Studie über Mortalitätsraten aufgeteilt nach Köderart

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Beitragvon Berner » 17.04.2009, 08:46

hier noch eine aus meiner sicht sehr ausführliche und informative übersicht über effekte der hakenformen (arten);

http://www.asf.ca/docs/uploads/Barbless-review.pdf

gruss

berner
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Re: Studie über Mortalitätsraten aufgeteilt nach Köderart

Beitragvon Gammarus roeseli » 07.02.2020, 22:23

Liebe Leute,

ich habe aktuell das gleiche Thema zu bewältigen….
Gibt es etwas Neues an Studien zur Mortalität im vergleich Einzelhaken mit Drillingshaken?? Zielfisch ist Hecht und Zander… Ich bräuchte um Überzeugungsarbeit leisten zu können etwas Aktuelles…

Grüße Christian
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Re: Studie über Mortalitätsraten aufgeteilt nach Köderart

Beitragvon Phoresis » 10.02.2020, 15:35

Hallo,
...hier ist eine Meta-Studie von 2011: https://www.researchgate.net/profile/Robert_Arlinghaus/publication/258627305_Determinants_of_hooking_mortality_in_freshwater_recreational_fisheries_a_quantitative_meta-analysis/links/0f31753515aa7683c7000000/Determinants-of-hooking-mortality-in-freshwater-recreational-fisheries-a-quantitative-meta-analysis.pdf

... und ein Review von 2017:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S016578361630131X

Ich habe die für deine Frage relevanten Teile davon mal überflogen und long story short: Ob Drilling oder Einzelhaken ist im Großen und Ganzen bezogen auf die Mortalität* eher zweitrangig. Keine Widerhaken, passende Hakengröße und das Ganze im Idealfall an einem Kunstköder hängend sind wichtiger. Das deckt sich auch mit älteren mir bekannten Veröffentlichungen.

*was nicht unbedingt heißt, dass die eine Hakenart nicht mehr unnötige Verletzungen als die andere hervorruft.
Mit freundlichen Grüßen
Björn
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Re: Studie über Mortalitätsraten aufgeteilt nach Köderart

Beitragvon MarkusZ » 11.02.2020, 20:14

Hallo,

aktuelle Studien kenne ich nicht.

Allerdings einige ältere Artikel über Pike und Walleye.

Auch hier keine signifikanten Unterschiede zwischen Einzel- und Drillingshaken.

Die meisten Hechte z.B. wurden mit Drillingshaken bestückte Kunstköder erstaunlich schnell wieder los, wenn sie nicht zu tief gehakt waren.

Tiefer Hakensitz war auch bei Walleye ein Kriterium. Deshalb auch die erhöhte Mortalität bei Naturködern, weil die Fische dort häufiger tiefer gehakt wurden.

Wesentlich entscheidender als die Art der Haken war in diesen Versuchen die Wassertemperatur und das Handling außerhalb des Wassers. Auch die Drilldauer und bei Barschartigen die Fangtiefe spielte eine Rolle.

Je wärmer, je länger, je tiefer, desto höher die Sterblichkeit.

Es ist wohl eher der Angler schuld als der Haken, wenn ein zurückgesetzter Fische es nicht überlebt.
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Re: Studie über Mortalitätsraten aufgeteilt nach Köderart

Beitragvon Gammarus roeseli » 12.02.2020, 00:16

Drillingshaken… Ich habe da negative Erfahrungen (eigene sowie auch gesehene) vor allem bei kleineren Fischen (auch Forellen)…. Und auch Bilder im Kopf die eher an eine OP (!!) erinnern als an ein normales lösen von einem Einzelhaken aus dem Fischmaul...

Hallo Björn, hallo Markus,

erstmal ein Danke für Eure Mühe!
Habe ich so und auch so auch schon gelesen...
Hat mich aber bisher nicht wirklich überzeugt... :-k

Gruß Christian
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Re: Studie über Mortalitätsraten aufgeteilt nach Köderart

Beitragvon Maggov » 12.02.2020, 10:58

Hallo Christian,

ich denke das Problem ist in der Tat die Fischart. Bei Forellen vernageln die Drillinge schneller das ganze Maul (=alle drei Haken greifen) als bei Fischen mit grosser Maulspalte und vielen, langen Zähnen.

Zumindest den Widerhaken müsste man doch über die Erfahrungen der Angler begründen können.

LG
Markus
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Re: Studie über Mortalitätsraten aufgeteilt nach Köderart

Beitragvon MarkusZ » 12.02.2020, 16:20

Hallo,

subjektiv würde ich auch sagen, dass Einzelhaken i.d.R. leichter zu lösen sind und weniger Risiko für Fisch ud Angler darstellen als Drillinge.

Aber ich könnte diese These nicht mit harten Fakten untermauern.

Maggov hat geschrieben:Zumindest den Widerhaken müsste man doch über die Erfahrungen der Angler begründen können.


Auch hier gibt es keine eindeutige Datenlage.

In einigen "Coarse-Angling" Gewässern sind "barbless hooks" sogar verboten.
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Re: Studie über Mortalitätsraten aufgeteilt nach Köderart

Beitragvon Gammarus roeseli » 14.02.2020, 02:16

Servus Markus,

schwierig, schwierig, aktuell gehe ich immer noch davon aus, dass die Gefahr besteht, dass man mit Drillingshaken mehr beispielsweise (empfindliche) Zander verangelt als mit dem Einzelhaken….
Mir geht es vorrangig um die Fische, die das Schonmaß noch nicht ganz erreicht haben…..
Man bedenke auch, um im Fischwasser zwei im Nachhinein verangelte Zander die sich knapp unter dem Schonmaß befunden haben und somit zurückgesetzt wurden zu ersetzen (durch Fische gleicher Größe), muss man ca. 40 Euro investieren ….

LG Christian
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Re: Studie über Mortalitätsraten aufgeteilt nach Köderart

Beitragvon MarkusZ » 14.02.2020, 13:33

Hallo,

mich brauchst du nicht überzeugen, ich wäre da gleich dabei.

Bei der Frage, wie du dafür im Verein ne Mehrheit finden könntest, kann ich dir leider nicht helfen.
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Re: Studie über Mortalitätsraten aufgeteilt nach Köderart

Beitragvon Phoresis » 14.02.2020, 13:48

Hallo,
also nach meiner Erfahrung ist es bei Naturködern fast egal welchen Haken man auf Zander verwendet. Wenn er hinten im Schlund landet, kommt das quasi einem Todesurteil gleich. Die Stelle ist einfach so maximal ungünstig, dass man selbst widerhakenlose Einzelhaken kaum ohne größere Schäden rausbekommt. Bei Kunstködern ist etwas ganz anderes das Problem: Wenn sich kleine Zander einen, in Relation gesehen, großen Gummi voll der Länge nach reinhauen, hat man kaum Platz um den ewig langschenkligen Jig samt Gummi und Bleikopf drumherum im Maul zu bewegen. Drillinge hängen in Kombination mit Gummifischen ja meistens an Stingern und damit tue ich mir dann tatsächlich einfacher, weil man das ganze andere Gerödel einfach aus dem Weg räumen kann.
Hechte sind eine andere Nummer, weil die bei weitem nicht so "gesittet" Fressen. Da wird der Köder weggeknallt und der Haken landet einfach irgendwo. Will man die möglichst gut schützen, muss man dafür sorgen dass die Haken von den Kiemen weggehalten werden. Und das geht nunmal am besten, wenn möglichst wenige Hakenspitzen herumbaumeln. Auf der anderen Seite sind Hechte aber sowas von dermaßen zäh, dass ich mir kein wirkliches Urteil darüber erlauben will, wie sehr sich selbst schwere Kiemenverletzungen tatsächlich auf die Mortalität auswirken.
Und unsere geliebten Forellen sind dann wieder ein Thema komplett für sich, das man kaum ohne größere Textwand abhandeln kann :roll:
Mit freundlichen Grüßen
Björn
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Re: Studie über Mortalitätsraten aufgeteilt nach Köderart

Beitragvon Gammarus roeseli » 16.02.2020, 23:57

@ Björn
Danke!! :D
Grüße Christian
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Re: Studie über Mortalitätsraten aufgeteilt nach Köderart

Beitragvon MarkusZ » 17.02.2020, 16:44

Hallo,

Phoresis hat geschrieben:Hallo,
, hat man kaum Platz um den ewig langschenkligen Jig samt Gummi und Bleikopf drumherum im Maul zu bewegen.


Im Notfall muss man den Haken von hinten durch den Kiemendeckel lösen.

Phoresis hat geschrieben:weil man das ganze andere Gerödel einfach aus dem Weg räumen kann.


Aber da hat der Fisch ja dann ggf. den Jighaken und den Stinger im Maul. Könnte auch Probleme geben.

Da wäre es vielleicht besser, Stinger ggf. erst ab ca. 20cm Köderlänge aufwärts zu verwenden.

Phoresis hat geschrieben:Wenn er hinten im Schlund landet, kommt das quasi einem Todesurteil gleich.


Dann müsste man für Naturköder evtl. nur noch Circle-Hooks erlauben.

Dürfte aber noch schwerer durchsetzbar sein, als z.B. ein Drillingsverbot.
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