Rollwurf mit oder ohne Zug

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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fliegenfeger
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Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo,

da ich zur Zeit an meinem Rollwurf arbeite, wollte ich mal nachfragen, wie ihr einen Rollwurf für eine möglichst große Distanz ausführt. Versucht ihr mit Zugunterstützung oder alleine durch die Rutenhand die Distanz zu erreichen.
Das Thema wird zur Zeit auch bei SL diskutiert, aber ich denke, es wird auch hier den ein oder anderen interessieren.

Viele Grüße
Armin
sepp73
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von sepp73 »

Ne wenns denn ein Rollwurf sein soll, läuft dieser ohne Zug ab. Ansonsten wärs ja schon ein Switchcast. Beim Rollwurf achte ich auf die Bildung eines schönen D-Loop gerade hinter mir und setze zum Vorwurf erst an, wenn nur noch die Vorfachspitze mit der Fliege als Anker im Wasser ist. Die Vorwärtsbewegung sollte auch exakt gerade sein, der Stop erfolgt ca. in 10-11 Uhr-Position.
Gruss, Sepp
Trockenfliege
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Trockenfliege »

Der Unterschied zwischen Roll- und Switchcast ist doch die Ausgangssituation:
Beim Rollwurf statisch - beim Switchcast dynamisch.
Wenn ich einen langen Rollwurf mache ist deutlich mehr Schnur auf dem Wasser als nur das Vorfach, außer der RW fällt sehr kurz aus.
Dafür brauche ich beim Rollwurf nach hinten nur den Platz für ein "D", das kürzer ausfällt, als die Rute lang ist, vereinfacht gesagt.
Der Rest der Schnur, das können einige Meter sein, nebst Vorfach liegt vor mir auf dem Wasser.
Man kann den Rollwurf langsamer ausführen, muss aber aufpassen, dass das D nicht zusammenfällt. Aber die Geschwindigkeitsabläufe sind insgesamt langsamer als beim SC.

Der Switchcast arbeitet aus der Dynamik, hier ist das "D" , je nach Wurfweite, viel länger, grob gesagt die Hälfte der Länge der Fliegenschnur, die ich nach vorne bringen möchte. (natürlich kommt noch das Schiessenlassen).
Beim SC bildet nur noch das Vorfach den Anker.
Der SC muss zügig ohne Verlangsamung geworfen werden, sonst bricht das ganze System zusammen.

Bei beiden Würfen kann man mit Zugunterstützung arbeiten, wobei es mir beim reinen RW schwerer fällt, den Zug richtig/rechtzeitig einzusetzen.

LG
Reinhard
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DerRhöner
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von DerRhöner »

Also ich unterscheide das nicht so konkret und mache Rollwürfe je nach angesteuerter Distanz mit oder ohne Zug an der Schnur. Das macht bei mir einen merklichen Unterschied.

Gruss

Christian
"Die Rhön ist schön, nur ohne Rhöner wär' sie schöner!" - Letzte Worte eines Hessen in der Bayerischen Rhön
Magellan

Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Magellan »

fliegenfeger hat geschrieben: da ich zur Zeit an meinem Rollwurf arbeite, wollte ich mal nachfragen,

Hallo Armin

Ich passe die Ausführung meines Rollwurfs generell an die entsprechende Situation an.

Und:

wahrscheinlich verwende ich eine für mich und die Umstände, wie- Schnur, Vorfachlänge, Rutenaktion, Fliege - passende Technik.

Was ich allerdings nicht verstehe ist der Kern deiner Frage, offensichtlich bist du ein Anfänger der auf Antworten seiner nicht vorhandenen Grundkentnisse des Fliegenwurfs hofft.

Ich gebe dir einen wirklich gut gemeinten Polemik Freien Rat: Besuche einen Wurfkurs, weil die von anderen angewandte Techniken mit ihren Eigenen setups werden einem Beginner eher nicht hilfreich sein.

Gruss
Heiko
Zuletzt geändert von Magellan am 23.05.2019, 19:13, insgesamt 1-mal geändert.
fliegenfeger
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo ,

es geht mir bei meiner Frage nur um die Zugunterstützung beim Rollwurf, kein Switchcast!

@Reinhard

danke für deine Erläuterungen zum Rollwurf bzw. Switchcast.
Ich habe beim Zug oft das Gefühl, dass er in Leere geht und mir kein Zugewinn an Distanz bringt. Hast du mal versucht den Zeitpunkt des Zuges zu verändern? Optimal wäre ja unmittelbar vor dem Stopp, was aber nicht so einfach umsetzbar ist.

@Heiko
Dann will ich dir mal die Situation beschreiben: 9´#6Rute, WF#6 Floating Keule ca. 13,5m, Vorfach 9´konisch gezogen, Fliegenpuschel
Aufgabe: Rollwurf >18m mit oder ohne Zug. Beschreibe mal deine passende Technik.
Auf die Idee einen Wurfkurs für Anfänger zu besuchen bin ich noch nicht gekommen. Vielen Dank für den Rat. Dort werden auch bestimmt 18m Rollwürfe vermittelt.

Viele Grüße
Armin
Magellan

Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Magellan »

Hallo Armin

Deine Schnur ist vom Profil sicher ganz ähnlich wie die meine, die beinahe für alle meine Bereiche sinnvoll ist. Auch sehr effektiv wenn der Wind sehr stramm aus der richtigen Richtung weht, dann gelingen mir mit dem r-cast ganz locker weiten, in deren Bereich meine Fliege anfangen soll zu fischen, auch schon mal weiter!

Bitte nicht böse sein wenn ich dir keine Meterangabe machen kann.
fliegenfeger hat geschrieben: @Heiko
Dann will ich dir mal die Situation beschreiben: 9´#6Rute, WF#6 Floating Keule ca. 13,5m, Vorfach 9´konisch gezogen, Fliegenpuschel
Aufgabe: Rollwurf >18m mit oder ohne Zug. Beschreibe mal deine passende Technik.
Ah ok, du bereitest dich auf den EFFA Master Flycasting Instructor Test (Single Hand) vor!

Meine bescheidenen Wurftipps die ich geben könnte zielen eher auf den praktischen Gebrauch am Wasser, eine Fliege am Vorfach, evtl auch ein wenig tiefer eingewatet und ein biserl Wind... realistische Umstände eben beim –meinem- Fliegenfischen.

18m Rollwurf, das ist eine Hausnummer, ich werde mal schauen ob ich ein konformes Vorfach bei mir finde und es demnächst am Wasser probieren.Du solltest dann allerdings mit einer grob geschätzten Weitenangabe rechnen, da ich kein Maßband mit am Wasser habe :oops:

Gruss
Heiko
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Thomas E.
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Thomas E. »

Moin,

ein "static roll cast" von 18m plus ist keine Zauberei und durchaus machbar !

Wir hatten uns das aus Interesse mal zur Aufgabe gemacht, geübt und auf den HH- Wurftagen dann auch exakt gemessen.

Neben der richtigen Technik (bei mir mit Zug) spielt die Schnur eine entscheidene Rolle.
Es gibt Schnüre, die sich schlecht eignen, andere sind da hervorragend.
Die DT schnitt vergleichsweise schlecht ab.

Die Rute darf nicht zu weich, aber auch nicht zu steif sein.

Eine versunkene Fliege, selbst ein tief eingesunkenes Vorfach schluckt viel Energie...daran sollte man auch denken.

Stimmt alles, geht es in Klasse 6 auf gut 20m.
Gruß
Thomas Ellerbrock
Daniel.H
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Daniel.H »

Hallo Thomas,
Habe interessiert mitgelesen. Was wäre den in Schnurklasse 6 eine gute Schnur für den Rollwurf auf Distanz?
Grüße
Daniel


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Magellan

Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Magellan »

Thomas E. hat geschrieben: Neben der richtigen Technik (bei mir mit Zug) spielt die Schnur eine entscheidene Rolle.
Es gibt Schnüre, die sich schlecht eignen, andere sind da hervorragend.

Hallo

Ich bin da ganz bei Thomas! Der Roll Cast ist -wenn auch als der leichteste Wurf beschrieben- einer der, der-wenn extreme Weiten erwartet werden- die effektivste Technik erfordert.

Deshalb Armin, ohne dich und deine Status als Werfer beurteilen zu können, mein Tipp mit professioneller praktischer Hilfe für die basics. Oder try and error, aber das kostet Zeit...

Und wenn das verinnerlicht ist, mit Ruten und Schnüren spielen- fischen 8) - um ready für die Krone zu sein!

Gruss
Heiko
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo in die Runde,

noch kurz zu der Schnur: klar würde eine Schnur mit kurzer, übergewichtiger Keule die Sache vereinfachen, aber man muss mit der gleichen Kombi Rute/Schnur noch andere Herausforderungen meistern z.B 24m Schnur sauber in der Luft halten.
Mit einer Loop Opti Stream z.B. kann man relativ einfach weite Rollwürfe und auch Switch Casts machen, aber keine großen Längen in der Luft halten.

@Heiko
auch mit sehr guter Technik sind 18m ein echtes Brett, bei neutralen Bedingungen, und ich kann dir versichern, es ist schon ein gewaltiger Unterschied ob ich 17 oder 18m erreichen muss.
Try and Error kostet zwar Zeit, aber bringt einen oft weiter, da man den Dingen viel mehr auf den Grund gehen muss und man kann sich auch besser in die Probleme der Kursteilnehmer hineinversetzten.

@Thomas
ich habe mir dein Video von dem 20m Rollwurf schon mehrfach angesehen. Du beginnst relativ früh mit dem Zug und bist vor dem Kippen eigentlich schon fertig damit. Hast du den Wurf mal ohne Zug durchgeführt und vermessen?
Du machst mit der Rutenhand einen sehr langen Weg und bleibst exakt in der Bahn, trotz der Dynamik, was für mich der Hauptgrund für die Weite ist.
Welchen Zauberstock und welche Schnur hast du denn verwendet?
Auf deinen Hinweis zu eingesunkene Fliege und Vorfach, werde ich mal testen, ob Einfetten mir einen Vorteil bringt.

Viele Grüße
Armin
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Thomas E.
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Thomas E. »

fliegenfeger hat geschrieben: @Thomas
ich habe mir dein Video von dem 20m Rollwurf schon mehrfach angesehen. Du beginnst relativ früh mit dem Zug und bist vor dem Kippen eigentlich schon fertig damit. Hast du den Wurf mal ohne Zug durchgeführt und vermessen?
Du machst mit der Rutenhand einen sehr langen Weg und bleibst exakt in der Bahn, trotz der Dynamik, was für mich der Hauptgrund für die Weite ist.
Welchen Zauberstock und welche Schnur hast du denn verwendet?
Auf deinen Hinweis zu eingesunkene Fliege und Vorfach, werde ich mal testen, ob Einfetten mir einen Vorteil bringt.
Hi Armin,

auf jeden Fall habe ich den Zug zum richtigen Zeitpunkt gemacht, denn ohne ging es immer etwas weniger weit.
Allerdings habe ich mich speziell mit diesem Wurf über viele Wochen befasst, weil es mal eine Herausforderung war.
Beim Fischen brauche ich den in der Form eh nie.

Die Rute war eine Orvis Trident TL 9ft. Kl. 6
Die Schnur Hardy Mach Trout line 6 und ein geknüpftes 9ft. Vorfach.
Der weiteste Wurf damit war 20,80m bei praktisch Windstille.
Jetzt müßte ich dafür sicher wieder eine Weile üben. :lol: :roll:

Aber auch die z.B. GL High Water und die TT schnitten ganz gut ab.

Klar war leader und Puschel gefettet. :wink:
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Thomas,
danke für deine Infos.
20,8m Rollwurf bei neutralen Bedingungen =D> beim nächsten Wurftreff hole ich mir ein Autogramm :mrgreen:

Was ist die Schwierigkeit bei dem Wurf oder warum würdest du jetzt nicht diese Weite schaffen?

Wie viel Schnur (ohne Vorfach) hast du am Anfang des Wurfs vor der Rutenspitze?
Ich teste zur Zeit mit der GL Experience#5. Die hat eine 13,6m Keule mit ca.15g. Wenn ich die komplette Keule vor der Spitze habe, schaffe ich es nicht, dass der Wurf komplett ausrollt.
Ich muss ca. 2m einziehen, damit der Wurf gelingt.

Welche TT hast du verwendet, die Classic oder die neue Plus mit dem verlängerten Rear Taper?

Viele Grüße
Armin
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Thomas E.
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Thomas E. »

Hi Armin,

seinerzeit habe ich mehrmals die Woche über längere Zeit oft den Rollwurf trainiert...mir fehlt einfach die Übung. :wink:

Ich hatte wohl gut 13m außerhalb, etwas von der Keule war auch bei mir noch in der Rute, so ging es am besten.
Ich habe dann meist diese Kombi genommen und mich an die richtige Länge herangetastet.

Die TT 6 war die classic in weiß, nicht ganz so gut.

Erstaunlich war, das auch weniger geübte FF darin mit Kurzkeulen 18- 19m erreichten.

Wir hatten ne Menge Leinen probiert, die SA XXD z.B. fand ich garnicht sehr geeignet.
Die Experience kenne ich nicht.


Erstaunlich für mich, das einige Leute die 18m ohne Schuß rausrollen können sollen, stelle ich mir noch schwieriger vor.
Habe ich bisher leider noch nicht gesehen.

Eine Universalschnur, die neben super Rollwürfen noch alles andere perfekt macht, kann es ja nicht geben.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Daniel.H »

Hallo Thomas,
die Hardy Mach Trout ist leider nicht mehr wirklich erhältlich, hast du eine Empfehlung für einen adäquaten Nachfolger?
Grüße
Daniel
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