Saison an der Küste 2020

Das Forum der Lachs- und Meerforellenfischer, sowie aller Ostseeangler. Was geht, wann und wo? Auch hier gibt es sicher viel zu erzählen! Denn mal los!

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Frank Carstensen
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von Frank Carstensen »

Moin.
Wenn man am Zielfisch vorbeifischt...: 8)
Klick hier ---> https://www.youtube.com/watch?v=q8DbhIQU0uE
Gruß Frank
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Frank Carstensen
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von Frank Carstensen »

Showeinlage gefällig? ----> KLICK! :mrgreen:
Gruß Frank
JoSi
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von JoSi »

:D =D>
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Frank Carstensen
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von Frank Carstensen »

Moin.
Gestern war´s mit bis zu 8 Bft sportlich an der Küste, hat aber Spaß gemacht.
Ein Mini-Stimmungsfilmchen gibt es hier: ----> https://www.coastlineflyfishing.com/pos ... k%C3%BCste
Gruß Frank
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Frank Carstensen
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von Frank Carstensen »

Die Fische sind gerade gut drauf. Die Grönländer übernehmen die Reviere. :D Der hier ist einer von drei gestrigen Fischen.

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Und heute war ich noch kurz vor der Arbeit am Strand. Kaiserwetter und Grönländer. :smt054

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Gruß Frank
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Frank Carstensen
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von Frank Carstensen »

Hallo in die Runde. :smt039
Aktuell hatte ich viele Windsituationen (Ostwind), welche die Küste vor der Haustür großflächig eintrübten. Aber wenn es mal passte, waren immer Meerforellen vor Ort. Grönländer und einige Blankfische bis ca. Ende 50 stiegen ein. Kein Fisch war auch nur ansatzweise angefärbt. Ein Vorteil der offenen Küste, fernab aller Aufstiegsbäche.

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Gruß Frank
fliegenfeger
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Frank,
Frank Carstensen hat geschrieben:Ein Vorteil der offenen Küste, fernab aller Aufstiegsbäche.
Da fragt man sich, was die Fische an diese Stellen treibt? Nahrung??
Vor einigen Jahren hatten wir auf Ölland eine Woche mit sehr guten Bedingungen und es war jede Menge Nahrung im Wasser, aber eine einzige Meerforelle (30cm) und 3 Stichlinge (einer größer, zwei kleiner wie die Fliege) war das magere Ergebnis.
Die fehlenden Aufstiegsbäche waren für uns eine Erklärung. Natürlich könnte auch die eigene Unfähigkeit dem Ergebnis geschuldet sein, aber das will ich mal ausschließen. :mrgreen:

Gruß
Armin
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Frank Carstensen
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von Frank Carstensen »

fliegenfeger hat geschrieben:Da fragt man sich, was die Fische an diese Stellen treibt? Nahrung??
Moin Armin, es ist IMHO ganz klar die Nahrung. Von September bis Dezember ziehen an der offenen Küste die Sprotte in sehr großen Schwärmen ihre Bahnen. Zudem gibt es noch kleine Gruppen Herbst-Heringe, die versprengt anzutreffen sind. Nicht selten kommen genau jetzt die Schweinswale dicht unter Land, wo sie in Buchten oder teilweise auch in kleinen Häfen diese Futterfische jagen. Und wo Sprotten und Heringe anzutreffen sind und Schweinswale sie jagen, sind die Meerforellen nicht weit weg.
Gruß Frank
fliegenfeger
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Frank,

"Nahrung" scheint die einzig logische Erklärung zu sein. Gibt es eigentlich Untersuchungen, welche Strecken die Meerforellen zurücklegen bzw. wie weit sie sich von ihren Aufstiegsbächen entfernen?


Gruß

Armin
orkdaling
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von orkdaling »

Moin,
denke mal auch an Nahrung. Ab einer bestimmten Grøssse folgen die Mefo regelmæssig den Heringsschwærmen, dem grossem Sandaal, Spotten.
Bei mir gehen Tuemmler regelmæssig den Fjord entlang, bis in Buchten und haben dann ca 50m Uferabstand. Auch treiben sie sich direkt in der Flussmuendung rum, im Hafenbecken... aber immer dann wenn sie den Heringen folgen.
Dieses Jahr konnten wir auch Orcas beobachten die auf Makrelenjagd waren. Meist sind es dann Muttertiere die ihren Sprøsslingen das jagen lernen.

Armin, klar gibt es zahlreiche Untersuchungen zu den Wanderwegen der Mefos, genau so wie zu den Wanderwegen der Lachse.
Ich kenne eine Reihe von Untersuchungen von der DTU, Uni Stockholm, Meeresforschungsinstitut und NINA (Norwegisches Institut fuer Naturforschung) Nur mal ganz kurz dazu, Mefos die vor Bornholm markiert wurden konnten zu 80% auch dort wieder nachgewiesen werden. Nur 1Mefo wurde vor Ystad (S) gefangen. Rest war wohl aufgefressen oder gefangen.Eine schwedische Untersuchung zu den Skagerrak Mefos zeigte das sie kaum ueber 20 km von ihren Laichbæchen zu finden waren und das sie nur kurzzeitig die Fluesse dort zum laichen aufsuchten. Grund, Wasserstand, sogar Smolts muessen zeitweise raus ins Meer und gehen bei høherem Wasserstand wieder in den Bach/Fluss. Kuerzeste nachgewiesene Aufenthalt zum Ablaichen waren 3 Tage!
Untersuchungen mit besenderten Mefos , zB Fluessen die in den Trondheimfjord muenden, zeigten vergleichbare Ergebnisse.
Je nach Bedingungen in den Fluessen konnten Fische mit Aufenthalt von 3 bis 300 Tagen nachgewiesen werden.
Die længste Zeit verbrachten sie in den grossen Fluessen, die teilweise Seen durchfliessen, die kuerzeste Zeit in Bæchen wo Niedrigwasser auftritt, also wirklich nur kurz zum laichen.
Auch die Wanderwege, Tauchtiefen, Nahrung wurden natuerlich untersucht. Besenderte Lachse und Mefo konnten ueber das gesamte Jahr verfolgt werden. Lachse vom Fluss bis vor Grønland, der Barentsee oder vor Shettland. Mefos verbleiben i,d.R im Fjordsystem ca bis 20km vom Laichbach entfernt. Dænische Mefos, Skagerrak, Sued Schweden nicht anders. Nur 1 Fisch wurde in einer Entfernung von ca 80km gefangen.
Ein Teil der Forschungsergebnisse kann man bei https://www.nina.no/ auch in englischer Sprache nachlesen.
In regelmæssigen Abstænden findet auch die "Meerforellenkonferenz" statt (letzte war Feb. 2020 in Trondheim) wo sich alle Teilnehmerstaaten ueber die neuesten Forschungsergebnisse austauschen. Da kann jeder , egal ob Verein oder Privatperson, teilnehmen!

Saison 2020
ja auch hier ist die Mefo auf dem Rueckmarsch und daher wurden viele neue Schutz/Laichgebiete festgelegt.
Bei mir zB der Brackwasserbereich vor der Orklamuendung, beidseitig auf ca 1km eine Schutzzone ,landseitig bis 100m seeseitig.
Also weder vom Land oder Boot darf dort gefischt werden ausser wæhrend der Saison von 1.6. - 31.8. (lachssaison)
Der Brackwasserbereich ist das Rueckzugsgebiet besonders in den Wintermonaten und natuerlich das Futtergebiet (Fruehjahr) wenn noch kein Futterfisch da ist.
Das sich der Schutz der Mefo bemerkbar macht ist fuer jeden Fischer zu bemerken. Seit einigen Jahren wurde bei uns die Mefo in allen Fluessen geschont die in den Trondheimfjord muenden. Im Fjord selbst wurde sie im Mærz/April geschuetz.
Bereits die 2018 und 2019 wurden wieder mehr Mefos in der Lachssaison gefangen und natuerlich releast.
Diese Saison war es nicht selten eine 3 oder 5kg Mefo beim Lachsfische zu fangen, die meisten haben aber so 1,5kg. Das grøsste Problem ist also nicht mehr der Schutz in den Fluessen, den Laichbæchen und Ueberwinterungsgebieten. Nee es ist die Lachslaus die besonders die abwandernden Smolts im Meer befællt. Dieser Parasit kommt ja natuerlich vor, aber durch die Zuchtfischanlagen bzw in dessen Næhe sehr konzentriert.
Das ist kein Problem fuer die Lachse und Mefo wenn sie ueber den Smoltstatus hinaus sind und wenn sie dann im Fluss/Bach sind fallen diese eh nach wenigen Tagen ab weil sie kein Suesswasser vertragen. Die Smolts ueberstehen aber ihr erstes Jahr im Meer nicht wenn sie von den Læusen befallen werden.

Von daher bin ich 2020 gar nicht zielgerichtet auf Mefo gegangen. Natuerlich bleibt die eine oder andere beim Fliegenfischen auf Pollack oder Køhler hængen, so wie auch wæhrend der 3 Monate Lachssaison.
Und ueber meine dæn. Lieblingsinsel Bornholm, mein Revier in Suedschweden um Ystad, na da gibts nichts zu berichten, Virus bedingt.
Gluecklicher Weise konnte ich mich mit eine guten Lachssaison trøsten.

Gruss Hendrik
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Frank Carstensen
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von Frank Carstensen »

fliegenfeger hat geschrieben:...gibt es eigentlich Untersuchungen, welche Strecken die Meerforellen zurücklegen bzw. wie weit sie sich von ihren Aufstiegsbächen entfernen?
... das kann ich leider nicht genau sagen. Viele Infos dazu gibt es nicht. Aber markierte DK-Meerforellen wurden im Zusammenhang mit den Heringszügen schon auf Rügen gefangen.
Gruß Frank
fliegenfeger
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Hendrik,

danke für deine Infos.
Bornholm hat zahlreiche Bäche, die von den Meerforellen zum Laichen genutzt werden. Auf Ölland haben wir keinen Bach gefunden, wo ein Aufstieg zu erwarten wäre. Die Laichgewässer befinden sich auf dem Festland, was aber keine 20km von der Insel entfernt ist. Leider (oder Gott sei Dank) findet man kaum Infos zum Meerforellenfischen auf Ölland. Es gibt einige Infos von Pelle Klippinge, leider nur auf Schwedisch.

Gruß
Armin
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von orkdaling »

Moin nochmal,
https://alltpaoland.se/kategorier/fiske ... ingsfiske/ die 12 besten Plætze siehst du wenn due auf Visa på Karta klickst
Hier erwæhnt die Schonzeit vor den "Laichbæchen"
Fredning Havsöring (vom 1.10. - 28.2 geschont)
Från hösten 2019 blev de nya fredningsområdena klara för Öland. Först så blev det en ny fredningstid för alla "havsöringsförande bäckar" på Öland 1:e oktober till 28:e februari.
Vidare så blev det nya mynningsområden fredade under samma tid. De nya är följande från nordöstra sidan och söder ut: Silverbäcken, Strömmen, Pelnabrobäcken, Bröttorpsbäcken, Fröslundabäcken från tidigare Åbybäcken.

Auch wenn Bæche zeitweise trocken fallen bedeutet das nicht das dort im Herbst nicht gelaicht werden kann, allerdings muessen die Fische (Brut/Smolts) zeitweise in die See/Brakkwasser. So wie ich es am Beispiel der west-schwedischen Skagerrakbæche erwæhnte.

Auch auf Bornholm findest du neben den 6 ganzjæhrig geschonten und Wasser fuehrenden Bæchen eine Reihe Bæche wo die Fische nur im Herbst rein kommen, manche Jahre nicht mal das.

Hier hab ich Bæche wo die ersten Fische bereits im Juni aufsteigen bis in Gebiete wo immer Wasser ist. Der zweite Aufstieg erfolgt im Herbst.
Im Juli/Aug ist oft im mittleren Teil so wenig Wasser das sie Hindernisse nicht ueberwinden kønnen, teils nur noch Wasser durch die Kiesbænke rieselt.
Bestes Beispiel hab ich auch hier um die Ecke, Ingdalselva. Nach nur 200m vom Fjord entfernt ein Wasserfall und zusætzlich Fischtreppe aber selbst das hilft nur bei genuegend Wasser. Zwischendurch kein Aufstieg, weder fuer Lachs noch Mefo. Oberhalb einige Kessel im Fels (5x20m) wo ganzjæhrig Fische stehen bzw sich bei Niedrigwasser zurueck ziehen kønnen.
Das zeigt das die Mefo regional sehr anpassungsfæhig sind. Aber das ist ein so umfassendes Thema, das sprengt hier den Rahmen.
Hier mal was zur Tauchtiefe dænischer Mefos, wie die auf Temperaturschwankungen/Salzgehalt reagieren muessen und somit mal vor deinen Fuessen und mal weit drauseen schwimmen muessen.
havoerredens_dybde.jpg
havoerredens_dybde.jpg (25.85 KiB) 852 mal betrachtet
Aber wie gesagt, das wære ein eigenes Thema wert.
Gruss Hendrik
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Frank Carstensen
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von Frank Carstensen »

...hier noch ein Grönländer vom Wochenende nachgereicht:

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Gruß Frank
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Re: Saison an der Küste 2020

Beitrag von Frank Carstensen »

Hallo Armin,

der Grund warum Fischwanderungen im Allgemeinen so schlecht untersucht werden liegt hauptsächlich darin, dass rein satellitengestützte Ortungssysteme unter Wasser nicht funktionieren. Akustische Telemetrie, bei der Hydrophone verwenden werden, sind für detaillierte Untersuchungen auf offener See unbrauchbar, da die Hydrophone den markierten Fisch nur in einer Entfernung von einigen hundert Metern hören können.

Es gibt aber Wärme-Daten von Meerforellen die mit DST-Sensoren bestückt wurden. Diese Daten wurden mit Satellitendaten aus dem EU-Projekt Copernicus abgeglichen und umgerechnet. Mit diesem Trick lassen sich Migrationsrouten von Meerforellen geografisch errechnen und darstellen, mit einer Genauigkeit von 10-50 Kilometern.

Die Antwort auf deine Frage wie weit sich Meerforellen von ihrem Heimatbach entfernen, lässt sich also mit "sehr sehr weit" beantworten.

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Gruß Frank
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