Fliegenführung in Stillgewässern

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Dirk Janßen
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Fliegenführung in Stillgewässern

Beitrag von Dirk Janßen »

Moin,

mich interessiert, wie ihr der Nymphe, der Nassfliege oder dem Streamer Leben einhaucht, wenn ihr die Schnur einholt.

Ich bin gespannt auf eure Antworten.

Dirk
Fliegenfischen ist der Weg und das Ziel.
Thor

Beitrag von Thor »

Hallo Dirk,
in unserer Gegend sind stehende Gewässer die Regel, das kennst du ja. Meine Erfolge mit Streamern machte ich mit dreimal kurz und dann dreimal lang einstrippen. Dazwischen immer eine kleine Absinkpause. Nymphen strippe ich nur kurz ein. Mit Nassfliege hab ich noch nicht probiert.
Tight Lines, Thorsten
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Dirk Janßen
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Beitrag von Dirk Janßen »

Das "wie einstrippen" interessiert mich. Machst Du weiche Zupfer oder harte Rucks? Lässt Du die Leine dabei durchhängen? Hältst Du die Rutenspitze in Richtung Fliege? Schwippst Du mit der Rutenspitze?
Mich interessieren die verschiedenen Techniken, wie man die Fliege am effektivsten bewegt.

TL
Dirk
Fliegenfischen ist der Weg und das Ziel.
Thor

Beitrag von Thor »

Ich strippe mit Gefühl, nicht ruckartig. Die Rute halte ich dabei ruhig und die Rutenspitze in Richtung Fliege, in Neun- oder Zehn-Uhr-Stellung. Dabei hängt die Schnur durch. Die Bisse habe ich dann meistens in der Einstripp-Phase bekommen. Die Pausenlänge in der Absinkphase passe ich der Gewässertiefe an.
FlyfisherNRW
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Beitrag von FlyfisherNRW »

Hallo Dirk,Hallo an alle anderen,
bei mir kommt das auf die Situation an,wenn die Fische aggressiv sind dann strippe ich ruckartig,nach folgendem Rythmus ein:kurz kurz lang,kurz kurz,lang usw. dazwischen immer Absinkphasen.

Wenn die Fische vorsichtig beißen verleihe ich dem Streamer Bewegungen,indem ich die Rutenspitze,mit Hilfe des Handgelenks vibirieren lasse.
Tl Roman
Alkohol ist keine Lösung!....


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Dirk Janßen
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Beitrag von Dirk Janßen »

Nun wird's interessant.

TL
Dirk
Fliegenfischen ist der Weg und das Ziel.
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Wasserpatscher
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Beitrag von Wasserpatscher »

Ich halte die Rute eher seitlich, etwa im 90-Grad-Winkel zur Schnur, und mache kleine Zupfer, oft auch nur "Zitterzupfer" aus dem Handgelenk, dabei strippe ich langsam in kurzen, aber unregelmäßigen Zügen ein und mache auch einige Pausen dazwischen. Oft kommen in oder direkt nach den Pausen die Bisse. (Gilt für Streamer und Nymphen.)

Ach ja, und ich benutze einen knetbaren Bissanzeiger. Hilft gerade in stehenden Gewässern ungemein, die Bisse zu erkennen. (Mit fange ich oft doppelt so viel Fische wie ohne.)
Liebe Grüße, Gerhard

„Ach, du bist's, alter Wasserpatscher, sagte sie, ich weine
über meine goldene Kugel, die mir in den Brunnen hinabgefallen ist.“
Thor

Beitrag von Thor »

@ Gerhard
Wie montierst du denn die Bißanzeiger? Größe und Entfernung zur Fliege interessieren mich. Hab die Knetbißanzeiger noch nie benutzt.
Gruß Thorsten
Äschenjäger
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Beitrag von Äschenjäger »

Wasserpatscher hat geschrieben:Ich halte die Rute eher seitlich, etwa im 90-Grad-Winkel zur Schnur, und mache kleine Zupfer, oft auch nur "Zitterzupfer" aus dem Handgelenk, dabei strippe ich langsam in kurzen, aber unregelmäßigen Zügen ein und mache auch einige Pausen dazwischen. Oft kommen in oder direkt nach den Pausen die Bisse. (Gilt für Streamer und Nymphen.)

Ach ja, und ich benutze einen knetbaren Bissanzeiger. Hilft gerade in stehenden Gewässern ungemein, die Bisse zu erkennen. (Mit fange ich oft doppelt so viel Fische wie ohne.)
Hallo Gerhard,
interessiert mich ebenfalls. Was für Zielfische? Vorfachlänge/Spitze?
was für Streamer?
Lg, Marius
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webwood
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Beitrag von webwood »

Hallo

da ich etwas Erfahrung in Stillgewässern habe, erlaube ich mir zu fragen, um welchen Fisch es denn geht? Ich glaube nämlich nicht, daß die Frage pauschal beantwortbar ist. Auf Karpfen zupf ich z.B recht verhalten und langsam, so würd ich aber wohl niemals einen Barsch überlisten.

TL

Thomas
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Wasserpatscher
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Beitrag von Wasserpatscher »

Ich bin mal stillschweigend von Salmoniden ausgegangen. Ich nehme meist ein sinkendes Vorfach, 1,5-2m lang, mit 1-1,5m* langer Vorfachspitze (16er, meist eher 20er, dazwischen Pitzenbauerring). Zum Anknoten nehme ich den Orvis-Knoten.

Den Bissanzeiger (Mandelkerngröße) knete ich unmittelbar an die Spitze der Fliegenschnur.

*Dieses für Streamer ziemlich lange Vorfach funktioniert deshalb ganz gut, weil das Sinkvorfach relativ steif ist. Muss aber insgesamt so lang sein (2,5-3m) wegen der benötigten Tiefe und der - vielleicht unnötigerweise be- und gefürchteten Scheuchwirkung.
Liebe Grüße, Gerhard

„Ach, du bist's, alter Wasserpatscher, sagte sie, ich weine
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blackcdc
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Beitrag von blackcdc »

Hallo Dirk,

mein liebstes Fliegengewässer ist ebenfalls ein See. Vielleicht helfen dir ja auch meine Erfahrungen weiter.

Auch ich verwende einen Bissanzeiger ( ohne ist es äußerst schwierig !!), allerdings einen zum Aufschieben. Da der See den ich befische, bis 6 m tief ist ist es mit Bissanzeiger nicht so einfach zum Fischen. Denn wenn du einen Fisch am 5 m langen Vorfach ausgedrillt hast und der Bissanzeiger am Spitzenring ist - hast du bei normaler Rutenlänge immer noch wenigstens 2 m Vorfach im Wasser.

Ich habe zwei Möglichkeiten ausprobiert, um trotzdem so weit wie möglich runter zu kommen. Entweder du benutzt einen Bissanzeiger mit Gummischlaucheinlage, den man nur ein kleines Stück auf die Fliegenschnur, besser noch den Loop, aufschiebt - so das er beim Drill mit einem leichten Ruck in der Schnur von der Hauptschnur rutscht - dann kannst du auch mit extrem langen Vorfächern fischen.

Zweite Variante - eine lange Rute ( habe mir eine Sage XP 6110 zugelegt - 3,30 m lang ) - dann kannst du auch mit ca. 4 m langen Vorfächern fischen.

Zum Führen der Nymphe - oft zupfe ich die Nymphe schon beim Absinken ganz leicht. Oft erfolgt dann der Biß wenn man eine Pause macht. Oder wenn die Fliege schon unten ist, ein oder zwei kräftige Zupfer und dann wieder Pause.

Nochwas zur Bisserkennung - oftmals schient der Bissanzeiger nur zu zittern - trotzdem anschlagen, bei solchen Vorfachlängen ist ein eher unscheinbarer Anbiss oft die Regel. Nach meinen Erfahrungen zumindest.

Ich hoffe, dir etwas geholfen zu haben und wünsche dir viel Erfolg bei der Stillwasserfischerei.

Beste Grüße

René [/img]
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Dirk Janßen
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Beitrag von Dirk Janßen »

FlyfisherNRW hat geschrieben:... verleihe ich dem Streamer Bewegungen,indem ich die Rutenspitze,mit Hilfe des Handgelenks vibirieren lasse.
Moin Roman,

das ist das, was mich interessiert. Ich habe in letzter Zeit ein wenig experimentiert bei der Köderführung und zwar in der Weise, dass ich die Rute 90 Grad zur Schnur halte und die Spitze so nach oben schwippe, dass sich ein "Bauch" nach oben in der Schnur bildet. Beim "Fallenlassen" des "Bauchs" gibt es dann einen kleinen Ruck zur Fliege hin, der die Fliege richtig ruckartig bewegt. Durch die Größe des "Bauchs" lässt sich die Länge der Rucks bestimmen.
Das alles funzt aber nur, wenn die Keule schon im Spitzenring ist.

TL
Dirk
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Wasserpatscher
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Beitrag von Wasserpatscher »

Dirk/WHV hat geschrieben:Beim "Fallenlassen" des "Bauchs" gibt es dann einen kleinen Ruck zur Fliege hin, der die Fliege richtig ruckartig bewegt.
Bei einer ganz bestimmten Bewegung - Rute mit einer bestimmten Geschwindigkeit senken (ist das "Dein" Bauch, den Du fallenlässt?) - macht die Fliege sogar einen Ruck rückwärts - es hat mich mehrere Anschläge ins Leere gekostet, bis ich das rausgefunden habe....
Liebe Grüße, Gerhard

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Heinz
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Beitrag von Heinz »

Hallo,

mich hätte interessiert, ob bei Streamern, die im Wasser beim Einholen ihre Form nicht verändern (also etwa Epoxystreamern) schon jemand versucht hat, diese von der Rolle aus einzuholen und Bewegung mit der Rutenspitze einzuhauchen. Mir ist schon klar, dass das beim neuen Auswerfen Nachteile hat und dass es etwas vom Spinnfischen hat, aber es wäre vielleicht einen Versuch wert, weil man beim Biss vielleicht eiigen Vorteil hätte (speziell in Verbindung mit einer Antireverserolle). Ich selbst habe es übrigens noch nicht probiert.

Grüsse
Heinz
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