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Fliegenfischen Surselva GR, Hilfe am Gebirgsbach

BeitragVerfasst: 15.05.2020, 12:56
von jamnberlin
Hey! Ich bin Jan und wohne aktuell in der Schweiz GR. Genauer gesagt, hab ich über den Winter einen Saisonjob in Obersaxen gehabt und bin nun mit Freundin aufgrund der aktuellen SItuation hier geblieben, da ich aktuell in Berlin als Veranstaltungstechniker keine Jobs habe. Nun begann am 1.Mai die Fischereisaison und ich habe mir umgehend ein Wochenpatent gelöst. Dies berechtigte mich für 142CH in ganz Graubünden zu fischen und das beherbergt eine riesen Menge an Gewässern.
Ich war die letzte Woche hauptsächlich in der Surselva unterwegs. Für mich gibts nix schöneres als kleine wilde Bergbäche zu erwandern, allerdings war das mit dem Erfolg so eine Sache... Am ersten Tag hab ich im Tscharbach (Fließt direkt bei uns hinterm Haus) auf Goldkopfnymphe zwei Bachforellen drillen können, super! Aber die folgenden Tage ging so gut wie nix mehr. am Rein da Medel hatte ich ebenfalls einen wunderschönen Tag, habe auf Trockenfliege bis zum Mittag (untermaßige) Forellen haken können, dann ging nix mehr. Valser Rein, Schmuer, Flembach, einige wenige Bisse, kein Fisch. Die Locals fischen hier ausschließlich mit Wurm und Blei und ich denke, dass ich mit meinen Goldkopfnymphen einfach nicht tief genug in die Gumpen komme. Trockenfliege ist an den schnellen Gebirgsbächen meist sehr schwierig.

Beschwert ihr eure Nymphen am Gebirgsbach mit Blei auch um hinter den Steinen mehr "Zeit " und Tiefe zu erreichen? Ich hatte diese Situation bisher eher selten. die Norwegischen Fjells stellten mich 2017 vor ähnliche Probleme, jedoch war ich damals mit Freundin unterwegs und die Fischerei eher nebensächlich ;-)
Anbei ein paar Bilder zum besseren Verständnis.

https://www.directupload.net/file/d/582 ... ue_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/582 ... 3f_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/582 ... 6s_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/582 ... ev_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/582 ... ta_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/582 ... xx_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/582 ... z8_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/582 ... ky_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/582 ... it_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/582 ... 2j_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/582 ... 8l_jpg.htm

Ich danke euch,

Lieber Gruß

Jan

Re: Fliegenfischen Surselva GR, Hilfe am Gebirgsbach

BeitragVerfasst: 15.05.2020, 22:09
von Salmo.trutta
Hallo Jan,

ich bin zwar kein Schweizexperte, aber von den Fotos her kenne ich in Österreich Ähnliches. Die Stellen lassen sich zum Großteil stromauf mit einer schweren Tungsten oder Jig-Nymphe am kurzen Vorfach gut befischen. Es gibt Kollegen die zusätzlich Blei an die Schnur machen, finde ich aber nicht unbedingt besser, denn das Gesamtgewicht ist bei einer leichten Forellenrute ohnedies limitiert und wenn man selbst bindet dann kann man da mit der Fliege schon ans Limit gehen.

In diesem Fall bin ich leider schon der Überzeugung, dass die Wurmfischer hier ein echtes Problem für Dich sind, da sie den Wurm mit Grundblei in der Strömung halten können. Wie an anderer Stelle schon einmal diskutiert gibt es eben Vor- und Nachteile von Lizenz und Reviersystemen. In der Schweiz bekommst Du für wenig Geld die Gelegenheit viele Kilometer wünderschöner Gewässer zu befischen, andere leider auch und daher denke ich sind diese Gewässer relativ leergeräumt. Allein was beim Wurmfischen (ich hab das selbst lange praktiziert) an ungewollten Entnahmen passiert verhindert einen guten Fischbestand. Ich vermute Du wirst dort Erfolg haben wo Du den Wurmfischern zuvor kommst. Im Verlauf der Saison verteilen sich die Fische vielleicht besser und sind nicht mehr so dicht in den tiefen Stellen, dann kann sich das Blatt vielleicht wenden.

LG Tobias

Re: Fliegenfischen Surselva GR, Hilfe am Gebirgsbach

BeitragVerfasst: 16.05.2020, 10:39
von volki
Toni,
vor Jahren hatte es im Inn, kurz vor dem Flazbach, der vom Gletscherwasser immertrüb ist, eine ca 500 Meter lange flache, ruhige Stelle, um mit Trockenfliege auf Äschen zu fischen 46.523 9.863
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In Gebirgsbächen, so erlaubt, habe ich in der Schweiz (GR+GL), Slowenien, Island, England, Chile+Argentinien, mit einem schweren, schwarzen Woolyworm/-Jig, an diesen sonst nicht befischbaren Stellen, guten Erfolg. Dank der Grösse des Jig, trennt der schon mal die Spreu vom Weizen.
Nimm verschieden Jig-Gewichte, aber an den kritischen Stellen bringst du auch einen "normalen" Jig nicht zum Boden.
Muster-Bild: https://www.rudiheger.eu/de/fliegen-str ... mphen.html

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Re: Fliegenfischen Surselva GR, Hilfe am Gebirgsbach

BeitragVerfasst: 16.05.2020, 12:20
von Dominikk85
An nicht ganz so unruhigen Stellen könnte zumindest im Sommer auch eine relativ große, gut schwimmende trockenfliege (stimulator, terrestrials) funktionieren und die fische nach oben locken. Die Fische haben da ja nicht viel Zeit wenn beute vorbeischwimmt und ein großer Hopper könnte die da reizen.

Dominik

Re: Fliegenfischen Surselva GR, Hilfe am Gebirgsbach

BeitragVerfasst: 03.06.2020, 14:33
von sepp73
Servus,
naja, solche Gebirgsstrecken habe wir hier ja auch ab und an, wenngleich es wohl wesentlich schwerer ist an entsprechende Erlaubnisse zu kommen. Um eine Nymphe möglichst schnell auf Tiefe zu bringen ist es ratsam, ein unverjüngtes Vorfach (in passender Stärke natürlich) zu verwenden. Flussauf fischen ist an solchen Strecken eh fast schon ein "Muss" und so bringt man dann auch eine normal schwere Nymphe auf fängige Tiefe. Trockenfliegen direkt in die Rauschen zu werfen kann man sich eher sparen, aber eine gut gefettete Rehhaardun o.ä. an möglichst langem Vorfach (damit die Fliege eine gewisse Zeit an Ort und Stelle bleibt bevor die Strömung ins Vorfach greift) in die ruhigen Strömungstaschen zu bugsieren sollte wohl den meisten Erfolg versprechen...
Gruss, Sepp