Kormoran - Vergrämung

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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Re: Kormoran - Vergrämung

Beitragvon gespliesste » 14.01.2022, 23:18

Hallo,

vielleicht ganz interessant ...

https://dafv.de/projekte/kormoran/item/ ... -ueberholt

LG,

Olaf
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Re: Kormoran - Vergrämung

Beitragvon fliegenfeger » 15.01.2022, 11:48

Hallo Olaf,

wie beurteilst du die Lage, bleibt es nur ein Statement von Herrn Gade und man diskutiert endlos weiter oder passiert jetzt mal etwas.

Gruß
Armin
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Re: Kormoran - Vergrämung

Beitragvon MahiMahi » 15.01.2022, 20:04

Hallo und sorry das ich da so reinplatze,

der Kormoran ist doch so ein schöner schwarzer Vogel der hat Hunger (muß man doch verstehen) und frisst mir die Fische aus dem Fluß!
Die Äsche welche wirklich bedroht ist sieht keiner die ist auch nicht kuschelig. Die meißten Normalbürger wissen gar nicht was ne Äsche ist.
Es wird da nix großes passieren. Auch wenn wir hier im Württemberg schießen dürfen kommen da immer noch genug Ouerschläger aus der naturfarbenen Ecke.
Wenn du ein Fischwasser hast siehst du das mit ganz anderen Augen. Der Besatz kostet Geld da springt niemand für Verlust ein.
Man müßte endlich mal beginnen die Gelege zu vernichten und da dran zu bleiben, vielleicht wird es dann erträglicher.
Wir haben gerade wieder genug der schwarzen Schaar auf den Bäumen hocken. Das Ergebnis wird sich im Frühjahr zeigen.

LG
Harry
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Re: Kormoran - Vergrämung

Beitragvon Maggov » 17.01.2022, 17:01

DerRhöner hat geschrieben:Hallo allerseits

Ich könne noch ergänzen. Ich weiss von Jägern, die eben auch den Aufwand ansprechen, zumal die Jagd auf einen Kormoran per se für Jäger nicht attraktiv ist. (ich sag mal, ungefähr so spannend wie Rotaugen für die meisten Fliegenfischer) Aber sie sind bereit das als Hegemassnahme zu unterstützen, wenn man Sie zumindest auf der Kostenseite frei hält, denn Munition ist auch nicht umsonst und die eine oder andere Räucherforelle schadet vielleicht auch nicht...

Gruss

Christian


Deswegen habe ich den Vorschlag bei uns im Verein eingebracht den Jägern eine Abschussprämie zu zahlen und hoffe der geht durch. Die Rechnung ist aus kaufmännischer Sicht recht einfach: Der Kormoran frißt ein halbes Kilo Fisch am Tag, ein Kormoran weniger macht so über den Winter eine schöne Summe an "Besatzschaden". Den Besatz den ich einbringe ohne zu vergrämen kann oder sollte ich mir sowieso sparen da das die Kormorane doch nur anfüttert. Dann zahle ich doch lieber für einen mittelfristige und halbwegs nachhaltige Verbesserung der Bedingungen.

Wenn Gebhard richtig liegt und nach ein paar Abschüssen die Kormorane das Wasser erstmal meiden kann ich wieder "umschichten". Wenn nicht können wir die Idee immer nich beerdigen.

Das Ganze ist bei uns von der Konstellation auch recht praktisch da es um einen Baggersee geht bei dem die angrenzenden Gewässer im gleichen Jagdgebiet liegen. Auch dort wird geschossen und ich hoffe so auf einen halbwegs breiten Effekt. Genehmigung liegt vor und der Jäger macht auch mit (gerade vor Weihnachten waren sie draussen - ohne Prämie)- jetzt wollen wir nur noch einen weiteren Anreiz bieten um die eben nicht sehr befriedigende Jagd etwas attraktiver zu machen.

Meine Hoffnung ist dass wir so nach 2,3 Winter den Effekt haben den Gebhard beobachtet/beschreibt.

LG
Markus
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Re: Kormoran - Vergrämung

Beitragvon Beppo » 17.01.2022, 17:47

Ein Hallo in die aktuelle Runde,
man kann nur sagen, alle Jahre wieder, eine Wiederholung, der Wiederholung, der ...., ... !
Erkenntnisgewinn gleich Null.
In diesem Sinn
Gruß Beppo
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Re: Kormoran - Vergrämung

Beitragvon Fliifi-Sepp » 17.01.2022, 23:07

Der Beitrag im DAV ist schon gut. Er argumentiert sachlich und ohne Polemik, so sollte es sein!

Allerdings fehlt mir bei den Beispielen, der vom Kormoran besonders bedrohten einheimischen Fischarten (Aal und Bauchforelle wurden genannt) die Äsche. Insbesondere die Äsche als heimischer Wild-Fisch, der sich in Gefangenschaft nicht vermehren läßt und auf den Wild-Fang von laichbereiten Elterfischen angewiesen ist, ist aus meiner Sicht besonders gut für die Argumentation geeignet.
Die Äsche ist zudem ein wunderschöner Fisch, als Fotomodell und Sympathie-Träger deshalb auch für weniger an Fischen Interessierten sehr ansprechend.
In Ergänzung mit der Bachforelle, die in der richtigen Färbung wie ein Fisch aus dem Amazonas aussehen kann, würden sich diese beiden sehr gut für eine Sympathie-Kampagne für bedrohte Fischarten in der Öffentlichkeit eignen.
Wenn sich die Verbände mal zusammentun würden und entsprechendes Geld in die Hand nehmen, könnte daraus was werden!

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

LG Sepp
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Re: Kormoran - Vergrämung

Beitragvon gespliesste » 18.01.2022, 02:02

Hallo,

die Einzelmaßnahmen zur Vergrämung sind zur Zeit sicher die einzige Lösung, aber auf Dauer wohl verdammt aufwendig und kaum flächendeckend zu jeder Zeit zu gewährleisten.
So kann es ja auch nicht weitergehen, wollen wir unsere Gewässer die nächsten 50 Jahre mit einem Wachschutz austatten? Und wenn der mal zwei Stunden zu lange schläft haben wir trotzdem einen Totalschaden am Gewässer.
Wenn es eine Lösung fernab eines Populationsmanagement geben würde, hätten wir das sicher längst rausgefunden, alles was wir heute mit der aktuellen Gesetzgebung tun können ist im Grunde Kosmetik. Die Regionen die sehr aktiv sind, können sicher etwas erreichen, aber das ist keine Lösung für das Problem an sich.

Wir wollen und müssen den Schutzstatus für den Kormnoran auf europäischer Ebene langfristig aufheben und ein Populationsmodell etablieren, alles andere ist nur Kosmetik. Die EU hat dazu auch schon Etnscheidungen getroffen (ohne wirklich was getan zu haben) und die Jäger ziehen im Grunde auch mit. So ist auch die Meldung zu verstehen. Ich habe dazu ja schon eine Präsentation im EU-Parlement gehalten. Die Äschen haben wir ja in der Vergangenheit immer benannt, aber wir könnten da auch jede andere Fischart benennen. Kormorane fressen was in ihren Schlund passt, egal wann und wo, überall gibt es massive Schäden an den Fischpopulationen. Das geht jetzt schon fast 30 Jahre so und es ist nach wie vor ein Trauerspiel. Wir bleiben dran. Ausser uns macht ja auch keiner wirklich etwas, also wofür welche Gelder zusammenbringen und wer macht es? Ich bin beim DAFV, dem Dachverband und wir setzen uns dafür in Europa mit Nachdruck ein, auch gegen den Wiederstand einiger anderer europäischer Kollegen. Wer eine bessere Idee hat immer gerne raus damit.

Die Holländer und damals auch die Dänen und Schweden wollten von dem Thema nichts wissen. Die hätten keinem Kormoran auch nur eine Feder verbogen. Die Dänen und Schweden denken langsam um, da die Kormorane mittlerweile auch ihre Küstengebiete plündern und die Lachssmolts auffressen (So eine Überraschung!). Die Holländer haben wenig Schäden im eigenen Land (haben ja auch kaum Fliessgewässer) aber haben langsam verstanden, dass auch sie dafür verantwortlich sind, was die Kormorane in anderen Ländern in ihrem Winterzug anrichten. Früher dachten die andern Ländern es gehe uns (deutschen, österreichern, slowenen und schweizern) nur darum die Vögel abzuschiessen, aber das ist überhaupt nicht unser intereresse. Es geht darum bedrohte Fischarten zu schützen. Es ist eine klassische loss-loss Situation. Die EU deckt das ganze Spiel mit ihrem Schutzstatus und den Ausnahmeregelungen zum Abschuss. So wird sie allen gerecht und die Kormorane und die Fische müssen darunter leiden. Die Vogelschützer haben ihr Recht mit dem Schutzstatus und uns Angler sagen sie immer ihr habt doch die Ausnahmeregelungen. Der NABU hat vor einigen Jahren Gebiete mit großen Kormroranbrutkolonien gekauft und führt dort stolz Führungen durch. Wenn die Vögel dann im Herbst wegfliegen ist das ja nicht mehr deren Problem. So brütet der Vogelschutz so viel wie möglich aus und die Angler und Jäger schiessen sie so viel wie möglich ab. Vogel- und Fischschutz 2.0 - Einfach nur krank!

LG,

Olaf
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Re: Kormoran - Vergrämung

Beitragvon orkdaling » 18.01.2022, 10:17

Moin Olaf,
will dir nicht widersprechen, die Zeiten der Bedrohung des Vogels sind vorbei, er ist nun die Bedrohung.
Aber wie du am Beispiel DK und S selber siehst, es ist relativ einfach eine Woche Jagd (sprich Abschuss) zB an der SkjernÅ durch zu fuehren. Jæhrlich, Info an die lachsfischer, los geht es.
Auch in S geht es wo notwendig den Vogel oder Robben - Ueberbestænden ! an den Kragen - und das sind doch auch EU Lænder !
Hier ist der Vogel, die Robben, Biber jagbares Wild und hat Abschussquoten wie halt Hirsch und Elch oder Wolf. (bis auf Wolf alles essbar, hahaha)
Es geht also wenn der politische Wille da ist !
Gruss Hendrik
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