Netzbauende Köcherfliegenlarven im Bach
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Netzbauende Köcherfliegenlarven im Bach
Hallo liebe Fliegenfischerkollegen,
ich habe mal eine Frage zu den Köcherfliegenlarven, umd zwar zu der Art, die Netze baut: Weiß jemand, welche Standorte die im Bach bevorzugen? Ich dreh an meinem Hausbach häufig Steine oder ein Stück Totholz um, um mir einen Überblick über das Vorkommen aquatischer Insekten zu verschaffen und sie zu fotografieren. Mittelfristig soll mal eine Übersichtstabelle daraus werden. Häuslebauer und die freilebenden Räuber gibt’s in Hülle und Fülle, aber Netzbauende hab ich noch keine gefunden. Wo verstecken sich die Biester? Sind das eventuell Wurzelbewohner? Schwarzerlen gibt’s am Ufer genügend. Wo muss ich suchen?
Tight lines
Tom
ich habe mal eine Frage zu den Köcherfliegenlarven, umd zwar zu der Art, die Netze baut: Weiß jemand, welche Standorte die im Bach bevorzugen? Ich dreh an meinem Hausbach häufig Steine oder ein Stück Totholz um, um mir einen Überblick über das Vorkommen aquatischer Insekten zu verschaffen und sie zu fotografieren. Mittelfristig soll mal eine Übersichtstabelle daraus werden. Häuslebauer und die freilebenden Räuber gibt’s in Hülle und Fülle, aber Netzbauende hab ich noch keine gefunden. Wo verstecken sich die Biester? Sind das eventuell Wurzelbewohner? Schwarzerlen gibt’s am Ufer genügend. Wo muss ich suchen?
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Tom
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Marco Reisen
Hallo Marco,
das Bachbett besteht fast ausnahmslos aus steinigem Grund und die Strömung ist wie von Dir beschrieben. Allerdings habe ich bislang nur Abschnitte bis zu einer Tiefe von etwa einem halben Meter abgesucht. Bevorzugen die Hydropsyche eventuell tiefere Bereiche? Oder kann es sein, dass die in einem Fließgewässer manchmal nicht vorkommen, obwohl die beiden anderen Arten dort weit verbreitet sind? Ich habe mit meinem Kindern schon ganze Nachmittage am Bach verbracht und mit Aquarienkeschern gesucht. Aber eine Hydropsyche war unter den hunderten von Larven, die wir gefunden haben, bislang nicht dabei.
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Tom
das Bachbett besteht fast ausnahmslos aus steinigem Grund und die Strömung ist wie von Dir beschrieben. Allerdings habe ich bislang nur Abschnitte bis zu einer Tiefe von etwa einem halben Meter abgesucht. Bevorzugen die Hydropsyche eventuell tiefere Bereiche? Oder kann es sein, dass die in einem Fließgewässer manchmal nicht vorkommen, obwohl die beiden anderen Arten dort weit verbreitet sind? Ich habe mit meinem Kindern schon ganze Nachmittage am Bach verbracht und mit Aquarienkeschern gesucht. Aber eine Hydropsyche war unter den hunderten von Larven, die wir gefunden haben, bislang nicht dabei.
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Tom
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Marco Reisen
- greypanther
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- Registriert: 01.10.2007, 19:52
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- Hat sich bedankt: 12 Mal
- Danksagung erhalten: 136 Mal
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Hallo Tom,
wie Marco schon angedeutet hat, müssen Hydropsychiden, die ja ziemlich häufig in den meisten Fließgewässern vorkommen, nicht notwendiger Weise auch in Deinem Gewässer/-abschnitt vorhanden sein.
Hydropsychiden bauen ihre Netze in Hohlräume zwischen Steinen oder Holz (habe allerdings auch schon deren Netze an untergetauchten Ästen entdeckt). Eigentlich sind sie leicht aufzuspüren, da sich eine Menge Schwebstoffe in ihnen fängt und sie so gut sichtbar macht.
Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht Deine Art der "Probenahme" (mit einem Aquariumnetz) die mit ihren Fangnetzen unter Steinen angehefteten Larven nicht erfasst. Drehe einfach mal mehrere Steine um und suche auf deren Unterseite nach den gut zu erkennenden Netzen mit den darin verborgenen Larven, oder schaue mal an etwas ruhigeren Stellen an versunkenem Holz nach den auffällig in der Strömung wedelnden Fangnetzen aus.
Beste Grüße
Klaus
wie Marco schon angedeutet hat, müssen Hydropsychiden, die ja ziemlich häufig in den meisten Fließgewässern vorkommen, nicht notwendiger Weise auch in Deinem Gewässer/-abschnitt vorhanden sein.
Hydropsychiden bauen ihre Netze in Hohlräume zwischen Steinen oder Holz (habe allerdings auch schon deren Netze an untergetauchten Ästen entdeckt). Eigentlich sind sie leicht aufzuspüren, da sich eine Menge Schwebstoffe in ihnen fängt und sie so gut sichtbar macht.
Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht Deine Art der "Probenahme" (mit einem Aquariumnetz) die mit ihren Fangnetzen unter Steinen angehefteten Larven nicht erfasst. Drehe einfach mal mehrere Steine um und suche auf deren Unterseite nach den gut zu erkennenden Netzen mit den darin verborgenen Larven, oder schaue mal an etwas ruhigeren Stellen an versunkenem Holz nach den auffällig in der Strömung wedelnden Fangnetzen aus.
Beste Grüße
Klaus
Gruß
Klaus
"Man kann nicht zweimal in den selben Fluss steigen"
Platon (panta rhei)
Klaus
"Man kann nicht zweimal in den selben Fluss steigen"
Platon (panta rhei)
Vielen Dank für Eure Hinweise, Marco und Klaus
ich such dann weiter unter den Steinen und an Ästen. Dachte schon, ich müsste mal zum Schnorcheln in den Bach, um die zu finden - und das ist auch im Juni kein reines Vergnügen.
Eine letzte Frage noch hinsichtlich der Imagos: Bei den Larven ist die Unterscheidung relativ einfach, aber woran erkenne ich bei den Imagos, ob das mal ein Wassergeistchen war? Über den Daumen gepeilt solls ja an die 140 Köcherfliegenarten in Deutschland geben und die sind sich so verdammt ähnlich.
Gibt es da sowas wie eine Faustregel bei den eingangs genannten drei Arten oder läuft das aufs Flügeladernzählen hinaus, wie ich das aus der Insektenkunde für Fliegenfischer kenne?
Viele Grüße
Tom
ich such dann weiter unter den Steinen und an Ästen. Dachte schon, ich müsste mal zum Schnorcheln in den Bach, um die zu finden - und das ist auch im Juni kein reines Vergnügen.
Eine letzte Frage noch hinsichtlich der Imagos: Bei den Larven ist die Unterscheidung relativ einfach, aber woran erkenne ich bei den Imagos, ob das mal ein Wassergeistchen war? Über den Daumen gepeilt solls ja an die 140 Köcherfliegenarten in Deutschland geben und die sind sich so verdammt ähnlich.
Gibt es da sowas wie eine Faustregel bei den eingangs genannten drei Arten oder läuft das aufs Flügeladernzählen hinaus, wie ich das aus der Insektenkunde für Fliegenfischer kenne?
Viele Grüße
Tom
- greypanther
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Hallo Tom,
leider ist es bei der Bestimmung von Köcherfliegen-Imagines mit dem "Zählen von Flügeladern" nicht getan. Es müssen eine Menge anderer Merkmale untersucht werden, wie z.B. Kiefertaster, Beinglieder, Fühler, Geschlechtsorgane etc. etc.. Die genaue Art-Bestimmung bei Köcherfliegen bereitet selbst Spezialisten manchmal ziemliche Schwierigkeiten.
Aber, zum Glück, sind die Fische keine ausgebildeten Entomologen und ihnen ist der Unterschied zwischen einem verdickten und unverdickten Endglied eines Kiefertatsters so ziemlich egal. Fressbar ist fressbar! Fische sind Pragmatiker und Opportunisten, sonst wäre ihr Stamm schon längst ausgestorben. Eine recht grobe Immitation der "Ziel-Spezies" fängt meist den Fisch.
Und ebenso pragmatisch sollten wir Fischer imho die Entomologie auch angehen. Will sagen, um auf Deine Frage zurück zu kommen, die gesuchte grobe Faustregel für Hydropsychiden-Imagines ist: mittelgroße (15 - 30 mm) Köcherfliegen mit dunkel- bis hellbraunen, hell(gelb) gemusterten Flügeln (deshalb im Englischen: "mottled sedge"). Begegnet Dir eine solche Köcherfliege, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um eine Hydropsyche (Rhyacophila)-Art handelt.
Beste Grüße
Klaus
leider ist es bei der Bestimmung von Köcherfliegen-Imagines mit dem "Zählen von Flügeladern" nicht getan. Es müssen eine Menge anderer Merkmale untersucht werden, wie z.B. Kiefertaster, Beinglieder, Fühler, Geschlechtsorgane etc. etc.. Die genaue Art-Bestimmung bei Köcherfliegen bereitet selbst Spezialisten manchmal ziemliche Schwierigkeiten.
Aber, zum Glück, sind die Fische keine ausgebildeten Entomologen und ihnen ist der Unterschied zwischen einem verdickten und unverdickten Endglied eines Kiefertatsters so ziemlich egal. Fressbar ist fressbar! Fische sind Pragmatiker und Opportunisten, sonst wäre ihr Stamm schon längst ausgestorben. Eine recht grobe Immitation der "Ziel-Spezies" fängt meist den Fisch.
Und ebenso pragmatisch sollten wir Fischer imho die Entomologie auch angehen. Will sagen, um auf Deine Frage zurück zu kommen, die gesuchte grobe Faustregel für Hydropsychiden-Imagines ist: mittelgroße (15 - 30 mm) Köcherfliegen mit dunkel- bis hellbraunen, hell(gelb) gemusterten Flügeln (deshalb im Englischen: "mottled sedge"). Begegnet Dir eine solche Köcherfliege, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um eine Hydropsyche (Rhyacophila)-Art handelt.
Beste Grüße
Klaus
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Klaus
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Platon (panta rhei)
Klaus
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