@ gebhard
natürlich hast Du mit dem "Paternoster-System" eine der effektivsten Methoden, aber mit der Angel können wir definitiv keinen Fluss oder Bach leerfischen! Auch mit dieser Methode nicht. Du kannst die Individuendichte zwar über einen Zeitraum stark dezimieren - mehr aber nicht!
Zu Beginn meiner Fly-Fly-Karriere band ich auch in schnellen Wassern eine puschige Trockene oben an, um den Biss ca. 1,5 Meter tiefer an der Nymphe besser erkennen zu können. Ergebnis: 2 prächtige Bf, eine oben und eine unten, die wie wild kämpften (war gar nicht so selten). Das war Anfang der 90-er Jahre und ich dachte damals, das dieses Fischen nichts mit meiner Vorstellung von Fliegenfischen zu tun hat, sondern nur meine Fischgier befriedigt! Obendrein bestand die Gefahr, dass einer ausreißt und mit meinen Nymphe gepirct wird. Das war's dann, das brauchte ich nicht.
Umso erstaunlicher sah ich vor einigen Jahren bei meinem spanischen Freund die Paternoster-Methode mit schwerer Nymphe oben! Ich lästerte mit besagtem Paternoster-Makrelen-Spruch und José konterte mit den Bedingungen der internationalen Fly-Fly-Competitions-Regeln bei Weltmeisterschaften. Dat iss tatsächlich erlaubt und wird auch von unseren Nachbarn (Tschechien, Polen) sehr effektiv praktiziert.
Zum Besatz mit fangfähigen Fischen: Das ist bei uns generell verboten, ebenso wie der Raini-Besatz. Wir haben z. B. die Äsche in einem großen Verein (80 Km Fließgewässer, Güte 1a) ganzjährig geschont und hier bei mir zu Hause haben wir das Äschenmindestmaß auf 35 cm gesetzt (Bf. 30 cm).
Natürlich geht es für mich beim Fliegenfischen um reinste Lustbefriedigung!!!!!
Es geht um die große Lust beim fischen, bei der Beobachtung und Registrierung natürlicher Abläufe wie Laichgeschäfte oder Brutverhalten (wir sperren z.B. Brutplätze des Eisvogels während der Brutzeit für die Fischerei), bei der Beseitigung von Wehranlagen, Hindernissen, und Wohlstandsmüll, bei der makroskopischen Gewässeruntersuchung (Saprobienindex) mit Schulklassen, bei der Arbeit fürs Wiederansiedlungsprogramm für Wandersalmoniden, beim Erfahrungs-Austausch mit meinen ausländischen Freunden, bei der Öffentlichkeitsarbeit als ausgebildeter Fischereiberater für unsere Sache, bei der Betreuung von Junganglern - auf diese Sachen habe ich Lust, denn sie vermitteln in erster Linie einen Respekt vor der Kreatur und deshalb sind viele Angler ganz engagierte Naturschützer!!
Und natürlich habe ich Lust auf große Fische, die ich töte und für ein leckeres Essen zubereite.
Denke, wir verstehen uns! :naiv:
Gruß, Olaf