Rollwurf mit oder ohne Zug

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Thomas E.
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Thomas E. »

Hi Daniel,

es gibt doch viele andere gute Leinen dafür...kommt darauf an, ob Du wirklich nur "behäbig" weit rollen willst/musst ?
Die Loop Opti Stream z.B. schießt gut auf Weite.

Generell erleichtern alle Schnüre mit einem Triangle Taper Profil die D- Casts.
Sie haben aber auch Nachteile.

Wie ich schon schrieb, switch ich die Schnur dann viel lieber raus, wenn es irgend geht, das hat enorme Vorteile.

Nun komme ich aber von Armin's Thema ab. :wink:
Gruß
Thomas Ellerbrock
fliegenfeger
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo in die Runde,

die lange Keule ist bei den D-Loop Würfen eher ein Nachteil, weil das Verhältnis von aktivem Teil (D-Loop) zu passivem Teil (Anker) nicht so optimal ist wie bei einer Kurzkeule.
Allein die Distanz von <18m durch ausrollen der Schnur funktioniert bei mir leider nicht: 13m Schnur vor der Spitze, ca. 2,7m Vorfach, ca. 2,7m Rute müssten in der Summe über 18m Distanz ergeben
Ich erreiche die Distanz nur wenn ich es schaffe Schnur nachschießen zu lassen. Und da kommt der Zug ins Spiel.
@Thomas
wenn ich richtig gerechnet habe, hast du bei deinem 20,8m Wurf ca. 3m Schnur nachgeschossen. Ob das auch ohne Zug funktioniert?

@Daniel
Kurzkeule wie Loop Opti Stream ist zum Rollen und Switchen super, aber ich brauche ja die eierlegende Wollmilchsau.

Das Thema ist nicht eindimensional, deshalb ruhig mal nach rechts, links,oben und unten gucken. :smt115

Viele Grüße
Armin
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Thomas E.
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Thomas E. »

fliegenfeger hat geschrieben: @Thomas
wenn ich richtig gerechnet habe, hast du bei deinem 20,8m Wurf ca. 3m Schnur nachgeschossen. Ob das auch ohne Zug funktioniert?
Moin,

bei mir jedenfalls an die 20m oder drüber ohne Zug etwas weniger weit.
3 m nachschiessen kommt wohl hin.

Eigentlich ein blöder Wurf auf diese Weiten, den niemand braucht. :badgrin:
Gruß
Thomas Ellerbrock
Dieter W.
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Dieter W. »

Hallo Armin,

ich lese hier ja ab und an noch mit, natürlich bevorzugt im Thema "Werfen", ohne mich zu äussern, da sich meiner Meinung und Erfahrung nach Wurfprobleme nicht über ein Forum lösen lassen.

Nun trainierst du den Rollwurf mit Hinblick auf die Masterprüfung bei der Effa. (Wäre vielleicht auch ganz nett und hilfreich, wenn du die Runde über deinen Status nicht rätseln lässt.) Ich gehe mal davon aus, dass du entsprechende Kurserfahrung als Instruktor gesammelt hast (du brauchst ja mindestens 100) und dort unterrichtest du dann regelmäßig den Rollwurf. Was ich damit sagen möchte, ist dass es dir doch schon lange klar sein sollte, welche Technik dich auf die Länge bringt. Die Frage ist nicht "Zug ja oder nein", sondern wie sauber führst du den Rollwurf aus. Wenn du den Ablauf richtig beherrschst, dann sind für die 18mtr. weder Zug noch Spezialleinen notwendig.

Ich gebe dir den aufrichtigen Rat, mache dir den Wurfablauf in allen Details, allen Zusammenhängen, Ursachen und Auswirkungen bewußt und lerne zu verstehen, dann wirst du die 18mtr. schaffen. Ich bin ganz bei Thomas E., 20mtr. sind unter normalen Bedingungen nicht wirklich ein Problem. Hier liegt doch der Sinn der langen Prüfungswürfe, nur wenn du sie im Detail verstehst, ausführen und beherrschen kannst wirst du zum Meister.

Ich bin gerne bereit dir diesen Wurf wadentief im Wasser stehend auch mit einer 5er Rute, ohne Spezialleine auf 18mtr. - 20mtr. vorzuführen (das Ganze ohne Zug). Vielleicht bist du ja mal in meiner Nähe, dann bring deine Rute und die Gummitiefel mit und wir probieren es aus.

Ich wünsche dir ein erfolgreiches Traininig.

Beste Grüße
Dieter
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Dieter,

schön von Dir zu hören. Das Forum lebt ja davon, dass Du nicht nur mitliest, sondern etwas von Deinem Wissen mitteilst.

Ich habe beim Themenanfang beschrieben, dass es um Rollwürfe auf Distanz geht; dabei ist mein Status unerheblich.
Natürlich habe ich mich mit dem Rollwurf intensiv befasst und alle Details analysiert, soweit mir das als Einzelkämpfer möglich ist. Letztlich hat mich ein Beitrag im SL Forum bewogen, dieses Thema hier zur Diskussion zu stellen.

Ich bin doch erstaunt, dass Du den 18-20m Rollwurf bei neutralen Bedingungen(ohne Rückenwind!) einfach so hinlegen willst. Thomas hat dafür Wochen trainiert und ist ohne Zug nicht auf diese Weiten gekommen. Weiterhin hat er auf Details wie gefettetes Vorfach, gefetteter Puschel geachtet und bei der Schnur nach dem Optimum gesucht.

Hast Du mal den Wurf mit Zugunterstützung versucht? Wenn ja, gab es einen Zugewinn an Weite oder hat das nichts gebracht?

Die richtige Technik ist natürlich Grundvoraussetzung, aber gerade für die Anforderungen in der Masterprüfung, muss man sich auch Gedanken um sein SetUp machen.

Viele Grüße
Armin
Dieter W.
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Dieter W. »

Hi Armin,
Ich habe beim Themenanfang beschrieben, dass es um Rollwürfe auf Distanz geht; dabei ist mein Status unerheblich.
Ich bin mir sicher, manch einer argumentiert detaillierter und vielleicht auch komplexer, wenn er weiß, auf welchem Level sich sein "Gesprächspartner" befindet, oder erklärst du einem Einsteiger die Würfe gleich wie einem weit Fortgeschrittenen?
Ich bin doch erstaunt, dass Du den 18-20m Rollwurf bei neutralen Bedingungen(ohne Rückenwind!) einfach so hinlegen willst. Thomas hat dafür Wochen trainiert und ist ohne Zug nicht auf diese Weiten gekommen. Weiterhin hat er auf Details wie gefettetes Vorfach, gefetteter Puschel geachtet und bei der Schnur nach dem Optimum gesucht.
Glaubst im Ernst, mir ist das Wissen und die Fähigkeit zugeflogen? Ich habe mich von der Basic-Prüfung 4 Jahre alleine (ohne Forumsunterstützung) mit der Materie befasst, und meine Erkenntnisse versucht in die Praxis umzusetzen. 12 Monate im Jahr Training, bei jedem Wetter. Noch heute, Jahre später gehe ich sehr häufig, auch im Winter, zum Werfen und versuche mein Niveau zu halten, wenn möglich noch zu verbessern, aber immer auch um zu verstehen! Genau deshalb hab ich dir in meinem ersten Posting den aufrichtigen Rat gegeben. Da steckt doch alles drin, bis hin zur Erkenntnis, dass ein Vorfach für sehr lange Rollwürfe hochaufschwimmen sollte. Trotzdem brauche ich für 18mtr. dieses Hilfsmittel schon lange nicht mehr, wie gesagt, ich zeigs dir gerne. Btw, unter neutralen Bedingungen meine ich nicht nur Rückwind, auch Frontwind macht es nicht gerade leichter..., aber selbst der Wind ist nur eine Komponente der Bedingungen.

Mit der Zugunterstützung habe ich natürlich auch immer wieder experimentiert und bin für mich zur Erkenntnis gekommen, dass sie mir beim Rollwurf auf sehr weite Distanz keinen Vorteil bringt. (auch hier mein Hinweis wieder... verstehe die Zusammenhänge und es wird dir selbst klar warum).

Es gibt auf YT ein schon älteres, kurzes Video (das ich nicht selbst eingestellt habe), da siehst du wie ich den langen Rollwurf werfe, statisch und ohne Zugunterstützung https://youtu.be/bGweLkraO7Y

Beste Grüße
Dieter
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Trockenfliege »

Nee, Armin, aus deinem Eingangspost ging nicht hervor, um was es sich genau handelt.
Du hast zwar "große Distanz" geschrieben, aber das ist relativ.
Für einen Anfänger sind 10m eine große Distanz.

Was sollte die Geheimisskrämerei??

Da hätte ich mir zB. das Geschreibe sparen können.

G.
Reinhard
Magellan

Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Magellan »

Hallo Männer

Einen konstruktiven Tipp was die Wurfdemo. Videos hier im besonderen betrifft - und ich mir immer wieder gerne anschaue!- Ladet sie doch bitte in Echtzeit hoch!

Die slow mo kann einem nicht die notwendige Dynamik, welchen Wurfes auch immer, vermitteln.

Gruss
Heiko
Dieter W.
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Dieter W. »

Hallo Heiko,

sorry, aber das Video habe ich damals nicht selbst eingestellt. Es war seinerseits auch für einen Instruktorenkollegen bestimmt, der sich auf die Masterprüfung vorbereitet hatte. Leider habe ich die Originaldatei schon lange gelöscht. Ihm war es damals sehr wichtig die Slomo zu sehen, da es beim Distanz-Rollwurf auf weit mehr als die Dynamik ankommt. Die essentiellen Punkte sind in der Zeitlupe eben einfacher exakt zu erkennen. Aber wenn du das wünschst, dann nehme ich bei Gelegenheit ein neues Video auf und lade es hoch (dann in normaler Geschwindigkeit und in Slomotion).

Beste Grüße
Dieter
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Dieter,

danke für das Video. Ich kann mit der Slomo leben.
Ich befasse mich ja auch schon ein paar Jahre mit der Werferei, deshalb kann ich schon einschätzen, was man für einen Aufwand betreiben muss, um so ein Niveau zu erreichen. Da ist nix mit zufliegen, sondern es sind dicke Bretter zu bohren.
Der Wind spielt bei der Sache aber eine große Rolle: mit Rückenwind erreiche ich die Distanz konstant, bei Windstille 50:50 und bei Gegenwind habe ich keine Chance.
Du verzichtest auf den Zug mit einem sehr kurzen Beschleunigungsweg, Thomas setzt ihn ein mit einem sehr langen Arbeitsweg; es scheinen mehrere Wege zum Ziel zu führen.

@Reinhard
Wo betreibe ich denn Geheimniskrämerei??? Aber unter Zauberern hat man halt seine kleinen Geheimnisse.

Viele Grüße
Armin
Trockenfliege
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Trockenfliege »

Dein Eingangspost klang für mich eher nach Anfängerfrage.

G.
Reinhard
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Reinhard,

wie Du schon angemerkt hast, Alles ist "relativ". :mrgreen:

Aber zurück zum Thema: Hattest Du auch mal Zeit die unterschiedlichen Varianten auszuprobieren? Wenn ja, wie sieht Dein Fazit aus? Neue Erkenntnisse?

Viele Grüße
Armin
TorstenHtr
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von TorstenHtr »

Hallo, gut Armin hatte angedeutet das es einen Gesprächsfaden auf SL gibt und eig. hier schon öfters geschrieben, dass er Instruktor ist ..

Meine Erfahrung aus Turnieren ist, das der Wind mindestens +-10% Differenz ausmacht - d.h. wenn man die 18m unter allen Bedingungen schaffen will,
müsste man mind. 20m ohne Wind werfen können, 22m mit Rückenwind. Paul und Bernd schrieben, dass sie gerade knapp über 18m kommen, hmm ..

Es gibt nur sehr wenige objektive Messungen (da Rollwurf in Turnieren nicht geworfen wird). Wir könnten das ja mal ausprobieren bei einem Werfertreffen in Hamburg - wollte dieses Jahr wieder hinfahren, der 1. Termin ist leider ausgefallen.
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Thomas E.
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von Thomas E. »

Hallo Torsten,

wir haben auf dem Werfertreffen schon sehr viel ausprobiert und mit dem Maßband gemessen.
Klar ist Wind kein mentales Problem, sondern spielt eine sehr große Rolle !

Wir werden uns für den Herbst wieder etwas vornehmen, auch der Rollwurf könnte erneut dabei sein.


Aus meiner langen Erfahrung weiß ich, das sich viele FF in der Weite maßlos überschätzen.

Wie ich kürzlich in einem Sozialen Netzwerk las :
Mit einer 12'6, #8/9 sind um die 40m ermüdungsfrei immer möglich !

Das noch im D- Cast mit Schwimmschnur.
Besonders lustig fand ich das "ermüdungsfrei" und "immer." =D>
Jeder ist eingeladen, der glaubt sowas zu können, es hier mal zu zeigen. :lol:
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Rollwurf mit oder ohne Zug

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Thomas,

"Ermüdungsfrei" und "immer" kann ich zwar nicht, komme trotzdem gerne vorbei. Hast Du schon einen Termin ins Auge gefasst?

Grüße
Armin
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