Wo sind unsere Insekten geblieben?

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Re: Wo sind unsere Insekten geblieben?

Beitragvon Trockenfliege » 20.05.2021, 19:50

Laut Vereinten Nationen landen ca. 1/3 derweltweiten Lebensmittelproduktion im Müll oder verderben schon auf dem Acker. Würde man diese Verschwendung deutlich minimieren, wäre schon viel geschafft.
Wennman dann noch die Lebensmittelvernichtung für Biosprit stoppen ( da wir dann zb. mit Wasserstoff fahren), wären noch mehr Lebensmittel für die Menschen da.
Und wenn man dann noch die"Vernichtung" von Lebensmitteln für die Aufzucht von Tieren ( Rinder, Lachse ect.) zurückfahren, bräuchten wir keine neuen Anbauflächen für die Versorgung der Weltbevölkerung.

Vor 50 Jahren sprach man vom "Sonntagsbraten", weil in vielen Kreisen nur Sonntags Fleisch auf den Tisch kam.
Ich glaube, dass der heutige Fleischkonsum auch wieder etwas zurück gefahren werdden kann.

Außerdem hat sich gezeigt, dass das Bevökerungswachstum mit der Annäherung an westliche Standarts normalerweise abnimmt. Also ob das zB. in Indien sich so weiter entwickelt?

Zum von mir schon angesprochenen Thema Wohnfläche: In einem Quiz wurde vor wenigen Tagen nach der durchschnittlichen Wohnfläche pro Person in Deutschland gefragt. Es sind, für mich überraschend hoch, 47 m2.

Mein Schwiegervater plante als Architekt vor 50 Jahren normalerweise 49 m2 - für einen 4 Personen Haushalt!

LG
Reinhard
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Re: Wo sind unsere Insekten geblieben?

Beitragvon pitt » 28.05.2021, 13:00

Hallo allerseits

Einige Fragen werfen sich bei mir auf, evtl. etwas ketzerisch, aber was solls ...
Sepp, weisst Du woher die schweizer Initiative stammt (oder wie ist entstanden ist) und kennst Du ausser der Vorgeschichte auch die Gegenargumente? Ich frage, weil ich nirgendwo gesehen habe (vielleicht habe ich es übersehen, dann mea culpa) was an dem Happening nicht gut sein könnte. Dafür sehe ich uneingeschränkte Euphorie und standing ovations. Ist zwar individuelle Sache von jedem, aber wenn etwas uneingeschränkt empfohlen wird, sollte die Person, die Empfehlungen ausspricht, auch die Kehrseite kennen.

https://www.admin.ch/gov/de/start/dokum ... hrung.html
https://www.bio-suisse.ch/de/unser-verb ... ative.html
https://www.srf.ch/news/abstimmungen-13 ... initiative
https://www.srf.ch/news/abstimmungen-13 ... tiative-ab

Ich stelle mich hiermit auf keine Seite, damit es klar ist, ich möchte lediglich zeigen, dass genau diese Initiative richtig böse polarisiert. Und mit richtig böse meine ich heutige Radiomeldung, dass angebliche Morddrohungen ausgesprochen wurden, was auf der politischen Ebene nicht wirklich schweizerisch wäre.

Eine Sache finde ich persönlich doch befremdlich, und zwar allen Schweizern die Initiative zu annehmen zu Empfehlen, ohne dabei in der Schweiz zu leben und von dieser selbst betroffen zu sein. Just my 5 cents.
A true sign that you're sick with the affliction is when you find yourself obsessing about your next trip while driving back from your current one.
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Re: Wo sind unsere Insekten geblieben?

Beitragvon Fliifi-Sepp » 31.05.2021, 17:17

Hallo Pitt,

ja, ich kenne die Gegenargumente, die in Deinen Links enthalten sind und sich überwiegend auf das "Nein" von BIOSUISSE zur Trinkwasser-Initiative beziehen.

BIOSUISSE argumentiert vor allem, daß dies zu einer Überproduktion von landwirtschaftlich hergestellten Bio-Erzeugnissen führen würde, wenn sich das Käufer-Verhalten (der noch zu geringe Kauf von Bio-Produkten) nicht ändern würde.
Beide Initiativen basieren aber auf einer sehr langen Übergangszeit und darin ist auch enthalten, daß die geforderten Bedingungen künftig auch für in die Schweiz importierte Lebensmittel gelten muß! Insofern würden nach der langen Übergangszeit nur noch Lebensmittel in der Schweiz erlaubt sein, die den Anforderungen der beiden Initiativen entsprechen. Es ist deshalb sehr unwahrscheinlich, daß es zu vermehrten Lebensmittel-Importen in die Schweiz kommen würde.
Das Argument, daß die Bauern, die keine Direkt-Zahlungen (Subventionen) mehr erhalten würden weil sie nicht auf Pestizide verzichten wollen, dann sogar vermehrt Pestizide einsetzen würden, halte ich nicht für sehr realistisch. Es gibt bereits Verordnungen, die den Pesitzid-Einsatz beschränken und konventionelle Bauern, die keine Direkt-Zahlungen mehr erhalten, wären auf dem Markt nicht konkurrenzfähig.
BIOSUISSE ist übrigens zwar für ein NEIN zur Trinkwasser-Initiative, aber für ein JA zur Pestizid-Inititiative!

Und ja, ich weiß auch, wer hinter diesen Intiativen steckt und da sind auch die "'Grünen" mit eingebunden. Ich finde bei weitem nicht alles gut, was die Grünen wollen, aber auch der Tierarzt Rolf Fischknecht, der auch "Swissflies" hat, ist mit eingebunden.
Und wenn was gut ist, finde ich es gut, egal wer dahinter steckt. Ich denke sogar, daß es eine politische Unsitte ist, daß oft gute Ansätze abgelehnt werden, nur weil sie aus dem gegnerischen Lager kommen.
Und wenn diese Initiativen dazu führen, daß viele Probleme, die mit der konventionallen Landwirtschaft zusammen hängen und wesentliche Probleme für die Gewässer und die darin lebenden Tiere verringern, dann bin ich als Fliegenfischer uneingeschränkt dafür und empfehle als nicht in der Schweiz lebender Privatmann ein klares JA allen Schweizern. Denn nur die dürfen dazu abstimmen.

Aber das kann man sehen, wie man will. Ich habe keinerlei Probleme, wenn Schweizer ihre Meinung zu europäischen, deutschen oder österreichischen Initiativen kund tun, oder private Empfehlungen abgeben, obwohl sie weder in Europa, Deutschland oder Österreich leben, noch deren Staatsbürger sind. Für mich ist ein Mensch ein Mensch und eine Meinung eine Meinung.

Aber wenn meine Meinung deshalb dazu beitragen sollte, daß mehr Schweizer gegen diese Initiativen stimmen sollten, weil eine Empfehlung von einem anderen Staatsbürger kommt, der auch nicht in der Schweiz lebt, dann tut es mir wirklich leid, daß ich mich dazu geäußert habe! Das wäre der Sache nicht dienlich.

Herzliche Grüße, Sepp
Fliifi-Sepp
 
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