Guiding in Deutschland kritisch betrachtet

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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Maggov
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Re: Guiding in Deutschland kritisch betrachtet

Beitrag von Maggov »

Sorry Thomas, aber für mich ist das ganz klar Hank Patterson:

https://www.youtube.com/channel/UC-bT8M ... OY1sPI6sYQ

Im Ernst:
Ich sehe das auch so dass man Guiding und Wurflehrer voneinander trennen sollte. Der Eine ist ortskundig und gewässerspezifisch (und zwar auch Saisonbezogen was das Nord-Süd-Modell aus meiner Sicht auch zum Blödsinn verkommen lässt) und der andere kann überall, auch auf einem Sportplatz Wurfkenntnisse vermitteln.

Schön ist es natürlich wenn ein Guide Tipps zum Werfen geben kann - dazu braucht es aber keinen Istrukturenschein sondern das entsprechende Talent zu beobachten und zu vermitteln und es muss nicht zwingend der Lehre einer Wurfschule folgen sondern auch dem konkreten Zweck dienen. Wenn ein Guide empfiehlt einen superschwere Nymphe am Bobber zu fischen weil es einfach anders verdammt schwierig ist und dann einen Tipp gibt wie man beim Werfen nicht die Rute bricht macht das für mich Sinn aber keinen Instruktor aus ihm.

Das Problem eines fehlenden Standards weiß ich auch nur über Recherche und Referenzen zu kompensieren. Jungen, angehenden Guides würde ich deshalb empfehlen sich mit "etablierten" Guides kurz zu schliessen, diesen die Chance zu geben sich ein ander kennen zu lernen und zu empfehlen.

Persönlich habe ich bei Guides immer dann schlechte Erfahrungen gemacht wenn diese von der Unterkunft gestellt wurden wo ich genächtigt habe. Das war meist recht enttäuschend was persönliches Engagement und "Guidingqualität" betrifft. Wenn ich mir Guides selbst gesucht und gebucht habe war das so gut wie immer sehr wertvoll für mich.

Gerade im Ausland waren meine wichtigsten Punkte/Services der Zugang zum Wasser, Logistik (z.B. am Ende einer Strecke wieder aufpicken und Rücktransport zum Auto, Bootsführung oder -organisation, etc.), Sprache (mein Spanisch ist gut, Mein Französisch mittel und mein Italienisch rudimentär, aber Guiding habe ich lieber in englisch oder deutsch), manchmal die Verpflegung am Wasser, Organisation von Lizenzen und das Wissen was derzeit vor Ort gut geht.

Manche haben mich davor gefragt wie gut ich werfen kann, einer wollte das vor dem Fischen sehen - für mich ein berechtigter und wichtiger Punkt für ein erfolgsversprechendes Guiding aber nicht aus dem Grund einen Wurfkurs gleich mit zu verkaufen sondern um ein zu schätzen wo der Gast die besten Chancen hat.

LG
Markus
Reflection is a broad deep and quiet pool into which the stream of an angler's thought opens out from time to time.
A. A. Lucas in Fishing and Thinking, 1959
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