Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?
Möchte mich kurz vorstellen, Mein Name ist Martin ich komme aus Österreich bin 24 Jahre alt und fische seit meinem 8 Lebensjahr.
Mit 11 bekam ich meine erste Fiegenrute und war verliebt!
Seither fische ich hauptsächlich in Vorarlbergs Berg- und Baggerseen sowie in den hier häufigen Gebirgsbächen.
Neben Forellen und Karpfen ist es der Hecht der mich besonders Interressiert.
Nun meine erste frage Hier
Im Mai hab ich eine Woche frei und möchte für ein paar Tage an die Bodden zum Fliegenfischen auf Hecht fahren.
Was würdet ihr mir empfehelen ( Adressen,Waten oder Bootsverleih,Welcher Bodden)
nach einer ganzen Reihe von Rügen-Urlauben kann ich Dir den Wieker Bodden als Hechtrevier empfehlen (und übrigens ist auch die Ostseeküste - zum Beispiel bei Dranske, zwischen den Buhnen - lohnend, um vom Ufer aus Esox zu jagen).
Mit dem Waten im Bodden ist es freilich so eine Sache ... In den vielen sehr flachen Bereichen des Boddens habe zumindest ich überwiegend kleine Hechte und Unmengen von Barschen gefangen. Die größeren Kaliber, die es bei meinen Aufenthalten immer reichlich gab, jagen im tieferen Wasser, vor allem in der Strömung zum/vom Jasmunder Bodden: Ein Boot ist sehr hilfreich ...
Übrigens darf man nur vom ankernden Boot aus fischen. Angelt man vom treibenden Boot aus, können die Berufsfischer, die dort überall Netze/Reusen haben, ziemlich unfreundlich werden.
Zwar kommt man auch "zu Fuß" in fängige Bereiche, aber dazu muss man sich sehr gut auskennen.
Karten gibt es beispielsweise in den TouristShops der Gemeinden.
Tight LInes wünscht
Dein Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
Franz Kafka
Vielen dank für die Info. Also brauche ich ein Boot um eher Große zu fangen.....gibts da nen Bootsverleih? und wie groß sind die Barsche so? bzw mit was für Streamern hast du sie gefangen.
lg
Bootsverleihe gibt es eine ganze Menge auf Rügen, mein Lieber - das findest Du leicht über Google heraus. Zumal es darauf ankommt, wo Du denn los willst, kann ich Dir da spontan aus der Ferne kaum Ratschläge erteilen; das Angebot ändert sich ja auch von Saison zu Saison.
Die Barsche waren so wie überall: der eine klein, der andere größer ...
Bei den Streamern kommt es sehr darauf an, was gerade der dominante Futterfisch der Hechte ist. Ich habe generell die Erfahrung gemacht, dass überraschend kleine Muster erfolgversprechend waren - ca. 4 bis 5 Zentimeter lang. Gelb und Orange waren die beliebtesten Farben. Aber solche Dinge variieren natürlich sehr stark. Sind die sogenannten "Heringshechte" im Bodden, darf es ruhig Format Bananenschale sein ... Und Du musst relativ tief runter; ein schnell sinkender PolyLeader ist gewiss nicht verkehrt. Du musst/darfst dort auch mit wirklich ziemlich großen Hechten rechnen; die Rute sollte nicht zu leicht gewählt sein.
Am besten wäre es gewiss, wenn Du dich vor Ort bei den Einheimischen erkundigen würdest. Aber vielleicht meldet sich hier ja auch noch jemand, der sich vor Ort besser auskennt als
Dein Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
Franz Kafka
Danke, klingt sehr Interessant Ich hab mir gedacht im flachwasser mit einenr Echo ION #8 und in den Großhechtgebieten mit meiner Loop Blue Line Salt #11-12 zu fischen, letztere ist jedem hecht gewachsen.
setz Dich doch einfach mal mit Bernd Ziesche in Verbindung. Der macht dort unter anderem Guiding Touren für Fliegenfischer. Ich denke das wäre ganz schlau...
Ich denke, dass Du in diesem jahr auch watend gut größere Hechte fangen wirst. Nach längeren Wintern stehen auch die Weibchen noch flach. Vor zwei Jahren hatte z.B. Ende mai noch eine nicht abglaichte Dame am Band. Suche Dir ein paar krautige Ecken und dann sollte es passen. Der von Frank genannte Wieker Bodden ist gut im Mai; nur mit seiner Ködergröße(?!) kann ich mich nicht recht anfreunden und fische eher handgroße Streamer.
Ein Bellyboat kann eine gute Alternative zum Boot sein, da die Hechte zu der Zeit nicht unbedingt in den Rinnen stehen und Du so locker in 2-3m Wassertiefe an den Übergängen zwischen flachen und tieferen Gebieten fischen kannst.
eine lohnenswerte Ausgabe ist der Angelführer Bodden, da sind auch für den Watangler etliche gute Plätze aufgeführt. Außerdem rentiert es sich, von den wichtigsten Plätzen entsprechend gezoomte Ausschnitte aus google earth auszudrucken und mitzunehmen. Ach ja, unbedingt ein aktuelles Navi einpacken, oder hervorragende Karten kaufen.
Wie es dann vor Ort aussieht, das ist da oben auch sehr stark vom Wetter abhängig, speziell vom Wind. Aber durch die Vielzahl an Möglichkeiten findet sich dann immer auch eine windgeschütze Bucht. Wir waren letztes Jahr das erste Mal auf eigene Faust und fanden es großartig. Die ganz großen Damen haben sich zwar nicht blicken lassen, aber es war gut.
Noch ein Tipp: Es gibt etliche Buchten, die sind bis Ende Mai als Laichschonbezirk ausgewiesen und dürfen nicht befischt werden. Unbedingt vorher erkundigen, weil es sonst eine fette Anzeige geben kann. Hier noch einmal Dank an den freundlichen Rüganer, der uns letztes Jahr vor dieser Blamage gerettet hat. Es war aber für Laien nicht ersichtlich, dass der hintere Teil vom Wieker Bodden Laichschonbezirk ist!
Wolfgang aus Ismaning
An André:
war letztes Jahr auch mit dem Bellyboot unterwegs und kämpfte anfangs mit dem vorgeschriebenen Anker, bis ich es entnervt aufgab, allerdings mit schlechtem Gewissen und der Angst, gleich von der Küstenwache verhaftet zu werden. Wie machst Du das, mit Ankern oder ohne?
Wolfgang aus Ismaning
das mit den Laichschonbezirken wollte ich auch noch nachliefern...
@Wolfgang:
Ich ankere nicht immer, wurde bisher zweimal auf dem Wasser(unverankert) und einmal nach Landgang von der Fischereiaufsicht kontrolliert. Das letze Mal war im Sommer 2008. Die Kontrollen vorher waren standartmäßig: Fischereischein zeigen, Fische angucken und einen schönen Tag wünschen. Die letzte Kontrolle an Land ergab eine Meinungsdifferenz darüber, ob das Bellyboat nun Boot oder Schwimmhilfe ist. Die beiden Herren wiesen mich sehr nett darauf hin, dass es ihrer Meinung nach ein Boot ist und Anker/ Ankerball Pflicht wären. Es würde sie nicht stören, aber sie wollten mich darauf hinweisen und den Anker sehen. Eine Schrift gewordenen Grundlage konnten sie mir nicht benennen. Ein Kumpel(Hafenmeister in Hst) berichtete, dass die Wapo den Umgang mit den Bellyboats alls gesetzlich unklar bezeichnet hätten. Er meinte aber, dass die Aufmerksamkeit mit zunehmender Froschfüßlerzahl stiege.
Eine Menge offenes also...
...Froschfüßler ist gut... dann werde ich auf jeden Fall einen Anker mitführen und ab und zu mal setzen, dann ist der gute Wille demonstriert. Ich habe beim Watfischen auch sehr viele (richtige) Anglerboote gesehen, die hauptsächlich driftfischenderweise unterwegs waren. Meistens eine gute Stelle angefahren, einige 100 m driften und fischen, dann den Motor wieder anwerfen, mit viel Getöse zurückfahren und wieder driften lassen. Was mich daran nervte war nicht das Driftfischen, vielmehr dass es kaum jemanden störte, dass wir genau dort beim Watfischen waren und die Leute keine 10 m an uns vorbeiröhrten. Ein bißchen Etikette würde dem einen oder anderen Yamaha-Freizeit-Motorsport-Kaptitano sicherlich nicht schaden.
Beim Bellybooten ist das mit dem Anker eigentlich nicht so notwendig, da man sich durch entsprechende Fußarbeit immer an einer Stelle halten kann, insbesondere bei Fischkontakt (das ist mit Boot recht schwierig, zumindest wenn man alleine ist). Schleppen geht eigentlich auch nicht, zumindest nicht klassisch mit Wobbler und so, Fliegenschleppen geht dagegen recht gut...
Na mal sehen. Wir sind vom 14.-21.05. in Schaprode, fahren aber die unterschiedlichsten Locations an, je nach Wetter und Windrichtung. Letztes Jahr waren wir gleich in der ersten Maiwoche vor Ort, da waren wir an bestimmten Stellen von der Vielzahl der Angler regelrecht schockiert. Teilweise hatten wir den Eindruck, dass gerade der jährliche Rüganer Angelwettbewerb durchgeführt wird, Angler neben Angler. An einer Bucht zählten wir über 90 Fischer! Da wir vor allem auf Hecht aus waren, waren wir erst beruhigt, als wir mitbekamen, dass es die meisten Fischer hauptsächlich auf die Hornhechte abgesehen hatten, die auch in großer Menge da waren, lebend oder als Beute in den mitgeführten Schwimm-Setzkeschern. Als Gast soll man sich ja nicht über die lokalen Gepflogenheiten aufregen, aber die Unsitte, den Hornhechten die Köpfe abzuschneiden und selbige an Ort und Stelle ins Wasser zu werfen, das fanden wir dann doch etwas unappetitlich...
Wolfgang aus Ismaning