runde: Und was wollen wir daran ändern,können wir überhaupt etwas daran ändern außer das wir dies zur Kenntnis nehmen?
Dieses Jahr ist es so und das nächste Jahr so. Die Natur regelt alles.
Gruß Beppo

Aber das entspricht doch gar nicht dem Anliegen des Threaderstellers. Wenn man danach geht, sind 80% der alltäglichen Gespräche sinnfrei.
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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Maggov » 21.10.2020, 14:34

@Bepo: Unabhängig von der Frage ob man was änder kann und will finde ich Deine Frage absolut berechtigt denn wir wollen uns hier ja über Beobachtungen austauschen um zu lernen. Und wenn die Natur alles regeln würde dann verstehe ich nicht warum wir in diesem Forum überhaupt über Hegemaßnahmen diskutieren.

Hi Gebhard,

nachdem ich derzeit mit Homeoffice und anderen Coronaspäßen kaum ans Wasser komme fehlen mir dieses Jahr alle Beobachtungen.

Ich könnte mir vorstellen dass der sehr milde Winter letztes Jahr da mit rein spielt. Dadurch dass es eigentlich nie so richtig kalt wurde war der Stoffwechsel sicherlich höher bei Fischen und Nährtieren hat hat so wahrscheinlich einiges beschleunigt. Könnte mir vorstellen dass z.B. die Maifliegen (wo es noch welche gibt) dieses Jahr auch früher dran waren als in vergangenen Jahren.

Sollten Deine Befürchtungen sich bewahrheiten und Du hast einen Ausfall dieses Jahr dann waren meine Beobachtungen / Erfahrungen an meiner ehemaligen Pachtstrecke dass der Ausfall von Jahrgängen in der Tat kompensierbar innerhalb einer selbsterhaltenden Population. Schön ist es trotzdem nicht.

Wenn Deine Frage darauf abzielt ob es eine langfristige Entwicklung gibt so habe ich dazu nichts beobachten können. Wenn ich es geschafft habe das zu beobachten war eine Schwankung von ca. 1 Monat durchaus möglich.

Was halt doof ist, dass an Strecken die jetzt noch offen sind die Watfischerei meist nicht verboten ist und wir wahrscheinlich dort schon vor Wintereinbruch eine Eier zerstören.

LG

Markus
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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Beppo » 22.10.2020, 11:36

Hallo in die Runde, hallo Markus,
so kann man dies natürlich auch sehen. Ich will hier keine Diskussion über die Angelfischerei lostreten, über den Sinn von Hegemaßnahmen. Erst durch die Entnahme von Fischen bedarf es gewisser Hegemaßnahmen. Hier sollte man nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Ich bleibe trotzdem bei meiner Aussage, auf gewisse Parameter haben wir keinen Einfluss, auf die Natur sowieso nicht.
In meiner Brutstation hatten wir vor etwa 20 Jahren Versuche mit Wärmetauschern angestellt. Kann man machen, war auch bei der Erbrütung erfolgreich aber finanziell sehr aufwendig. Ergebnis, die Forellen schlüpften Wochen früher hatten aber ausgesetzt z.B. als Bfa kaum Überlebenschancen. Es gab schlicht und ergreifend nicht genug Nahrung und die Wassertemperatur war nicht wie in unserer Station regulierbar. Wir haben die Sache nach 2 Jahren wieder eingestellt.
Das sollte nur mal so am Rand erwähnt werden.
Gruß Beppo
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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Royal Coachman » 26.10.2020, 00:11

Hallo !

Jetzt versteh ich aber gar nichts mehr!

Mit Wärmetauschern erreicht, dass die Fische früher schlüpfen?

Wenn man Forellenlaich aus der Fischzucht bekommt ist er kurz vor Weihnachten im Augenpunktstadium.

Da heute durchaus bekannt ist, dass das einfach zu früh ist - die schlüpfen Anfang Januar spätestens - wird der Laich nochmals heruntergekühlt, um 2-3 Wochen zu gewinnen.

Dieses Verfahren hat durchaus Erfolg, wie mir von kompetenter Seite erklärt wurde.

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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Maggov » 26.10.2020, 15:13

Hallo Beppo,

Danke für die offene Sicht auf meinen Einwand und das Teilen von Erfahrungen. Ich hatte Gebhards Eingangsthread als Beobachtung am Wasser verstanden und Dein Erfahrungsbericht deckt sich mit der Annahme von Gebhard dass die diesjährige Brut wohl nicht den Winter packt.

@Gebhard: ich lese Beppos Beitrag als Beitrag im Sinne meines Einwandes. Man hat was probiert und die Erfahrung gemacht dass es keinen Mehrwert liefert. Ich interpretiere Beppos Beitrag auch so dass das danach eben deshalb wieder eingestellt wurde. Was ich nicht weiß aber was auch möglich ist: Kann ein Wärmetauscher auch kühlen?

Wie oben geschrieben habe ich an einer privat bewirtschafteten Strecke (ohne Besatz) die Erfahrung gemacht dass Jahrgänge ausfallen können (in meinem Fall hatte ich mir das mit massiven Geschiebebewegungen erklärt - feste Laichplätze gab es eigentlich nicht da der Bach sich tageweise in der Führung ändern konnten - starkes Gefälle und Regeneinfluss über die angrenzenden Bergbäche sowie sehr viel feinkörniger Kies.

Ich habe auch den Eindruck gehabt dass dies an sich kein Problem war denn die Entnahme und er Fischdruck waren durchaus gering. Es gab Jahre da hat man eben kaum Einsömmrige erwischt und auch Jahre wo viele Fische in der Größe sehr ähnlich waren (vom Wachstum her tippe ich auf zweisömmrig).

Deshalb mein Rückschluß dass solche Ausfälle (sei es durch Klima oder andere Einflüsse) durchaus "normal" sind und die Natur das schon richten kann - sofern wir nicht zu extrem dazwischen pfuschen. Im Fall von Gebhard's Bach bin ich zuversichtlich dass er damit kommendes Jahr gut klar kommt. Spannend ist sicherlich ob und wie sich die kommenden Winter vom Klima her entwickeln. ich fürchte bei 2-3 Generationsausfällen in Folge wird das durchaus kritisch.

LG

Markus
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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Royal Coachman » 26.10.2020, 21:41

Hallo Markus!

Diese Beobachtung ist auch in anderer Hinsicht interessant, da Ende Frühjahr in meinem Bach kleine Forellen auftraten, von denen nicht klar war, einsömmrig oder zweisömmrig.

Jetzt kann man einsömmrige in der Größe so um die 8-10cm beobachten, in dieser Größe waren aber schon Mitte/Ende Mai Fische zu beobachten.

Da voriges Jahr Forellen auch um die Jahreswende und noch Anfang Jänner gelaicht haben, könnte das hinkommen.

Leider haben wir schon wieder einen starken Einflug von weißen Reihern, die allerdings noch auf den Wiesen stehen.

Mal sehen was übrig bleibt

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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Rattensack » 01.11.2020, 01:00

Royal Coachman hat geschrieben:Jetzt kann man einsömmrige in der Größe so um die 8-10cm beobachten, in dieser Größe waren aber schon Mitte/Ende Mai Fische zu beobachten.


Hallo Gebhard,

die wachsen halt nicht ueber das kalte Halbjahr. Ist rein temperaturabhängig.

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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Royal Coachman » 01.11.2020, 11:06

Hallo Clemens!

Das mit der Temperaturabhänigikeit ist schon klar, aber wir haben kaum mehr einen strengen Winter, der Bach ist sommerkühl/winterwarm zumindest der letzte Winter hat kaum einmal Tempeeraturen unter 0 Grad gebracht, das Wasser war dulrchschnittlich 7 Grad zwischen Anfang Dezember und Ende Februar.

Nahrung gibt es in Hülle und Fülle, die Elritzen sind auch wieder im Vormarsch, denn letztes Jahr und auch heuer überwintert ein Eisvogel am Bach und fischt eifrig.

Eigentlich beobachte ich die Veränderungen durch den Klimawandel, wozu auch ein verstärktes Wachstum von Unter- und Überwasserpflanzen gehört, was den Reihern und Gänsesägern das Jagen

durchaus erschwert. :mrgreen:

Wenn Du mal in die Gegend kommst, melde Dich einfach, aber lass Dir nicht mehr zu lange Zeit.

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PS: Du weißt ja, dass Deine Meinung von mir sehr geschätzt wird.
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Re: extrem früher Laichbeginn

Beitragvon Rattensack » 01.11.2020, 16:13

Servus,

unter 5° wächst eine Forelle kaum, auch bei unbegrenzt Futter. Da kommt halt sehr wenig zusammen in der kalten Jahreshälfte, auch wenn es zwischendurch Zeiten mit ein paar Grad mehr hat. Ausnahme richtig winterwarme Quellläufe.

Danke für die nette Einladung; leider derzeit alles noch schwerer als sonst ...

Lg,
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