Land unter

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Re: Land unter

Beitragvon Michl » 25.07.2021, 10:06

Beppo hat geschrieben:Übrigens wurde die Bundesregierung von diesen beiden Institutionen frühzeitig gewarnt.

Gruß Beppo


Hallo,
ohne das ich jetzt irgend jemand in Schutz nehmen will:
Der DWD und Efas warnen nicht nur die Bundesregierung........
Da kann sich jeder einzelne jeder Zeit über die Warnungen und Vorhersagen informieren, von der Bundesregierung bis zu dem der im betroffenen Gebiet lebt.
Und "Bernd" war ein zwar wirklich nur Wetter, nämlich einTiefdruckgebiet, aber eines das Extemniederschläge gebracht hat.
Und genau diese sind eine Folge der Erwärmung, genauso wie das längere Verweilen dieser auf beschränkten Gebieten.
Nochmal, das sollte uns zu denken geben.

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
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Re: Land unter

Beitragvon Beppo » 25.07.2021, 10:27

Na dann "Michl" schwimm weiter!
Übrigens warnen die beiden Institutionen nicht die Bevölkerung, dafür sind sie nicht zuständig, sie warnen die landesweiten Ämter und Behörden die zuständig sind. Dafür gibt es in D ein Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Dieses Amt ist im vergangenem Jahr bei einer bundesweiten Katastrophenübung im Oktober grandios gescheitert.
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Re: Land unter

Beitragvon Michl » 25.07.2021, 12:37

Nun "Beppo", ich glaub eher Du schwimmst.
Von der einen Institution hab ich gestern übrigens mal wieder eine dezidierte Warnung vor Starkregen direkt auf mein Handy bekommen.
(Der ist dann auch eingetreten, hat allerdings die vorhergesagten 35 l nicht ganz erreicht.)
Dabei bin ich gar nicht Teil eines Amtes oder einer Behörde.......
Und das die Katastrophenübung schief ging stimmt, das ist richtig schlecht.
Hat auch keiner bezweifelt.
Was bezweifelt wird sind die Auswirkungen der Erwärmung.
Und da ist meine Meinung offensichtlich eine andere wie Deine.
Lassen wirs dabei.

Gruß Michl
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Re: Land unter

Beitragvon Harald aus LEV » 25.07.2021, 16:02

Natürlich werden jetzt wieder Stimmen laut, die nach Schuldigen suchen.
Und ja, es gibt Warnsysteme.
Ich habe die NINA-App auf dem Handy für verschiedene Gebiete hier im Umkreis.
Aber mal ganz ehrlich, wer nimmt die wirklich ernst?

2 Beispiele:
1. Ich bekomme eine Warnung vor Starkregen und heftigen Gewittern mit Hagelschlag. Aber bei uns kommt gerade mal etwas Regen runter.
2. Dann kommen Warnungen über starke Stürme und es weht ein laues Lüftchen in dem ich noch gut mein 5er-Rütchen dengeln könnte.

Die Warnungen treten wirklich ein, aber weiter entfernt.
In Grunde ist die APP gut, aber sie müsste detaillierter sein. Ob das technisch überhaupt möglich ist, weiß ich nicht. Ebenso weiß ich nicht, ob das überhaupt gewollt ist.
Denn wenn dann eine Region nicht früh genug gewarnt wurde, geht halt die Suche nach Verantwortlichen los.
Ich nehme an, deshalb wird flächendeckend großzügig gewarnt, damit man auf der sicheren Seite ist.
Das führt dann dazu, dass der User die Meldung zwar liest, aber aufgrund der gemachten Erfahrungen nicht sehr ernst nimmt.

Aber vielleicht sollte für diese Themen ein separater Threat aufgemacht werden.

Gruß
Harald
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Re: Land unter

Beitragvon webwood » 25.07.2021, 17:33

So lange es nicht metereologisch ins kleinste Detail geht, finde ich die Diskussion hier durchaus passend.

Ansonsten haben wir excelente Möglichkeiten uns über das kommende Wetter zu informieren. DWD Regionenwetter
https://www.wettergefahren.de/warnungen ... ation.html
Kleinräumig und in nächster Zeit zu erwarten: https://www.wetteronline.de/regenradar?=
Dass ich heute erst gar nicht zum Fischen gehen brauche, ersehe ich hier: https://www.hnd.bayern.de/pegel/isar/pe ... g-16612001
In diversen Tageszeitung war auch rechtzeitig auf Warnung des DWD verwiesen worden.
Wenn ich eine Bergtour plane oder früher zum Drachfliegen ging, war das auch mein Job mich über Wetter, Lawinenwarnlage oder Flugbedingen zu informieren.

How ever sprengt diese Flut doch alle Grenzen. Was nützt es denn, rechtzeitig gewarnt alle Wertgegenstände ins obere Stockwerk zu bringen und dann ist das Haus in der Flut kompett weg.


Mein übliches "TL" scheint mir zur Zeit unpassend,
daher "Bleibt gesund"
Thomas
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Re: Land unter

Beitragvon Harald aus LEV » 25.07.2021, 18:38

Hallo Thomas,

das Regenradar habe ich auch auf dem Handy. Dort konnte ich gut verfolgen, wie sich das riesige Regengebiet ständig im Kreis bewegte, ohne weiter zu ziehen.
Aber mit den immensen Auswirkungen hat wohl in der Konsequenz kaum jemand gerechnet.
Die Pegelstände der für mich relevanten Flüsse habe ich auch. Diese zeigen aber den Istzustand mit einiger Zeit Verspätung an. Daraus kann man jedoch nicht immer Schlüsse auf die zu erwartende Entwicklung ziehen. Bis auf einen werden die Flüsse, die ich befische durch Talsperren gespeist. Das ist in extrem trockenen Sommern ein Segen, denn sonst würden sie teilweise trockenfallen. Auf der anderen Seite ist aber auch keine sichere Vorhersage möglich. Wird Wasser für die Versorgung benötigt, wird nur die Mindestmenge an Wasser abgegeben. In der letzten Woche wurde dagegen aus Furcht vor starken Regenfällen an diesem Wochenende eine weitaus größere Menge abgegeben, sodass die Pegel (jedenfalls eines Flusses) dauerhaft etwa 50% über Normalstand war.
An einem dieser Flüsse ist die natürliche Entwicklung besonders schwer, weil sich dort zudem ein Kleinkraftwerk zur Stromerzeugung befindet. Hier sind häufig starke Schwankungen im Pegel normal, was für Fischlaich und Saprobien zur Katastrophe werden kann. Aber das ist ein anderes Thema.

Gruß
Harald
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Re: Land unter

Beitragvon webwood » 25.07.2021, 20:21

Hallo Harald und @ All

so ein extremes Wetter Regionen genau zu prognostizieren, überfordert wohl jeden Wetterfrosch, außer vielleicht Herrn Lativ. Der liegt immer richtig, Blöderweise halt immer im Nachgang, Das könnte ich dann auch.

Ich denke etliche von uns stehen einfach unter Schock. Was nicht sein darf, kann auch nicht passieren. Leider eben doch. Es ist wohl müßig nun nach Verantwortlichen zu suchen, Die Katastrophe ist nun mal geschehen. Klar kann man dem Tief Bernd 20.000 Kamelflöhe im Arsch wünschen, bringt aber nix. Die Suche nach Schuldigen zumindest derzeit auch nicht. Wir müssen in der aktuellen Situation lösungsorientiert denken!

Politiker Bla-Bla bezügl. Warnapps oder Sirenenalarm sind ja ganz nett aber nur Wahlkampfgetöse. Es gibt nun viele Menschen, die Alles verloren haben und zudem obdachlos sind. Darauf sollte unser Fokus liegen.

Flutpolder, Deicherhöhung, Sirenenalrm etc. ist doch nachrangig, solange etliche unserer Mitmenschen keine Ahnung haben, wo sie die Nacht verbringen können und keine Zukunfts-Perspektive sehen.

Ich verweise auch hier in diesem Threat auf unsere Spendenaktion. Bitte liebe Leute, wer finanziell kann, und sei es auch nur ein Euro, Haut in die Tasten bzw. füllt ein Überweisungsformular aus.
allgemeines-forum-f26236/unwetter-katastrophe-wollen-wir-helfen--t276084.html


Euer Thomas
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Re: Land unter

Beitragvon Harald aus LEV » 26.07.2021, 10:09

Hallo Thomas,
ich gebe Dir Recht, dass jetzt primär den Opfern vor Ort geholfen werden muss.

Über weitere Präventionsmaßnahmen wird es später noch genug Diskussionen geben.
Kanzleramtsminister Helge Braun schlägt ein dreistufiges Warnsystem vor:
1. Apps für allgemeine Gefahren
2. Cell Broadcasting, welches eingeführt werden soll. Dabei sollen alle Handys in betroffenen Funkzellen über dringende Notlagen oder Evakuierungen informiert werden.
3. Sirenenalarm bei unmittelbaren Handlungsbedarf. Dafür soll das Sirenensystem wieder in Betrieb genommen werden.

Ob das so kommen wird bleibt abzuwarten.
Da wird es sicher noch weitere Vorschläge geben.
Schließlich haben die 80 Mio. Virologen und späteren Bundestrainer nun kein anders Betätigungsfeld mehr.
Dann haben wir halt zukünftig 80 Mio. Spezialisten für Klima- und Notfallprofilaxe. :evil:

Gruß
Harald
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Re: Land unter

Beitragvon Harald aus LEV » 26.07.2021, 10:15

Noch eine kleine Anmerkung:
Mein Sohn hat das vorletzte Wochenende bei den Eltern eines Freundes in der Eifel verbracht. Die sind ebenfalls abgesoffen und er hat dort geholfen.
Als er Sonntag Abend kurz bei uns vorbeikam, war er total im A....
Er meinte: "Jetzt nur noch nach Hause, duschen und schlafen. Zum Glück habe ich noch ein funktionierendes Zuhause."

In solchen Situationen lernt man "Selbstverständlichkeiten" schätzen.
Im Grunde ist gar nichts selbstverständlich.

Gruß
Harald
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Re: Land unter

Beitragvon orkdaling » 26.07.2021, 11:36

Moin,
Harald du hast sicher recht, es wird wieder 80 mio Experten geben.
Zu dem was nun vorgeschlagen wird nur soviel. Telefon (Fest und Funknetz) kann ausfallen, deshalb haben wir alle 4 Wochen das Sirenensignal wie zu alten Zeiten.
Zusætzlich erhælt jeder von der Kommune SMS Meldungen, sei es bei Waldbrandgefahr, Wassermangel und Reduzierung von Berwæsserung im Privatgarten, aber eben auch Starkregen, Sturm und Flutwarnung zur Schneeschmelze. Die Welle braucht ja einige Zeit und da kann man vieles in Sicherheit bringen.

Uebrigens, wir reden hier oft von Ruten im drei bis vierstelligem Betrag, von Schnueren um die 100€, da duerfte doch die eine oder andere Spende kein Problem sein !
Gruss Hendrik
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Re: Land unter

Beitragvon Kami » 26.07.2021, 11:37

Beppo hat geschrieben:Hallo in die Runde,
wenn der Eine etwas an den Haaren herbeigezogen sieht und er auf der anderen Seite das Problem einfach auf den Klimawandel schiebt, dann hilft dies nicht bei der Aufarbeitung der Katastrophe. Hier sucht man nur eine einfache Erklärung und will die Auswirkungen auf irgendetwas imaginäres abwälzen.
Es gibt wissenschaftliche Betrachtungen über Windparks die durchaus auf die Auswirkungen der Strömungsverhältnisse im größeren Umfeld solcher Anlagen hinweisen. Fakt ist aber eins, ursächlich brachte diese Regenfälle das Tiefdruckgebiet "Bernd" und nicht der Klimawandel. Da sollte man nicht irgendetwas konstruieren, da sollte man sich doch schon auf die Aussagen solcher Experten wie des DWD und/oder des Europäische Flutwarnsystem Efas verlassen. Beide sehen keinen Zusammenhang dieses Wetterereignis mit dem Klimawandel.
Übrigens wurde die Bundesregierung von diesen beiden Institutionen frühzeitig gewarnt.
Schade ist nur, dass auf dem Rücken der Opfer und der Betroffenen jetzt solch eine Diskussion ausgetragen wird.
Gruß Beppo


Das stimmt doch überhaupt nicht! Bitte solche Aussagen mit Quellen belegen oder sein lassen...
Der offizielle DWD-Bericht ist hier zu finden und ist wie üblich wissenschaftlich, vorsichtig geschrieben:
https://www.dwd.de/DE/leistungen/besond ... onFile&v=6

Dort gibt es ganz klare Aussagen über Temperaturanstieg, tendenzielle Zunahme von Starkniederschlägen, Tendenz zu mehr Extremereignissen. Lediglich die Zirkulation wird als nicht eindeutig im Zusammenhang stehend bewertet. Daraus kann man aber auch noch nicht schließen, dass es gar keinen Zusammenhang gibt! Es ist auch klar, dass einzelne Ereignisse keinen Klimawandel ausmachen, sondern die langfristige Summe von allem. Die Tendenz ist dabei relativ eindeutig und Zusammenhänge mit dem anthropogen verursachten Klimawandel für viele Parameter klar belegt. Es gibt keinen einzigen Satz, in dem der Einfluss des Klimawandels ausgeschlossen wird.

Studien in der Zukunft werden genauer zeigen, was und wie genau die Ursachen waren und welche Zusammenhänge dabei zu beobachten sind. Daraus kann man dann auch lernen und Maßnahmen für die Zukunft ableiten. Daher ist diese Diskussion super wichtig und wird nicht "auf dem Rücken der Opfer ausgetragen", sondern hilft dabeil, in Zukunft weitere Opfer zu verhindern!

Was den Opfern überhaupt nicht hilft sind so Aussagen wie "kommt halt vor", "passiert halt immer mal wieder", "ganz normal", usw.
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Re: Land unter

Beitragvon webwood » 26.07.2021, 13:22

Bin ja kein Experte, doch dieser Artikel ist lesenswert.
Es geht um die Erderwärmung der Arktis und in Folge dem Jet-Stream.

Thomas
https://www.eskp.de/klimawandel/wie-bee ... m-9351059/
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Re: Land unter

Beitragvon orkdaling » 26.07.2021, 15:15

Zitat - " Fakt ist aber eins, ursächlich brachte diese Regenfälle das Tiefdruckgebiet "Bernd" und nicht der Klimawandel."

Ursæchlich ist der Klimawandel fuer solche extremen Tiefdruckgebiete wie "Bernd".
Ursæchlich fuer die immer frueher einsetzenden und immer stærker werdenden tropischen Stuerme ist das zu warme Meer wo sie sich ihre Energie holen, aber das hat auch als Ursache den Klimawandel.
Noch nie seit menschengedenken war es +8 Grad warm - Dez 2020/Jan 2021 - wo ? Spitzbergen !
Und im Fruehjahr wo hier langsam die Schneeschmelze einsetze hatten die dort Tage mit 20 grad.
Ursache sind die erwærmten Golf und Nordatlantikstrom - aber auch da liegt die Ursache ja eigentlich im Klimawandel.

Ich habe noch keinen Wissenschaftler , keiner Uni gehørt die das bezweifeln. Nee die warnen davor das es noch extremer wird mit Trockengebieten aber auch sintflutartigen Niederschlægen.

Aus eigener Erfahrung - einer Zeit wo es noch keine Windræder gab.
Als ich den Beruf des Landwirts erlernete ging man dazu ueber in die Grossflæchenlandwirtschaft einzusteigen.
Dort wo sich frueher Kartoffeln, Getreide, Klee, Raps, Rueben... abwechselten entstanden Schlæge von 150-200ha (das sind 200 Fussballfelder)
Genau dort wo frueher auch bei Starkregen das Wasser irgendwo einsickern konnte ,da ja nicht alles gleichzeitig bestellt und geerntet wird, nicht gleichzeitig der Boden trocknet und durch befahren/ komprimiert wird (fast wie Versiegelung).
Folge, nach einem Gewitter konnte der Boden das ablaufende Wasser nicht aufnehmen, der Bach schon gar nicht, die erste Bruecke wurde zum Hinderniss und verschwand in den Fluten.
Und das war 1976 als es noch keine Windræder gab, noch niemand von Klimawandel sprach, nur die Landwirte sprachen won Folgen der Bodenerossion und Schæden durch fehlende Fruchtfolge.
Auch da war natuerlich bei den meisten selbsternannten Fachleuten das Gewitter schuld - von der Grossflæchenwirtschaft wurde fein abgelenkt denn man wollte ja grosse teuere Maschinen verkaufen, eine Zuckerfabrik auf 100km, Kartoffelfelder soweit das Auge reicht und diese wurden getrocknet und als Viehfutter zB in die Ukraine geliefert.

Die Folgen dieser missglueckten Landwirtschaft sehen wie heute beim Insekten- und Vøgelsterben und eben auch beim "Land unter"
Nun kønnte man auf die Idee kommen, naja eine Produktionsgenossenschaft mit damals 7000, heute 10.000 ha.
Aber davon gibt es viele, weltweit ! Und was die nicht mehr anbauen das kommt dann halt aus Sued Amerika (Soja) wo man den Urwald abholzt.
Oder aus Asien wo man Ølpalmen anbaut nachdem der Wald verschwunden ist.

Die Ænderung des Jetstreams, die Erwærmung des Golfstroms, die Starkregen, die Duerren - all das sind Auswirkungen aber nicht die Ursachen !
Gruss Hendrik
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Re: Land unter

Beitragvon Maggov » 26.07.2021, 15:53

Harald aus LEV hat geschrieben:Hallo Thomas,
ich gebe Dir Recht, dass jetzt primär den Opfern vor Ort geholfen werden muss.

Über weitere Präventionsmaßnahmen wird es später noch genug Diskussionen geben.
Kanzleramtsminister Helge Braun schlägt ein dreistufiges Warnsystem vor:
1. Apps für allgemeine Gefahren
2. Cell Broadcasting, welches eingeführt werden soll. Dabei sollen alle Handys in betroffenen Funkzellen über dringende Notlagen oder Evakuierungen informiert werden.
3. Sirenenalarm bei unmittelbaren Handlungsbedarf. Dafür soll das Sirenensystem wieder in Betrieb genommen werden.

Ob das so kommen wird bleibt abzuwarten.
Da wird es sicher noch weitere Vorschläge geben.
Schließlich haben die 80 Mio. Virologen und späteren Bundestrainer nun kein anders Betätigungsfeld mehr.
Dann haben wir halt zukünftig 80 Mio. Spezialisten für Klima- und Notfallprofilaxe. :evil:

Gruß
Harald


Hallo Harald,

vorweg:
Ich hoffe Niemanden hier hat es schlimm erwischt und dass bald alle in den betroffenen Regionen zurück zum normalen Leben zurückkehren können. Neben den materiellen Schäden die (hoffentlich) durch VErsicherung und Co ausgeglichen werden können sind sicher auch Erb- und Erinnerungsstücke verloren gegangen die niemand ersetzen kann. Denjenigen die es Getroffen hat mein aufrichtiges Mitgefühl und die Hoffnung dass der Verlust bald mit schönen Erinnerungen kompensiert wird.

Aus meiner persönlichen Betrachtung heraus gibt es klare Anzeichen für den Klimawandel und ich denke es ist die Kombination aus Flächenversiegelung und Klimawandel die wir alle zu verdauen haben denn ein klares entweder/oder.

Zu dem Vorschlag des Warnsystems:
Als Einer der 80 mio.: Die Diskussionen hat es bereits gegeben und wird es nun neu geben. Aber leider bekleckern wir uns hier auch nicht mit Ruhm. Die Einführung des Cell Broadcasting wurde vor 3 Jahren seitens der EU für alle EU-Mitgliedsstaaten entschieden. U.a. wegen dem Einwirken Deutschlands kam ein kleiner Zusatzparagraph für APPs dazu mit der Konsequenz oben dass man verzweifelt eine Staats-APP entwickeln will anstatt ein in UK, NL und ausserhalb der EU sehr weit verbreitetes (USA, Japan, Kanada, Australien, ...) und funktionierendes System zu nutzen. Die Warnung über Cell Broadcasting bekommt jeder der in der regionalen Mobilfunkzelle angemeldet ist (egal ob Deutscher oder anderer Staatsbürger und auch auf einen alten Non-Smart-Knochen). Nicht umsonst zeigen sich Länder wie UK und NL überrascht bis schockiert von Zustand und Qualität unserer Meldekette - und nicht umsonst gab es in diesen Ländern trotz ebenfalls starker Überschwemmungen keine oder so gut wie keine Toten. Mit der Entwicklung einer APP kann ich aber mehr (Neben-)Einkünfte generieren und ist "state of the art". Das an erste Stelle zu setzen halte ich für grundverkehrt.

Die Vorhersagen wo die Extremwetter auftraten kamen diesesmal sehr präzise (z.T. aus dem Ausland an deutsche Behörden) sowohl bei der Menge als auch in welchen Regionen das auftreten wird - der DWD besteht darauf gewarnt zu haben und die Leute vor Ort haben nichts mitbekommen. Nichts für ungut aber wer meint denn ernsthaft dass eine Meldung in den Nachrichten und/oder der Zeitung gleich effektiv wie eine SMS auf die dort eingeloggten Handies ist? Das System ist verfügbar und erprobt, ich muss keine APP ausschreiben und finanzieren, muss mich nicht mit Datenschutz und Staatstrojanerdiskussionen rumschlagen, bin nicht gezwungen darauf zu achten welches Betriebssystem ein Handy hat und welche Auflagen mit Google Play und Itunes machen, etc.... Dass die Politik das Thema aufgreift ist aus meiner Sicht zum Einen wahlkampfbedingt und zum anderen ein ganz plumper Versuch davon ab zu lenken dass Deutschland mal wieder bei der Umsetzung europäischer Vorgaben laut mitredet und wenig handelt.

wen's interessiert ein ganz guter Artikel aus der Zeit:
https://www.zeit.de/digital/2021-07/war ... sicherheit

Mich frustriert nicht dass die Politiker den Klimawandel vorschieben und die Flächenversiegelung verschweigen, mich frustriert auch nicht dass da Geschäftemacherei im Hintergrund passiert. Mich frustriert dass es keine Partei gibt der ich abnehme dass sie ernsthaft Klimaschutz als Ziel auf der Agenda hat, die (aus meiner subjektiven Sicht) auch entsprechende Kompetenz vorweisen kann und noch viel mehr dass das Thema gerne zum Wahlkampf benutzt wird um dann wieder runtergemauschelt zu werden.

Was ist denn aus den ganzen Initiativen wie "Friday for Future", dem "Bienenvolksbegehren", aus Hagel- und Dürreevents der letzten Jahres postives in Gesetzesentschlüsse umgesetzt worden? Wo wurde denn die WRRL wirklich umgesetzt (egal ob sinnvoll oder nicht)? Wie oft haben Politiker den Klimaschutz als so wichtig wie jetzt benannt und wie viel ist dan realiter passiert? Wirklich eine offene Frage denn mein Eindruck ist "ich sage im Notfall wie wichtig das ist, zeige Bekenntnis zum Klimaschutz - bis die Wahl rum ist oder das Thema aus der Presse ausaltert, dann back to business..."

Sorry, da ist viel Frust drin der raus musste - bitte nicht als persönlichen Angriff verstehen.

Ich hoffe dass dieses Jahr das Jahr ist wo diese Parteien eine echte Abrechnung für Ihr Verhalten bekommen - und gleichzeitig habe ich die Riesenangst dass deswegen eine richtig schlimme Partei zu viel Macht bekommt. Let's see... Falls jemand einen Tipp hat welche Partei aus meinem Schemadenken ausbricht den bitte ich gerne via PN mir einen Tipp zu geben. Das wäre mir eine Riesenhilfe.

Alles Gute und LG
Markus
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Re: Land unter

Beitragvon Cowie » 26.07.2021, 16:26

Maggov hat geschrieben:
Harald aus LEV hat geschrieben:Hallo Thomas,
ich gebe Dir Recht, dass jetzt primär den Opfern vor Ort geholfen werden muss.

Über weitere Präventionsmaßnahmen wird es später noch genug Diskussionen geben.
Kanzleramtsminister Helge Braun schlägt ein dreistufiges Warnsystem vor:
1. Apps für allgemeine Gefahren
2. Cell Broadcasting, welches eingeführt werden soll. Dabei sollen alle Handys in betroffenen Funkzellen über dringende Notlagen oder Evakuierungen informiert werden.
3. Sirenenalarm bei unmittelbaren Handlungsbedarf. Dafür soll das Sirenensystem wieder in Betrieb genommen werden.

Ob das so kommen wird bleibt abzuwarten.
Da wird es sicher noch weitere Vorschläge geben.
Schließlich haben die 80 Mio. Virologen und späteren Bundestrainer nun kein anders Betätigungsfeld mehr.
Dann haben wir halt zukünftig 80 Mio. Spezialisten für Klima- und Notfallprofilaxe. :evil:

Gruß
Harald


Hallo Harald,

vorweg:
Ich hoffe Niemanden hier hat es schlimm erwischt und dass bald alle in den betroffenen Regionen zurück zum normalen Leben zurückkehren können. Neben den materiellen Schäden die (hoffentlich) durch VErsicherung und Co ausgeglichen werden können sind sicher auch Erb- und Erinnerungsstücke verloren gegangen die niemand ersetzen kann. Denjenigen die es Getroffen hat mein aufrichtiges Mitgefühl und die Hoffnung dass der Verlust bald mit schönen Erinnerungen kompensiert wird.

Aus meiner persönlichen Betrachtung heraus gibt es klare Anzeichen für den Klimawandel und ich denke es ist die Kombination aus Flächenversiegelung und Klimawandel die wir alle zu verdauen haben denn ein klares entweder/oder.

Zu dem Vorschlag des Warnsystems:
Als Einer der 80 mio.: Die Diskussionen hat es bereits gegeben und wird es nun neu geben. Aber leider bekleckern wir uns hier auch nicht mit Ruhm. Die Einführung des Cell Broadcasting wurde vor 3 Jahren seitens der EU für alle EU-Mitgliedsstaaten entschieden. U.a. wegen dem Einwirken Deutschlands kam ein kleiner Zusatzparagraph für APPs dazu mit der Konsequenz oben dass man verzweifelt eine Staats-APP entwickeln will anstatt ein in UK, NL und ausserhalb der EU sehr weit verbreitetes (USA, Japan, Kanada, Australien, ...) und funktionierendes System zu nutzen. Die Warnung über Cell Broadcasting bekommt jeder der in der regionalen Mobilfunkzelle angemeldet ist (egal ob Deutscher oder anderer Staatsbürger und auch auf einen alten Non-Smart-Knochen). Nicht umsonst zeigen sich Länder wie UK und NL überrascht bis schockiert von Zustand und Qualität unserer Meldekette - und nicht umsonst gab es in diesen Ländern trotz ebenfalls starker Überschwemmungen keine oder so gut wie keine Toten. Mit der Entwicklung einer APP kann ich aber mehr (Neben-)Einkünfte generieren und ist "state of the art". Das an erste Stelle zu setzen halte ich für grundverkehrt.

Die Vorhersagen wo die Extremwetter auftraten kamen diesesmal sehr präzise (z.T. aus dem Ausland an deutsche Behörden) sowohl bei der Menge als auch in welchen Regionen das auftreten wird - der DWD besteht darauf gewarnt zu haben und die Leute vor Ort haben nichts mitbekommen. Nichts für ungut aber wer meint denn ernsthaft dass eine Meldung in den Nachrichten und/oder der Zeitung gleich effektiv wie eine SMS auf die dort eingeloggten Handies ist? Das System ist verfügbar und erprobt, ich muss keine APP ausschreiben und finanzieren, muss mich nicht mit Datenschutz und Staatstrojanerdiskussionen rumschlagen, bin nicht gezwungen darauf zu achten welches Betriebssystem ein Handy hat und welche Auflagen mit Google Play und Itunes machen, etc.... Dass die Politik das Thema aufgreift ist aus meiner Sicht zum Einen wahlkampfbedingt und zum anderen ein ganz plumper Versuch davon ab zu lenken dass Deutschland mal wieder bei der Umsetzung europäischer Vorgaben laut mitredet und wenig handelt.

wen's interessiert ein ganz guter Artikel aus der Zeit:
https://www.zeit.de/digital/2021-07/war ... sicherheit

Mich frustriert nicht dass die Politiker den Klimawandel vorschieben und die Flächenversiegelung verschweigen, mich frustriert auch nicht dass da Geschäftemacherei im Hintergrund passiert. Mich frustriert dass es keine Partei gibt der ich abnehme dass sie ernsthaft Klimaschutz als Ziel auf der Agenda hat, die (aus meiner subjektiven Sicht) auch entsprechende Kompetenz vorweisen kann und noch viel mehr dass das Thema gerne zum Wahlkampf benutzt wird um dann wieder runtergemauschelt zu werden.

Was ist denn aus den ganzen Initiativen wie "Friday for Future", dem "Bienenvolksbegehren", aus Hagel- und Dürreevents der letzten Jahres postives in Gesetzesentschlüsse umgesetzt worden? Wo wurde denn die WRRL wirklich umgesetzt (egal ob sinnvoll oder nicht)? Wie oft haben Politiker den Klimaschutz als so wichtig wie jetzt benannt und wie viel ist dan realiter passiert? Wirklich eine offene Frage denn mein Eindruck ist "ich sage im Notfall wie wichtig das ist, zeige Bekenntnis zum Klimaschutz - bis die Wahl rum ist oder das Thema aus der Presse ausaltert, dann back to business..."

Sorry, da ist viel Frust drin der raus musste - bitte nicht als persönlichen Angriff verstehen.

Ich hoffe dass dieses Jahr das Jahr ist wo diese Parteien eine echte Abrechnung für Ihr Verhalten bekommen - und gleichzeitig habe ich die Riesenangst dass deswegen eine richtig schlimme Partei zu viel Macht bekommt. Let's see... Falls jemand einen Tipp hat welche Partei aus meinem Schemadenken ausbricht den bitte ich gerne via PN mir einen Tipp zu geben. Das wäre mir eine Riesenhilfe.

Alles Gute und LG
Markus

Da bin ich ratlos bei Dir, Markus!
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