Abheben der Schnur

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Maifliege75
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Abheben der Schnur

Beitrag von Maifliege75 »

Hallo Fliegenfischer,
ich habe da mal eine Frage in Bezug auf die richtige Technik beim Abheben der Fliegenschnur.
Folgendes passiert mir oft.
Ich fische sehr häufig an mittel bis schneller fliessende Flüssen der Barbenregion.Immer wenn ich ein wenig mehr Schnur aufs Wasser abgelegt habe spritzt das Wasser förmlich in alle Richtungen (klingt ein wenig übertrieben aber mir fällt keine andere Formulierung ein).Die Schnur klebt natürlich dank der Oberflächenspannung förmlich auf der Wasseroberfläche.
Gibt es da einen Trick wie man die Schnur sanfter vom Wasser abheben kann?
Ich habe da mal von einem sogenannten C-pick up gehört,konnte aber im Internet nichts darüber erfahren.
Dt- Schnüre lassen sich leichter vom Wasser abheben,als WF,stimmt das?

Gruß
Thomas
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Dirk Janßen
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Beitrag von Dirk Janßen »

Moin Thomas,

Du solltest die Schnur vor dem Abheben abheben (Hä?)
Funktioniert am besten, in dem Du eine kleine Rolle in die Schnur switchst,
also Rutenspitze 1-2 x schnell in einem ca. 30 cm Kreis bewegen, so dass sich eine Rolle zur Schnurspitze hin bewegt. Dadurch hebt die Schnur ein wenig ab und lässt sich ohne viel Spritzer komplett aufnehmen.
Hört sich komplizierter an, als es ist, wichtig ist es eben, dass die Schnur sich vor dem Abheben ein wenig von der Wasseroberfläche löst.

TL
Dirk
Fliegenfischen ist der Weg und das Ziel.
Jens2001
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Beitrag von Jens2001 »

Hallo Thomas,

das Problem, das Du schilderst, ist mir bekannt, ich löse es darurch, das ich vor dem Abheben die Rute etwas anhebe und somit schon Zug auf die Schnur bringe..... das läd zum einen die Rute schon etwas auf.......
dadurch lässt sie sich besser abheben, wesentlicher ist aber, dass sich dadurch die Schnur komplett streckt...... das spritzen entsteht in erster Linie dann, wenn die Schnur die auf dem Wasser liegt noch kleine Kurven hat.....
Wenn ich sehr viel Schnur ausgelegt habe, dann strippe ich diese erst etwas ein (wie bei einer Sinkschnur) dann lässt sie sich auch super vom Wasser abheben und vernünftig werfen (neben bei bekomme ich beim Einstrippen noch so manchen unerwarteten Biss)

LG Jens
RolandT

Beitrag von RolandT »

Hallo Thomas,

eine andere Möglichkeit wäre, die Schnur nicht zu rasant von der Oberfläche abzuheben. Es liegt sicherlich an der Geschwindigkeit, mit der man die Schnur vom Wasser aufnehmen tut.

Herzlichst RolandT
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Rolf Renell
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Beitrag von Rolf Renell »

Hallo Thomas,
hinzufügen möchte ich noch zuzätzlich wie schon genannt zum"Spannungsaufbau" der liegenden Schnur,das die Rutenspitze möglichst gesenkt ist ,also recht nah an der Wasseroberfläche ,der "Hebel" der dir nun zur Verfügung steht sollte ausreichen.Dazu kannst du noch den einfachen Zug der Schnurhand kombinieren,dies ermöglicht ausser der gespannten Schnurkontrolle und der aufnehmenden Rute eine sanfte Möglichkeit deine Schnur aus der Adhäsion zu lösen.Natürlich spielt die Länge der ausgelegten Schnur eine wesentliche Rolle,daher wie kollegen nannten-Schnurkontrolle/einstrippen etc.,Rutenlänge/Hebellänge spielt hierbei ebenfalls eine Rolle,versuch es zu üben mit überschaubarer Schnurlänge ,steiger dann mit zunehmender länge der Schnur und den hier beschriebenen Parametern,
beste Grüsse,Rolf
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...a fisherman`s dream , is a trout in the stream ...
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Friedemann
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Beitrag von Friedemann »

Hi Thomas,
ich beziehe mich jetzt nur auf den C-Pickup beim aufnehmen der Schnur
um einen neuen Wurf einzuleiten.
H. Eiber hat diese Variante in einer Ausgabe vom "Fliegenfischer" mal
beschrieben.
Bei dem C-Pickup sollte die Rute und die aufgewasserte Schnur eine
Linie bilden. Überschüsssige Schnur wird eingestrippt.
Mit der Rutenspitze zeichnest du ein C in die Luft. Der Durchmesser
könnte ca. einen halben Meter betragen. Du wirst sehen dass sich die
Schnur in einer "Welle" vom Wasser abhebt. In diesem Moment wird
der Rückschwung eingeleitet. Eine Unterstützung mit der Schnurhand
ist dabei hilfreich.
Ob du diese Rutenbewegung von links nach rechts oder umgekehrt machst
ist eigentlich egal aber jeder hat da so seine Vorlieben die ihm besser
von der Wurfhand gehen.
Bewährt hat sich diese Abhebevariante vor allem im Stillwasser und
an ruhig fließenden Abschnitten.
Gruß aus Hessen
Friedemann
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todde
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Beitrag von todde »

Moin!
So, wie der Dirk es beschrieben hat, mache ich es auch in den von dir beschriebenen Situationen. Macht Spaß, sieht elegant aus und ist effektiv!

gruß
todde

PS: Ach, ja. Wenn ich mir den Fred nochmal so überlese, hat Friedemann dann doch die "Quintessenz" und Raffinesse des Abhebens hervorgehoben; besonders die Schnurhand, die darf nicht fehlen.
Zuletzt geändert von todde am 05.02.2006, 21:45, insgesamt 1-mal geändert.
Kole Feut un Nordenwind, givt een krusen Büddel un een lütten Pint.
Maifliege75
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Beitrag von Maifliege75 »

Hallo nochmal,
danke erstmal für eure Hilfe!
Jetzt weiß ich endlich was mit dem C-Pick up gemeint ist.
Ich glaube auch das jeder so seine eigene Variante hat und es ziemlich schwer ist im Internet seinen Stil zu finden.Da hilft wohl nur viel Übung und ein Wurfkurs.Es ist auch wohl besser die eigene Erwartung an sich selber nicht so hochzuschrauben und kleinere Rückschläge z.B. Fliege im Astwerk oder Windknoten im Vorfach (Habe ich schon oft erlebt) geduldig ,,wegzustecken,, .Gutes Werfen bekommt man nicht geschenkt,man muss es sich wohl erarbeiten,aber das macht für mich den Reiz auch irgentwie aus,ich bin jedenfalls immer noch sehr motiviert.
Außerdem ist es sicherlich schon von Vorteil für mich das ich in der nächsten Saison sowieso nur kleinere Gewässer (kleinere Flüsse und Bäche )befischen möchte.Die Wurfdistanz ist an solchen Gewässern ohnehin nicht groß.
Eine Frage hätte ich aber doch noch.
Hebt eine DT besser ab wie eine WF oder nicht?

Gruß
Thomas
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Beitrag von Jens2001 »

@ Thomas

ob eine DT oder WF besser abhebt, ist nicht die Frage das hängt einfach von der speziellen Schnur ab........ die eine schwimmt höher die ander tiefer..... je höher eine Schnur schwimmt und um so glatter die Oberfläche um so besser hebt sie ab........ aber das ist ganz egal..... Du musst lernen mit jeder Schnur klar zu kommen, was willst denn bei einer Sinkschnur machen.... womöglich noch ein Vollsinker mit hoher Sinkrate z.B. VI sowas hebt wirklich sch.... ab ist aber für bestimmt Situationen erforderlich..... passe Dich einfach an, dann kommst schon klar......

LG Jens
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Dirk Janßen
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Beitrag von Dirk Janßen »

@ Maifliege75

hares ear [Florian] hat für Anfang März ein tolles Event organisiert, guggsu hier
Ansonsten ist WHV auch keine Weltreise weg, wir können uns gerne mal zusammen ans Wasser stellen.

Gruß
Dirk
Fliegenfischen ist der Weg und das Ziel.
Ingo Dege

Beitrag von Ingo Dege »

Hallo Thomas,

falls Du es am Mittwoch zum Stammtisch schaffst, bring`ich den Wurf mal in bewegten Bildern mit!
Christian Früh
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Beitrag von Christian Früh »

Hallo Thomas,

ich mach es wie Dirk - was mich immer wieder erstaunt, ist dass so viele Fliegenfischer so einfache Dinge in ihren Anfängerkursen nicht vermittelt bekommen.

Erging es Euch auch so?
Ich habe das erst im Fortgeschrittenenkurs als Tip erhalten.

Es geht hier m.e. auch weniger um das Spritzen des Wassers, sondern um das schmatzenden Geräusch, das die Schnur beim Abheben macht. Hier vergrämt man jeden scheuen Fisch.

Gruss

Christian
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helmut herrmann
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Beitrag von helmut herrmann »

hallo Thomas,

dieser Abhebewurf ist eine vieler Möglichkeiten, um scheuen Fisch durch das Abheben der Schnur nicht zu vergrämen, hat allerdings den Nachteil, daß Du Dich dabei ständig auf diese Wurfsequenz konzentrieren mußt. Soll heißen, daß Du bei diesem kreisförmigen Schlag mit der Rutenspitze exakt den Punkt abwarten mußt, um die Schnur aus dem Wasser zu heben. Machst Du das zu früh, erzeugst Du "Krach" auf der Wasseroberfläche. Hebst Du zu spät ab, bricht der Wurf in sich zusammen. Jens hat es schon
beschrieben, das "Spritzen" des Wassers entsteht durch das Abheben
einer nicht völlig gestreckten Schnur.

@ Christian: vergib den FF-Schulen dieses Versäumnis! Aber bedenke
bitte, daß ein FF-Ausbilder innerhalb zweier Tage ungeheuer viel Wissen
und Praxis an den Mann bringen muß, damit dieser nach Beendigung des
Kurses einigermaßen passabel seine ersten Fische fängt.

Übrigens: diesen "C-Abhebewurf" habe ich seit langem durch einen an-
deren Abhebewurf ersetzt: die Rollwurfaufnahme.
Ich strippe die Schnur ein, bis sie gerade vor mir liegt und setze dann
zum Rollwurf an. Sobald die Leine das Wasser verlassen hat, setze ich zum
Rückschwungan, kann dann sofort wieder verlängern und servieren. Ein Wurf für Faule, äußerst effektiv und strotzt, wenn er geübt wurde, vor Eleganz!

Gruß
Helmut Herrmann
Maifliege75
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Beitrag von Maifliege75 »

Hallo nochmal,
danke nochmals für die weiteren Antworten

Dirk: Mein Problem ist die fehlende Mobilität (kein Auto),sieht also leider schlecht aus um mal eben nach WHV zu kommen,würde ich aber sonst gerne machen.
Ingo:Das mit dem Fliegenfischerstammtisch wird bei mir zum Glück wohl zeitlich hinhauen da bei mir in Moment Berufsschule angesagt ist.Die bewegten Bilder würde ich mir gerne anschauen.Ansonsten wirds bei mir echt Zeit für einen Wurfkurs,da ich mir sonst wohl zu viele Fehler mühsam wieder abtrainieren muß.
Bis Mittwoch

Thomas
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Harald aus LEV
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Beitrag von Harald aus LEV »

Original geschrieben von Helmut Herrmann
hallo Thomas,

Übrigens: diesen "C-Abhebewurf" habe ich seit langem durch einen an-
deren Abhebewurf ersetzt: die Rollwurfaufnahme.
Ich strippe die Schnur ein, bis sie gerade vor mir liegt und setze dann
zum Rollwurf an. Sobald die Leine das Wasser verlassen hat, setze ich zum
Rückschwungan, kann dann sofort wieder verlängern und servieren. Ein Wurf für Faule, äußerst effektiv und strotzt, wenn er geübt wurde, vor Eleganz!

Gruß
Helmut Herrmann

@Helmut Herrmann,
genau so mache ich es auch und das zeige ich auch in den Kursen. Der Vorteil hierbei ist auch, daß sich die Schnur bereits in gerade Linie auf die Fliege zu bewegt und der anschließende Rückwurf direkt im Anschluß ohne Richtungsänderung erfolgen kann. So gelingt dies auch bei Leuten, die den Wurf noch nicht so gut koordinieren können und evtl. beim C-Schlenker den Zeitpunkt verpassen.

@Christian Früh:
Du schreibst:
>>ich mach es wie Dirk - was mich immer wieder erstaunt, ist dass so viele Fliegenfischer so einfache Dinge in ihren Anfängerkursen nicht vermittelt bekommen.<<

Ich weiß zwar nicht, wo Du Deine Kurse gemacht hast, aber bitte bedenke, daß nicht jeder zu Anfang die Koordination des Wurfes gleich gut beherrscht. Gerade am Anfang ist zu einem guten Wurf ein gerüttelt Maß an Konzentration notwendig, da es so viele Punkte gibt, die im Abstand von Sekundenbruchteilen zu beachten sind. Natürlich gibt es Teilnehmer, die nehmen die Rute in die Hand und werfen nach einer kurzen Einführung sauber. Es gibt aber auch welche, die tun sich schwerer. Diese dann mit allerlei Trickwürfen und Gimmicks zu konfrontieren, ist vielleicht nicht so angebracht, da sie dadurch eher verwirrt werden. Dies zu erkennen, und den Einzelnen optimal zu fördern, und zu fordern, ohne ihn zu überfordern, macht für mich einen Großteil der Tätigkeit als Kursleiter aus. Hier gilt es, sich auf den Kursteilnehmer einzustellen.
Aus diesem Grund, zeige ich ihnen lieber, wie Rolf es beschrieben hat, die Rute tief zu halten, die Scnnur einzustrippen und dann zwar dynamisch, aber ohne Hektik und Reißen abzuheben und auch die andere Variante, nämlich den Rollwurf abzusetzen und sofort in einen Rückschwung überzugehen. Erfahrungsgemäß kommen die meisten Teilnehmer damit gut zurecht.
Gruß Harald
Fliegenfischen - Der natürliche Weg
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