Wen's interessiert

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Re: Wen's interessiert

Beitragvon Royal Coachman » 27.07.2020, 15:58

HAllo!

Also um Laichgruben zu schaffen braucht man sicher keine Genehmigung, das Einbringen von Steinen zur Erhöhung der Fließgeschwindigkeit sollte auch kein Problem sein, sofern nicht deswegen
Überschwemmung droht.
Wenn das Wasser steigt sollten die Steine überronnen werden, dann paßt es.

Das Einbringen von Scherbrettern wäre das Beste ist aber sicher genehmigungspflichtig.

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RC

PS: wer viel fragt, kriegt viel Antwort !
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Re: Wen's interessiert

Beitragvon MarkusZ » 27.07.2020, 16:23

Hallo,

Royal Coachman hat geschrieben:PS: wer viel fragt, kriegt viel Antwort !


Und nicht immer die erhoffte. :)

Hängt halt immer von den lokalen Verhältnissen ab.

Solange man nichts macht, was den Anliegern nasse Füße beschert und keine Blockwarte o.ä. regelmäßig am Bach entlang patroullieren, muss man ggf. nicht jede Habitatverbesserungsmaßnahme per schriftlichem Antrag genehmigen lassen.

FlyandHunt hat geschrieben:Uferüberhang, Wurzeln, tiefliegende Sträucher/Bäume.

fliegenfeger hat geschrieben:gibt es auch Löcher von 1m bis 1,5m.


Das sind auch in den Gewässern, die ich kenne, Stellen wo die großen Fische stehen.

FlyandHunt hat geschrieben:Auch wenn die Länge ja oft entscheidend ist, ich beurteile Fische lieber nach Gewicht.


Lässt sich oft halt ggf. nicht so einfach feststellen und kann auch schwanken. Hängt z.B. auch von der Jahreszeit oder sogar vom Sättigungsgrad ab. Das Fische in der Länge schrumpfen ist dagegen eher selten.
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Re: Wen's interessiert

Beitragvon Beppo » 27.07.2020, 17:31

Hallo in die Runde,
verzeiht mir schon im Voraus, ich will mich hier nicht als Schlaumeier aufspielen, aber künstlich angelegte "Laichgruben" bedarf es sicherlich keine. Forellen Laichen nicht in Gruben ab, dass sollte doch allgemeiner Konsens sein. Wenn sie etwas Unterstützung gebrauchen könnten, dann wäre es gut aufgelockertes Substrat in den Flachbereichen vorzufinden. Hier könnte man den Hebel, oder besser noch die Brechstange, ansetzen und sicherlich sind den interessierten Beobachter an den Gewässern die Laichplätze bekannt.
Der Besitzer/Pächter eines Fischereirechts ist verpflichtet durch geeignete Maßnahmen den Fischbestand zu hegen. Darunter würde solch eine Maßnahme fallen.
Alles was von außerhalb in ein Gewässer eingebracht wird, so wie von einigen hier im Vorfeld beschrieben, bedarf eines wasserrechtlichen Bescheid und könnte unter Umständen teuer werden. Ob dies Irrsinn ist, oder nicht, das soll jeder selbst für sich entscheiden.
Beispiel gefällig(Stenostil).
"Göltzsch" mündet in die Weiße Elster, "Trieb" mündet in die W. Elster.
"Trieb" wird zur Tsp. Pöhl aufgestaut, unterhalb der Mauer befindet sich kein Geschiebe mehr im Fluss da die Tsp. als Geschiebefalle fungiert. "Göltzsch" bringt viel Geschiebe mit, das durch die Landestalsperrenverwaltung ständig ausgebaggert wird. Vorschlag an die LTV, das Geschiebe von der Göltzsch an die "Trieb" umzusetzen um wieder Laichplätze zu gestalten bevor dies teuer entsorgt werden muss. Antwort LTV: Sobald das Geschiebe dem Gewässer entnommen wurde ist dies Sondermüll !!!
Noch Fragen ... !?
Gruß Beppo
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Re: Wen's interessiert

Beitragvon MarkusZ » 27.07.2020, 17:55

Hallo,

Royal Coachman hat geschrieben:Die starke Unterstützung im Bereich Laichplätze durch Aufbrechen des Untergrunds und Einbringen von Kies hat sich überdies sehr bewährt.
RC


Damit ist doch gemeint, dass die Plätze so hergerichtet werden, dass die Forellen sich ohne Problem ihre Laichgruben schlagen können.

Beppo hat geschrieben:Forellen Laichen nicht in Gruben ab, dass sollte doch allgemeiner Konsens sein


Kommt drauf an, wie Du die "Gruben" definierst.

Üblicherweise wedeln die schon so lange mit dem Schwanz, bis ne Vertiefung im Kies entsteht. Hab ich zumindest so schon gesehen.

Bei RC hat die Naturverlaichung wahrscheinlich dazu geführt, dass sich die BaFos von kleinauf optimal an die Verhältnisse im Bach anpassen konnten und sich ohne Konkurrenz von Satzfischen auch besser entwickeln konnten. Und ohne Masseneinflug von schwarzen Vögeln scheint das dann auch langfristig zu funktionieren.

Bei Fliegenfeger scheint aber nicht die mangelnde Reproduktion das Problem zu sein, sondern die Größenpyramide. Das könnte durchaus an unterschiedlichen Einflussgrößen liegen.
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Re: Wen's interessiert

Beitragvon Gammarus roeseli » 27.07.2020, 18:42

AlexX!! hat geschrieben: Hi Christian... was ist bei dir "tiefes Wasser" ?


Hallo Alex, hallo Armin,

tiefes Wasser in einem Wald- und Wiesenbach…. :-k Das da jetzt wirklich eine Erklärung von Nöten ist, hätte ich so echt nicht erwartet…
OK, soll es mein Fehler sein….. :wink:
Frei nach dem Motto: Die größte Bachforelle in einem Wald- und Wiesenbach beansprucht den tiefsten Gumpen für sich (unter der Voraussetzung, dass das Wasser so klar ist im Bach, dass eine in grundnähe stehende Bachforelle die an der Wasseroberfläche vorbeitreibenden Insekten visuell noch gut wahrnehmen und reagieren kann. -> Es ist halt auch nicht jeder Bach von Haus aus glasklar….)
Tiefes Wasser in einem Wald- und Wiesenbach: Wenn bereits Gummistiefel vollkommen ausreichend sind um in einen Bachlauf zu waten, dann mache ich mir in dem Bachlauf keine großen Hoffnungen, dass in dem Wasserabschnitt mit größeren Wildfischen/ Forellen zu rechnen ist…. Knietiefes Wasser in einem Wald- und Wiesenbach ist für mich TIEFERES Wasser und tiefes Wasser ist für mich in einem „Wald- und Wiesenbach“ , wenn die Gumpen im Bach soooo tief sind, dass mir das Bachwasser in die Watstiefel laufen würde, wenn ich die Gumpen versuchen würde watend zu durchqueren.

Meiner Meinung nach verbutten Bachforellen in einem Bach nicht, sie passen sich lediglich in Größe/ Länge dem Wohngewässer/ Habitat an oder nutzen wenn nötig den „Kannibalismus“ um den Bestand selbst zu regulieren, einer Verbuttung entgegenzuwirken (unter der Voraussetzung das größere Bachforellen = Raubforellen sich in dem Wasser erhalten dürfen = nicht generell entnommen werden) usw.

LG Christian

PS: @ Gebhard
Ich könnte mir denken, dass der Forellenbestand in deinem Bach so stark ist, dass Elritzen kaum eine Chance haben sich dauerhaft zu erhalten. Was meinst Du dazu?
Zuletzt geändert von Gammarus roeseli am 27.07.2020, 21:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wen's interessiert

Beitragvon Royal Coachman » 27.07.2020, 20:35

Hallo Christian!

Das wäre es nicht, sondern die unheimliche Güllefracht, die es zu verkraften gilt.

Die Mühlkoppen unter den Steinen und im angespülten Verbau haben kein Problem.

Außerdem ist es unheimlich schwierig und vor allem kostenaufwändig Elritzen zu beschaffen, denn da ist mit einigen Hundert nichts getan, unter 1500 - 2000 braucht man nicht anfangen,
bei einem Stückpreis von 50 ct wenn man sie überhaupt bekommt, fängt man durchaus an zu überlegen.

Ich habe binnen 3 Jahren über 3000 eingebracht, fragt mich nicht woher.

Unter- und Oberlieger haben leider kein Interesse.

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Re: Wen's interessiert

Beitragvon Michl » 27.07.2020, 20:36

Hallo,
1 m tiefe Gumpen reichen dicke für Ü-50er Bachforellen wenn der Rest der Parameter stimmt.
Insofern ist die Wassertiefe nicht ausschlaggebend für eine 35er Maximalgröße, das hat sicher andere Gründe.
Wenn es viele Forellen gibt kann das ein Grund sein, da müsste man wissen wie der Besatz getätigt wird, Eier, Brütlinge oder fangreife Fische?
Naturaufwuchs ohne Besatz wie bei Gerhard verbuttet nicht, das regelt sich so wie der Gammarus schreibt.

Das der Bachforellenbestand selbständig die Elritzen ausrottet glaube ich nicht, wir haben bei uns einen sehr guten Forellenbestand und zusätzlich eine große Anzahl Elritzen.
Da erscheint mir eher Gerhards Variante wahrschenlich für das Fehlen der Elritzen, zumal ja Gerhard schreibt das es den Forellen nicht an Nahrung mangelt und sie eher gut abwachsen.
Unter den Umständen sind Elritzen Winternahrung, und da braucht auch die Forelle nicht soviel das der Bach ausgeräumt ist.

Insgesamt sehe ich die positive Entwicklung als Folge einer vernünftigen Bewirtschaftung was (Nicht) Besatz und Entnahme sowie Rückführung in einen möglichst naturnahen Zustand angeht, dazu kann ich nur gratulieren, wir haben bei uns ganz ähnliche Erfahrungen gemacht.
(Wurde hier auch schon mal thematisiert)


PS:
Natürlich tut man sich als Privatpächter da leichter, schon klar das ein Verein da anders agieren muss um die Mitglieder zufriedenzustellen.
Ich frage mich da immer, ob nicht ein Besatz mit fangreifen Refo den autochonen Bestand der Bafos schonen würde in solchen Vereinsgewässern.
3 x im Jahr besetzt in abgestimmter Stückzahl, und alle sind zufrieden, Angler, Vorstände und Bachforellen..... :D

Gruß Michl
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Re: Wen's interessiert

Beitragvon Gammarus roeseli » 27.07.2020, 21:14

Royal Coachman hat geschrieben: Unter- und Oberlieger haben leider kein Interesse.


Servus Gebhard,

das kenne ich auch….. und tut irgendwie schon jedes Mal weh, so zu hören….

Gruß Christian
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Re: Wen's interessiert

Beitragvon MarkusZ » 28.07.2020, 09:24

Hallo,

Michl hat geschrieben: da müsste man wissen wie der Besatz getätigt wird, Eier, Brütlinge oder fangreife Fische?
Naturaufwuchs ohne Besatz wie bei Gerhard verbuttet nicht, das regelt sich so wie der Gammarus schreibt.


Er schreibt, dass seit 10 Jahren nicht mehr besetzt wurde.

fliegenfeger hat geschrieben: Ich fische hier auch an einem schönen Bach, wo seit 10? Jahren kein Besatz mehr stattfindet. Es sind viele Fische drin, aber ich habe selten mal einen Fisch über 30 cm gefangen. Armin
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Re: Wen's interessiert

Beitragvon Michl » 28.07.2020, 17:43

Hallo,
hab ich wohl überlesen.
Wenn das so ist, der Bach einigermaßen naturnah ist und es gibt einsfünfzig tiefe Löcher, dann gibt es auch Forellen über 30.

Gruß Michl
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Re: Wen's interessiert

Beitragvon fliegenfeger » 28.07.2020, 17:58

Hallo Michl,

kannst gerne vorbeikommen, und die ü30 fangen.
Und Bier wie bei Gebhard gibt es auch. :mrgreen:

Gruß
Armin
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Re: Wen's interessiert

Beitragvon FlyandHunt » 29.07.2020, 08:56

Hallo Armin,

In den kleinen Bächen sind die äußeren Umstände ganz entscheidend. Geh doch mal beim oder nach dem nächsten Regen fischen.
Wäre doch gelacht, wenn sich da keine 30ig+ blicken lässt.

Grüße
„There is no greater fan of fly fishing than the worm. “ Patrick F. McManus
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Re: Wen's interessiert

Beitragvon Michl » 29.07.2020, 12:36

Hallo Armin,
da komm ich drauf zurück bei Gelegenheit, hab nachgesehen, zweieinhalb Stunden Fahrt..... :D

Gruß Michl
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