Todesfall Huchen?

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pehers
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Todesfall Huchen?

Ungelesener Beitrag von pehers »

Servus Freunde!

Mit Entsetzen habe ich heute einen Prospekt einer großen österreichischen (aber immerhin) Supermarktkette gelesen und auf der letzten Seite neben den üblichen Verdächtigen Regebogenforelle, Saibling und anderen wurde auch tatsächlich Huchen/Donaulachs angeboten. kg/€ 33,--.

Sind wir mit dem Huchen tatsächlich auf dem gleichen Weg, wie mit den Forellen? Wird das auch eine "Zuchtsau" der Gewässer? Werden die Huchenstämme auch genetisch bedenklich sein, die wir in unsere Gewässer freilassen?

Oder finde ich das schlimmer als es ist?

Freue mich auf Eure Einschätzungen und Meinungen.

L.G.
Hans
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Royal Coachman
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Leider nicht !

Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Hans !

Leider wird das so kommen, es dürfen keine RB gesetzt werden, aus welchen dubiosen Gründen auch immer, also wird der Huchen gezüchtet, groß genug wird er ja!

Er wird das gleiche Schicksal erleben, wie die RB und zwar aus viererlei Gründen.

1. er ist ein delikater Speisefisch
2. er wächst zu ordentlichen Größen heran, mit denen man heutzutage die "Sportfischer" begeistern kann
3. er ersetzt die gesetzlich verbotene RB
4. er gedeiht auch in nicht mehr bachforellentauglichen Gewässern

Leider kann man da unseren Biologen den Vorwurf nicht ersparen, daß sie durch die Verteufelung der Regenbogenforelle, dieser Entwicklung massiv Vorschub leisten, wobei sie außer Acht lassen, daß die Mehrzahl unserer Gewässer der Bachforelle nur mehr sehr eingeschränkten Lebensraum bietet.

Mittlerweile hat sich entgegen deren Behauptung herausgestellt, daß in vielen Gewässern selbstreproduzierende Bestände der RB existieren, doch es werden keinerlei Bemühungen unternommen, diesen seit 140 Jahren in unseren Gewässern lebenden und sich vermehrenden Salmoniden zu unterstützen, im Gegenteil man hört von Versuchen die RB aus den Gewässern zu entfernen z.T. mit haarsträubenden Argumenten wie "Laichkonkurrenz" und ähnlichem Schwachsinn.

Die Regenbogenforelle wurde vor 140 Jahren aus Amerika eingeführt, weil unsere Gewässer sich massiv durch Verbauten verschlechtert hatten und es kann wohl niemand behaupten, die Gewässer seien besser geworden. Weder vom Ausbau noch von der Wasserqualität her ist eine Besserung im Vergleich von 1870 fest zu stellen.

Um jeglichem Mißverständnis vor zu beugen:
im reinen Bachforellenwasser mit ordentlichem, selbstreproduzierendem Bestand, der sich nicht auf Inselpopulationen beschränkt, ist ein Einsatz von RB's unter Umständen problematisch, obwohl auch hier einige Beispiele zu nennen wären, wo sogar in kleinsten Bächen ein friedliches Nebeneinander von BF und RB besteht ohne daß je eine der beiden Arten besetzt wurde oder überhand nimmt.

Die Zukunft sieht trübe aus:

für die Regenbogenforelle, weil sie nicht erwünscht ist,

für die Bachforelle, weil sie nicht genügend Lebensraum mehr hat und

für den Huchen weil ihm die gnadenlose Vermarktung durch die Fischzuchten und die Nachfrage nach großen fangfähigen Fischen durch die Fischer den genetischen Garaus machen werden.

Euer
Royal Coachman
Der immer auf Seiten der Fische steht!
robert h
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Ungelesener Beitrag von robert h »

Hallo,

tja, es ist schon unglaublich wie die großen Supermarktketten scheinbar völlig enthemmt alles vermarkten, was vermarktungsfähig ist.

Die Fischzüchter sind auch nicht besser. Wollen immer nur Geld verdienen.

Unsere Fischwasser werden ruiniert.

Wer ist eigentlich verantwortlich dafür, was in die Gewässer eingesetzt wird?

Wer missachtet hier in Bayern die gesetzliche Vorschrift des §19Abs.1 AVFiG, wonach zwingend "der Besatz aus Beständen oder Nachzuchten erfolgen muss, die den zu besetzenden Gewässern ökologisch möglichst nahe zugeordnet werden können"?

Ist diese zitierte Bestimmung - unabhängig davon, ob sie andernorts auch Gesetz ist - nicht zugleich auch Standard der guten fachlichen Praxis?

Wer hat Lust mit regionalen Fischzüchtern Vereinbarungen zu treffen, die diese Aspekte der Biodiversivität berücksichtigen?

Wer hat Lust auf einer Vereinsversammlung "der Mehrheit" oder auch nur dem Besatzwart klar zu machen, dass die Umsetzung der Biodiversivitätsstrategie zwar die Besatzkosten deutlich erhöht aber absolut notwendig ist?

Fragen aus einer anderen Welt.

Gehen wir lieber Fischen in letzten Refugien: Traumhafte Fische, in einer traumhaften Landschaft, in einem traumhaften Jetzt.

Alles wird gut!

LG
Robert
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Huchenhunter
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Ungelesener Beitrag von Huchenhunter »

Hey Leute,
ich kann mich euren Befürchtungen nicht anschließen. Diese Vermarktungsidee wird sich auf kurz oder lang nicht durchsetzen, € 35,--/Kilo unfiletiert ist meiner Meinung nach für einen heimischen Speisefisch einfach zu hoch, da fehlen die Kunden (speziell bei dieser Supermarktkette), der Bekanntheitsgrad und der wirklich große Absatz.

Viele Gewässerverwalter sind bereits auf der Hut und lassen die Finger von schlechter Qualität. Speziell Bewirtschafter von Huchenwassern haben in den letzten Jahren viel dazu gelernt und auch teure Besatzfehler gemacht. Huchen aus Intensivzucht, welche mit Pellets aufgezogen werden verzeichnen bei ihrer Auswilderung eine sehr hohe Sterblichkeitsquote, da sie das Jagen nicht gelernt haben und wegen ihres verkümmerten Schlundes keine Beutefische schlucken können. Deshalb wird bei Besatz sehr stark auf Qualität und Herkunft geachtet (bei einem Kilopreis zwischen 35 und 50 € auch verständlich)!

Zum "Huchenpuff" und Huchen als Massensportfisch:
Dafür ist der Besatz einfach zu teuer, speziell große Exemplare (mit Fischen hochgezogen) kosten richtig viel. Außerdem ist der Huchen viel zu launisch und die Fischerei auf ihn viel zu aufwendig und zeitintensiv, als das die Huchenfischerei Massen an Fischern ans Wasser locken würde. An meinem Hauswasser der Mur fischen auch nur wenige auf Huchen. Klar habens viele schon mal ausprobiert, aber wegen mangelnder Erfolge wieder bleiben lassen.

Soweit meine Meinung zum Thema.

Petri Niko
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Achim Stahl
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Ungelesener Beitrag von Achim Stahl »

Moin,

weshalb die Aufregung?

Die Fischzüchter mästen schon lange Huchen in ihren Teichen. Meistens werden sie an die Angelvereine als Besatzfische verkauft, aber zumindest in München kamen sie zu meiner Zeit auch immer wieder in die Fischgeschäfte.

Was nun die Teichwirtschaft mit Huchen mit den Regenbogenforellen in unseren Fließgewässern zu tun hat entzieht sich, ehrlich gesagt, meiner logischen Kombinationsgabe :smt017 .

Aber wie Nico schon gesagt hat, bei den Preisen, die ein (Zucht-)Huchen kostet, wird er weder als Speisefisch noch als Besatzfisch zum Ersatz für eine billig zu züchtende Regenbogenforelle werden.


Viele Grüße!


Achim
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Heinz
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Ungelesener Beitrag von Heinz »

Hallo,

ich denke, dass aufgrund des relativ hohen Preises die Huchenaufzucht als Speisefisch nicht einen besonders hohen Umfang erreichen kann. Nur relativ teure Restaurants werden diesen Fisch bei den üblichen Aufschlägen auf die Karte setzen können. Bedenklich könnte die Angelegenheit werden, wenn durch irgendwelche Massnahmen die Zucht derartig rationalisiert werden kann, dass der Fischpreis wesentlich (etwa auf den Preis der RBF) gesenkt werden kann und anschliessend Fische aus Speisefischzucht als Besatzfische verwendet werden. In diesem Zusammenhang denke ich vor allem an genmanipulatorische Massnahmen. Deswegen gehört Genmanipulation auch bei Speisefischen verboten. Dass Vereine in wenig oder nichtgeeignete Fiischwasser Huchen als "Attraktivitätsbesatz" einbringen werden, wird sich schwer verhindern lassen. Das passiert aber jetzt auch sicher schon. Die Gefahr steigt natürlich mit sinkenden Preisen. Und mit der teilweise unbegründeten generellen Verteufelung der RB durch manche Kreise, auch solche aus Fischereikreisen .....

Grüsse
Heinz
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pehers
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Ungelesener Beitrag von pehers »

Aufgrund einer Auskunft einer fachlich berufenen Quelle habe ich folgende Anmerkungen zum Vorgesagten zu machen:

- Huchen lassen sich nicht "mästen", sie müssen sehr verhalten gefüttert werden um nicht leberkrank zu werden!
- überzählige Satzfische werden eben auch noch heute und zunehmend in den Lebensmittelhandel gebracht
- Dieser Preis von ca. € 32,-- wird in unserer Wohlstandsgesellschaft seinen Platz neben dem auch nicht billigen Seesaibling und dem Lachs finden können?
- Ob die hohen Preise bezahlt werden, wird die Nachfrage zeigen: Arctic Char (Seesaiblung oder "(R)Alpenlachs") ist auch nicht billiger und wird zu zigtausend Tonnen erzeugt und mit einigen hundert Tonnen p.a. nach D importiert!
- In der EU kommen keine "genmanipulierten"Fische auf den Markt! Das ist lebensmittelrechtlich bei Tieren nicht zulässig und bei Satzfischen nach den Länderfischereigesetzen verboten - darauf lässt sich auch kein Züchter ein! - Warum auch solchen teuren Aufwand treiben? Um haltungstolerante, rationell produzierbare Fische zu bekommen reicht ein ganz traditionelles Zuchtselektionsprogramm aus, bei den Seesaiblingen hat das weniger als 15 Jahre gedauert !!! Genetische Manipulationen sind längst verboten!!! Sogar Besatz mit "biotechnisch behandelten" Fischen ist nicht erlaubt: Hybriden, rein weibliche oder triploide/sterilen Fischen ist definitiv verboten!

Danke für Eure Ansichten: Kern der Befürchtungen meinerseits ist, dass ein Hype ausgelöst wird - an den häufigeren Zeitungsnotizen kann man sehen, dass der Huchen "in" ist. Wenn er das auch Lebensmittel wird, wird es Züchter geben, die dieses Verlangen stillen! Und der Preis wird bezahlt werden!

Ich freue mich auf weitere Ansätze und verbleibe mit l.G.
Hans
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robert h
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Ungelesener Beitrag von robert h »

Hi,

zur konkreten Situation im Großraum München:

Es werden momentan mehr Huchen gezüchtet als von den Angelvereinen abgenommen werden.

Belieferung der Feinkostgeschäfte und der Gastronomie mit Huchen bis ca. 60 cm. Bei dieser Größe scheint eine natürliche oder wirtschaftliche Barriere zu liegen. Größer wird nicht geliefert.

Große Huchen werden von Anglern verkauft (obwohl offiziell verboten). Huchen werden dann geräuchert oder "Graved" zubereitet. Kosten dann im Feinkostgeschäft zwischen 60 und 70 Euro pro Kilo. Absolut keine Absatzprobleme!

Das eigentliche ökologische Problem liegt darin, dass die einzelnen Huchenzüchter (eventuell?) nicht darauf achten, dass ihre Besatzfische aus der näheren Umgebung kommen. Zukäufe, Vermischung der Abstammungslinien.

LG
Robert
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Huchenhunter
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Ungelesener Beitrag von Huchenhunter »

Grüß euch miteinander,

Zur Vermischung:

Das sehe ich als kein Problem. Eher das Gegenteil stellt eine Gefahr für unsere Huchenbestände dar. Durch Querverbauungen wird eine natürliche Durchmischung des Genmaterials verhindert. Es kann keine vitalisierende Diversifikation der Gene statttfinden (Inzucht).

Früher (im Jahre Schnee) war das gesammte Donausystem durchgängig und man konnte keine eindeutige Unterscheidung zwischen den Huchenstämmen feststellen. Jedes Jahr zur Zeit der Laichzüge kam es zu einem Genaustausch, welcher für gesunde Bestände enorm wichtig war/heute wäre. Heute, nach verhinderung ausgedehnter Laichzüge kann man einen natürlich reproduzierten Huchen ganz gut zuordnen -- ein Pielachhuchen sieht ganz anders aus als einer aus der Drau oder Gail.

Zur Zucht:
Problematisch wirds wenn ganze Zuchtjahrgänge mehrere Jahre hintereinander von ein paar wenigen Muttertieren abstammen. würden zur Zucht regelmäßig neue einwandfreie Elterntiere aus Flüssen entnommen sehe ich dies nicht als soo problematisch an.

So far, Petri Niko
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Mario Mende / Sachsen
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Ungelesener Beitrag von Mario Mende / Sachsen »

Die Fischzüchter sind auch nicht besser. Wollen immer nur Geld verdienen.

Müssen Robert, müssen Geld verdienen!

Ich finde, es ist nicht so schlimm, wie es klingt.

Bedenkt man, dass Lachse, Störe und andere edle Speisefische bereits produziert werden, so konnte man sich doch denken: Irgendwann wird der Huchen auch dabei sein.

Eine Regenbogenforelle ist viel leichter zu züchten und bringt mehr Gewinn, als der Huchen- weil die schneller "marktfertig" ist von der Futterzeit her.

Ich kenne Zanderzuchtbetriebe in Austria, die machen saubere Arbeit und leben richtig gut davon. Von der Erbrütung bis zur Vermarktung, alles in einen Betrieb.

Meiner Meinung nach sollte man die REGENBOGENFORELLE endlich als einheimisch anerkennen. Beim Waschbär hat man das auchgetan!!
Vergräme den Kormoran, nicht den Fisch!

Mario
robert h
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Ungelesener Beitrag von robert h »

Hallo,

war gestern ganz offensichtlich wieder mal etwas sauer. Dementsprechend ist mein erstes Statemant ausgefallen. Ein Verständnishinweis: 1.Abschnitt satirisch, 2. Abschnitt hinterfragend, 3. Abschnitt zynisch.

Jetzt zu den konkreten Inhalten: Es gibt gerade eine aktuelle Fachdiskussion in wie weit es geboten oder zumindest sinnvoll ist, die regionalen Genpoole zu schützen und zu stützen oder ob es sachgerecht ist, auf größere Einheiten abzuheben. Stichwort: Konzept der "Genetischen Management-Einheiten".
Dazu aktuelle Veröffentlichungen:

Heft 14 2007: Gute fachliche Praxis fischereilicher Besatzmaßnahmen; Schriftenreihe des Verbandes Deutscher Fischereiverwaltungsbeamter und Fischwissenschaftler e.V. Bezug: Tel: 069/855006 (Schutzgebühr)

Landesfischereiverband Bayern: Fischbesatz in angelfischereilich genutzen Gewässern; Download bzw. Bezugsquelle hier im Thread vor ca. 2 Monaten bereits genannt.

Die bay. Veröffentlichung tendiert mehr zur Vorsicht und hebt dabei tendenziell auf die lokale Gruppe ab. Dementsprechend die bay. Gesetzeslage wonach Besatzmaterial möglichst engen Herkommensbezug haben muss.

Zur Regenbogenforelle: Gilt nach Gesetzeslage bereits jetzt als heimisch, wenn das lokale Vorkommen anhaltend selbstreproduzierend ist. Von da her kein Problem. Es gibt aber eine Auffassung, dass die Regebogenforelle nicht optimal mit Bachforelle und Äsche zusammenpasst. Bewiesen ist diesbezüglich aber gar nichts.

Man kann das alles so oder so sehen. Für mich ist aber eines klar: Was in unseren Fischgewässern herumschwimmt, dafür sind die Angler voll verantwortlich. Und es gibt keinen Grund zum Jammern und es ist auch nichts entschuldbar - volle Verantwortung der Angler.

Viele Grüße
Robert
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pehers
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Servus!

Möchte noch einen weiteren Aspekt einbringen: Geht Euch nicht auch das Faktum, dass man mittlerweile alles kaufen kann, ein bisschen gegen den Strich?

Ich meine das jetzt nicht als Kritik an der Marktwirtschaft, die das einzige Konzept ist, das zumindest bisher funktioniert, sondern einfach das Faktum, dass man manche Dinge nicht kaufen kann. Die gibts einfach nicht! Eine Äsche ist für mich eine der größten Kostbarkeiten, weil man sie eben nicht kaufen kann und wenn ich eine entnehme (was so gut wie nie vorkommt), dann bin ich mir dessen bewusst, dass eine Gaumenfreude auf mich wartet, die ich noch auf keiner Speisekarte eines Gourmettempels gelesen habe (die Zeiten, dass hunderte Kilo Äschen aus der Traun, der Enns und der Steyr am Fischmarkt in Linz verkauft wurden, sind ja endgültig vorbei) und die nur ein Fischer sich und seinen Freunden bieten kann. Ich empfinde das immer als ein besonders erhebendes Gefühl beim Fang eines solchen Fisches - allein die Möglichkeit ist beruhigend - und dann setzt man die Äsche aus den gleichen Gründen zurück.

Dieses Gefühl wird uns möglicherweise beim Huchen gerade genommen.

L.G.
Hans
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Heinz
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Ungelesener Beitrag von Heinz »

Hallo Hans,

selbst Äschen kann man-mit guten Beziehungen und selten und gegen gutes Geld- in manchen Restaurants kaufen. Ich selbst habe mir voriges Jahr bei einer solch seltenen Gelegenheit eine vergönnt, die ein kurzfristiges, aber in dieser Form trauriges Dasein in einem Vorratsaquarium geführt hat. Eine selbstgefangene kommt nicht mehr in Frage, weil ich grundsätzlich alle zurücksetze. Ausnahme wäre lediglich ein ganz grosses Exemplar, von dem ich ja dann weiss, das seine natürliche Lebensspanne bald abgelaufen ist. Aber es gibt auch in unserer Gesellschaft Dinge die man nicht kaufen kann-sie sind halt meist immateriell-aber gerade darum meist die wirklich wichtigen Dinge im Leben........

Grüsse
Heinz
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Huchenhunter
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Ungelesener Beitrag von Huchenhunter »

Terre Hans,

in diesem Punkt stimme dir absolut zu!! Durch das Angebot am freien MArkt, also nix mehr Insidersache, wird der Fisch (ob nun Äsche oder Huchen) einfach entzaubert.

Petri Niko
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Hartmut
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Ungelesener Beitrag von Hartmut »

@Hans,
Geht Euch nicht auch das Faktum, dass man mittlerweile alles kaufen kann, ein bisschen gegen den Strich?
Auf keinen Fall, denn für mich bedeutet "Freiheit" in hohem Maße auch, auf etwas verzichten zu können.

TL

Hartmut
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