Leichte Switch

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

Moderatoren: Maggov, webwood, Forstie, Olaf Kurth, Matthias M., Michael., Kurt Zumbrunn

Re: Leichte Switch

Beitragvon Voggy » 23.11.2020, 12:08

Danke für den ganzen Input. Auf Einiges bin ich auch bei meiner Recherche gestoßen.
Der is glaub auch noch Interessant.
https://rftgear.com/product/red-truck-6 ... rod-blank/

aber ein echter 6er Switch- oder 2handblank ist mir glaube ich immer noch zu heavy (bzw 4/5 switch auch). Ich überlege mir tatsächlich ob ich evtl. einen #6 11fuß Einhandblank nehme.
Ich werde mich wieder melden wenn ich mich entschieden habe.

LG und Danke
Voggy
Benutzeravatar
Voggy
 
Beiträge: 146
Registriert: 25.08.2014, 20:18
"Danke" gegeben: 64 mal
"Danke" bekommen: 183 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon Helmholtz » 14.12.2020, 17:26

Hallo zusammen,

ich habe beide hier, die 4/5er TAC ist wirklich sehr schön. Würde sagen sehr nahe an einer RX7 Batson.

Die BFC #4 in 12ft und 5 teilig habe ich auch hier. Habe sie nicht vermessen, aber fühlt sich "schwach" an. Nicht im Sinne dass sie brechen würde, aber die wirft nicht viel.
Bin auch nicht ganz so sicher ob die Idee war eine 2Hand daraus zu machen. Die Jungs da sind eher auf Euro...

Grüsse
Helmholtz
 
Beiträge: 87
Registriert: 24.03.2013, 23:15
"Danke" gegeben: 11 mal
"Danke" bekommen: 13 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon ostlachs » 24.01.2021, 16:40

Hallo liebes Forum,

eine leichte Switch schwebt mir auch schon seit einer langen Zeit vor. Ebenso mich mal am Rutenbau zu probieren.
Eine Switch kann ich seit ein paar Monaten mein Eigen nennen, aber die habe ich fertig gekauft. Es handelt sich um die Aventik IM12 11'6'' Double Hand Switch Rod Klasse 4/5. Zumindest wird sie unter dem Namen auf ebay verkauft. Ein ähnliches oder gleiches Modell (sehen sich zumindest verdächtig ähnlich) wird von KFT verkauft. Bisher nutze ich diese mit einer Airflo 40+ in Klasse 7. Werfen übe ich (macht mir sehr viel Spaß) an einem See und gefischt wird die Rute an der Ostsee und der Spree. Soviel zu meinen bisher geringen Erfahrungsschatz in Sachen Zweihandwerfen und Rutenbau.

Nun keimt in mir die Überlegung einer sehr langen Einhand oder ein leichten Switch (11' bis 12'). Primär für Speycasts. Ist bisher nur Gedankenspielerei. Die Rute soll Einhand über Kopf geworfen mit einer 4er Einhandschnur gut zurecht kommen. Für die Wasserwürfe würde ich eine etwas schwerere Schnur verwenden. Wieviel schwerer ist mir noch nicht klar. Ich würde also das Ganze so auslegen, dass die 4er Einhandschnur sich über Kopf gut werfen lässt und dann für die Speycasts eine entsprechende Schnur suchen. Ich vermute es würden dann so zwischen 180 und 210 Gran werden. Andere Vermutungen können mir sehr gerne mitgeteilt werden :) Da das ganze einen eher experimentelle Charakter hat und die erste Rute werden würde, die ich selbst aufbaue, soll das ganze nicht zu teuer werden. Daher sind mir bereits die NeXTackle Blanks aufgefallen.
Im Internet werden diese mal als flott oder erstaunlich straff beschrieben und mal als schwabbelig. Hängt vermutlich auch vom persönlichen Empfinden ab. Hier wurden ja auch schon einige Erfahrungen beschrieben. Hat vielleicht schonmal jmd. eine Switch aus einem solchen Blank aufgebaut? Die meisten nutzen die langen Blanks ja scheinbar fürs Nymphen. Wie lassen sie die langen Ruten den Überkopf auf Weite werfen, wenn es mal darauf ankommt? Das wird zwar nicht das Haupteinsatzfeld, aber manchmal möchte man ja doch können.
Vielleicht kann mir ja sogar jmd. sagen, welche Klasse die richtige für eine 4er Einhandschnur ist. Zur NeXTackle 11 ft. #2 wird im RRR Fliegen-Shop geschrieben "Macht #3 und #4 Schnüre", zur 12 ft. #3 "Macht #3 und #4 Schnüre". Das also für den 2er und 3er Blank dieselben Schnüre empfohlen werden, verwirrt mich etwas. Zur 12 ft. #4 "Macht #4 und #5 Schnüre". Eher 4 oder eher 5? Analog die Frage beim 2er und 3er Blank.

Fragen über Fragen. Zumindest kann man so über andere Dinge nachdenken als Lockdowns.

Viele Grüße
Lucas
ostlachs
 
Beiträge: 70
Registriert: 19.10.2009, 13:40
"Danke" gegeben: 26 mal
"Danke" bekommen: 11 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 24.01.2021, 19:44

Hallo Lucas!
Was willst Du nun genau? Eine 4/5 er Switch von der Stange hast Du nun ja schon. Eine noch leichtere für die Spree leuchtet mir noch ein. Aber mit den leichten Stecken an der Ostsee, was soll das werden? :shock: :?:
Für die Küste brauchst Du mindestens eine 6 er bis 8 er auf Meerforelle oder Hecht. Oder willst Du nur Köderfische haben,dann reicht eine 3 er. Mit einer Klasse unter 5 macht mit Dir jeder gute Fisch was er will. Außerdem ist der Wind an der Küste mit einzurechnen.
Preislich interessante Blanks gibt es auch bei Tackle 24 oder Rutenbau eu. Bedenke aber, daß ein noch so günstiger Aufbau Dir mindestens an die 200 Euronen kostet. Hast dann aber was eigenes individuelles.
Gruß
Robby Vogtlandsalmon63.
Vogtlandsalmon63
 
Beiträge: 613
Registriert: 30.05.2012, 16:48
Wohnort: Klingenthal
"Danke" gegeben: 42 mal
"Danke" bekommen: 118 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon ostlachs » 24.01.2021, 22:50

Hallo Robby,

danke für deine Einschätzung. Da habe ich mich wohl etwas unpräzise ausgedrückt. Die Aventik ist nach Zweihand klassifiziert und würft in etwa 7er und 8er Einhandschnüre. Diese nehme ich unter anderem an der Spree für Rapfen und an der Küste auf Meerforelle. Bei beiden übrigens noch nicht mit dem gewünschten Erfolg, aber das wird schon noch! Nur so nebenbei, Einhandruten nutze ich auch bzw. sogar überwiegend. Und das Vergleichsweise erfolgreich ;) Die Switch ist eher für die Abwechslung und ich habe Gefallen dran gefunden.

Die Überlegung ist nun eine weitere leichte Rute der Einhandklasse 4 aufzubauen. Diese würde nur an Flüssen und Seen auf Döbel, Bach- und Regenbogenforellen zum Einsatz kommen, aber nicht an der Küste. Im Urlaub würde diese Rute vielleicht auch mal einen norwegischen Äschen- und Forellenfluss zu Gesicht bekommen. Die Gedankenspielerei entsteht eher aus dem Anreiz mal eine Rute selbst aufzubauen, als das eine 4er in 11 oder 12 ft. unbedingt benötigt wird. Diese doch noch recht exotische Länge würde ich wählen, da dies doch ein paar Vorteile bei dem starken Uferbewuchs der hiesigen Gewässer mit sich bringt. Nach den Eigenschaften der langen NeXTackle Blanks bei weiten Überkopfwürfen habe ich gefragt, da auch diese hin und wieder an den genannten Fließgewässern nützlich sind. Weiterhin bin ich mir bei den NeXTackle Blanks unsicher, welche Schnur über Kopf nun geeignet ist und wie wabbelig die wirklich sind. Das ist ja auch immer eine Geschmacksfrage. Zum Beispiel habe ich die Greys GS Klasse 2 7' als Einhand. Wird von einigen als zu wabbelig und "nahezu unwerfbar" beschrieben. Mir gefällt sie sehr gut. Sowohl zum Werfen mit einer DT #2, als auch von dem erstaunlich starken Rückgrat her.

Beste Grüße
Lucas

Edit: Die Aussage zur Unwerfbarkeit der Greys GS 2 ist aus dem Forum http://rutenbauforum.de/rodbuilding/thr ... 9ac8250144 Wurde im Thread Fliegenruten Tuning von Reinhard alias Trockenfliege verlinkt. Die Einschätzung habe ich dort aber nicht zum ersten Mal vernommen.
ostlachs
 
Beiträge: 70
Registriert: 19.10.2009, 13:40
"Danke" gegeben: 26 mal
"Danke" bekommen: 11 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon orkdaling » 25.01.2021, 00:55

Moin,
ich fasse mal kurz zusammen:
1. du willst dir gerne eine Switch bauen. Nicht fuer die Werferei am Meer/Mefo.
(das wære dann was fuer Ueberkopf mit SK oder WF (je nach Vorliebe) und wuerde je nach Bedingungen zwischen 18 und 21g verlagen, um mal der Klassifizierung aus dem Weg zu gehen)
2. du willst dir eher was aufbauen was du in Bæchen und Fluessen auf Døbel, Rapfen, Forelle einsetzen kannst.
(dann solltest du dir erst mal klar machen ob du dort eher Ueberkopf oder Unterhand werfen willst/kannst und ob du vom Ufer aus fischt oder watend)

Nun lass mal alle EH und DH Klassifizierungen weg!

Du musst um eine bestimmte Fischart zu fangen auch eine Fliege nutzen die dazu geeignet ist. Diese erfordert eine dazu geeignete Schnur sowohl im Gewicht wie auch Længe und Profil und dann kommt erst die Rute ins Spiel !
Logisch, eine Fliege fuer Forellen ist was anderes als eine fuer Hecht, egal ob EH oder DH und wie der Designer klassifiziert hat, es erfordert nun mal verschiedenes Geræt.
Nicht anders ist es bei der Switch, nur das du die in bestimmten Situationen halt wechseln /switchen kannst!
Das heisst aber nicht das die Abstimmung dann optimal ist, so wie es auch keine Allround EH oder DH gibt.

Solltest du diese Rute, welche Klasse bzw welches Wurfgewicht die auch immer hat, vorwiegend Ueberkopf werfen wollen, dann richtet sich deine Schnur nach dem ermitteltem Wurfgewicht der Rute. Wurde hier mehrfach beschrieben /Solitip . Sie sollte so nahe wie møglich an diesen Wert kommen -so wie bei einer EH.
Nahe - ja, jede Rute hat ein Fenster denn jede Schnur hat ein Profil, verschiedene Længen.
Dann kannst du diese Gerte auch "leichte Zweihand" nennen.

Solltest du diese Rute vorwiegend fuer Wasserwuerfe einsetzen, erfordert es andere Schnuere und andere Gewichte.
Scandi und Skagit sind Unterhandwuerfe und verlagen jeweils andere Gewichte/Schnurlængen.
Spey und Trad.Spey ist wieder was anderes und erfordert wieder andere Gewichte und Schurlængen und sogar andere Schnurprofile!
Zwischen Scandi und Skagit sind es ca 4-5 g und bei trad.Spey (long belly) bis 10g Unterschied - das macht keine "leicht Switch" mit.
Im bestem Fall kannst du zwischen EH (Ueberkopf/Switsch Cast) und Scandi/Skagit- Stile switchen und dabei mit nur einer Schnur unterwegs sein.
Das geht, das kønnen die Ruten ab, das switchen ist aber immer nur eine situationsbedingte (Not)løsung.
Wenn zb mal kein Rueckraum da ist ,dann halt ein Unterhandwurf. Wenn du im Wasser stehen musst, ist das auch eine Møglichkeit.
Hier wære der Begriff Switch angebracht.

So wie es keine EH oder DH fuer alle erdenklichen Situationen gibt, so gibt es auch keine Switch die alles abdeckt.
Ok, du bist in einigen Situationen etwas flexibler, aber wenn du dir was aufbauen oder kaufen willst, dann bitte auch bei der Switch an das Wurfgewicht denken. Du wirfst Fliegen an passenden Schnueren und keine Klassen !

Gruss Hendrik

Kleiner Nachtrag:
sollte es etwas werden was du meist Ueberkopf wirfst, dann ist ein schnellerer spitzenbetonter Blank besser geeignet.
Sollte es eher in Richtung (echte) Switch gehen, durchgehende Aktion und bloss nicht zu schwach im unterem Teil, sonst wirds problematisch bei grossen D-Loops.
Und noch was zu den Einschætzungen. Vor Jahren hørte ich, Finger weg von 13Ft #7 Redington, Wackelschwanz, bekommst du kein Kopf aus dem Wasser.
Spæter war ich auf der Suche nach einer leichten DH, fuer die Sommerfischerei auf Lachs und hab eine Menge Ruten getestet.
Dreimal darfst du raten welche es geworden ist - sie wirft hervorragend Long Belly Schnuere mit 16m Keule und 34g.
Nur diejenigen die damals abrieten kønnen halt nicht solche Strippen werfen und fuer ihre Skagit Plumskøpfe ist sie nix, das stimmt.
orkdaling
 
Beiträge: 2435
Registriert: 17.11.2013, 15:03
Wohnort: Orkanger, Norwegen
"Danke" gegeben: 164 mal
"Danke" bekommen: 477 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 25.01.2021, 19:28

Hallo Lucas!
Hendrik hat es sehr ausführlich beschrieben. Da ist nichts mehr hinzuzufügen. Es liegt auch an den individuellen Wurfstiel,den jeder selbst praktiziert. Ich fische meine Switchruten zum Beispiel mit Wulff Ambush Schnüren und mit Vision Vollschnursystem mit Wechselspitzen besonders bei Wasserwürfen mit Streamern und Nassfliegen.
Gruß
Robby Vogtlandsalmon63.
Vogtlandsalmon63
 
Beiträge: 613
Registriert: 30.05.2012, 16:48
Wohnort: Klingenthal
"Danke" gegeben: 42 mal
"Danke" bekommen: 118 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon ostlachs » 25.01.2021, 23:11

Hallo Hendrik,

vielen Dank für deine sehr ausführlichen Erläuterungen.
Von der bereits vorhandenen Switch / leichten Zweihand habe ich nur berichtet, damit der Leser mein bisher sehr rudimentäres Wissen der Thematik des Zweihandunterhand- und Zweihandüberkopfwerfens nachvollziehen kann. Aber du hast es sehr richtig zusammengefasst. Die Gedankenspielerei bezieht sich auf den Aufbau einer leichten Rute für Döbel und Forelle.

Geworfen wird circa 50 % Unterhand und 50 % Überkopf. Überkopf würde die Döbel-Switch Einhändig geworfen werden. Fliegen sind Nassfliegen und Nymphen. Kein dreifach extra beschwerten Tungstennymphen. Meiner Erfahrung nach, kann ich die Nassfliegen und die leichteren Nymphen mit einer Einhandrute der Klasse 4 mit circa 7' gut Überkopf und mit Rollwürfen werfen. Daher mein Ansatz eine Blank zu suchen, der in etwa eine 4er Schnur gut Überkopf würft. Also circa 9-10 g. Nach AFFTA sind es zwar eigentlich nur 7.4 bis 8.2 g, aber bei den meisten Schnüren die ich habe wiegt der Kopf, selbst wenn er kürzer als die 30' der AFFFTA-Klassifizierung ist, etwas mehr als die AFFTA-Klasse. Aber wie ich aus mehreren deiner Post und denen anderer Nutzer und auch meinen eigenen Erfahrungen nach entnehme, ist das egal. Hauptsache das Kopfgewicht passt zu dem Wurfgewicht der Rute (ggf. minus dem Gewicht eines Polyleaders oder Sinktipps). Die Schnur der damaligen #4 7' habe ich noch und der Kopf der WF hat 9.5 g.

Ich würde also den Blank so aussuchen, dass er Überkopf circa 8-11 g (Kopfgesamtgewicht) würft und werde dann mein Arsenal an (Einhand-)Schnüren für die Unterhandwürfe durchprobieren und ggf. eine Switch-Schnur besorgen. Z. B. Airflo Switch mit 26', falls das geringste angebotene Gewicht von 210 Grain nicht zu viel ist. Die Schnur ist wohl eher für die leichteren Fliegen geeignet als z. B. die Skagitvariante Airflo Switch Streamer und wurde mir mit 300 Grain auch schon für meine Aventik im Nachbarforum empfohlen (in dem Thread bist oder warst du auch mal vertreten :D ). Die Rute würde also mit zwei unterschiedlichen Schnüren gefischt werden. An den Gewässern, an denen mehr Überkopf geworfen wird die entsprechende Schnur und an den Gewässern an denen mehr Unterhand geworfen wird die entsprechende, vermutlich etwas schwerere Schnur. Das beim Wechseln zur "sekundären" Wurfvariante der jeweiligen Schnur nicht alles optimal ist, ist mir bewusst.

Nun stellt sich mir die Frage, welcher der NexTackle Blanks (#2 11', #3 12', #4 12') in das Wurffenster 8-11 g Überkopf fällt.
Wie gesagt, da das ganze eher Experimentcharakter hat, möchte ich ungern mehr als 50 Euro für einen Blank ausgeben. Da findet sich in den besagten Längen nicht viel außer die NeXTackle Blanks oder ich habe es noch nicht gefunden. Ich werde mal gucken, ob ich die Excel von Solitip wiederfinde. Da wurden ja schon einige Blanks vermessen. Daran hatte ich schon gar nicht mehr gedacht, danke!

Beste Grüße
Lucas
ostlachs
 
Beiträge: 70
Registriert: 19.10.2009, 13:40
"Danke" gegeben: 26 mal
"Danke" bekommen: 11 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon orkdaling » 26.01.2021, 08:57

Moin Lucas,
also zu den Blanks kann ich nichts sagen da ich diese nicht kenne, wære Solitip oder Rutenbau Forum sicher informativ.

Wie du schon bemerkt hast, nicht so sehr auf AFTMA oder spæter AFFTA schauen.
Warum? Das wurde ja mal zum Vergleich eingefuehrt und man hatte damals keine Profilschnuere und ausserdem bezog man sich auf 10ft (9,14m)
Hætte man damals eine andere Længe als Vergleichgrøsse gewæhlt, wuerden wir logischer Weise ueber andere Gewichte reden.
Auch heute noch, der eine klassifiziert nach EH und der andere nach DH, der næchste schreibt das Wurfgewicht der Rute auf den Blank.
Selbst bei den Schnueren hast du erhebliche Unterschiede obwohl da die gleiche Klasse drauf steht.
Der eine gibt das Gewicht nach AFFTA an, der andere schreibt das Keulengewicht drauf.

Darum schrieb ich, EH meist Ueberkopf - so nah wie møglich am ermitteltem Wurfgewicht der Rute orientieren.
Wenn du die Rute oft oder ueber længere Zeit einhændig wirfst wuerde ich bei einem 11ft Blank bleiben.
Das wuerde auch ausreichen wenn du dich in so leichten( Gewichts)Klassen bewegst.
Dann kannst du auch normale EH Schnuere verschiedener Profile/Keulenlænge bezutzen.
ZB eine kuerzere Keule mit einer grøsseren Nassfliege oder Streamer , aber eben auch ein længeres duenn ausfaufendes Profil fuer was kleineres,nympenartiges, sogar Trockene.

Solltest du dich fuer einen langeren Blank von 11,6 oder gar 12ft entscheiden, wære das fuer mich schon eher was fuer die Unterhandwuerfe, also beidhændig. Ich bevorzuge zB sowas von SA https://www.scientificanglers.com/produ ... ntegrated/
Schau dir mal die Tabellen an; welche Længen , Gewichte es gibt und wie du sie gebrauchen kannst (2.Tabelle)
Sowas gibt es natuerlich auch von anderen Marken/Herstellern.
Am Ende ist es aber Wurst was da fuer ein Name oder Klasse drauf steht - du wirfst ein (Schnur)Gewicht welches zum Wurfgewicht der Rute und zum Wurfstil passen muss!
Das sich das zu werfende Gewicht mit Længe der Schnur(Gewichtsverteilung) und Wurstil (bes. Ueberkopf/Unterhand) ændert, wird meist nicht beachtet, vielleicht auch gar nicht bekannt, man starrt nur auf die Gewichtsangaben laut AFFTA (aber das ist eben was fuer 9,14m)
Das wære aber ein ganz anderes Thema.

Aber zu deiner Idee, leichete Switch oder Zweihand, kann ich sagen , das ich eine Menge Leute kenne die damit sowohl im Meer auf Mefo (#7/8) und auch auf Bafo/Æsche (#4/5) in den grøssen Fluessen unterwegs sind. Die Klassifizierung hab ich nur mal benutzt damit du siehst um was es gewichtsmæssig geht.
Ich selbst fische sogar auf Lachs mit 11ft und 11,6ft Switch Ruten bei der Sommerfischerei oder in kleineren Fluessen.
Switch -angegeben nach EH mit 19-21g.
Die eine Rute mit SK von 8m/22g weil ich den einhændig und seitlich verlagert unter die ueberhængenden Bæume werfen kann.
Das geht natuerlich nicht wenn man einen langen Kopf/Vollschnur ausrollen læsst ,zb Scandiwuerfe, darum ist da was mit 11m und 23/24g drauf.
Ich nutze diese Ruten aber auch mit ganz normaler WF an der Kueste im Ueberkopfstil ,zb Coastal #9 mit 21g
(allerdings nicht fuer Mefo , da reicht eine EH #6/7, dieses Kaliber nur wenns aud Dorsch, Pollack geht)
Wie du an den Beispielen siehst, unterm Strich bist du mit den Zahnstochern (so bezeichnen sie manche Lachsheinis) sehr flexibel, musst eigentlich nur die Strippe wechseln wenn das Einsatzgebiet stark abweicht.
Døbel hab ich keine, fuer die Æschen, Bafo, Saibling hab ich EH in 10ft in 5, 6 und 7 (in den grossen Fluessen wie Glomma)
Ich kann mir aber sehr gut vorstellen das du mit einer Switch Rute (vergleichbar mit #4/5) sehr gut auf Døbel, Rapfen fischen kannst.
Hab ich ja frueher auch nur gab es damals noch keine Switch, leider.

Also mein Rat, schau bei Solitip oder Rutenbauforum nach einem geignetem Blank, bau den auf.
Welche Schnur oder besser Schnuere (je nach Einsatzgebiet) es werden, das siehst du erst wenn du die Gerte vermessen hast.
Ob man sich eine solche Rute aufbaut, ob man regelmæssigen Bedarf dazu hat, ob`s nicht eine von der Stange tut, das wære wieder ein anderes Thema.

Viel Spass
Hendrik
orkdaling
 
Beiträge: 2435
Registriert: 17.11.2013, 15:03
Wohnort: Orkanger, Norwegen
"Danke" gegeben: 164 mal
"Danke" bekommen: 477 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 26.01.2021, 19:38

Hallo Lucas!
Schau mal bei NEXTackle die Blanks an. Da ist was preislich passendes in 11 Fuss dabei. Habe selber den 3 er aufgebaut,war aber damals in olive. Außerdem gibt's die auch als Aufbausets. Musst nur den Griff angleichen.
Gruß
Robby Vogtlandsalmon63.
Vogtlandsalmon63
 
Beiträge: 613
Registriert: 30.05.2012, 16:48
Wohnort: Klingenthal
"Danke" gegeben: 42 mal
"Danke" bekommen: 118 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon ostlachs » 26.01.2021, 23:17

Hallo Hendrik,

zunächst einmal möchte ich dir für deine ausführliche Antwort danken.
Auf meiner Suche nach der Excel von Solitip, in der die Messwerte verschiedener Blanks aufgeführt sind, konnte ich feststellen, dass Herr Matschewsky in seinem Shop die NexTacke Blanks selbst auch anbietet. Sie sind also vom Rutenbaumeister selbst erlesen ;) In besagter Excel finde ich nur leider nicht die mich interessierenden Blanks. Da diese aber von Solitip angeboten werden, wird es dazu bestimmt auch Messwerte geben. Ich werde mal freundlich nachfragen.
Und klar würde es auch eine Rute von der Stange tun, aber ich möchte es einfach mal ausprobieren, eine Rute selbst aufzubauen.



Hallo Robby,

danke für deine Rückmeldung. Hast du deine 3er mal vermessen? Bzw. mit was für einem Schnurgewicht würfst du die Rute? Auch als Switch oder als lange Nympfenrute aufgebaut? Würfst du hauptsächlich Unterhand oder Überkopf? Bist du mit dem Blank zufrieden?

Beste Grüße
Lucas
ostlachs
 
Beiträge: 70
Registriert: 19.10.2009, 13:40
"Danke" gegeben: 26 mal
"Danke" bekommen: 11 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon greenhorn78 » 27.01.2021, 09:16

Hallo Lucas,

mir geht es wie dir, der Winter und der Lockdown lassen die merkwürdigsten Dinge in meinem Kopf entstehen. Plötzlich will ich mir selber eine Rute aufbauen. Ein Gedanke auf den ich vor zwei Monaten nie im Leben gekommen wäre....

Also gut. Einen kurzen Blick in den Rutenwald geworfen was man denn so brauchen könnte...

Eine Rute zum Nymphen. #3 in 11ft.

Auch ich bin bei den Nextackle Blanks gelandet weil sie preislich attraktiv sind und anscheinend ganz gut sein sollen. Ideal also für Rutenbau Einsteiger.

O-Ton von H. Matschewsky zum Blank:
Die Nextackle Blanks passen von den Angaben zu den Gewichten sehr genau und liegen meist im oberen Bereich der jeweiligen Schnurklasse.

Ich werde den Blank heute bestellen und wünsche Dir viel Erfolg bei deinem Projekt.

Grüße.
Nico


Gesendet von iPhone mit Tapatalk
greenhorn78
 
Beiträge: 70
Registriert: 11.05.2017, 20:44
"Danke" gegeben: 78 mal
"Danke" bekommen: 79 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 27.01.2021, 18:30

Hallo Lucas!
Ich werde mal in meine Aufbauunterlagen,die ich von jeder aufgebauten Rute habe, am Wochenende reinschauen und Dir mal die Werte schicken.
Gruß Robby Vogtlandsalmon63.
Vogtlandsalmon63
 
Beiträge: 613
Registriert: 30.05.2012, 16:48
Wohnort: Klingenthal
"Danke" gegeben: 42 mal
"Danke" bekommen: 118 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon ostlachs » 27.01.2021, 21:49

Hallo Nico,

danke, auch dir viel Erfolg mit deinem Lockdown-Projekt ;D Mich "plagt" der Gedanke mal eine Rute selbst aufzubauen schon länger ;)
Gestern Abend habe ich Herrn Matschewsky eine Mail geschrieben und bereits heute gab es eine Rückmeldung. Wie du schon schreibst, liegen die Blanks wohl sehr gut in den angegebenen Bereichen. Die Messwerte zu den Blanks bekomme ich morgen.

Hallo Robby,

vielen lieben Dank. Wie gesagt, Herr Matschewsky ist bereits so freundlich und schickt mir die Werte. Aber gerne würde ich auch erfahren, wie du deinen Blank einschätzt. Was mich auch interessieren würde, wäre wie du die Ringe angeordnet hast.

Viele Grüße
Lucas
ostlachs
 
Beiträge: 70
Registriert: 19.10.2009, 13:40
"Danke" gegeben: 26 mal
"Danke" bekommen: 11 mal

Re: Leichte Switch

Beitragvon ostlachs » 28.01.2021, 21:52

Hallo allerseits,

für alle die auch überlegen die NexTackle-Blanks zu verwenden: Die Datenbank auf der Solitip-Homepage (http://www.solitip.com/15grad-power-vermessung.html) wurde heute von Herrn Matschewsky um eben diese aktualisiert. Auch an dieser Stelle nochmal vielen Dank dafür!

Viele Grüße
Lucas
ostlachs
 
Beiträge: 70
Registriert: 19.10.2009, 13:40
"Danke" gegeben: 26 mal
"Danke" bekommen: 11 mal

VorherigeNächste

Zurück zu Ruten- und Rollenbau selbst gemacht

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste