Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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orkdaling
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von orkdaling »

Moin nochmal.
wie man hier liest bzw schon angesprochen wurde, die Durchchnittsweite als solches ist gibt es eigentlich nicht, die muss immer zu den Bedingungen vor Ort, zur Fischart , zum Wurfstil gesehen werden.
Klar gibt es Situationen wo Brutfisch im Freiwasser unterwegs ist und man møglichst weit werfen sollte, ist aber nicht die Regel.
Meist fischen wir ja die Plætze ab wo nach Futter gesucht und wo es angespuelt wird, wo die Fische entlang wandern oder zeitweise ihren Standort haben.
Das ist bei der Bachforelle nicht anders als bei ihren Schwestern den Mefos. Nicht viel anders ist es bei Æschen oder Lachsen oder Døbeln...
Dann kommt halt noch dazu ob wir an der Oberflæche , im Mittelwasser oder gar grundnah fischen . Das erfordert nicht nur andere Wurfstile sondern auch andere Schnuere, Sinkraten - also muesste man jeweils von einer anderen Durchschnittsweite ausgehen.

Weil hier auch die #5 angesprochen wurde, bei den EM und WM wird mit einer SA Expert Distance geworfen, die hat bei 30ft 9,1g , die gesamt Keule ist aber 20,9m und wiegt 22g. Ich fische das Teil in #6, da sind es 10,4g bei 30ft (also voll in der AFFTMA Klasse) aber die Keule ist 21,5m und hat dann 23g.
Und damit ich diese Leine schøn wedeln kann benutze ich die #6 Schnur auf mittelschnellen #7 Ruten.
Da hængt dann aber auch mal eine Ameise oder eine Tangfliege dran.
Ganz im Gegenteil zu den Situationen wo ich direkt vorm Bacheinlauf, vorm Molenkopf oder an der Riffkante schnell runter muss. Vielleicht noch windig und grosser beschwerter Fliege. Da sind es auch mal WF leinen mit intergriertem Sinkteil und die haben ein kurzes 8,5 bis 9,8m Profil.
Was AFFTA dazu sagt ist mir sowas von Wurst egal, das bezog sich zum Vergleich ! auf eben diese 30ft , mehr nicht !

Man kann auch nicht generell sagen- Bach , kein Platz , also kurze Keule , geringere Weiten ...
Manchmal hat man auch Bedingungen an einem Fluss wo genuegend Platz ist, aber um eine Tiefe Rinne, einen Einstand unter ueberhæhgenden Bæumen anzuwerfen brauche ich keine ueberdurchschnittliche Weite, keine langkeulige Schnur, vielleicht auch keinen Ueberkopfwurf...
Unter anderen Bedingungen (selber Fluss) brauche ich aber weder die EH, weder die Switch, weder den 10m Kopf mit Sinkrate, nee da kann es auch mal eine Vollschnur sein. Diese kann eine 16m oder auch 18m gar 22m Keule haben.
Bei 16m mit 15ft Vorfach und 15ft Rute sind das ja schon mal 25m ohne das etwas Running folgt.

Also unterm Strich, meine Fischlein finde ich beissen zwischen 10 und 20m, egal ob Bach oder Meer.
Manchmal muessen es 25m oder gar 30m sein, je nach Situation - das ist aber keine Durchschnittsweite!
Gruss Hendrik

Birkemose/Falster - auch hier jagen Mefos Sandaale bis vor die Fuesse und machmal sind sie gaaaanz weit draussen.
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Harald aus LEV
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von Harald aus LEV »

[quote="orkdaling"]
Also unterm Strich, meine Fischlein finde ich beissen zwischen 10 und 20m, egal ob Bach oder Meer.
Manchmal muessen es 25m oder gar 30m sein, je nach Situation - das ist aber keine Durchschnittsweite!
Gruss Hendrik

Hallo Hendrick,

so siehts aus.
Selbst im Meer kommt es manchmal vor, dass die Fische nicht weit vom Ufer zu finden sind.
Ich hatte einmal an der Ostsee die Situation, dass an der Stelle, an der ich vom Ufer aus fischte, Bellyboote weiter draußen waren. Sie hatten keinen Biss, während nicht weit vor meinen Füßen die Mefos am Ufer entlang patrouillierten.
Man kann zur AFTMA/AFFTA stehen, wie man will. Ich finde sie für die "übliche" Fischerei mit Vollschnüren durchaus noch sinnvoll. Gerade für Einsteiger. Wenn jemand an solch schwierigen Gewässern fischt und sich seine Setups aus unterschiedliche SK mit zig verschiedenen Spitzen zusammenstellen muss, ist es klar, dass die herkömmliche AFTNA/AFFTA-Werte nicht ausreichen.
Und wenn Hersteller Ruten niedriger einstufen, als sie laut A/A-Tabelle sind, nur um zu zeigen, dass die 5er-Rute so viel Power hat, dass sie auch noch eine 7er Schnur wirft, oder die Schnüre schwerer machen, als die Tabelle angibt, kann die Tabelle nichts dafür.

Gruß
Harald
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orkdaling
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von orkdaling »

Moin Harald,
Vision Vibe 85 hat 15g und 8,5m Kopf , Vibe 100 hat ebenfalls 15g aber 10m Kopf und das sind Vollschnuere der Klasse #6.
Die XO 100 hat auch 15g und 10m Kopf aber die XO hat 18,5g und einen 16m Kopf, auch beides Vollschnuere der Klasse #6.
https://visionflyfishing.com/product/xo ... xcellence/
Eine Cortland WF #7 Short Belly hat 450gr (29g) und die Long Belly gleicher Klasse hat 550gr (35,5g)
Ok, das ist was fuer die DH Fischerei aber ebenfalls eine Vollschnur, https://www.cortlandline.com/collection ... gbellyspey
Und darum verlasse ich mich lieber auf die Gewichtsangaben der Keule denn die habe ich sowohl bei der EH wie auch bei der DH vor der Spitze, in voller Længe mit vollem Gewicht.
Ich muss aber zugeben, solange man durchschittliche Længen vergleicht, also das was mit Einfuehrung mit AFFTMA erreicht werden sollte , sind die Tabellen fuer Schnuere und Ruten schon eine gute Orientierung.
Wenn man aber in anderen Stilen wirft, Keulen die viel kuerzer oder længer als die 30ft sind, dann hilft das nicht weiter, dann hilft es eher was viele Hersteller heutzutage machen, Wurfgewichtsangabe.

Und da wæren wir wieder bei der durchschnittlichen Wurfweite,. Eine Strippe mit kurzer Keule und Gewicht vorne ist nicht in erster Linie fuer Weitwuerfe sondern fuer den Transport entprechender Fliegen (Grøsse/Gewicht) gedacht. Die Strippen mit den langen Bellys, langen Front Tapern dagegen ehrer was fuer Weite, præzises ablegen der Fliege.

Schon daher kann man die Wurfweiten schlecht vergleichen, anderes Einsatzgebiet, anderer Wurfstil, andere Schnurprofile....
Nicht weit genug werfen zu kønnen ist schlecht, nicht præsentieren zu kønnen, blind Flæche absuchen ist aber viel schlechter.
Leider denken viele FF das man nur ein guter Fischer ist wenn man weit werfen kann.
Wenn ich so zurueck schaue, die weinigsten Mefo, Bafo, Lachse sind auf grosse Entfernungen an den Haken gegangen.
Auch wenn ich die unterschiedlichen Regionen vergleiche, Skåne (S) , Bornholm (DK) oder hier am Fjord/ Fluss, die Fischlein sind da wo das Futter ist bzw wo sie ihre Standplætze /Wanderwege haben und dafuer sind i,d.R. keine ueberdurchschnittlichen Weiten erforderlich.

Gruss Hendrik
TorstenHtr
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von TorstenHtr »

Hallo Armin,
@Thomas,Torsten
Kennt ihr Werfer, die unter neutralen Bedingungen (Halle) mit der #5 SA ED die 40m Marke geknackt haben?
Ich kenne kein offizielles Ergebnis über 40m, das höchste was ich gesehen habe in den Listen war ca. 38m (ein Indoor-Cup in Norwegen). Gerüchteweise hat Rick Hartman das schon in der Halle geschafft während des Trainings.

@Henrik
Fliegenruten sind keine Spinnruten, oft wirft man ein variables Gewicht, nicht immer insb. bei DT's oder long belly WF's ist der Schnurbauch außerhalb der Ringe. Für eine DT kannst du kein sinnvolles Keulengewicht angeben. Zu dem Beispiel #5 ED oder auch eine #5 DT - beide wiegen auf 20m ~20g - lassen sich mit einer durchschnittlichen mittelschnellen "5er" Rute gut werfen. Eine Kurzkopfschnur mit 20g auf 9m wäre eher grauslig mit der gleichen Rute, deswegen ist die Gewichtsverteilung eben relevant. Weiterhin gibt mir die AFFTA Nummer eine grundsätzliche Indikation welche Fliegen sinnvoll geworfen werden können und wie sanft die Schnur aufwässern würde. Deswegen ist für Vollschnüre meines Erachtens diese Klassifikation absolut sinnvoll. Natürlich sind zusätzliche Informationen wie das Schnurprofil, Gewicht der Gesamtkeule auch sehr hilfreich.
Das Problem ist halt, das die Schnurhersteller mittlerweile *bewusst* täuschen, es gibt z.B. keine untergewichtigen Schnüre - aber viele mit AFFTA +1/+2 etc. Auch sehe ich einen Trend zu kurzkeuligen "Plumsschnüren".
Die Strippen mit den langen Bellys, langen Front Tapern dagegen ehrer was fuer Weite, præzises ablegen der Fliege.
Ich verwende solche Schnüre wie DT oder auch Long Belly WF's auch für kurze Würfe.

Torsten.
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Thomas E.
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von Thomas E. »

fliegenfeger hat geschrieben:Hallo,

@Thomas,
Thomas E. hat geschrieben:Als Motivationsschub für alle ambitionierten Sportler
Wenn ich mir das Video ansehe, habe ich trotz des Werfers (aktueller Weltmeister), Zweifel an der Wurfweite. Oder waren die Bedingungen (Rückenwind) so ideal, dass er relativ locker die 45m erreichen konnte?
Den Vorwurf kann man nicht sehen und er muss eine irre Schnurgeschwindigkeit haben, um in so kurzer Zeit auf 45m zu kommen. Der Verlauf der Fliegenschnur ist nicht gerade! und von dem gestreckten Vorfach, wie mit dem Lineal gezogen kann man nur träumen.
Du wei?t, Rückenwind ist bei extremen Weiten alles und der war zügig, das hört man auch.
Die Weite wird sicher stimmen.
Er benutzte ja eine 10er Rute.

Wir hatten die HH Wurftage einmal an einem See verlegt, an dem Tag war auch konstanter strammer Wind.
An der Wurfbahn warfen einige gute Leute mit Kl. 6 Langkeule oft über 36m.
Ein Wurf von 38,70 war führend, dann gelang noch ein Glückswurf von 39,40m, unvergesslich.
Bei solchen Bedingungen ist dann die Streckung im Rückwurf das gr. Problem.

@Torsten :daumen
Rick Hartman war doch der Erste im 170° Stil !?
Gruß
Thomas Ellerbrock
orkdaling
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von orkdaling »

Moin,
Torsten, nur mal kurz zu AFFTA damit wir nicht von den Wurfweiten abkommen.
Die fruehere AFTMA Klassifizierung, die heute AFFTA heisst, bezog sich seinerzeit auf 30ft um das Wirrwar der Schnuere zu vergleichen.
Nur damals gab es keine solchen Profile wie heute , keine Schnuere bei denen das Gewicht nach vorn oder hinten verlagert wurde.
Wenn du dir aktuelle AFFTA Tabellen ansiehst findest du fuer die unterschiedlichen Længen auch unterschiedliche Messpunkte.
Hier mal was von einen wohl bekanntem FF aus dem deutschsprachigen Raum https://www.first-cast.de/Textdateien/a ... schen.html
Oder halt mal bei affta.org nachlesen.

Eine DT hat auch ein Gewicht auf 9,15m und ist damit zu vergleichen, ob es eher was fuer eine 5er oder 6er Rute ist.
Schwierig wirds halt bei Leinen die weit darueber hinaus gehen, wenn wie im Beispiel der fuer Wettkæmfe zugelassenen Expert Distance das Gewicht auf einer 21m Keule verteilt ist die ich in der luft halten muss.
Schwierig wird es auch wenn man (DH)Vollschnuere mit Keulen von 16-22m benutzt, die zB nur 1/3 bis 1/2 ihres Gewichtes im Front Taper haben und der Rest (oder sagen wir das Hauptwurfgewicht) konzentriet sich auf das kuerzere Belly.
Ich kann also kein AFFTA Systhem nutzen wenn schon das Front Taper 8-10m hat. Ich kann es auch nur eingeschrænkt gebrauchen wenn ich Keulen unter dem 30Ft Messpunkt habe. Dann halt Keulengewicht passend zum Wurfgewicht der Rute.
Genau darum finde ich auf vielen Ruten auch keine AFFTA Klassifizierung mehr sonder nur eine Wurfgewichtsangabe in Grain oder halt Gramm oder halt als xy-line. Es gibt ja auch EH wo zwei Klassen drauf stehen oder DH mit zb #7/8/9 , andere scheiben 8-line 600+/-50gr drauf.
Der Rute ist Wurst was da drauf steht, ich muss aber wissen was hat das Teil fuer ein Wurfgewicht um Rueckschluesse fuer die jeweiligen Keulenlængen und Wurfstile ziehen zu kønnen.

Um mal ein Beispiel zu nennen, ich kann eine #6 Rute mit einer Vision Vibe 65 werfen ( 6,5m Keule/12g) aber auch mit der erwæhnten Expert Distanze die in #6 21,5m / 23g hat (Scientific gibt sie zusætzlich mit 10,4g bei 30ft an)
Zwischen 12 und 23g liegt aber eine Menge Holz oder sagen wir besser in der Luft zu bewegender Masse - mit nur einer Rute !
(ok, man muss sagen das sich durch die Aktionen der Ruten die eine oder andere besser eignet obwohl gleiche AFFTA Klasse drauf steht)

Logischer Weise wird man die Kurzkeulige nicht fuer Weite einsetzen, fuer eine grøssere vielleicht auch gewichtige Fliege und/oder windigen Verhæltnissen. Das duerfte unter 20m Durchschnitt sein.
Die Langkeule hat ja schon ueber 20m und eignet sich zudem fuer noch weitere Wuerfe, jedoch nicht gegen den Wind, nicht fuer beschwerte Fliegen.

Hier mal die zugelassenen Schnuere (die Regeln sagen mind 13,5m und max 38g, Rute wahlfrei bis max 3m)
Airflo C-7PH-T38-FO (gul/oransje) Scientific Anglers T-38 (gul/oransje)
Die aktuellen Rekorde - Fliege Einhand - Norges Castingforbund
Flue lengde enhånds Harald Økern Jensen 54,98 m
Flue lengde enhånds Bjørn Roger Larsen 58,08m
(2 Werte weil mal mit und ohne Wind gemessen)

Unterm Strich, wenn ich Weitwerfer werden will gehe ich zum Castingverbund, da ich Fischlein fangen will suche ich mit das passende Profil mit der passenden Sinkrate aus, sehe zu das das Schnurgewicht zur Rute und Wurfstil passt und werfe die Fliege da hin wo sich die Fischlein tummeln.
Sonst schaue ich nur zur Groborientierung auf die Rute, da steht bei meiner EH Scott nur 6-line oder Switch 8-line, bei den GL`s jeweils ein Grammfenster. Und wie ich am Beispiel der DH #7 schon erwæhnte, 28-30g mit Scandi Køpfen, 34-38g mit den Vollschnueren (Kopfgewicht) die immer vor der Spitze baumeln. Aber auch da ist es wie bei den EH Leinen, den Scandi kann ich grøssere Fliegen anbieten (20-25m) aber mit den Langleinen, wo schon Kopf und Vorfach 25m ausmachen, geht es einganzes Stueck weiter.
Das Problem ist halt (bei EH,Switch,DH) , wann brauche ich welche durchschnittliche Weite, welches Profil eignet sich fuer den Transport der entsprechenden Fliege. Und dann auch noch Wasserstand, Truebung, Wassertemperatur... beachten.
Also ueber 1g Schnurgewicht (ob`s noch in der AFFTA Tabelle liegt) oder 1m Wurfweite mache ich mir am wenigsten Sorgen.
Gruss Hendrik
Zuletzt geändert von orkdaling am 21.04.2021, 09:03, insgesamt 1-mal geändert.
fliegenfeger
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Thomas,
Thomas E. hat geschrieben:Die Weite wird sicher stimmen.
Ich habe mir das Video nochmals angeschaut. Er zieht zu Anfang 21x Schnur auf den Boden. Gehen wir von max. 75cm Schnur pro Zug aus ergibt 15,75m. Dann müsste er bei seinem Rückwurf fast 30m Schnur incl. Vorfach so locker in die Luft bekommen. Das wird auch mit einer #10er Rute nicht funktionieren, insbesondere wenn du noch starken Rückenwind hast. Trotz des "großen" Namens habe ich bei dem Video meine Zweifel. Oder habe ich etwas falsch gesehen?

Gruß

Armin
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von Thomas E. »

Moin Armin :D,

Tobias Hinzmann hat den Wurf analysiert :
https://vimeo.com/535264005
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von Harald aus LEV »

Hallo Hendrik,
ohne jetzt weiter auf das Thema " AFTMA/AFFTA gut oder überholt" einzugehen.
Die Ausgangsfrage ist die nach der durchschnittlichen Wurfweite.
Darauf gibt es m.M.n. nur eine Antwort:
Das ist die Weite, die der jeweilige Fischer unter den aktuellen äußeren Verhältnissen, sauber und bis ins Vorfach gestreckt ablegen kann.

Gruß
Harald
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hshl
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von hshl »

Hallo Armin,
Ich habe Bernt gerade kontaktiert und ihn gefragt, wieviel Schnur er in der Luft gehalten hat. Er meinte mit Sicherheit 24m (die lagen beim Pick Up auf dem Rasen). Das würde bedeuten, dass er rund 20m Schnur einschießt. Für mich auch ungewöhnlich, aber Bernt hat es ganz bestimmt nicht nötig irgendwie zu tricksen.
TL, Tobias

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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Thomas,Tobias

Vorab will ich klarstellen, dass ich niemandem etwas unterstellen will und ich habe vor den Leistungen der Distanzwerfer höchsten Respekt, im Gegensatz zu mach anderem.
Trotzdem bleiben für mich in dem Video einige Ungereimtheiten, was ich in meiner Analyse schon aufgezählt habe. Auch "nur" 24m in der Luft halten ist sportlich, ich weiß wovon ich spreche.
Tobias du hast ja eine Analyse vom Wurf gemacht und meine Anmerkungen dazu gelesen. Wo liegt der Fehler, denn für 45,1m fehlen hier und da einige Meter!?
Vielleicht wollte Bernt ein Spaßvideo machen oder die Aufnahme ist vom 1. April?
Hier gab es schon ü40m Wurfvideos, die sich im Nachhinein als Fake erwiesen haben.

Gruß

Armin
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Freunde!


Immer wieder lustig, da fragt jemand ganz friedlich nach der durchschnittlichen Wurfweite, und der Thread landet bei einer Diskussion ob jemand 24 m in der Luft halten kann???

Erstaunt mich immer wieder
RC
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von TorstenHtr »

Die Frage ist vielleicht auch ungünstig formuliert, für einen FF ist die durchschnittliche Wurfweite variabel und tagesabhängig, je nachdem wo die Fische stehen.

Ich denke es ging dem Fragesteller eher darum, was man typischerweise im (überkopf-)Weitwurf mit einer bestimmten Gerätekombination erreichen kann. Natürlich kann man als Bedingung formulieren, dass das Vorfach gestreckt liegen sollte (die EFFA z.B. hat etwas geschrieben von Fliege mind. 1m vor der Fliegenschnurspitze für ihre Prüfungen). Als Selbsteinschätzung für den Überkopfwurf (inkl. Doppelzug) würde ich mit einer AFTTA konformen 5er (z.B. eine DT oder eine einfache WF) mind. 20m ansetzen unter guten Bedingungen (also leichter Rückenwind), 25m sind anzustreben, >30m schafft nur die Elite. Wenn man keine 20m erreicht oder nur mit erheblicher Mühe, ist ein Wurflehrer empfehlenswert. Das kann man leicht mit einem Maßband messen.

Paul Arden hat auch ein kleines Papier als Herausforderung zusammengestellt, siehe hier:
http://www.sexyloops.com/flycast/challe ... _LEVEL.pdf

Wenn man das alles schafft, ist es mit Sicherheit auch beim praktischen Fischen von Vorteil.
Harald aus LEV hat geschrieben:Hallo Hendrik,
ohne jetzt weiter auf das Thema " AFTMA/AFFTA gut oder überholt" einzugehen.
Die Ausgangsfrage ist die nach der durchschnittlichen Wurfweite.
Darauf gibt es m.M.n. nur eine Antwort:
Das ist die Weite, die der jeweilige Fischer unter den aktuellen äußeren Verhältnissen, sauber und bis ins Vorfach gestreckt ablegen kann.
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von orkdaling »

Moin nochmal,
Zitat: Ich denke es ging dem Fragesteller eher darum, was man typischerweise im (überkopf-)Weitwurf mit einer bestimmten Gerätekombination erreichen kann...
Genau daran liegt es - erreichen kann - hat nichts mit der durchschnittlichen Wurfweite zu tun!
Eine durchschnittliche Wurfweite, und begrenzen wir uns auf Ueberkopf, hat auch nichts mit AFTMA konform zu tun.
Eine durchschnittliche Wurfweite muss ich aber auch bei Ueberkopf im Zusammenhang mit dem Profil, der zu werfenden Fliegengrøsse/gewicht sehen
und natuerlich vom Zweck der Uebung (wann ich wo und womit auf was fische).
Dann muesste man die Frage gezielt nach Ueberkopf, Trockenfliege, Streamer, Ostsee, Bach, Jahreszeit, Fischvorkommen ...stellen, da wird man auch immer auf andere Antworten kommen.
Ich kenne im meinem Umfeld niemanden der nicht in der Lage ist 20 bis 25m zu werfen, ich kenne aber auch niemanden der bei der Fischerei (egal ob Bach, Fluss oder See ) darauf aus ist permanent darueber hinaus zu werfen weil das keine durchschnittliche Wurfweite ist.
Gruss Hendrik
derstreeck
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Re: Was ist eigentlich eine durchschnittliche Wurfweite?

Beitrag von derstreeck »

Hallo.

Ich freue mich, dass richtig Leben in meinen Thread gekommen ist.

Die Frage nach der durchschnittlichen Wurfweite hat sich eigentlich erledigt. Ich war jetzt wieder am Wasser und die Würfe gehen leicht. Versetzt euch mal in einen totalen Anfänger. Ich merke jetzt wie sich die Schnur nach hinten streckt. Das hatte ich mit der Schnur im Sett und auch mit der Rute die ich vor 20 Jahren mal gekauft habe nicht. Es geht jetzt so leicht und die Schnur landet gestreckt auf dem Wasser.

Also ich fische in einem Natursee, der mit Forellen besetzt wird. Ich habe mein Leben am Wasser verbracht aber frag mal meine Kinder, wie oft ich nicht da sein darf. Also ich werfe da ne halbe Stunde nach der Arbeit meine Angstfliege (wie die Schweden es nennen), nen wolly bugger. Belly boat sind 2 - 3 Tage im Jahr, also darauf muss ich mich nicht wirklich konzentrieren. Ich bin ja auch noch Spinnfischer und bin zwar ganz zufrieden mit meinen grössten Fischen aber ich habe das im Kopf, es gibt da immer was zu verbessern.

Das ist auch ein Punkt, der mir jetzt an diesem Forellensee gefällt. Es geht nicht um den Rekord. Es geht um das Werfen und die Zeit am Wasser und wenn dann mal eine Forelle beisst. Ne kleine Forelle an der 5er Rute zum Kescher zu führen dauert viel länger als nen 90er Zander zu drillen.

Das mit der Wurfweite wurde ja von euch beantwortet. Es geht, die gesammte Schnur, bis zum Backing aufs Wasser abzulegen. Aber ich will ja nicht schon wieder die nächste Angelmethode perfektionieren, sondern einfach die paar Minuten, die meine Kinder ohne mich klar kommen, am Wasser geniessen.

Nachtrag. Ich kann den Doppelzug nicht. Auf dem Niveau bin ich. Das werde ich mal üben.
Antworten