Rutenaktion für Rollwurf?

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Lars_L
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Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von Lars_L »

Hi,

ich habe jetzt einige Zeit mit verschiedenen Rutenaktionen den Rollwurf und Switchcast trainiert. Mich würde mal interessieren, weshalb es überall heißt, mit einer weicheren Aktion gelänge der Rollwurf besser. Im Vergleich gelingt mir nämlich der Rollwurf am besten mit einer schnellen Aktion...
Geworfen habe ich (immer mit der gleichen Schnur) die Guideline Fario Classic (mittlere Aktion), Loop Cross S1 (MF) und SX (F). Mit den Ruten von Loop bekomme ich persönlich größere Reichweiten und engere Schlaufen hin. Gibt es da evtl. irgendeine physikalische Begründung, warum eine weniger schnelle Aktion beim Rollwurf Vorteile bringen soll? Der Andreas B. scheint ebenfalls ganz gut mit einer schnellen Aktion zurecht zukommen: https://www.youtube.com/watch?v=ta3YgWxo6aM

Gruß
Lars
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Lars Linden
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Thomas E.
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von Thomas E. »

Lars_L hat geschrieben: Mich würde mal interessieren, weshalb es überall heißt, mit einer weicheren Aktion gelänge der Rollwurf besser.
Habe ich nie gesagt. :badgrin:

Schnelle Aktion heißt ja nicht "Besenstiel", der wäre schlecht.

Auf den HH- Wurftagen haben wir seinerzeit für den Rollwurf auf Distanz meine Orvis TL Tip Flex verwendet, die ging wunderbar.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Lars_L
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von Lars_L »

Thomas E. hat geschrieben:Habe ich nie gesagt. :badgrin:
Stimmt, Du hattest mal eine mittlere Aktion favorisiert:
Thomas E. hat geschrieben:... zur Rutenaktion für D- Casts :
Geschmeidige Ruten, mittlere Aktion eigenen sich dafür am besten.
Reine Spitzenaktion ist schlecht, recht weiche Ruten gehen, es reduziert sich aber die Wurfweite.
Ich versuche also zu verstehen, ob es sich um eine Geschmacksfrage handelt oder ob es eine nachvollziehbare Begründung gibt.

Gruß
Lars
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Lars Linden
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Thomas E.
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von Thomas E. »

Lars_L hat geschrieben: Stimmt, Du hattest mal eine mittlere Aktion favorisiert:
Thomas E. hat geschrieben:... zur Rutenaktion für D- Casts :
Geschmeidige Ruten, mittlere Aktion eigenen sich dafür am besten.
Reine Spitzenaktion ist schlecht, recht weiche Ruten gehen, es reduziert sich aber die Wurfweite.
Moin,

immer noch...wirft sich für mich am angenehmsten.
Meine Orvis TL Tip Flex biegt sich unter richtiger Belastung gut durch, schaue Dir mal mein Vid. an.
(Auch, wenn Orvis die seinerzeit so bezeichnet hat.)

Ruten mit schnellen Rückstellvermögen, die sich im Wurf bis unten biegen können (progressiv), werden die beste Weite bei weniger Aufwand bringen.

Eine Rute mit einer Biegekurve, wie z.B. die TCR 5 ist für D- Casts nicht gut.
Gruß
Thomas Ellerbrock
orkdaling
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von orkdaling »

Moin,
im eingetelltem Video geht es doch nicht um Rollwurf.
Hier erklært er den Rollwurf https://youtu.be/AG8bQFNmyAo
Ich bin da ganz bei Thomas E. was die Rutenaktion angeht.
Zwar wuerde ich nicht weich sagen sondern eher durchgehend, auf jedem Fall keine schnelle Spitze denn du willst keine hohen Geschwindigkeiten und keine engen Schlaufen erzeugen.
Auch Rollwuerfe oder Switch Cast mit Zugunterstuetzung erforden keine schnelle Rute.
Gruss Hendrik
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von holla999 »

hallo zusammen, ist es nicht wichtig das Unterschied zu machen mit die früheren Rollwurf, wo das Schur auf/in das Wasser rollt und die heutigen Wurfstill wo das Schnur in die Luft bleibt?
Grüsse aus Holland
Peter
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Lars_L
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von Lars_L »

orkdaling hat geschrieben:...im eingetelltem Video geht es doch nicht um Rollwurf.
Da habe ich mich etwas irreführend ausgedrückt. Mir geht es um den Rollwurf im weiteren Sinne also auch seine dynamische Variante (Switch-Cast).
...auf jedem Fall keine schnelle Spitze denn du willst keine hohen Geschwindigkeiten und keine engen Schlaufen erzeugen.
:?: OK, jetzt bin ich verwirrt. Wenn ich den Rollwurf und erst Recht den Switch-Cast mache, versuche ich eigentlich immer ein Schlaufenbild zu erzeugen, das dem des Überkopfwurfes am nächsten kommt. Wobei man enge Schlaufen ja auch bei langsamer Schnurgeschwindigkeit werfen kann.
Ganz nebenbei wäre meine Frage dann woher die notwendige Energie, wenn nicht aus der Kinetik, kommen soll, die nötig ist, die Adhäsion zu überwinden?

Gruß
Lars
Zuletzt geändert von Lars_L am 06.11.2020, 13:57, insgesamt 5-mal geändert.
Gruß
Lars Linden
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Lars_L
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von Lars_L »

holla999 hat geschrieben:hallo zusammen, ist es nicht wichtig das Unterschied zu machen mit die früheren Rollwurf, wo das Schur auf/in das Wasser rollt und die heutigen Wurfstill wo das Schnur in die Luft bleibt?
Ich meine, beim Rollwurf sollte sich die Schnur (soweit möglich) in der Luft ausrollen.
Gruß
Lars Linden
Magellan

Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von Magellan »

Lars_L hat geschrieben:Hi,

ich habe jetzt einige Zeit mit verschiedenen Rutenaktionen den Rollwurf und Switchcast trainiert. Mich würde mal interessieren, weshalb es überall heißt, mit einer weicheren Aktion gelänge der Rollwurf besser. Im Vergleich gelingt mir nämlich der Rollwurf am besten mit einer schnellen Aktion...
Hallo Lars

Mal das, nach deiner Meinung nach in der Öffentlichkeit breitgetretene Statement, beiseite gelassen: möglicherweise gelingt dir dieser Cast auf deine Art am besten weil er in deiner Komfortzone (nicht abfällig gemeint) liegt.
Lars_L hat geschrieben: Mit den Ruten von Loop bekomme ich persönlich größere Reichweiten und engere Schlaufen hin.
Ich meine verstanden zu haben wie ausschlaggebend eine bestimmte Rutenmarke für das Gelingen deines Rollwurfs ist. Du siehst, hier nimmt das Missverständnis seinen Anfang:

Den perfekten Rollwurf natürlich nur mit dem Hersteller XY...

Sich vom Markenhype zu befreien kann hilfreich sein, was zählt sind Rutenspecs.

Um nicht so sehr ins emotionale Offtopic in diesen schwierigen Zeiten abzuschweifen:
Also ich präsentiere, am Fischwasser, mit meine Gerten, alle mit parabolischer Aktion, ob schnelle Rute oder eher langsam, ganz hervorragend die Fliege mit Rollwurf.

Mit den verschiedensten Schnüren mit der zum jeweiligen Schnurtyp geschuldeter Technik. Und wenn es nicht mit dieser Rute klappt, evtl läuft es mit der anderen Schnur „besser“ oder doch lieber Rutenwechsel?


Gruß
Heiko
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von orkdaling »

Moin nochmal,
Lars, der eigentliche Rollwurf gehørt zu den Grundwuerfen und das ist das was Bøhringer im Video zeigt.(was ich beifuegte)
Ohne viel Platz, D-Loop bilden, Rute nach vorn beschleunigen, dabei aufpassen das du die Spitze nicht zur Oberflæche drueckst denn die Schnur wuerde folgen und du erreichst keine Weite.
Nun kønnten wir diskutieren in wie weit die Rutenspitze nach vorn zeigt, welchen Abwurfwinkel, ist aber jetzt nicht notwendig weil wir nicht auf verschiedene D-Loopgrøssen, Rutenlængen, Schnureigenschaften ...eingehen.
Das was oft auch als Rollwurf bezeichnet wird, aber im Unterschied kein langer Anker vor dir auf dem Wasser liegt, das ist der Switch Cast.
Rollwuerfe und Switch Cast machst du auch mit Switch und DH Ruten - gleiches Prinzip wie bei EH.
Egal welche Rute, egal ob der Grund/Rollwurf oder der Switch Cast (in allen seinen Formen), dazu brauchst du keine Rute mit ausgesprochener Spitzenaktion.
Fuehrt jetzt zu weit, Ruten mit solcher Spitzenaktion (auch steif oder fast bezeichnet) sind besser geeignet fuer eine hohe Schnurgeschwindigheit - Beispiel Kopf oder kurze Keule schiessen lassen.
Im Video zeigt es ja nur das Grundprinzip, einhændig, du kannst aber auch die zweite Hand einsetzen fuer Zugunterstuetzung.
Bei længeren Ruten ist eine durchgehende Aktion sogar sehr vorteilhaft , die Rute læd von unten nach oben auf.
Eine mit Spitzenaktion ist nicht geeignet ein solch grosses D zu beschleunigen. Ganz im Gegensatz zu Skagitwuerfen.
Auch fuer die EH gibt es heute Køpfe oder Vollschnuere mit integriertem kurzem gewichtigen Skagit Belly - da wære eine Rute mit Spitzenaktion gut.
Bei den længeren WF Schnueren, auch mit speziellen Bellys wo das Hauptgewicht unter der Rutenspitze liegt und vorne ein langes Front Taper zum ausrollen ist, hast du aber einen langen Arbeitweg, die gesamte Rute mit ihrer durchgehenden Aktion arbeitet/beschleunigt.
Wie schon kurz erwæhnt, je nach Schnurlænge, Profil, D-Loop Grøsse, ist eine parabolische bis semi-parabolische Rute dann besser geeignet.
An der Marke liegts niemals, Rute/Aktion und Schnur/Profil muessen zum Wurfstil/Typ passen.
Hier noch was von Bøhringer https://www.fliegenwerfen.de/html/wasserwurfe.html
Gruss Hendrik
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Lars_L
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von Lars_L »

Hi Heiko,
Magellan hat geschrieben:Ich meine verstanden zu haben wie ausschlaggebend eine bestimmte Rutenmarke für das Gelingen deines Rollwurfs ist. Du siehst, hier nimmt das Missverständnis seinen Anfang [...] Den perfekten Rollwurf natürlich nur mit dem Hersteller XY...
da hast Du mich tatsächlich mißverstanden. Es ging mir nicht um die Marken, ich habe lediglich die Ruten aufgezählt, die mir für meinen Vergleich zur Verfügung standen. Ich bekomme auch mit meinen anderen Ruten (auch mit verschiedenen Schnüren) durchaus brauchbare Rollwürfe hin. Ich versuche in erster Linie zu verstehen, ob es objektiv erklärbare Vorteile oder Nachteile verschiedener Aktionen für den Rollwurf gibt und warum evtl. ein Unterschied zum Überkopfwurf besteht.
Gruß
Lars Linden
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von Lars_L »

Hi Hendrik,
orkdaling hat geschrieben:..., der eigentliche Rollwurf gehørt zu den Grundwuerfen
das ist mir durchaus bewußt. Ich versuche ja nicht ein Anfängerproblem zu lösen, denn ich trainiere seit fast vier Jahren ca. 5h / Woche nur das Werfen. Ich versuche die Theorie dahinter genauer zu verstehen bzw. warum häufig weichere Aktionen für die Wasserwürfe bevorzugt werden :wink:

Gruß
Lars
Gruß
Lars Linden
orkdaling
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von orkdaling »

Na dann nochmal kurz denn da Thema gabs schon oft,
Wasser- und luftgeborene Wuerfe.
Bei Wasserwuerfen/Unterhand wird die Rute von unten nach oben zur Spitze hin geladen.
Heisst, die Rute muss auch unten arbeiten, was bei vielen steifen Støcken nicht der Fall ist.
Bei der typischen EH Wedelei (Ueberkopf) und der DH Spey-Technik wird von der Spitze her geladen.
Gruss Hendrik
ulven
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von ulven »

Hallo Lars,
Geht es dir primär um Weite oder Genuss? Außerdem wirft man wohl grundsätzlich eher besser mit der Aktion die man auch am häufigsten benutzt. Ich bevorzuge speziell bei 2 Hand schnelle parabolische Ruten.
Gruß Max
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Re: Rutenaktion für Rollwurf?

Beitrag von orkdaling »

Max - schau mal in die Post
Gruss Hendrik
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