Neuentwicklung auf dem Schnurmarkt

Forum für Fragen und Erfahrungen zu Gerät - Zubehör - Bekleidung - etc. Gibt es besonders empfehlenswertes Tackle? Was benötigt der Fliegenfischer wirklich? Du hast allgemeine oder spezielle Fragen, oder gute oder schlechte Erfahrungen mitzuteilen? Hier ist Platz dafür und Du bekommst die Antworten, die Du suchst...

Moderatoren: Maggov, Forstie, Michael., Olaf Kurth

Antworten
Hubert.R

Neuentwicklung auf dem Schnurmarkt

Beitrag von Hubert.R »

Bei einem meinem letzten England Besuch konnte ich kurz eine komplett neuartige Schnur testen. Leider ist das Modell noch nicht in Serie gegangen, da der Erfinder Paul Pickering noch keinen Produzenten gefunden hat, der die Schnur in einem vertretbaren Kostenrahmen in Serie produzieren kann.

Das aber nur vorab. Ich komme jetzt zu den einmaligen Eigenschaften dieser Neuentwicklung.
Ich kann hier nur die Eigenschaften beschreiben, die ich beim Werfen kennen gelernt habe. Die technischen Kniffe kenne ich leider nicht. Verständlicherweise wollte mir Paul diese auch nicht verraten.

Vom Grundaufbau handelt es sich um eine normale Longbelly-Leine mit einem ca. 15 m langen Kopf. Bedingt durch diesen langen Kopf kann man wunderbar eine Menge Schnur in der Luft halten. Rollwürfe und die ganzen anderen Trickwürfe klappen ganz hervorragend. Auch das Menden klappt durch den langen Kopf wunderbar. Sollte man in die Verlegenheit kommen weiter als 15 m werfen zu müssen, was in den meisten einheimischen Gewässern nicht nötig ist, kommt das unglaubliche Weitwurfvermögen der Schnur zum tragen. Bedingt durch eine sehr dünne Schussleine fliegt diese Schnur bis weit ins Backing. Dies ist aber ja noch nichts besonderes. Die hier beschriebenen Eigenschaften sind ja bei vielen Longbelly-Leinen vorhanden.

Das erstaunliche ist die scheinbare Gewichtsverlagerung im Belly der Leine. Das Problem bei den Longbelly oder auch DT Schnüren ist, das sie bei einer kurzen Leinenlänge die Rute nicht ausreichend laden. Für den fortgeschrittenen Werfer ist dies sicher kein großes Problem. Dem Anfänger fehlt aber meist die nötige Rückmeldung durch das Schnurgewicht. Wird die Schnur von Paul ein bis zweimal scharf beschleunigt verlagert sich das Leinengewicht mehr zur Schnurspitze hin, was zur Folge hat, das die Rute auch schon mit wenig Schnur in der Luft ordentlich geladen wird. Hält man mehr Schnur in der Luft und macht weitere Leerwürfe, verteilt sich das Gewicht wieder über die ganze Bellylänge. Vom äußeren Erscheinungsbild ist die Schnur nicht von einer handelsüblichen Schnur zu unterscheiden. Für mich unverständlich, wie das alles klappt.

Hat einer von euch eine Idee, wie das alles funktionieren könnte?

Hubert
NicoH

Beitrag von NicoH »

Ey, der erst April ist doch noch gar nicht ;-))
Nee, ich könnte mir vorstellen, das die Keule aus einem flexiblen Material besteht, welches aber eine hohe Viskosität hat. Wenn man stark beschleunigt, rutscht Masse der Keule weiter nach vorne, wenn man wieder soft wirft, geht die Keule in die Ausgangsform zurück.
Ich finde das etwas übetrieben, aber innovativ ist das auf jeden Fall.

Nico
Hubert.R

Beitrag von Hubert.R »

Hallo Nico,

vielen Dank dafür, dass Du dir Gedanken zu dem Thema gemacht hast. Leider kann dein Erklärungsversuch nicht richtig sein. Wenn ich dich richtig verstehe, meinst Du das das Coating so weich ist, dass es sich den Würfen entsprechend "verschiebt". Meiner Meinung nach kann das aber nicht die Erklärung sein, da sich das Coating relativ hart anfühlte. Eine Ummantelung, die sich im Wurf verschiebt müsste eigentlich relativ weich sein.

Ich habe gestern mit einigen meiner Fischerkollegen auch nochmal über das Thema gesprochen. Mein alter Freund Axel meinte, das die Schnur eventuell wie eine Cortland 555 mit ihren hohlen Kanälen aufgebaut ist, in die dann eine spezielle Flüssigkeit injeziert wurde. Könnte das des Rätsels Lösung sein? Ich bin mir unsicher.

Mit einem freundlichen Fischergruß
Hubert
Manfred P.

Beitrag von Manfred P. »

Kann ich mir auch schwer vorstellen. Wenn eine Art Gel oder andere flüssige, verschiebbare Masse vorhanden ist, sollte diese egal bei welcher Schnurlänge in den vorderen Bereich "gleiten". Wenn also mehr Schnur in der Luft ist kann sich die Flüssigkeit nicht auf die ganze Keule verteilen. Abgesehen davon das sich die Flüssigkeit nicht so schnell verteilen könnte.
mfg Manfred
Benutzeravatar
Dirk Janßen
Beiträge: 1530
Registriert: 28.09.2006, 16:21
Wohnort: Dangast
Hat sich bedankt: 42 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Dirk Janßen »

Möglicherweise sind die Schnurabschnitte von unterschiedlichem spezifischem Gewicht.

Gruß
Dirk
Fliegenfischen ist der Weg und das Ziel.
NicoH

Beitrag von NicoH »

Aber das würde noch nicht erklären, warum die Gewichtisverteilung dynaymisch verläuft, man sie also durch das Werfen nach vorne verlagern kann.

Nico
Benutzeravatar
Dirk Janßen
Beiträge: 1530
Registriert: 28.09.2006, 16:21
Wohnort: Dangast
Hat sich bedankt: 42 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Dirk Janßen »

Könnte ein subjektives Empfinden sein, denn physikalisch ist das wohl eher nicht möglich.

Gruß
Dirk
Fliegenfischen ist der Weg und das Ziel.
maruoff

Beitrag von maruoff »

steelfin erreicht genau dasselbe ohne technischen schnick-schnack mit seiner XXD oder wie die schnur heisst.

des rätsels lösung liegt hier einzig und allein im taper (eine art doppelte Keule). leider gibts die meines wissens nur iin 6, 8 und 10. kein hexenwerk also und auch nicht wirklich was neues.

wäre wünschenswert jedoch, dass es solche schnüre in allen schnurklassen gibt.
JensR

Beitrag von JensR »

Hallo Marcus,

derzeit gibt es die XXD-offiziell leider GAR NICHT - siehe ->www.steelfin.com :(


Gruß, Jens


ps. Nachtrag: Hier gibt's noch eine ;) -> http://www.interweb.ch/cgi/emailinglist ... 4813730418
maruoff

Beitrag von maruoff »

schade eigentlich. ist die beste 8er schnur die ich je geworfen habe. leider habe ich sie nur in leucht-orange!
Benutzeravatar
Michael Pohl
Beiträge: 446
Registriert: 28.09.2006, 21:11
Wohnort: Bocholt
Kontaktdaten:

Beitrag von Michael Pohl »

Tach zusammen,

habe auch bis heute nichts besseres geworfen als die 8er XXD von Steelfin,
allerdings habe ich sie in eher unauffälligem Elfenbein.
Benutzeravatar
Rolf Renell
Beiträge: 1605
Registriert: 29.09.2006, 13:32
Wohnort: Köln,Leverkusen/Berg.Land/Eifel/Irland
Hat sich bedankt: 31 Mal
Danksagung erhalten: 69 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Rolf Renell »

Die XXD von S.A. ;-),erreicht gleiches erhältlich bei Heger,beste Grüsse Rolf
-----------------------------------------------------
...a fisherman`s dream , is a trout in the stream ...
NicoH

Beitrag von NicoH »

Ähh, jetzt bin ich aber verunsichert: Ich habe mal die XXD von Steelfin geworfen und fand sie nicht so gut (besser so?). Die XXD von SA habe ich selber und die wirft sich toll. nach meinen Erfahrungen sind das komplett unterschiedliche Leinen: Die von Steelf. mit sehr viel Gewicht vorne um die Rute schnell zu laden, eher wie ein Schusskopf. Die von SA eher eine Longbelly mit sehr langem Taper für optimale Kraftübertragung um viel Schnur in der Luft zu halten.

Nico
Antworten