Beulah und Douglas Ruten

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orkdaling
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Beulah und Douglas Ruten

Beitrag von orkdaling »

Moin
hier (S/N) sind nun Ruten dieser Marken auf dem Vormarsch, waren frueher bei den Hændlern nicht zu finden.
Nun hab ich mir mal angeschaut was es da so gibt , in Test`s auf der anderen Seite vom Teich schneiden die ja im Gegensatz zu S- marken immer super ab.
Was mir auffiel, ich mir irgendwie nicht erklæren kann ,ist der Gewichtssprung bei einer dieser Ruten.
Also eine GL oder Scott oder ... und auch die Douglas haben in #6 (EH) immer so zwischen 80 und 90g, selbst die DouglasSalzwasser mit Full Wells und Butt bringt es nur auf 93g, die neue GL Coastal Salzwasser auf 92g
https://fishline.se/douglas-sky-g-flugspo/
Bei der Beulah sieht man einen deutlichen Sprung von #5 - 79g auf #6 - 130g !
https://fishline.se/beulah-g2-platinum-enhands-flugspo/
Nun hab ich auch mal die SW und DH Ruten von Beulah mit meinen GL und Scott verglichen, kaum Unterschiede in den jeweiligen Klassen.
Hab mal bei Beulah auf deren Rods- Seite geschaut, auch da sieht man auch den Sprung von #5 zu #6 ganz deutlich, ist also kein Fehler bei fishline.se.
https://www.beulahflyrods.com/shop/rods ... ngle-hand/
Die #3 /10,8 Tip Flex ist wieder wesentlich leichter mit 82g , rætselhaft !

Was ist also so "gewichtig" an der #6er Beulah im Vergleich zu anderen gængigen Marken und nur in dieser Klasse ?
Wer hat sowas schon mal gefischt, hat ein Hændler Douglas und Beulah ?
Gruss Hendrik
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Re: Beulah und Douglas Ruten

Beitrag von Sixgunner »

Hallo Hendrik,

Na Vollmetallrollenhalter mit Fighting Butt haben schon ihr Gewicht, besonders wenn einiges an Materialstärke da ist. Das Zeugs von Beulah ist qualitativ sehr hochwertig und nicht "lightweight"...

Der 9'6"er Blank von Beulah hat zuerst schon etwas mehr Länge und bestimmt baubedingt auch etwas mehr Material unten rum, das grosse Mehrgewicht der Rute liegt aber sicherlich in der Gesamtmasse der verbauten Hardware wie eben der Rollenhalter und die beiden Stripper-Ringe...

Der 10'8"er ist eine Nymph-Rute mit einer dementsprechenden Aktion ... der Längenvergleich/ (zum Gesamtgewicht) scheint also trügerisch.

LG,

Eric
Trockenfliege
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Re: Beulah und Douglas Ruten

Beitrag von Trockenfliege »

Ein Fehler könnte auch Beulah passiert sein bei der Gewichtsangabe. Vielleicht ist das Gewicht nicht 4,6 sondern nur 3,6 0z.?
Könnte ich mir gut vorstellen.
Dann hat die 9,6er einen Triangleartigen Vollmetall RH, das kann 20gr ausmachen. Zusätzlich der FB.

Was ich aus meiner Erfahrung raus sagen würde ist, dass es auf allen Fälle weniger am blank liegt, dass heutige Ruten so leicht werden.
Bei Sage zB. haben sich die blanksgewichte über 30 Jahre kaum verändert.
Die damals als so superleicht angepriesenen ONEs hatten vergleichbare blankgewichte wie die anderen Serien, nur dünnere Griff, leichtere RHs.

LG
Reinhard
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pitt
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Re: Beulah und Douglas Ruten

Beitrag von pitt »

Hallo

Was sie vor allem auszeichnet ist keine Scheu vor Neuem. Beide Firmen produzieren ihre Blanks und Ruten in Korea. Sie schöpfen aus dem Vollen, setzen Nanoharze und Graphen ein. Zum Teil sehr leichte Ringe usw. Das klingt auf den ersten Blick wie das typische PR-bla-bla-bla aber im Endeffekt bringt es die Gewichtsreduktion und einen niedrigen swing weight, einen spürbaren Hauch von Spritzigkeit und diese ausblancierte Leichtigkeit in der Hand. Schon die DXF von Douglas ist in meinen Augen eine wirklich gute Rute, von der Sky G ganz zu schweigen.

Von Beulah besitze ich eine fast nagel neue Guide Series aus dem ersten Wurf. Die grüne mit 2 Spitzenteilen. Eine tolle und sehr, sehr robuste Rute, die jedoch den Tribut durch den schweren, viel zu schweren, Aufbau zollen muss. Ich wollte mich von der nie wirklich gebrauchten Rute trennen, aber nun habe ich entschiedenen sie zu behalten. Den Fighting Butt habe ich bereits deutlich verkleinert und auch den Griff entschlankt. Alleine dadurch wiegt sie jetzt ganze 15 Gramm weniger. Als nächstes kommen leichtere Ringe dran. Dank der Rute habe ich einen direkten Vergleich zu der G2 Platinium zur Hand, und es liegen Welten dazwischen.

Ich möchte noch einen Neuling erwähnen, die Moonshine Rods. Die wurden, anfangs, regelrecht von einem shit storm getroffen und als reine Marketing-Maschine angeprangert, die billige Chinaruten teuer mit eigenem Branding verkauft. Nun auch sie produzieren in Korea und auch sie nutzen die Vorteile der Technologie. Ich habe eine Vesper in 6 geworfen. Sehr leicht, unglaublich gut ausblanciert und mit einem von der Schnellkraft strotzenden Blank ausgestattet. Auf vergleichbares für 500$ werden wir noch lange in dem sogenannten Premiumsegment warten müssen.

Ich für mein Part bin froh, dass es immer mehr gutes und bezahlbares Tackle auf den Markt kommt, und die Aussage, dass die modernen Blanks nicht leichter sind, würde ich auch nicht vorbehaltlos unterschrieben.
“I’d rather make a bad cast to the right fish than a perfect cast to the wrong one.”
Gruss
pitt
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Re: Beulah und Douglas Ruten

Beitrag von orkdaling »

Moin,
naja die Douglas Salzwasser mit FB hat 93g , die GL Coastal hat bei 9,3ft#6 nur 92g und sogar die GL 9ft#12 hat nur 116g !
Selbst die Beulah Switch, 10,8ft #7/8, ein ganz anderes Kaliber bring es nur auf 138g
Zwischen der EH #6 und SW #7/8 sollen nur 8g liegen aber zwischen der EH #5 und #6 sogar 45g !?
Das wundert mich dann doch etwas.
Na ich muss mal nach Neujahr die Fuehler ausstrecken, kann ja sein das die schwedischen Hændler einen Fehler von der Beulah Seite uebernommen haben.
Gruss Hendrik

was zum lesen https://www.finandfire.com/blogs/news/b ... rod-review
Trockenfliege
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Re: Beulah und Douglas Ruten

Beitrag von Trockenfliege »

pitt hat geschrieben:Hallo

........ und die Aussage, dass die modernen Blanks nicht leichter sind, würde ich auch nicht vorbehaltlos unterschrieben.
Es hat sich bestimmt was getan, aber wieviel tatsächlich?

Für Sage habe ich eine lückenlose Dokumentation über mehr als 30 Jahre.
Nun verwendet Sage keine Nanomatten, die ja leichtere blanks ermöglichen sollen, aber wieviel leichter?
Hier mal die Gewichte der Sageblanks der vergangenen ca. 35 Jahre.
Als Beispiel immer die 9´#6 , vierteilig, nur die SP ist 3-teilig.
Berücksichtigen muss man natürlich, dass die Klassenangaben zwar gleich, das tatsächliche Schnurgewicht je nach Serie schwanken kann.
So sind manche Serien unterzeichnet - TCR, TCX, XI3 zB., andere fallen eher leichter aus als angegeben - die alte LL zB.

RPL: 46 gr.
SP 3-teilig: 44 gr.
XP : 47 gr.
TCR als 5er: 51gr
SLT : 40 gr
XI2 : 49gr
Z-Axis : 44 gr.
TCX : 51gr.
XI3 : 48gr
VXP : 46 gr.
ZXL : 46gr
VT2 : 51gr.
ONE : 44gr.
Method 5 u. 6 : 40 / 44 gr.
X : 46 gr.
Sonic : 45 gr.
Trout LL : 34 gr. ( ist wohl ein Druckfehler im Hegerkatalog, die Sageangabe liegt bei umgerechnet ca. 38gr.)
Igniter 5 u. 6 : 40 / 45 gr.
Salt : 49 gr

Zumindest bei Sage erkenne ich keine Entwicklung Richtung leichtere blanks. Und da ich aus einigen Serie eigene Ruten habe, würde ich auch nicht sagen, dass die Ruten im Allgemeinen immer kräftiger werden für die angegebene Schnurklasse.
Meine RPL 7 von 1990 ist durchaus mit aktuelleren Modellen vergleichbar.

Über blanksgewichte zB. der Hardy Sintrixruten weiss ich leider nichts, nur deswegen möchte ich meine Wraith nicht strippen. :biggrin:

LG
Reinhard
Zuletzt geändert von Trockenfliege am 10.01.2022, 18:25, insgesamt 1-mal geändert.
TorstenHtr
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Re: Beulah und Douglas Ruten

Beitrag von TorstenHtr »

Hallo Reinhard,

(sorry für etwas off-topic, aber vielleicht trotzdem interessant)
Berücksichtigen muss man natürlich, dass die Klassenangaben zwar gleich, das tatsächliche Schnurgewicht je nach Serie schwanken kann.
So sind manche Serien unterzeichnet - TCR, TCX, XI3 zB., andere fallen eher leichter aus als angegeben - die alte LL zB.
Die Angaben der Hersteller betreffen immer nur das empfohlene Schnurgewicht, daher ist die Zahl immer korrekt, weil sie nur die subjektive Schnurwahl des Designers widerspiegelt (die TCR#5 habe ich schon öfters geworfen, problemfrei mit einer AFTMA konformen #5 Schnur). Ich würde das anders formulieren, entsprechende Ruten besitzen bei gleicher Angabe der Schnurklasse eine unterschiedliche Biegesteifigkeit. Um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, müsste man die Gewichte bei identischer Biegesteifigkeit erfassen. Relevanter als das Gesamtgewicht der Rute/Blank ist meines Erachtens das Trägheitsmoment (engl. Moment of inertia, MOI), d.h. die Trägheit der Rute bei einer Drehung.

Ein paar Werte hat Akos von Stickman Rods hier gelistet:
http://www.stickmanrods.com/en/blog/com ... ompetition

Entsprechende Werte müsste man für die Beulah Ruten messen, dann könnte man vergleichen. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass die meisten Hersteller hauptsächlich Gewicht an den Komponenten und weniger am Blank gespart haben.

--

Zum Thema "Graphene" schreibt CTS:
https://ctsfishing.com/spotlight-on-mat ... -graphene/

[..]
Die derzeitige kommerzielle Industriepraxis auf dem Markt für Verbundwerkstoffe für den Freizeitbereich besteht darin, eine kleine Menge Graphenflocken, die gemeinhin als Nanopulver bezeichnet werden, in das Harz zu mischen, aus dem das mit Kohlenstofffasern und Epoxidharz imprägnierte Material (Prepeg) besteht, aus dem Angelruten hergestellt werden.

CTS hat vor einigen Jahren Graphen als Zusatzstoff für unser Harzsystem untersucht. Wir fanden keine Beweise dafür, dass die Zugabe von Graphen-Nanopulver zum Epoxidharz eine der Eigenschaften verbessert, die wir für ein Material für Angelruten suchten.

Umgekehrt fanden wir Hinweise darauf, dass die Zugabe von mehr als 10 % Nanopulver zur Epoxidharzmatrix deren Sprödigkeit erhöht. Bei einer Angelrute sind wir auf zähe Epoxidharzsysteme angewiesen, um Stoßbelastungen zu verteilen, das Laminat zu schützen und die Fasern beim Zusammendrücken zu stützen.

Einer der Hauptvorteile der Zugabe von Graphen-Nanopulver zu Verbundwerkstoffen ist die Verbesserung der elektrischen Leitfähigkeit. Das ist natürlich nichts, was wir unbedingt mit Angelruten machen wollen!
[..]

Vielleicht finde ich noch abweichende Meinungen zu diesem Thema.

Viele Grüße,
Torsten
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