Bye, bye Blei beim Angeln?

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orkdaling
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von orkdaling »

Na dann doch noch mal,
Markus - es geht doch nicht darum wissenschaftlich belgbare Gruende zu finden, die liegen doch schon lange vor!
Es geht nicht darum nachzuweisen wie giftig ein Spaltblei ist , wie lange das Zeug braucht um ins Grundwasser zu kommen ...usw.
Es geht einzig darum das Olaf informiert hat ueber das kommende Bleiverbot, die Meinung seines Verbandes dazu.
Was wollen wir jetzt diskutieren - ob die EU Kommission dich uebers Ohr gehauen hat als sie die Studie beauftragte?
Wollen wir diskutieren ob die Natura Gebiete innerhalb der EU auf demokratische Weise festgelegt wurden?
Man beachte aber den letzten Abschnitt in der Begruendung zum Vertragsverletzungsverfahren!
Das halte ich schon fuer bedenklich wenn da einige Bundeslænder die Øffentlickeit draussen gelassen haben. (was in anderen EU Staaten halt erfolgte)
Da wuerde ich was vom Verband erwarten, wie und warum konnte das geschehen?
Aber selbst wenn wir da Antworten bekommen sollten, nun entscheidet die EU wie es weiter geht, wie die Uebergangsfristen aussehen, ab wann das Verbot gilt.
Gruss Hendrik
MarkusZ
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von MarkusZ »

Hallo,
DerRhöner hat geschrieben:Du erwartest für jede poltische Entscheidung wissenschaftliche Begründungen?
Ich bin schon der Meinung, dass Eingriffe in die Rechte von Bürgern ordentlich begründet werden müssten.

Wenn das mit wissenschaftlichen Methoden geschieht, umso besser.

Wenn die Frage nach einer Begründung bereits als Ketzerei gilt, finde ich das nicht sehr demokratisch.
Hätte es bei der Inqiuisitiion für Ketzer und Hexen nur Todesurteile anhand wissenschaftlicher Nachweise gegeben, wären wahrscheinlich deutlich weniger Menschen ums Leben gekommen.
DerRhöner hat geschrieben:weil sie gemerkt haben, dass dann weniger Frauen nach der Geburt sterben
Herrn Semmelweiß ist m.W. aufgefallen, dass weniger Frauen bei den Hebammen an Kindbettfieber starben, als bei den Ärzten.Und dass auch sein Sterberate nachließ, als er auf Hygiene setzte. Versuche mit randomsierten Kontrollgruppen könnte man schon als Wissenschaft bezeichnen.

Wenn demnächst Angelschnüre verboten würden, weil sich dort Vögel und andere Tiere drin verheddrn könnten, würde ich auch nach statistischen Nachweisen fragen.

Wenn das jemand als ketzersich betrachtet, ist mir das egal.
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DerRhöner
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von DerRhöner »

Hallo Markus
MarkusZ hat geschrieben:Wenn demnächst Angelschnüre verboten würden, weil sich dort Vögel und andere Tiere drin verheddern könnten, würde ich auch nach statistischen Nachweisen fragen.
Hm, dafür bräuchte ich keine Staistik, denn dass dies passieren kann ist für mich offensichtlich. Deshalb sagt mir der gesunde Menschenverstand, dass man sie nicht rumliegen lässt sondern anständig entsorgt. Etwas anderes ist die Frage der Verhältnismässigkeit: Steht ein vollständiges Verbot von Angelschnüren mit allen Konsequenzen (Einstellung der kommerziellen wie privaten Angelfischerei) in einem einem gesunden Verhältnis zu dem potentiellen Risiko, dass Leute ihren Dreck in die Landschaft werfen und sich dann wiederum potentiell Vögel verheddern? Wenn Du hier eine Untersuchen erwartest: Meinetwegen, ich finde der Menschenverstand beantwortet mir das, aber bitte. Zumal die Vermeidung des Problems mit milderen Mitteln (Pflicht und ggf. Kontrolle sachgerechter Entsorgung) möglich ist. Die Verhältnismässigkeit eines Bleiverbots vor dem Hintergrund der Alternativen und den für mich nicht oder nur marginal ersichtlichen Nachteilen halte ich für so offensichtlich, dass ich dazu keine Nachweise brauche und eine Pochen darauf für das unverhältnismässige Bestehen auf Prinzipien halte.

Aber gut, was mich angeht können wir uns darauf darauf einigen, uns nicht einig zu sein. Ich geh' jetzt noch ein paar Tungsten-Nymphen binden ;-)

Gruss

Christian
"Die Rhön ist schön, nur ohne Rhöner wär' sie schöner!" - Letzte Worte eines Hessen in der Bayerischen Rhön
MarkusZ
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von MarkusZ »

Hallo,
DerRhöner hat geschrieben:sondern anständig entsorgt
Heißt das , dass Du nach jedem Abriss ins Gewässer tauchst um die Monatgen zu bergen und ggf. zu entsorgen?

Falls nicht, würde ich den Ball flacher halten.
DerRhöner hat geschrieben:das unverhältnismässige Bestehen auf Prinzipien halte
Prinzipien sind in meiner Welt nicht unbedingt negativ belegt und den Begriff Verhältnismäßigkeit lege ich ggf. anders aus.

Dass Du zu der Geschichte ne andere Meinung hast und lieber keine Fragen stellen willst, ist mir schon klar.

Mich interessiert es aber schon, warum z.B. Blei in der Berufsfischerei als unbedenklich eingestuft wird, in der Freizeitfischerei aber nicht.

Oder warum in Natura2000 Gebieten Angeln verboten wird, weil Angler dort angeblich die Natur schädigen, aber die Trawler der Berufsfischer weiterhin ihre Netze durchziehen dürfen.

Da bin ich dann halt doch lieber Prinzipienreiter als Abnicker.

Gegen das Bleiverbot an sich, hab ich ja wie gesagt keine Einwände.

Trotzdem würde mich da Evidenzen schon interessieren.



.
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Hardy
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von Hardy »

MarkusZ hat geschrieben:Hallo,
DerRhöner hat geschrieben:Du erwartest für jede poltische Entscheidung wissenschaftliche Begründungen?
Ich bin schon der Meinung, dass Eingriffe in die Rechte von Bürgern ordentlich begründet werden müssten.

Wenn das mit wissenschaftlichen Methoden geschieht, umso besser.

Wenn die Frage nach einer Begründung bereits als Ketzerei gilt, finde ich das nicht sehr demokratisch.
Wo genau besteht beim Angelbleiverbot der Eingriff in Bürgerrechte? Es wird verboten, giftige Substanzen in die Umwelt einzubringen, für die es längst unbedenklichen Ersatz gibt. (Warum das bei der Berufsfischerei anders gesehen wird, ist politisch bedingt. Hier teile ich auch ganz entschieden deine Meinung)
Die wissenschaftlichen Methoden, die die Giftigkeit von Blei nachweisen, kann man mit einfacher Recherche schnell aus dem Internet saugen, z.B. hier: Eswar Krishnan u.a.von der kalifornischen Stanford University in den »Annals of Internal Medicine« (2012 Aug;175(4):233-241) weisen nach, dass bereits 40µg Blei pro Liter Blut zu Gesundheitsstörungen führen können. Und das liegt weiter unter dem unbedenklichen Wert lt. WHO.
Lt. Arlinghaus gibt es in D ca. 3Mio Angler. Ich habe in diversen Foren mal etwas herumgestöbert, wie viel Blei manche Angler im Jahr verlieren. Das ging von wenigen Gramm bis zu 10kg! Wenn nun nur jeder 100. Angler 10kg Blei im Jahr verliert, sind das immerhin 300 Tonnen! Ich erspare mir jetzt die Umrechnung, wie vielen Menschen man damit gesundheitliche Probleme bereiten könnte...

Selbstverständlich darf man nach Begründungen für Verbote fragen, m.M. nach muss man dass sogar. Auf öffentlicher Ebene geht einem Verbot in aller Regel eine längere Diskussion über das Für und Wider voraus. Das läuft manchmal auf Ebenen, die wir "Normalbürger" nicht unbedingt auf dem Schirm haben, aber ist trotzdem öffentlich. Aber dafür haben wir doch auch unsere Interessenvertretungen, die bei solchen Fragen mitreden müssen/sollten. Im speziellen Fall sind diese Fragen doch alle längst gestellt und beantwortet.

Mir geht dieser whataboutism ziemlich auf den Senkel. Ja, aber die bösen Autos, die böse Industrie usw. sind doch viel schlimmer.
Mag ja alles sein und dann sollte man auch dort ansetzen. Aber doch zuallererst da, wo es am einfachsten geht, nämlich bei einem selbst.
Das geht gänzlich ohne großen Eingriff in die Bürgerrechte.
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MarkusZ
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von MarkusZ »

Hallo,

ich hab ja schon mehrfach geschrieben, dass ich grundsätzlich nichts gegen ein Verbot von Angelbleien habe.

Und von Bürgerrechten hab ich in dem Zusammenhang auch nichts geschrieben.

Trotzdem ziehe ich es vor, wenn Verbote entsprechend begründet werden.
Hardy hat geschrieben: Ich erspare mir jetzt die Umrechnung, wie vielen Menschen man damit gesundheitliche Probleme bereiten könnte...
Na wenn das so einfach zu belegen ist, warum kann man dann im ECHA-Bericht zwar einiges zu Gesundheitsgefahren von Bleimunition für Menschen finden, aber nichts zu Anglerbleien?

Müsste doch ein leichtes sein, entsprechende Belege zu liefern. Nach mehr hab ich ja gar nicht gefragt.
Mich würden eben einfach mal nachprüfbare Evidenzen interessieren.
Was daran so schrecklich ist, kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

Dass ich meine Nymphen schon seit Jahren mit Tungsten beschwere, statt mit Bleidraht, oder statt nem Grippa auch ne Sechskantmutter verwende, ändert nichts daran, dass mich trotzdem nachprüfbare Fakten zu Bleiveboten interessieren.

Warum löst eine einfache Frage nach Evidenzen so eine Empörung aus?

Kann doch der Umwelt egal sein, ob man aus Überzeugung auf Angelblei verzichtet oder aus anderen Gründen.

Ich hoffe, dass die Kollegen, die aus voller Überzeugung auf Angelblei verzichten, dann ihr sonstiges Leben auch so ausrichten, dass ihre übrigen Bleiemissionen ebenso minimiert werden.
Trockenfliege
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von Trockenfliege »

Quelle Umweltbundesamt:

"Bis vor rund zwei Jahrzehnten war der Straßenverkehr die Hauptquelle für die Umweltbelastung mit Blei. Bleiverbindungen wurden dem Benzin als „Anti-Klopfmittel” beigemischt. Die Autoabgase führten zu immensen Umweltbelastungen. Auch heute noch ist der Straßenverkehr die größte Emissionsquelle, da Blei durch den Abrieb von Bremsen und Reifen in die Luft emittiert wird. Außerdem stammen noch geringfügige Emissionen aus der Industrie, vor allem der Metallverarbeitung, und der Verbrennung fossiler Energieträgern, die alle geringfügige Spuren von Blei enthalten."

Quelle Umweltbundesamt:

"EMEP-Modellrechnungen (EMEP MSC-E Internetauftritt, Stand 06.04.2020) ergaben, dass im Jahr 2017 in Deutschland insgesamt 266 t Blei (Pb) aus der Atmosphäre deponiert wurden. Davon entstammten 150 t Pb direkten anthropogenen Emissionen aus der EMEP-Region (davon 104 t Pb aus Deutschland), während die restlichen 116 t Pb (das heißt 44 % der Gesamtdeposition) auf natürliche, globale und historische Emissionsquellen zurückgehen. Die Blei-Gesamtdepositionen in Deutschland lagen in 2017 größtenteils im Bereich von 0,6 – 1,3 kg Pb/km², die höchsten Pb-Depositionen (> 1,5 kg Pb/km²) traten hauptsächlich in Westdeutschland (NRW), die niedrigsten Pb-Depositionen (< 0,5 kg Pb/km²) vorwiegend im Norden und in der Mitte Deutschlands sowie am Alpenrand auf (siehe Karte „Modellierte Blei-Gesamtdeposition in Deutschland, 2017“). "

Dieses Blei wird feinstzerstäubt durch die Atmosphäre abgelagert.
Wer die beiden Quellen ausführlicher einsehen möchte: Weiter oben habe ich beide verlinkt.

Kennt jemand Bestrebungen in der EU, Bundesregierung oder anderen ausschlaggebenden Behörden, die an einem Bleiverbot in Bremsen und Reifen arbeitet?

Ist der "Vorteil" des Angelbleiverbots wirklich für die umwelt letztendlich besser? Wievielmal mehr Energie (zB. durch Braunkohleverbrennung = Bleiemmision) braucht man für die Ersatzprodukte?
Wie ich schon erwähnt habe: Schmelzpunkt Blei 327°o.ä. - Wolfram ca. 3400°!

Vielleicht ist Wolfram/Tungsten sogar umweltschädlicher als Blei??

LG
Reinhard
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Hardy
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von Hardy »

MarkusZ hat geschrieben:...
Und von Bürgerrechten hab ich in dem Zusammenhang auch nichts geschrieben.
Doch, hier:
MarkusZ hat geschrieben:Ich bin schon der Meinung, dass Eingriffe in die Rechte von Bürgern ordentlich begründet werden müssten.
Und da es hier konkret um Verbot von Angelblei geht, habe ich geschlussfolgert, dass du das als Eingriff in deine Rechte ansiehst.
MarkusZ hat geschrieben:Na wenn das so einfach zu belegen ist, warum kann man dann im ECHA-Bericht zwar einiges zu Gesundheitsgefahren von Bleimunition für Menschen finden, aber nichts zu Anglerbleien?
Müsste doch ein leichtes sein, entsprechende Belege zu liefern. Nach mehr hab ich ja gar nicht gefragt.
Mich würden eben einfach mal nachprüfbare Evidenzen interessieren.
Was daran so schrecklich ist, kann ich jetzt nicht nachvollziehen.
Jenun, es ist doch evident, also offensichtlich, dass Bleimunition gesundheitliche Gefahren mit sich bringt. Das ist gut untersucht und im zitierten Bericht kann man dazu einiges nachlesen. Obwohl ich in Chemie gefehlt habe, behaupte ich mal dreist, dass sich das Blei in Munition nicht groß von Anglerblei unterscheidet.
Von daher darf man doch sicher davon ausgehen, dass die gleichen gesundheitlichen Gefahren von beiden ausgehen. Und bumms, da isse, die Evidenz, nämlich:
Das aufgrund von Augenschein oder zwingender Schlussfolgerung unbezweifelbar Erkennbare oder die dadurch erreichte unmittelbare Einsicht! (bei Wikipedia geklaut) D.h. ich muss keine neuen Untersuchungen anstellen, ob von Anglerblei auch gesundheitliche Gefahren ausgehen. Festzustellen wäre evtl., wieviel Blei von Anglern in die Gewässer eingebracht wird. Diesbezüglich verweise ich dann auf meine bereits geschilderte, durchaus unwissenschaftliche Hochrechnung meines letzten Posts.

Ich bin sicher nicht empört, wenn du immer wieder nachprüfbare Evidenzen anmahnst, obwohl hier nicht mehr viele Fragen offen sind. Und dadurch, dass du ja löblicherweise schon auf Blei verzichtest, ist diese Erkenntnis doch längst bei dir angekommen. Das hat jetzt für mich schon ein bisschen was von trotzigem Kleinkind.
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von MarkusZ »

Hallo,
Hardy hat geschrieben:Das hat jetzt für mich schon ein bisschen was von trotzigem Kleinkind.
Ich bin halt lieber trotziges Kleinkind, als Angler, die Blei benutzen, ohne nachprüfbare Fakten als Gewässervergifter hinzustellen, die die Gesundheit der Bevölkerung gefährden.

Wer nicht den Unterschied zwischen "Bürgerrechten" und "Rechten von Bürgern" kennt, wird auch keine Unterschiede zwischen Bleimuntion und Anglerbleien machen.

Wenn angeblich alles auf der Hand liegt, braucht man wohl keine Fakten.
Maggov
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von Maggov »

MarkusZ hat geschrieben:Hallo,
Hardy hat geschrieben:Das hat jetzt für mich schon ein bisschen was von trotzigem Kleinkind.
Ich bin halt lieber trotziges Kleinkind, als Angler, die Blei benutzen, ohne nachprüfbare Fakten als Gewässervergifter hinzustellen, die die Gesundheit der Bevölkerung gefährden.

Wer nicht den Unterschied zwischen "Bürgerrechten" und "Rechten von Bürgern" kennt, wird auch keine Unterschiede zwischen Bleimuntion und Anglerbleien machen.

Wenn angeblich alles auf der Hand liegt, braucht man wohl keine Fakten.
Hallo Markus,

Olaf hat den Punkt bereits auf der ersten Seite gemacht (und ich habe ihm dafür "gedankt").

Wenn wir immer nur mit dem Finger auf andere zeigen dann wird sich nie was ändern. Nur weil andere mehr Dreck machen heißt das doch nicht dass wir unser eigenes Verhalten nicht hinterfragen und ggfs. ändern sollten.

Wenn wir warten bis alle harten Fakten zu Umweltphänomenen und Ökobilanzen verfügbar sind ist die Erde lebloser Planet und Du brauchst Dir keine Gedanken mehr machen ob mit Blei oder nicht...

Für mich steht es im Widerspruch sich ggü. Naturschutzverbanden, Politik und der GEsellschaft als Naturschützer zu präsentieren und bei solchen Initiativen darauf zu bestehen dass er die anderen was machen müssen.

Ich habe kein Problem auf Blei zu verzichten - meine Trockenfliegen schwimmen dann so schlecht udn für die paar Nymphen die ich brauche nehme ich gerne Messing (weil mir Tungsten zu teuer ist und diese auch nicht mega-schwer sein müssen). Luxusproblem meinerseits ich weiß es gibt auch Gegenden wo man nicht so toll unbeschwert fischt - auch wenn ich dort als Gastfischer keine zusätzlichen Fliegen mitnehme... und auch glücklich bin.

Wäre schön wenn wir offen nachdenken und nicht nach Gründen suchen etwas nicht zu Tun.

LG und nix für ungut

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Hardy
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von Hardy »

MarkusZ hat geschrieben:Hallo,
Hardy hat geschrieben:Das hat jetzt für mich schon ein bisschen was von trotzigem Kleinkind.
Ich bin halt lieber trotziges Kleinkind, als Angler, die Blei benutzen, ohne nachprüfbare Fakten als Gewässervergifter hinzustellen, die die Gesundheit der Bevölkerung gefährden.

Wer nicht den Unterschied zwischen "Bürgerrechten" und "Rechten von Bürgern" kennt, wird auch keine Unterschiede zwischen Bleimuntion und Anglerbleien machen.

Wenn angeblich alles auf der Hand liegt, braucht man wohl keine Fakten.
Mein Eindruck war wohl nicht ganz falsch....
Nur zum letzten Satz (Den Rest kommentiere ich nicht. Das würde gegen die Forumsregeln verstoßen.): Welche Fakten willst du genau haben? Wir werden keine wissenschaftliche Abhandlung über Anglerblei finden, weil's die offensichtlich noch nicht gibt. Das ändert aber doch nichts dararan, dass die Gefährdung, die von Blei ausgeht real ist. Ganz ohne Grund wird das Verbot schon nicht kommen, außer latürnich man wollte dich persönlich ganz faktenlos einfach ärgern...
Selbst mein kleiner Enkel weiß: Wenn ich auf die heiße Herdplatte fasse, verbrenne ich mir die Finger. Ganz ohne wissenschaftliche Abhandlung.
Deshalb kann ich mich genau wie du hinstellen und behaupten, dass ich mit meinen Argumenten Recht habe, solange mir keiner mit einer wissenschaftlichen Untersuchung das Gegenteil beweist. Merkste selber, oder?
Wenn jemand diese ominöse Untersuchung machen sollte und feststellt, dass ich völlig daneben liege, sage ich aus ganzem Herzen: mea culpa!
Aber bis dahin werde ich, wie schon die letzen 30 Jahre aus voller Überzeugung kein Blei ins Wasser schmeißen.

Macht's gut und Danke für den Fisch...
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von MarkusZ »

Hallo,
Maggov hat geschrieben:Für mich steht es im Widerspruch sich ggü. Naturschutzverbanden, Politik und der GEsellschaft als Naturschützer zu präsentieren und bei solchen Initiativen darauf zu bestehen dass er die anderen was machen müssen.
Musst halt mal lesen was ich geschrieben habe.

Ich habe weder Einwände gegen das Bleiverbot geäußert noch darauf bestanden, dass erst "die anderen " was machen müssen.
Ich hab von Anfang an gesagt, dass Bleiverzicht für mich in Ordnung ist, weil es eben gut fürs Anglerimage und die öffentliche Wahrnehmung ist.

Ich habe mir auch die Ausführungen bei der ECHA durchgelesen und keine Hinweise darauf gefunden, dass das Verbot von Angelbleien wegen Gefährdung der öffentlichen Gesundheit erfolgen würde. Welche Gründe da tatsächlich vorgebracht werden, kann jeder selber nachlesen.

Ich habe deshalb gewagt zu fragen, ob es für die hier geäußerten Behauptungen, Angler würden mit ihren Bleien die Gewässer vergiften und die Gesundheit der Menschen gefährden, denn Belege gäbe. Und das scheint einigen hier überhaupt nicht zu gefallen.

Dass ich beim Fliegenfischen längst auf Blei verzichte und auch bei anderen Angelarten immer öfter zu Alternativen greife, aber eben aus anderen Motiven wurde mir auch bereits negativ angekreidet. Dabei spielt es doch für die Umwelt keine Rolle, aus welchen Gründen man auf Blei beim Angeln verzichtet.

Und den Anglern, die das legalerweise noch nicht tun und weiterhin erlaubterweise Blei verwenden, würde ich ohne überprüfbare Fakten eben nicht mit solchen Unterstellungen kommen. Sowas wäre nicht mein Stil.
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von Maggov »

Hallo Markus,

ich bin spät in den Thread eingestiegen und habe ihn zugegebener Maßen schnell überflogen.

Ich habe mir Deine (!) Beiträge nochmals angeschaut und fürchte da habe ich den falschen angeschrieben. Du hast es sogar auf der gleichen Seite zusammen gefaßt wie dieser Beitrag steht.

Deshalb ein aufrichtiges "Sorry" dass ich Dich mit meinem Kommentar angeschrieben habe und nicht andere Poster hier. mea culpa...

Dass Du eine saubere Begründung forderst ist legitim und fair - zumal Du das ja schon zu machen scheinst ohne dass es eine entsprechende Auflage gibt.

Ich hoffe wir warten aber nicht so lange bis es überall saubere Evidenzen für irgendeine Entscheidung gibt die nach der allg. herrschenden Meinung und Wissenstand bereits offensichtlich erscheint.

Ich hoffe allerdings auch dass Menschen nicht für alles eine Vorschrift brauchen sondern reflektieren was für künftige Generationen wertvoller ist als der eigene Geldbeutel.

Ich weiß dass dies wohl eine Hoffnung bleiben wird...

LG

MArkus
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von MarkusZ »

Hallo,
Maggov hat geschrieben:und fürchte da habe ich den falschen angeschrieben.
Macht nichts, kann immer mal passieren.

Jeder kann einen Beitrag leisten, seine persönlichen Schadstoffemisionen zu vermindern, aus welchen Motiven aus immer.

Der Geldbeutel spielt da nicht immer die Hauptrolle, oft es es auch einfach nur die Bequemlichkeit. Es fällt manchen Fliegenfischern sicherlich leichter auf Tungsten auszuweichen, als z.B. beim Weg ans Gewässer aufs Fahrzeug zu verzichten.
Maggov hat geschrieben:Ich hoffe allerdings auch dass Menschen nicht für alles eine Vorschrift brauchen sondern reflektieren was für künftige Generationen wertvoller ist als der eigene Geldbeutel. Ich weiß dass dies wohl eine Hoffnung bleiben wird.
Mit der Meinung scheinst Du nicht allein zu sein.

Gibt ja auch Politikerinnen, die auf ihr eigenes Verhalten angesprochen antworten, es bräuchte keine besseren Menschen, sondern nur bessere Politik.
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Re: Bye, bye Blei beim Angeln?

Beitrag von orkdaling »

Moin,
nochmal zum bisherigen Vorschlag : Zitat
"Nach dem derzeitigen Stand[3] plant die ECHA ein Verbot für den Verkauf und die Verwendung von Bleigewichten beim Angeln ≤ 50 g in drei Jahren; > 50 g in fünf Jahren und ein sofortiges Verbot für Angeltechniken, bei denen Bleigewichte vorsätzlich verloren gehen. (so genannte „lead drop off techniques“)."

Warum sollte man erlauben das jemand wissentlich Blei in Gewæsser einbringt? Vorsætzlich die Umwelt damit belastet !!!

Es geht ueberhaupt nicht darum wieviel Blei /Oxyd ausgewaschen wird bei der Verwendung eines Angelblei`s.
Dazu wird es auch keine Untersuchungen geben, denn die Giftigkeit von Blei, die Auswirkung auf Organismen, ist længst weltweit anerkannt.

Du schreibst ja selbst von legaler Verwendung - richtig - bis die EU genau wie bei Løtzinn oder Bleigiessen oder Farbanstrichen ... ein Verbot verhængt.
Dies macht sie ja nun nicht um die Angler zu ærgern, sondern erst nachdem das Thema im EU-Parlament behandelt, ein Gesetz beschlossen wurde.
Das die EU Kommission (bestehend aus gewæhlten Vertretern aller EU Staaten) dazu Auftræge vergibt damit die Behandlung des Themas auch wissenschaftlich begruendet ist, ist ein ganz normaler Vorgang.

Niemand wird dabei in seinen Rechten beschnitten! Jeder (egal ob Einzelperson, Verband, Wirtschaftsvereinigung, Parteien) kann im demokratischem Prozess mitwirken! Wenn es nicht so wære bræuchte man keine EU- Abgeordnete wæhlen.

Ach ja, Norwegen und auch GB haben bereits signalisiert auch als Nicht-EU-Lænder dieses Gesetz sowohl bei der Angelfischerei, Sportschiessen, Jagd zu uebernehmen bzw entsprechende Verordnungen zu erlassen. Ein ganz demokratischer Vorgang, fuehle mich nicht beschnitten und gehe darum im September meine Vertreter wæhlen, die so hoffe ich meine Interessen vertreten.

Gruss Hendrik
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