Mögliche Gefahren beim Waten

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DerRhöner
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Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von DerRhöner »

Hallo allerseits

Der Tod von Hans gibt mir zu denken, genauso alt wie ich. Also - sorry an die älteren Semester hier - nicht einfach nach dem Muster erklärbar: "Älterer Kollege stolpert oder hat Herzinfarkt, kippt vornüber und Amen..." sondern das muss wohl echt blöd gelaufen sein. Die Kronenzeitung - ich weiss, nicht gerade der Gipfel der journalistischen Aufrichtigkeit - schreibt, Ursache sei wohl gewesen, dass seine Wathose vollgelaufen sei. Naheliegende These, aber wohl nicht belegt.

Ich möchte aber mal in die Runde fragen: Wie kann das passieren, dass die Hose volläuft? Ich höre das immer wieder und ich verstehe es nicht so recht, denn wenn ich meine Klamotte anhabe kann da kaum was reinlaufen. Und spätestens beim Gürtel ist das Teil quasi dicht. Das soll keine Kritik am bedauernswerten Hans sein, ich möchte es echt verstehen. Denn ich fühle mich eigentlich immer sicher und frage mich, wo ich da den Denkfehler mache.

Vielleicht gibt es Kollegen, denen das passiert ist und die es wieder rausgeschafft haben und zum Glück davon berichten können, wie einem die Hose vollaufen kann.

Herzliche Grüße

Christian

PS: Begrüsse ausdrücklich den Umzug meines Beitrags in einen neuen Thread! Danke Mods!
Zuletzt geändert von DerRhöner am 05.12.2021, 11:58, insgesamt 1-mal geändert.
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drehteufel
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von drehteufel »

Da kann viel spekuliert werden. Tragisch ist es allemal.
Was ich für meine eigene Sicherheit wirklich IMMER tue: Ich habe immer und überall einen Watstock dabei und benutze ihn auch. Daher ist es es mir in über 30 Jahren Fliegenfischen nicht ein einziges Mal passiert, dass ich im Wasser gestürzt bin. Wohl aber rettet mich der Watstock bei jedem Trip gefühlt 5x vor genau diesem Sturz, weil ich eben das verlorene Gleichgewicht abfangen kann. Daher kann ich glücklicherweise nicht aus 1. Hand über vollgelaufene Wathosen berichten.
Gerade an großen Gewässern würde ich nie ohne Stock losgehen, auch wenn das Gebaumel manchmal nervt.
Selbst an unseren kleinen Bächen hier ist er immer dabei und erleichtert die sichere Fortbewegung enorm.

Nachdenkliche Grüße,
Marco
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MahiMahi
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von MahiMahi »

drehteufel hat geschrieben:Gerade an großen Gewässern würde ich nie ohne Stock losgehen,
Ja und ich gehe selten alleine hinaus. Ich habe Gewässer wenn dir da was passiert und du alleine bist
du kannst schreien so laut du kannst, dich hört keiner! Bin eigentlich immer zu zweit unterwegs.
Sogar 20m Bergseil befinden sich in meiner Ausrüstung je nach dem wo es hingeht.

LG
Harry
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DerRhöner
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von DerRhöner »

Hallo allerseits

Ich präzisiere mal mein Risikoverhalten: Ich bin praktisch immer alleine unterwegs und mich würde auch niemand hören. Gleichgewichtsprobleme bei denen ein Watstock helfen würde, habe ich selten denn in der Regel ist es so, das der Kies unter mir grossflächig wegrollt oder ich bei einem Sprung abrutsche. Nix gegen einen Watstock, in anderen Konstellationen sicher hilfreich, aber hier hilft der mir nicht. Ich gehe im Schnitt zweimal pro Jahr so baden, dass danach meine Haare nass sind. Wobei mein Gesicht dabei nur eine Sekunde unter Wasser ist und ich sofort wieder Tritt fasse, in zwei Schritten oder Schwimmzügen wieder im hüfttiefen Wasser bin. Aber für einen Moment ist der Hosenrand unter der Wasserlinie. Allerdings bin ich - wohl im Unterschied zum vorliegenden Fall - praktisch nie in Wassern unterwegs die grossflächig tief sind. Wenn ich "abtauche", dann in kurzen Pools/Gumpen/tiefen Zügen, die nach wenigen Metern stromab wieder flacher werden. Ich will es nicht probieren, aber ich vermute die Strömung würde mich in diesen Gewässern recht schnell wieder in stehbare Tiefen drücken.

Nie, aber wirklich noch nie, war ich nach meinen Tauchern in der Hose nass. Allenfalls ist das Wasser in den folgenden Minuten in den nassen Klamotten halt langsam bis Höhe Bauchnabel gewandert. Hatte ich bisher nur Glück? Ist es meine fette Wampe, die meine Hose abdichtet? Andererseits denke ich mir die ganze Zeit, der Hans wird ja auch nicht mit Anlauf möglichst weit vom Ufer in die Strömung reingehüpft sein, sondern dem ist vermutlich genau sowas passiert wie mir: Ausgerutscht, kurz abgetaucht, aber eben nicht mehr aufgetaucht.

Das gibt mir echt zu denken. Ich meine, wenn ich mit 90+ beim Fischen mal nicht mehr auftauche.... aber in den 40ern? Das sollte echt niemandem passieren!

Gruss

Christian
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von Forstie »

Liebe Mitglieder,

aus gegebenem Anlass öffne ich ein separates Thema zu den Gefahren beim Waten und verschiebe die bisherigen Beiträge dazu hierher.

Falls Ihr Euch dazu austauschen wollt, bitte hier weiterschreiben.

LG Martin
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Freunde!

Das Vollaufen der Wathose ist eigentlich nicht das Problem, sondern das Gegenteil.
Wenn der Gürtel ordentlich dichtet, reißt es Dir die Beine nach oben und den Kopf nach unten, wenn dann im wilden Wasser ein Stein den Weg versperrt, Bewußtlosikeit und aus.

An großen Flüssen, wie dem Inn z.B. ist es durchaus gefährlich, wenn instabile Kiesverlagerungen unvermutet in Bewegung geraten oder Schwellbetrieb einsetzt.

tight lines
RC
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von blauangler »

Hallo,

Hat jetzt zwar nichts mit dem Fliegenfischen zu tun, aber auch mit vollgelaufener Wathose:
https://www.carpzilla.de/news/szene-new ... 11938.html

Schwimmweste ist jetzt beim Werfen nicht so toll, dann schon eher der Watstock.

Mit einer eng anliegenden Neoprenhose sollte man doch ganz normal schwimmen können, ist ja dann wie ein Taucheranzug, der etwas Auftrieb hat aber den Kopf nicht unter Wasser drückt.
Das wäre dann wenigstens im kalten Wasser nicht ganz so gefährlich.

Auch ich stehe fast einmal die Woche bis zur Hüfte oder knapp darüber in der Donau, bisher hatte ich immer Glück.
Der Kopf wurde immer nur am Rand beim Ein- oder Ausstieg nass, noch nie in der härteren Strömung...

Grüße
Thomas
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webwood
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von webwood »

Hallo,
erstmal vorab (sollte hier ein Gemotze wegen verschobener Beitrage beginnen (glaube ich aber nicht) Martin war das in Absprache mit mir. Den Schuh habe ich also genauso an.

Und nun zum Thema: Unsereiner ist bisher drei mal abgesoffen. Erstes mal am Ammersee mir PVC Wathose ohne Gürtel. Kam einfach in ein Schlammloch. Man fühlt sich erst so wunderbar schwerelos, dann nass und kalt. Beim Weg ans Ufer merkt man die Liter in der Hose dann schon. War aber nur lästig, aber nicht gefährlich. An meine Ammer sieht das anders aus. Ich ging rückwärts, weil ich angeln wollte und gleichzeitig Schwätzchen mit einem Kollegen am Ufer. Da war dann so ein blöder Stein.
Die Ammer ist an dieser Stelle recht flach (sonst könnte da man ohnehin nicht waten) dafür ist die Fließgeschwindigkeit hoch. Ich lernresistenter Trottel habe es sogar fertiggebracht, unterhalb ist ein Pool und nicht einfach zu bewerfen, genau nochmals im Rückwärtsgang über ebendiesen Stein nochmals zu stolpern.

Also Watgürtel ist immanent wichtig, aber nicht wirklich dicht. Sonst könnte man nicht mehr atmen. Bremst also den Wassereintritt, aber bei sehr schnelle Strömung wirst halt dennoch geflutet. Wenn es denn passiert, mit den Füßen nach unten abtreiben. Es kommt schon ein Stein als Widerlager. Dann richtet dich die Strömung fast von alleine auf. Es ist natürlich klug in so einer Situation beide Hände frei zu haben. Also Gerte loslassen und Tschüß. Habe ich nicht gemacht. Elnetti Stratocaster mit Hardyrolle. Da ersauf ich doch lieber! Dramaturgie aus. Bei meinen unfreiwilligen Bädern war es lästig in der Ammer auch noch saukalt. In Lebensgefahr war ich nie.
Außerdem splitterfasernackt mit eingeschalteter Sitzheizung nach Hause zu fahren hat zumindest den Reiz des nicht alltäglichen.

Stets trockene Socken
wünscht Thomas
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Heinz
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von Heinz »

Eine schüchterne Frage -muss man im Süsswasser immer waten ? Ich weiss schon, dass es Umstände gibt, wo man anders nicht oder nur sehr schwer an den Fisch kommt, das sind Ausnahmen, aber wird nicht generell zu viel gewatet ? Selbst in kleineren Gewässern wird von manchen gewatet, wo es oft gar nicht nötig wäre, weil man dort auch mit einer sauberen Wurftechnik ohne weiteres auch erfolgreich ist. Da ist es oft nur Bequemlichkeit, nicht ein Muss. Ich kenne auch Gewässer. wo das Waten nicht erlaubt ist bzw. nur Kniestiefel und wo man trotzdem sehr erfolgreich und schön fischen kann. Und für die Fischpopulation ist es wohl auch besser, wenn da nicht überall herumgewatet wird. Vielleicht sollte man diese Überlegungen auch mal in sein Verhalten einfliessen lassen. Ausserdem ist doch ein etwas schwerer erkämpfter Fisch auch eine grössere Befriedigung, das finde zumindest ich.
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Harald aus LEV
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von Harald aus LEV »

Hallo,
bei den Wathosen sollte man unterscheiden zwischen Neopren- und atmungsaktiven Hosen.
Die Neos sind - jedenfalls bei mir - eng am Körper anliegend, sodass dort relativ wenig Wasser eintritt.
Anders die atmungsaktiven. Hier sollte man bevor es an gefährliche Gewässerstrecken geht, zuerst versuchen in tiefere Bereiche vorzudringen, zumindest hüfttief.
Dort, sobald man einen sicheren Stand hat, den Gürtel öffnen, damit das umgebende Wasser die Hose im Beinbereich an den Körper und damit die Luft aus der Hose herausdrückt. Notfalls kann man sich dazu auch im seichteren Bereich ins Wasser knien. Nachdem die Hose eng am Körper anliegt, den Gürtel wieder stramm zuziehen, damit in der Folge weder Luft noch Wasser eindringen können. Macht man das nicht, passiert das, was Gebhard beschrieben hat. Im Fall der Fälle werden die Beine durch die eingeschlossene Luft nach oben gedrückt und damit Kopf und Oberkörper nach unten - im Extremfall unter Wasser. Wenn dann noch eine starke Strömung hinzu kommt, wird's eng, zumal man schnell die Orientierung verliert.
Ein Watstock ist sicherlich in schwerem Geläuf sehr empfehlenswert. Ab und zu benutze ich ihn auch, wobei es schon einige Gewöhnung bedarf, weil er auch hinderlich sein kann.
Ich bin bislang zweimal in wirklich lebensgefährliche Situationen geraten, bei denen es wirklich eng wurde. Da hätte es einer automatisch auslösenden Schwimmweste bedurft. Wer häufig in tiefen, reißenden Gewässern fischt, sollte sich die Investition in solch einen selbst auslösenden Kragen überlegen.

Gruß
Harald
Zuletzt geändert von Harald aus LEV am 04.12.2021, 12:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo,

das Wasser in der Wathose macht nix, denn es hat die gleiche Dichte wie das Wasser außerhalb der Hose. Wir haben zu dem Thema Versuche im Schwimmbad gemacht und mann kann mit vollgelaufener Wathose schwimmen und es zieht einen auch nicht nach unten. Die Luft in der Wathose bekommt man durch Umdrehen in die Bauchlage und Knie anziehen sofort raus. Das Problem beim "Kentern" ist erst mal der Schreck, besonders bei sehr kaltem Wasser und ein Verlust der Orientierung. Man muss versuchen kühlen Kopf zu bewahren, was oft leichter gesagt wie getan ist, besonders wenn noch starke Strömung und sonstige Widrigkeiten hinzukommen. Ich kann jedem empfehlen mal Schwimmversuche mit der Wathose zu machen, da man besser auf die ungewollte Schwimmeinlage vorbereitet ist.

Gruß
Armin
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Harald aus LEV
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von Harald aus LEV »

fliegenfeger hat geschrieben: Das Problem beim "Kentern" ist erst mal der Schreck, besonders bei sehr kaltem Wasser und ein Verlust der Orientierung. Man muss versuchen kühlen Kopf zu bewahren, was oft leichter gesagt wie getan ist, besonders wenn noch starke Strömung und sonstige Widrigkeiten hinzukommen.
Gruß
Armin
Hallo Armin,
genau das sind m.M.n. die Faktoren, die im Extremfall dazu führen, dass man in große Gefahr gerät. Daher bevorzuge ich es, die Luft direkt zu Beginn aus der Wathose zu entfernen. Ich glaube nicht, dass ich im Fall der Fälle daran denke, mich in Bauchlage zu drehen und die Knie anzuziehen. Zudem ich mich anschließend wieder in Rückenlage begeben soll, damit im Fall des Abtreibens die Füße als erste wieder Grundkontakt bekommen sollen und sich mein Körper durch den Wasserdruck wieder aufrichten lassen soll.
Ich finde solche Übungen grundsätzlich gut um sich Gedanken um die Situation zu machen und vorbereitende Übungen zu versuchen, bezweifle aber, dass ein zuvor geplanter Versuch im temperierten Schwimmbad und ohne Strömung eine Gefahrensituation von jetzt auf gleich an einem strömenden Gewässer, vielleicht noch mit Strudeln und eiskaltem Wasser vergleichbar ist.
Außerdem müssten die Schwimmbadversuche häufiger wiederholt werden, damit man sich im Ernstfall die Bewegungsabläufe und Reihenfolge sofort aus dem Gedächtnis abrufen kann.

Gruß
Harald
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von fliegenfeger »

Hallo Harald,

Natürlich kann ein Schwimmbadversuch nicht alle Widrigkeiten abbilden, aber man macht Erfahrungen, die hilfreich sein können und es wird mit der ein oder anderen Legende aufgeräumt.
Wenn ich in Bauchlage bin und die Beine anziehe kann ich mich aufstellen, falls das Wasser nicht zu tief ist und warum soll ich mich wieder in Rückenlage begeben, wo das Aufrichten viel schwieriger bzw. kaum möglich ist.
Einfach mal ausprobieren. :mrgreen:

Gruß
Armin
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von Michl »

fliegenfeger hat geschrieben: Natürlich kann ein Schwimmbadversuch nicht alle Widrigkeiten abbilden, aber man macht Erfahrungen, die hilfreich sein können und es wird mit der ein oder anderen Legende aufgeräumt.
Na dann räumen wir mal auf.
Kein Fehler wenn man das mal übt, aber:
Schwimmbad und Fluss sind nicht vergleichbar.
Schwimmbad und Ostsee auch nicht.
Das was im Bad klappt muss draussen nicht funktionieren, und schon gar nicht im Winter.

Es ist zwar das gleiche Wasser innen und aussen an der Wathose, aber das drinnen erhöht Deine Masse in dem draussen.
Und das macht es schwierig.
Weil die musst Du bewegen.
Wenn Du mal 300 m durch eine Schnelle gerauscht bist weißt Du was ich meine.
Erstmal nicht raus, sondern durch mit Kopf oben.
Und wenn Dich im Meer eine Welle umgeschmissen hat und die Buxe macht auf Korken weil viel Luft unten ist, hast keine Zeit für 2 Versuche.

Im Fluss immer mit der Strömung schräg nach aussen, nie gegen sie.
Im Meer nimmer so weit rein.
Das hab ich gelernt, auf unangenehme Weise, bei -2° und mit Watstiefeln, selbst das was da drin war hat gereicht....
Und vor vielen Jahren, zu Zeiten von Gummi und PVC haben wir mal einen Kollegen in der Ostsee umgedreht, er wäre ohne Hilfe nicht mehr rausgekommen.
Und der war topfit, wir waren in einem olivgrünen Trachtenverein in der Sportabteilung.
Hat bestimmt 2 Liter Wasser :kotz :kotz :kotz .
Obwohl wir auch als Rettungsschwimmer ausgebildet waren.
Im Schwimmbad. :mrgreen:

Und ein Fluss wie die Donau hat dynamische Strömungen, die kannst Du nicht absehen.
Haben es ja nach dem Zeitungsbericht nicht mal zu zweit geschafft......
Automatik-Schwimmweste ist sicher kein Fehler wenn man an derartigen Gewässern fischt.

Sicher ist das nix sicher ist, auch wenn man das meint.

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
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Re: Mögliche Gefahren beim Waten

Beitrag von orkdaling »

Moin,
ich will gar nicht erst diskutieren wie man Wasser oder Luft aus der Hose bekommt.
Fakt ist das jedes !!! Jahr Fischer ertrinken. Diejenigen die hier zum Lachsfischen sind werde das bestætigen - kein Jahr ohne Unglueck.
Auch bei uns an Orkla und Gaula - kein Jahr ohne Unglueck!
Ueber Ursachen kann man hinterher nur vermuten. War es Leichtsinn beim Waten, die Strømung zB eigene Kraft unter/ueberschætzt?
Waren es die falschen Watschuhe? Oder der fehlende Guertel? Oder einfach die fehlende Schwimmweste ?
Der letzte Fall, kurz oberhalb meiner Zone, da hatte der Unglueckliche Wathose mit Gummistiefel. Seine Mitstreiter berichteten das er knietief stehend weg rutschte, das auch noch an einer Einengung zwischen Sandbænken. Teilweise Weisswasser. Sie sahen noch wenige Meter die Stiefel oben, ein paar Stunden spæter wurde er auf einer Sandbank direkt im Ort angespuelt. Ein sportlicher starker Fischer in den 30igern.
Diese Saison an der Gaula war ein ortskundiger Pensionist allein unterwegs, 2 Tage spæter erst gefunden.
Ein Fischer der ueber 40 Jahre den Fluss kannte.
Ich kønnte ja nun was von Statistischen Zentralbuero verlinken, erspare ich mir. Durchschnitt 9 Fischer /Jahr, grøsstenteils auswærtige Fischer.

Meine Mitfischer und ich auch haben immer ein Messer am Guertel bzw an der Schnur vorne in der Bauchtasche.
Notfalls sofort ein Schnitt durch die Wathose entlang der Beine von unten nach oben hin.

Ueber die jenigen die stehend im Boot und ohne Weste fischen will ich mich gar nicht æussern , landesweite Zahlen, besonders bei den meeresfischenden Touristen erspare ich mir ebenfalls.

Gruss Hendrik
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