Äschen in stehenden Gewässern

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Hawk
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Äschen in stehenden Gewässern

Beitrag von Hawk »

Dieses Jahr ist wieder eine Tour nach schwedisch Lappland geplant, diesmal geht es allerdings nicht ins Fjell oder an wilde Bergflüsse sondern eine Etage niedriger in ein Wald/Moor Gebiet an einen langsam fließenden Fluss mit mehreren Seen.
Die Gewässer sollen einen sehr guten Äschenbestand haben, mir stellt sich allerdings die Frage wie man in stehenden oder sehr langsam fließenden Gewässern überhaupt effektiv auf Äschen fischt.

Wenn Fische am steigen sind ist die Sache ja ziehmlich klar, aber was macht man wenn keine Oberflächenaktivität vorhanden ist und auch sonst keine Fische zu spotten sind?

Die Äschen da oben sind ja ziehmlich aggressiv also einfach mit furchenden Köcherfliegen oder kleinen Wooly Buggern/Boobys aktiv fischen?
oder wenn es der Wind zulässt im englishen Loch style vom Boot mit mehreren Fliegen?
Gruß
Sven
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DerRhöner
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Re: Äschen in stehenden Gewässern

Beitrag von DerRhöner »

Hallo!

Also es waren keine Erfahrungen in Seen, aber insofern Dein Problem, als ich auch auf Verdacht auf unsichtbare Fische aus war: Ich habe im Yukon Teritorry zu meiner Überraschung häufiger mal Äschen in Flüssen mit Wooly Buggern erwischt. Ich kann dieses Konzept also bestätigen. Ich habe mal gehört, Arktische Äschen würden stärker räuberisch jagen als unsere hiesigen Äschen.

Was ich noch bei "Verdachtsfischen" im See versuchen würde, ist eine Dry-Dropper-Montage.

Gruß

Christian
"Die Rhön ist schön, nur ohne Rhöner wär' sie schöner!" - Letzte Worte eines Hessen in der Bayerischen Rhön
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Kurt Mack
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Re: Äschen in stehenden Gewässern

Beitrag von Kurt Mack »

Hallo Sven!

Ich habe da nicht so viele Erfahrungen. Aber wenn etwas schlüpft, dann steigen die Äschen auch. In Norwegen (Hodalen) stiegen die Äschen auf richtig große Köcherfliegen (8- 10), kleine Eintagsfliegen (16 - 18) und kleinste Mücken (20 - 22). Und das gleichzeitig. Ansonsten konnte ich mit einer ganz langsam geführten Fasanenstoßnymphe und Buzzer einige Äschen überlisten. Ich denke das grössere Problem ist am See die Stellen zu finden an denen die Äschen fressen.

Tschüss, Kurt
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tobster8108
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Re: Äschen in stehenden Gewässern

Beitrag von tobster8108 »

Hallo,
Ich habe meine größten Äschen bisher in Seen in Norwegen gefangen. Die Fischerei ist denkbar einfach wenn die Fische steigen, dann fängt man die eigentlich mit allem. Wenn nichts steigt, dann habe ich mir immer Bacheinläufe gesucht und dann dort Maifliegenimitate soweit wie möglich rausgepfeffert und liegengelassen. Maifliegen habe ich damals genommen, da man die auf die Entfernung noch erkennen konnte. Dann nimm dir Zeit und ein Bier und warte bis ein Trupp kommt, dann platschts plötzlich. So habe ich da auch nie kleine Fische gefangen, offenbar fressen die kleinen Fische in den Seen an anderen Stellen. Diese Vorgehensweise hat eigentlich immer funktioniert. Ist zwar eine etwas andere Fliegenfischerei, hat aber immer schöne Fische gebracht.
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Äsche aus einem See in Femundsmarka
Äsche aus einem See in Femundsmarka
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Doppelpack aus dem Langsjoen
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"Jemand, der nicht weiß, wie man einen Fisch fängt, darf ihm nicht dadurch Schande bereiten, dass er ihn fängt."
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Hawk
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Re: Äschen in stehenden Gewässern

Beitrag von Hawk »

Hatte bisher nur einmal berührung mit Äschen im See und das war auch in Norwegen in der Femundsmark.
Dort war es so das tagsüber keinerlei Aktivität war und auch auf kleine Woolys und gezupfte Nymphen tat sich nichts.
Erst in der Abenddämmerung (sofern man im Juli davon sprechen kann) ging es auf einmal los und die Fische waren überall am steigen vermehrt in der Nähe von strukturen wie Landzungen, Riffen oder Felsen aber auch sehr viele Fische einfach quer über den See im Freiwasser. und ab da konnte ich sie auch mit einer furchenden Caddis hochlocken.

Bei meinem jetztigen Ziel ist es aber so das auf Luftaufnahmen kaum Strukturen in den Seen erkennbar sind, das Wasser wird aufgrund des Moores teefarben sein und vermutlich eine Sichttiefe von 1-1,5m haben.
Bach und Flussmündungen oder Ausläufe sind auch immer mein erster Anlaufpunkt, allerdings ist die gegend ein ziehmlich ebenes Plateau d.h. Bäche und Flüsse fließen grade in der nähe der Seen nur sehr gemächlich.

OT: Das mit dem Bier wäre schön, aber bei zwei Wochen Wandern im nirgendwo muss man darauf leider verzichten um gewicht einzusparen. Ich warte drauf das endlich jemand Trockenbier zum aufgießen erfindet :lol:
Gruß
Sven
Thesi
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Re: Äschen in stehenden Gewässern

Beitrag von Thesi »

Meine Erfahrungen sind aus Hodalen in der Höhe von Tynset. Fischen an den Seen ohne steigende Fische war denkbar einfach. Goldkopfnymphe 8-10er Haken auswerfen, absinken lassen und langsam in kurzen Zügen einholen. Ein Fisch nach dem anderen. Praktisch Streamern mit Nymphe. Grelle Farben waren von Vorteil.


Schöne Grüße aus dem Münsterland
Klaus
orkdaling
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Re: Äschen in stehenden Gewässern

Beitrag von orkdaling »

Moin Sven,
du hast es doch erkannt.
Felsiger, steiniger Grund, klares Wasser - Fische tagsueber tiefer aber morgens und abends steigen die Fische - dann wenn auch die Insekten an der Oberflæche aktiv sind.
Das ist in der Femundsmarka nicht anders als im Dovrefjell , entlang dem Bergruecken N/S ab Krueppelbirkenregion oder halt in schwedisch Lapland/Finnmark.
Torfig kann das Wasser auch sein solange kein schlammiger Grund bzw der Ph-wert stimmt. Læsst sich aber mit Luftaufnahme nicht bestimmen.
Fliegen werden alle verspeisst und zwar immer das was gerade auf dem Speiseplan steht. Das reicht von den Libellen bis hin zu Ameisen oder den fuechterlichen Knots.
Fliegenauswahl aus einem schwedischem Beitrag
DSC_5135.jpg
DSC_5135.jpg (107.22 KiB) 912 mal betrachtet
Auch die Hochlandseen haben oft kleine Zu- und Abfluesse, Verbindungen oder manchmal findest du eine (Wind) Strømungskante hinter Felsruecken und das sollte man immer vor Ort sehen wo das Wasser heller wird oder Wellen brechen.
Gruss Hendrik
orkdaling
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Re: Äschen in stehenden Gewässern

Beitrag von orkdaling »

Moin Sven,
mal abgesehen von deiner geplanten Reise - in dieser Gegend warst du ja schon mal, auch hast du dich auf Saibling versucht.
Diese Gegend ist nicht nur ein Æschen sondern auch Saiblingsrevier.
Hab mal was aktuelles gefunden was zumindest in Englisch verfuegbar ist.
https://fishspot.no/en/stage-4/
Gruss Hendrik
Michl
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Re: Äschen in stehenden Gewässern

Beitrag von Michl »

Hallo,
Habe bei diesen Verhältnissen in Schweden und Norge immer gut mit Nassfliegen gefangen.
Beschwert und unbeschwert, 12 bis 14.
Allerdings fängst Du da nicht selektiv die Großen, da gehen auch kleinere ran.

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
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