Lebensraum Apfelstädt... wird zerstört

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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Lebensraum Apfelstädt... wird zerstört

Beitragvon Michael. » 13.01.2021, 20:24

Hallo,

derzeit wird eines der ehemals schönsten thüringischen Forellen-Flüsschen durch systematischen Dauer-Wasserentzug zerstört.

Alle Infos dazu findet Ihr hier: https://lebensraum-apfelstaedt.de/

Wer sich für den Erhalt dieses Flusstales mit einsetzen möchte, nimmt bitte Kontakt mit den dort aufgeführten Verantwortlichen auf. Auch eine Petition und Unterschriftenliste ist dort zu finden.

Oder hier: https://weact.campact.de/petitions/den- ... adt-retten

Gruß
Michael
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Re: Lebensraum Apfelstädt... wird zerstört

Beitragvon Hans. » 13.01.2021, 23:22

Lieber Michael,

für eine Unterschrift ist es leider zu spät, auf der entsprechenden Seite heißt es:
Am 11.12.2020 wir die Petition im Thüringer Landtag,
gemeinsam mit den Petitionen der Gemeinderäte und des Kreistages,
an Frau Landtagspräsidentin Birgit Keller übergeben.

Was wohl DIE GRÜNEN vor Ort dazu sagen? Das wäre mal interessant zu hören!!!!

Gruß
Hans
Zuletzt geändert von Hans. am 14.01.2021, 11:54, insgesamt 1-mal geändert.
Jeder ist seines Glückes Schmied. Aber, man muss auch schmieden...
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Re: Lebensraum Apfelstädt... wird zerstört

Beitragvon Beppo » 14.01.2021, 11:49

Hallo in die Runde,
Petition ist das Eine, Anzeige das Andere.
Klarer Verstoß gegen die FFH-Richtlinien und die WRRL.
Was dazu die "Grünen" sagen wäre schon interessant, vor allem wie sie sich dabei verbiegen müssten.
Gruß Beppo
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Re: Lebensraum Apfelstädt... wird zerstört

Beitragvon Michael. » 21.01.2021, 19:38

Hallo,

hier kommt ein Statement des LAVT e.V. dazu und zum Thema "Bundestag beschließt schwere Eingriffe in Fließgewässer":

*Zitat Anfang*

Sehr geehrter Vorstand,
Sehr geehrte Mitglieder,
Liebe Freunde der Angelfischerei,

in der Anlage finden Sie wichtige Informationen zu den vom Deutschen Bundestag beschlossenen, massiven Eingriffen in Fließgewässer. Diese werden von unserem Verband schon seit über drei Jahrzehnten konsequent in unzähligen Stellungnahmen und Positionspapieren verurteilt, denn genau diese negativen Entwicklungen der Zerstörung unserer Fließgewässer und deren Lebensgemeinschaften kennen wir auch in Thüringen.

Das aktuellste und gleichzeitig auch das dramatischste Beispiel, was in dieser Form in Deutschland wohl beispiellos ist, ist die momentan fast komplette Trockenlegung der Apfelstädt und die Inkaufnahme des Sterbens eines naturschutzfachlich und fischereilich hochwertigen Fließgewässerbiotops auf einer Länge von über 30 km im Interesse der Stromerzeugung. Dieser Vorgang und hier geht es allein um die kommerzielle Nutzung von Wasser, macht einen wütend und fassungslos. Das Ganze wird umso unverständlicher, da dies unter Verantwortung bzw. mit Genehmigung des „grünen“ Umweltministeriums
passiert und selbst deren Lobbyverbände wie NABU und BUND diesem Umweltverbrechen tatenlos zuschauen. Alle Gespräche unseres Präsidenten und der Geschäftsleitung in den vergangenen zwei Jahren mit den Verantwortlichen, insbesondere im Umweltministerium und unsere konstruktiven Vorschläge und Lösungsansätze, haben zu keinem Ergebnis geführt, obwohl die Rechtslage eindeutig ist. Offensichtlich haben wir es hier mit einem massiven Demokratieversagen zu tun. So finden die Interessen von Kommunen, Bürgerinnen und Bürger, Anliegern, Bürgerinitiativen, Unternehmen, gemeinnützigen Vereinen und Verbänden, sowie geltendes Naturschutz-, Wasser- und Fischereirecht einfach keine Beachtung mehr. Diese Art von Politik bzw. diese Art des Umganges mit den berechtigten Anliegen und Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern zerstört zunehmend das Vertrauen in den Rechtsstaat.

Unser Verband der grundsätzlich an einem sachlichen, konstruktiven Miteinander und gemeinsamen Lösungsansätzen interessiert ist, stets das sachliche Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht hat, kann diese Art des Umgangs und die aktuelle Umwelt- und Naturschutzpolitik in vielen Punkten so nicht mehr akzeptieren. Wir befinden uns in einem Wahljahr und jeder sollte sich die Mühe machen und sich die Versprechungen aus den aktuellen Wahlprogrammen und dem was davon tatsächlich eingelöst wurde, sehr genau anschauen. Allein gut gehaltene Reden oder gelungene Auftritte in Talkshows können nicht der Maßstab für bürgernahe Politik sein.

Dieses Statement war für uns wichtig, da es nahtlos zu den obigen Bundestagsbeschluss passt. Die kleine Wasserkraft hat in Deutschland noch nicht einmal einen Anteil der Bruttostromerzeugung von 0,5 %, das heißt, ihr Anteil für den Klimaschutz ist verschwindend gering. Dafür zerstören wir jedoch unsere ökologisch hochwertigen Fließgewässerbiotope und vernichten unsere heimische Flora und Fauna. Einfach ein ökologischer und letztendlich auch wirtschaftlicher Wahnsinn, für den allein wir Steuerzahler und Stromkunden zur Kasse gebeten werden. Dabei sollten wir, wie am Beispiel der Apfelstädt nicht vergessen, dass durch falsche politische Entscheidungen auch ein Stück Heimat und Lebensqualität verloren gehen. Das bereits jetzt über zwei Drittel der heimischen Fischarten in Thüringen in ihrer Existenz bedroht sind bzw. kurz vorm Aussterben stehen scheint die verantwortlichen Politiker offensichtlich nicht zu interessieren.

Unser Verband wird die Thüringer Parteien und ihr Führungspersonal in jedem Fall am Ergebnis ihrer Politik messen. Gleichzeitig werden wir auch 2021 Wahlbausteine und soweit es die Corona - Situation zulässt, ein fischereipolitisches Forum vorbereiten. Wir wünschen uns hier eine breite Unterstützung aus unseren Vereinen und von der Öffentlichkeit. Die unzähligen, positiven Reaktionen auf unsere Radiokampagne 2020 zur prekären Situation unserer heimischen Fischarten (siehe http://www.lavt.de) zeigte uns, dass wir auch für ein nicht so bekanntes Thema eine breite Öffentlichkeit sensibilisieren können, wenn wir die richtigen Instrumente wählen.

Wir wünschen Ihnen allen eine gute Zeit und bleiben Sie optimistisch.

Petri Heil

Dietrich Roese
Präsident

Landesanglerverband Thüringen e.V.
Magdeburger Allee 34
99086 Erfurt
Web: http://www.lavt.de

*Zitat Ende*

Zur DAFV Pressemitteilung vom 20.01.2021:
Bundestag beschließt schwere Eingriffe in Fließgewässer

hier klicken:

http://www.fliegenfischer-forum.de/pdf/fgeingriffe.pdf

***
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Re: Lebensraum Apfelstädt... wird zerstört

Beitragvon Beppo » 22.01.2021, 17:52

Na ja, im September sind in Thüringen Landtagswahlen. Da könnte man sich doch für so viel Ignoranz revanchieren. Das die angeblich "Grünen" auch keine Option sind haben sie bereits bewiesen. Sie sind vorbehaltlos für den weiteren Ausbau aller "regenerativen" Energieformen.
Gruß Beppo
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Re: Lebensraum Apfelstädt... wird zerstört

Beitragvon Michael. » 22.09.2021, 16:01

Hallo,

wo wir es an anderer Stelle gerade vom Wirken bzw. Nichtwirken unserer Angler-Dachverbände haben: also unser Thüringer LAVT ist stets sehr aktiv und bemüht!

Hier eine neuer Vorstoß, um die Apfelstädt zu retten.

*Zitat Anfang*

22.09.2021

Offener Brief an den Ministerpräsidenten Herrn Bodo Ramelow

Liebe Anglerinnen und Angler,
Liebe Freunde der Angelfischerei,
Sehr geehrte Unterstützer gesunder, fischreicher Gewässer,

in der Anlage findet Ihr einen offenen Brief der Bürgerinitiative Apfelstädt an den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow.

Selbstverständlich soll, ja muss sich hier jeder selbst seine eigene Meinung bilden.

Das auf Grund von politischen Fehlentscheidungen und kommerzieller Interessen einer unserer attraktivsten Thüringer Fließgewässer, die Apfelstädt und damit Heimat vieler tausender Menschen und Lebensraum
unzähliger Tier- und Pflanzenarten zerstört wird, ist nicht zu akzeptieren.

Wir haben ein europäisches und bundesdeutsches Wasser- und Umweltrecht sowie ein entsprechendes Landesrecht, welches ein Verschlechterungsverbot und den Schutz von Gewässerökosystemen verpflichtend vorschreibt.
An diesen gesetzlichen Rahmen haben sich nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern an aller erster Stelle die politischen Entscheidungsträger und die zuständigen Fachbehörden zu halten. Das Beispiel Apfelstädt zeigt
jedoch deren mehrfaches Versagen und das bewusste Ausblenden von gesellschaftlicher Verantwortung.

Hier noch einmal die Links zu den Videos zur Apfelstädt, welche die Hintergründe und Ursachen der Wasserknappheit deutlich machen. - Ganz sicher ist es nicht allein der Klimawandel, der momentan für so vieles verantwortlich
gemacht wird.

https://youtu.be/bsRCGx2u-G8
https://youtu.be/cWlrcU5Fs_k

Mit freundlichen Grüßen

Dietrich Roese Andre Pleikies
Präsident Geschäftsführer

Landesanglerverband Thüringen e.V.
Magdeburger Allee 34
99086 Erfurt

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*Zitat Ende*
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Re: Lebensraum Apfelstädt... wird zerstört

Beitragvon Fliifi-Sepp » 22.09.2021, 19:56

Ja, genau so geht´s! Etwas dagegen tun!

Jeder kann einen Brief oder ein Mail schicken. Bestenfalls an alle jeweilig regierenden Parteien auf folgenden Ebenen:
Gemeinde oder Stadt
Landkreis
Bezirk
Bundesland
Bundes-Ebene

Also jeweils an alle regierenden Parteien auf jeder Ebene!

Und das kann jeder tun, der nicht nur schimpfen will, sondern auch etwas dafür tun will, daß sich was ändert.

Bellende Hunde beißen nicht, wie ein schönes Sprichwort sagt. Also sollen die verantwortlichen Politiker wissen, daß die Menschen nicht nur schimpfen, sondern sogar bereit sind, einen Brief oder ein Mail zu schreiben. Und damit auch eine potentielle Handlungsbereitschaft gegeben ist, das Kreuz bei der nächsten Wahl woanders zu machen.
Je mehr das tun, desto ernster wird man genommen.

LG Sepp
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Re: Lebensraum Apfelstädt... wird zerstört

Beitragvon Beppo » 26.09.2021, 07:18

Hallo in die Runde,
ohne Druck passiert nichts, da hat ...-Sepp vollkommen recht aber ... !
Im Koalitionsvertrag der Linken, SPD und den angeblich "Grünen" in Thüringen steht auf S.57, dass man beim Ausbau der erneuerbaren Energien auf die Wasserkraft setzt. Das Gleiche kann man in Sachsen nachlesen, von den Bundes-"Grünen" ganz zu schweigen. Somit ist die Aussage von ...-Sepp, wie ich dies schon sagte, völlig richtig, nur das Ergebnis steht schon von vornherein fest. Dort wo "Grün" drauf steht ist nicht "Grün" drin, es ist eher eine Mogelpackung. Wer es zulässt, dass Windkraftanlagen in der Nähe von Naturschutzgebieten und/oder in Wäldern errichtet werden, dass unsere Fließgewässer durch Wasserkraftanlagen zerstört werden, der sollt sich doch für seinen Parteinamen etwas anderes einfallen lassen. Eine Partei der Wind- und Wasserkraftanlagen-Lobby.
Dies hier soll nicht falsch verstanden werden, ich will niemanden den Mut nehmen solche Aktionen zu organisieren und durchzuführen. Man sollte sich dabei nur nicht zu viel versprechen. Die, die etwas ändern könnten, die sitzen zur Zeit am Ruder.
In diesem Sinn
Gruß Beppo
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Re: Lebensraum Apfelstädt... wird zerstört

Beitragvon Fliifi-Sepp » 26.09.2021, 20:30

Hallo Beppo,

danke erst mal für die Zustimmung, daß es gut ist, wenn man etwas tut!
Generell wird nichts passieren, wenn man nichts tut. Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.
Ich gehöre nicht zu denen, die sich in der Ecke stellen und zusammen mit allen anderen, die sich dazu entschieden haben Verlierer zu sein, weil sie nicht kämpfen wollen.

Ich gehöre zu denen, die mit dem gleichen Aufwand, mit dem sie hier schimpfen könnten, konstruktiv was zu unternehmen, zu kämpfen!

Richtig ist, was Du in Bezug darauf geschrieben hast, wer etwas ändern könnte: Die die in der Regierung sitzen. Und zwar alle diese Parteien, nicht nur die Grünen!

Strategisches Vorgehen wäre da hilfreich:

1. Um unsere Interessen voran zu bringen, sollten wir permanent (also immer wieder) alle regierenden Parteien auf allen Ebenen konstruktiv darauf hinweisen, was wir und warum wir das wollen.

2. Die Angler-Verbände sind anerkannte Naturschutz-Verbände und damit anerkannte Naturschützer. Wir als Angler sollten uns deshalb nicht selber diskreminieren, indem wir auf die Naturschützer schimpfen (wenn wir andere Naturschützer meinen), da wir uns damit selber auch diskreditieren.
Vielmehr gibt es klare und eindeutige Übereinstimmungen in vielen Bereichen mit anderen Naturschutz-Verbänden. Und in diesen Bereichen sollten wir zusammen arbeiten und gemeinsam agieren. Dazu kommen auch noch andere Verbände wie z. B. die Kanuten, die auch nicht wollen, daß noch mehr unserer Fließgewässer verbaut werden, genau wie NABU und WWF.
Zugleich kann mit einer Zusammenarbeit mit anderen Naturschutz-Verbänden auch konstruktiv daran gearbeitet werden, daß das Verständnis für die Unterwasser-Welt bei diesen Verbänden steigt und damit der Stellenwert dafür in diesen Verbänden erhöht wird.

Nur wenn uns eine breite Allianz gegen den weiteren Verbau unserer Gewässer gelingt, werden wir wahrgenommen und schließlich auch ernstgenommen!
In der gleichen Situation sind auch die anderen Naturschutz- und anderen Verbände.

Die Interessen können nicht in allen Verbänden in allen Belangen gleich sein. Das ist auch völlig legitim. Um ein ausgewogenes Prädatoren-Management zu erreichen, wird man nicht so leicht Verbände gewinnen, deren überwiegende Mitgliedsbeitragszahler Vogelliebhaber sind.
Da wird man kurzfristig eher bei den Jägern Möglichkeiten einer Zusammenarbeit finden.
Obwohl auch in dieser Beziehung durchaus konstruktive Aufklärungs-Arbeit geleistet werden sollte. Denn nicht nur Wildfisch-Bestände wie Bachforell, Nasen und Äschen (und nur diese können bei unseren Argumentation punkten) sind durch unnatürliche hohe Prädatoren-Bestände gefährdet, sondern auch die stark gefährdeten Amphibien-Bestände. Denn wenn keine Fische mehr im Wasser sind, fressen Otter und Fischreiher sehr gerne auch Amphibien!
Und schon vergrößert sich die Schnittmenge mit anderen Naturschutz-Verbänden.
(Aufruf an die Fotografen in unserer Runde: Wer hat Bilder von Reihern und Ottern, die Amphibien fressen?)

Jedenfalls kommen wir nur weiter, wenn wir alle regierenden Parteien auf allen Ebenen immer wieder konstruktiv auf die Interessen der uns anvertrauten Wildfischbestände aufmerksam machen.
Dazu sollten wir jede Gelegenheit nutzen, die sich dafür bietet.
Und alle Allianzen eingeben, die man dafür nutzen kann.
Nur wer kämpft, kann gewinnen!

LG Sepp
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Re: Lebensraum Apfelstädt... wird zerstört

Beitragvon Beppo » 29.09.2021, 09:16

Hallo in die Runde, hallo ... Sepp,
es ist ja nicht so, dass die da "oben" von nichts wissen im Gegenteil. Was hier mit unseren Fließgewässern passiert geschieht eher mit Vorsatz.
In einer Studie zur Rolle der Wasserkraft bei der Energiewende in Deutschland kam das Bundesamt für Umwelt(BfU) zu folgenden Erkenntnissen (nur stichpunktartig):
- Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das nutzbare Potenzial der Wasserkraft bereits weitestgehend ausgeschöpft ist.
- Die Wasserkraft wird keinen großen Beitrag mehr zur deutschen Bruttostromerzeugung leisten.
- Auswirkungen der Wasserkraftnutzung auf die Ökologie unserer Gewässer ist mit erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden.
Das BfU erkannte auch, dass die Eingriffe in Natur und Landschaft mit folgenden, besonders gravierenden, ökologischen Beeinträchtigungen verbunden sind, die oftmals die Erreichung der Umweltziele im Gewässerschutz gefährden: - Die Unterbrechung der biologischen und morphodynamischen Durchgängigkeit der Fließgewässer.
- Die direkte Schädigung von Organismen, welche die Turbinenanlage passieren. Mehrere aufeinander folgende Wasserkraftwerke an einem Flusslauf stellen eine erhöhte Gefahr dar und können zur Gefährdung von Populationen führen. - Die Veränderung des Lebensraumes unterhalb von Stauwerken durch zu geringen Wasserabfluss im verbleibenden Gewässerbett.
Das BfU kam zu folgender Erkenntnis und empfahl:
- ..., es sollten deshalb gewässerökologisch sensible Gebiete und wichtige Entwicklungskorridore ausgewiesen werden, die für den Gewässerschutz ausschlaggebend sind. Auf dieser Grundlage sollte eine Planung des weiteren Ausbaus bzw. der Rückbau der Wasserkraftnutzung stattfinden.
- Bei der Festlegung von Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands an Wasserkraftstandorten sollte das gesamte betroffene Flussgebiet berücksichtigt werden. Dies ist insbesondere von Bedeutung, wenn sich mehrere aufeinander folgende Wasserkraftwerke am Flusslauf befinden.
- Es sollten alle geeigneten Maßnahmen umgesetzt werden, welche zur Minderung der genannten Umweltauswirkungen beitragen. Die Voraussetzungen an jedem Standort sind im Einzelfall zu beurteilen. Zu den wichtigsten Minderungsmaßnahmen zählen die Herstellung von Anlagen zum Fischauf- und -abstieg, zum Fischschutz,, morphologische Verbesserungsmaßnahmen und die Abgabe eines ökologisch wirksamen Mindestwasserabflusses.

Übrigens wurde diese Studie schon im November 2014 vom BfU veröffentlicht !!!

Deshalb bin ich bei der Bewertung von Aktionen nicht mehr ganz so optimistisch, wenn schon eine Bundesbehörde nichts erreicht ... !?
Gruß Beppo
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