schnur über rutenspitze abrollen?
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- chris meyer
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schnur über rutenspitze abrollen?
hallo liebe fliegenfischer,
mich würde interessieren ob ihr die Schnur über der rutenspitze im rückwurf abrollt oder seitlich der rute.
ich habe bisher immer leicht seitlich der rute die schnur nach hinten geführt.
bei meinem Training zum fff-ci fange ich langsam an meine ganze Technik in frage zu stellen.
auf jeden fall passiert es mir öfter dass ich beim versuch direkt über der rute die schnur abzurollen mit der schnur die rute touchiere. habe mir verschiedene videos angeschaut und stelle fest dass die meisten leicht seitlich abrollen.
mel krieger allerdings lehrt über der rute abzurollen.
ich lifte eigentlich schon sehr stark nach hinten oben, zumindest kommt es mir so vor. was meint ihr? wie macht ihr das?
lg
christoph
mich würde interessieren ob ihr die Schnur über der rutenspitze im rückwurf abrollt oder seitlich der rute.
ich habe bisher immer leicht seitlich der rute die schnur nach hinten geführt.
bei meinem Training zum fff-ci fange ich langsam an meine ganze Technik in frage zu stellen.
auf jeden fall passiert es mir öfter dass ich beim versuch direkt über der rute die schnur abzurollen mit der schnur die rute touchiere. habe mir verschiedene videos angeschaut und stelle fest dass die meisten leicht seitlich abrollen.
mel krieger allerdings lehrt über der rute abzurollen.
ich lifte eigentlich schon sehr stark nach hinten oben, zumindest kommt es mir so vor. was meint ihr? wie macht ihr das?
lg
christoph
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- Thomas E.
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Re: schnur über rutenspitze abrollen?
Wichtig für einen effektiven Rück- und Vorwurf ist das Führen der Rutenspitze an der imaginären "Bewegungswand" entlang ! Wie auf einer Schiene.
Eine D- Bewegung der Rutenspitze- aus der Vogelperspektive betrachtet, ist ganz schlecht für eine schnelle Schnurentwicklung.
Für weites Werfen führe man die Rute aufrecht und ziehe die Schnur so gut wie möglich über die Rutenspitze.
Bei hohen Stopps ( enge Schlaufen) geht dann aber immer ein Teil der Leine seitlich an der Rute vorbei.
Man sollte die Schnurschlaufe schon wie gewünscht in alle Ebenen legen können und das aus jeder Rutenposition !
Braucht man sowieso für diverse Trickwürfe.
Es gibt gute Werfer, die führen die Rute eher seitlich auf ca. 45° im Normalwurf und die Schnurschlaufe ist im Rückwurf horizontal (Ober-und Unterschnur nebeneinander) !
Entscheidend ist, das man es steuern kann, ein Berühren von Schnur und Rute sollte dann nicht vorkommen.
Und...wenn man anderen etwas beibringen will, sollte man es selbst schon verstanden haben, das ist oft ein langer Prozess.

Eine D- Bewegung der Rutenspitze- aus der Vogelperspektive betrachtet, ist ganz schlecht für eine schnelle Schnurentwicklung.
Für weites Werfen führe man die Rute aufrecht und ziehe die Schnur so gut wie möglich über die Rutenspitze.
Bei hohen Stopps ( enge Schlaufen) geht dann aber immer ein Teil der Leine seitlich an der Rute vorbei.
Man sollte die Schnurschlaufe schon wie gewünscht in alle Ebenen legen können und das aus jeder Rutenposition !
Braucht man sowieso für diverse Trickwürfe.
Es gibt gute Werfer, die führen die Rute eher seitlich auf ca. 45° im Normalwurf und die Schnurschlaufe ist im Rückwurf horizontal (Ober-und Unterschnur nebeneinander) !
Entscheidend ist, das man es steuern kann, ein Berühren von Schnur und Rute sollte dann nicht vorkommen.
Und...wenn man anderen etwas beibringen will, sollte man es selbst schon verstanden haben, das ist oft ein langer Prozess.
Gruß
Thomas Ellerbrock
Thomas Ellerbrock
- chris meyer
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Re: schnur über rutenspitze abrollen?
morgen thomas,
lg
christoph
kannst du erklären warum das so ist? das bedeutet doch dass es fast unmöglich ist viel schnur über der rute abzurollen weil das schnurgewicht einfach zu hoch ist. ergo muss man leicht seitlich zurück. sonst trifft Schnur die rufe. oder nicht?Für weites Werfen führe man die Rute aufrecht und ziehe die Schnur so gut wie möglich über die Rutenspitze.
Bei hohen Stopps ( enge Schlaufen) geht dann aber immer ein Teil der Leine seitlich an der Rute vorbei.
lg
christoph
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Re: schnur über rutenspitze abrollen?
Hallo Chris!
Hier liegt wohl ein Denkfehler vor, um eine Leine korrekt nach oben und über Dich hinweg nach hinten aus zu bringen, mußt Du Dich gerade hinstellen (frontal) und das Gewicht auf den Fuß unterhalb der Wurfhand verlegen. Wenn Du dann den Arm nicht nach hinten ausfährst, sondern den "natürlichen" Stopp annimmst, fliegt die Leine automatisch über Dich hinweg.
Achtung: nicht der Leine nachsehen, die Kopfdrehung genügt um eine seitliche Leine zu erzeugen.
Probier es mal mit wenig Leine und langsam und erhöhe Leinenlänge und Geschwindigkeit kontinuierlich dann erkennst Du das Problem sofort. Man muß unbedingt beides können, das ist nämlich keine Stilfrage, sondern eine Frage der Umstände.
Du sitzt in einem Boot mit einem zweiten rechts neben Dir, da ist nichts mehr mit seitlich herausnehmen oder Du hast vor
Dir Schilf in Kniehöhe das auch noch einige Meter hinausreicht.
Gruß
RC
Hier liegt wohl ein Denkfehler vor, um eine Leine korrekt nach oben und über Dich hinweg nach hinten aus zu bringen, mußt Du Dich gerade hinstellen (frontal) und das Gewicht auf den Fuß unterhalb der Wurfhand verlegen. Wenn Du dann den Arm nicht nach hinten ausfährst, sondern den "natürlichen" Stopp annimmst, fliegt die Leine automatisch über Dich hinweg.
Achtung: nicht der Leine nachsehen, die Kopfdrehung genügt um eine seitliche Leine zu erzeugen.
Probier es mal mit wenig Leine und langsam und erhöhe Leinenlänge und Geschwindigkeit kontinuierlich dann erkennst Du das Problem sofort. Man muß unbedingt beides können, das ist nämlich keine Stilfrage, sondern eine Frage der Umstände.
Du sitzt in einem Boot mit einem zweiten rechts neben Dir, da ist nichts mehr mit seitlich herausnehmen oder Du hast vor
Dir Schilf in Kniehöhe das auch noch einige Meter hinausreicht.
Gruß
RC
Der immer auf Seiten der Fische steht!
-
CPE
Re: schnur über rutenspitze abrollen?
Hallo Leute,
Daß für Weitwürfe ein vertikaler Wurf notwendig ist, ergibt sich aus der Tatsache, daß die Schnurschlaufe Auftrieb in der Schlaufenebene bringt, der natürlich am besten gegen die Schwerkraft wirkt.
Findet man nachgewiesen bei Spolek und hier sogar mit Vorteilen einzelner Schlaufenformen:
http://www.wildoutfitting.com/mci/email ... 6xpNGa.pdf
Das ist aber mit Schulmathematik nicht mehr so gut nachzuvollziehen...
Daß gekippte Ebenen oft bequemer sind, ist eine andere Sache.
Gruß, Norbert
Daß für Weitwürfe ein vertikaler Wurf notwendig ist, ergibt sich aus der Tatsache, daß die Schnurschlaufe Auftrieb in der Schlaufenebene bringt, der natürlich am besten gegen die Schwerkraft wirkt.
Findet man nachgewiesen bei Spolek und hier sogar mit Vorteilen einzelner Schlaufenformen:
http://www.wildoutfitting.com/mci/email ... 6xpNGa.pdf
Das ist aber mit Schulmathematik nicht mehr so gut nachzuvollziehen...
Daß gekippte Ebenen oft bequemer sind, ist eine andere Sache.
Gruß, Norbert
- chris meyer
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Re: schnur über rutenspitze abrollen?
hallo,
@norbert: ich verstehe zwar nur Bahnhof, nehme es aber gerne hin.
@RC: rechter fuss vorne, hilft, nicht zu sehr abzukippen. guter tipp, danke.
http://www.youtube.com/watch?v=EBKgdd6QA9g
in diesem video sieht man gut dass er die rute leicht geneigt hat. ausserdem sieht man auch dass teilweisse die schnur nah an der rutenspitze vorbeischiesst.
das meine ich.
seit ihr 100% vertikal über der rute beim rückwurf?
c
@norbert: ich verstehe zwar nur Bahnhof, nehme es aber gerne hin.
@RC: rechter fuss vorne, hilft, nicht zu sehr abzukippen. guter tipp, danke.
http://www.youtube.com/watch?v=EBKgdd6QA9g
in diesem video sieht man gut dass er die rute leicht geneigt hat. ausserdem sieht man auch dass teilweisse die schnur nah an der rutenspitze vorbeischiesst.
das meine ich.
seit ihr 100% vertikal über der rute beim rückwurf?
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CPE
Re: schnur über rutenspitze abrollen?
Hallo Chris,chris meyer hat geschrieben:Bahnhof
Warum ein Schnurbogen Auftrieb erzeugt, ist ziemlich hart nachzuvollziehen, aber wohl erwiesen. Im Prinzip wird das von dem Abrollen der Schnur gegen ein fest stehendes unteres Ende und ein freifliegendes oberes Ende bewirkt.
Warum vertikal besser als gekippt ist, ist dagegen harmlos:
Untere Schnur, Schnurbogen und Oberschnur bilden (ungefähr/optimalerweise) eine Ebene. Der nach vorne laufende Schnurbogen zieht durch das Abrollen die ganze Mimik in Richtung obere Schnur. Die Schwerkraft wirkt immer senkrecht nach unten.
Wenn nun die Ebene vertikal ist (das ist der senkrechte Überkopfwurf), dann zieht der Schnurbogen genau gegen die Schwerkraft. Alles fliegt gut und lange und weit, etc.
Wenn die Ebene seitlich gekippt (Rechtshänder nach rechts) ist, wirkt nur ein Teil des Auftrieb des Schnurbogens gegen die Schwerkraft.
Gruß, Norbert
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Re: schnur über rutenspitze abrollen?
Hallo Chris!
Ein kleiner "Nachschlag", solltest Du trotzdem ein Problem mit einer gekippten Schlaufe haben (Schlaufe steht nicht vertikal sondern leicht diagonal, was Energieverlust bedeutet), so brauchst Du nur die Rolle ein ganz klein wenig nach innen zu drehen, das gleicht das wieder aus.
Gruß
Gebhard
PS: bei einer gekippten Schlaufe verpufft ein Teil der Energie in der Drehbewegung.
Ein kleiner "Nachschlag", solltest Du trotzdem ein Problem mit einer gekippten Schlaufe haben (Schlaufe steht nicht vertikal sondern leicht diagonal, was Energieverlust bedeutet), so brauchst Du nur die Rolle ein ganz klein wenig nach innen zu drehen, das gleicht das wieder aus.
Gruß
Gebhard
PS: bei einer gekippten Schlaufe verpufft ein Teil der Energie in der Drehbewegung.
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Bernd Ziesche
Re: schnur über rutenspitze abrollen?
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Zuletzt geändert von Bernd Ziesche am 31.07.2013, 12:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Bernd Ziesche
Re: schnur über rutenspitze abrollen?
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Zuletzt geändert von Bernd Ziesche am 31.07.2013, 12:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Bernd Ziesche
Re: schnur über rutenspitze abrollen?
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Zuletzt geändert von Bernd Ziesche am 31.07.2013, 12:40, insgesamt 1-mal geändert.
- chris meyer
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Re: schnur über rutenspitze abrollen?
lieber bernd ,
danke für deine Erklärungen. jetzt fühle ich mich besser.
ich dachte schon ich bin völlig unfähig. bei kürzer geführter schnurlänge klappt das auch gut mit der vertikal geführter Schnur.
bei langer leine bin ich eben auch leicht versetzt.
c
danke für deine Erklärungen. jetzt fühle ich mich besser.
ich dachte schon ich bin völlig unfähig. bei kürzer geführter schnurlänge klappt das auch gut mit der vertikal geführter Schnur.
bei langer leine bin ich eben auch leicht versetzt.
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Re: schnur über rutenspitze abrollen?
Hallo Bernd,Bernd Ziesche hat geschrieben:Bis zu einer gewissen Schnurlänge kann man theoretisch vertikal werfen. Praktisch sehe ich dies sehr selten. (vertikal ist vertikal, 1° Abweichung ist nicht vertikal).
So genau wollte ich das nicht sehen. 9° Abweichung heißt 10% weniger Auftrieb. Das sollte doch in der Praxis im Rahmen der Messgenauigkeit liegen, oder?
Mir ging es doch nur um den grundsätzlichen Effekt der Vertikalen im Gegensatz zur Horizontalen...
Gruß, Norbert
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Re: schnur über rutenspitze abrollen?
Hallo Bernd !
Alles nicht von mir, aber ich habe mich vielleicht ungenau ausgedrückt.
Man nimmt natürlich nicht die Rute so in die Hand, daß die Rolle leicht nach innen steht, sondern man dreht das Handgelenk ganz leicht nach innen und schon ist diagonale Schlaufe weg.
Gruß
Gebhard
PS: alles nicht von mir sondern von den "Gurus", funktioniert aber.
Alles nicht von mir, aber ich habe mich vielleicht ungenau ausgedrückt.
Man nimmt natürlich nicht die Rute so in die Hand, daß die Rolle leicht nach innen steht, sondern man dreht das Handgelenk ganz leicht nach innen und schon ist diagonale Schlaufe weg.
Gruß
Gebhard
PS: alles nicht von mir sondern von den "Gurus", funktioniert aber.
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Re: schnur über rutenspitze abrollen?
Bestimmt unser "Dreher" U.R.
Im Rückwurf die Hand nach außen zu drehen, wie es viele Daumenwerfer (!) bei weit ausholenden Wurfbewegungen aus anatomischen Gründen machen (müssen), ist das Gegenteil und führt meist
zu einem Abweichen von der "Bewegungswand".
Ich habe aber auch schon Werfer gesehen, die dieses tun und trotzdem ein super "Tracking" haben.
Im Rückwurf die Hand nach außen zu drehen, wie es viele Daumenwerfer (!) bei weit ausholenden Wurfbewegungen aus anatomischen Gründen machen (müssen), ist das Gegenteil und führt meist
zu einem Abweichen von der "Bewegungswand".
Ich habe aber auch schon Werfer gesehen, die dieses tun und trotzdem ein super "Tracking" haben.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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