Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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tank
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Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von tank »

Moin zusammen,

zu Frederic Halford, der letztlich von der Wucht der Moderne überrollt wurde, habe ich einen gerne gelesenen Blogbeitrag verfasst. Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder.

Schönen Tag Euch,
Tankred
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Royal Coachman
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Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Tankred!

Sehr schöner Beitrag über das Leben von Halford wobei nur an zu fügen wäre, dass Skues der erste war, der die Nymphe stromauf präsentiert hat, im Gegensatz zur klassischen Nassfliegentechnik querüber bzw stromab.

Der Vergleich mit French Nymphing und klassischem Nymphenfischen hinkt aber etwas.
Skues erfand etwas Neues, French Nymphing gibt es seit einigen Jahrhunderten, als Fischen mit der Kopfrute.

Nur um etwas mal klar zu stellen, ich war immer der erste der Neues ausprobiert hat und ich bin keinesfalls ein Trockenfliegenpurist, wie man mir immer wieder an zu hängen versucht!

Da ich aber vor 60 Jahren meine erste Forelle mit der Fliege gefangen habe, lasse ich mir "Alte Hüte" als neu und allein seligmachend nicht andrehen, denn besonders als Freund der alten Literatur über die Fischerei, hatte und habe ich Zugang zu 1200 Werken u.a. auch zu den Büchern, die Du so hervorragend beschrieben hast.

tight lines
RC

PS: übrigens stehen in meinem Freundeskreis zwei Tenkararuten zum Verkauf : Forelle 40+ = peng! :badgrin:
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Hardy

Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von Hardy »

moin,

liebe Leute, es geht doch hier nicht um Halford, Skues oder sonstige Erfinder/Weiterentwickler/Veränderer der Fliegenfischerei.

Was Gebhard nach meinem Verständnis und unmaßgeblicher Meinung auch zu Recht angeprangert, ist doch, dass die vorrangig effektivste Methode zum Fischfang angewandt wird. Ob das nun ein adaptiertes Stippangeln oder tatsächlich Fliegenfischen ist, sollen die Dogmatiker unter sich ausmachen. Das tut auch nichts zur Sache. Zudem ist es völlig Latte, ob das nun ein Franzose, Italiener, Chinese, Tscheche oder Mongole macht, genauso, wer die Methode erfunden hat.

Ich denke wir sind uns alle darin einig, dass es bei wieder freigelassenen Fischen eine gewisse Mortalitätsrate gibt. Egal ob der Fisch released wird aus Hegegründen, oder weil er untermaßig war oder weil der Fischer generell C&R betreibt. Ein mehr oder weniger kleiner bzw. großer Anteil dieser Fische stirbt. Wie groß dieser Anteil ist, kann ich nicht beurteilen. Was ich aber im Normalfall kann, ist Rechnen.

Setzen wir mal rein hypothetisch den Anteil auf 10%. Und nehmen einmal Fischer Karl Napp, der sich der hier angeprangerten Methode bedient und das Gewässer mit franzenglitalienischen Zaubernymphen durchpflügt und 50 Fische fängt, die er alle wieder schwimmen lässt.
Zum zweiten kommt dann Fischer Herb Bristol ins Spiel, der Halford anbetet und latürnich nur dry upstream, indeed! fischt. Er hat auch Spaß an der Sache, fängt aber mit seiner selektiven Methode nur 5 Fische! Da er die eingangs erwähnte Mortalitätsrate kennt, nimmt er den letzten Fisch mit nach Hause, weil er ihn nicht halbtot abtreiben lassen will, was dieser der Statistik zufolge eigentlich tun müsste.
Rechnen wir nun zusammen, hat Herr Bristol einen Fisch in der Pfanne, bei Karl Napp treiben aber 5 Fische kieloben im Wasser. Unseren beiden Protagonisten steht erheblich mehr Freizeit als mir bsplw. zur Verfügung und so fischen sie an 100 Tagen im Jahr. Merkste selber, nnnnöch!

Sicher ist der Niedergang eines vormals guten Gewässers nicht allein auf den Einsatz effektiver Angelmethoden zurückzuführen. Bedenkenswert ist es aber alle Mal, neben allen anderen negativen Einflussfaktoren die Anwendung solcher Methoden wenigstens kritisch zu hinterfragen.


Groetjes
Hardy
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tank
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Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von tank »

Hallo Gebhard,

freut mich von Dir zu hören. Erfreulich, dass sich die erhitzten Gemüter von gestern wieder beruhigt haben.

Ich habe durchaus Verständnis für Deine Position, da auch ich bestimmte Techniken aus persönlicher Abneigung nicht anwende. Dennoch muss ich es zulassen, dass andere daran Freude empfinden, da diese sehr erfolgreich sind. Erfolg ist schliesslich ein wichtiger Motivator ein Hobby/ Leidenschaft weiter zu betreiben. Ich verzichte darauf diese Techniken zu nennen, da ich an dieser Stelle hier keinen neuen Thread eröffnen möchte. Die Themen werden oft genug angesprochen und dort kann ich mich dann einbringen.

Die Maxime gilt wohl – Leben und leben lassen!

Ich weiche aber nicht vom Standpunkt ab, dass keine noch so ausgeklügelte Technik so viel Schaden anrichtet, wie die unkontrollierte Entnahme von Fischen. Auch wenn Fischer rechtlich dazu befugt sind, muss dieser Unart Einhalt geboten werden. Es führt unweigerlich zu Verlust wertvollen Genmaterials, qualitativ niedrigwertige Erstlaicher müssen diesen Verlust kompensieren und führt letztlich zur Verbuttung. Ein Zwischenmaß zur Entnahme wäre wünschenswert, z.B. Forellen zwischen 35-40. Keine darunter und keine darüber. Unseren Bächen und Flüssen würde es bald wieder viel besser gehen.

Deinen Hinweis, dass Skues der erste flußaufwärts Nymphenfischer war, muss ich leider berichtigen. Das wird oft so behauptet – doch auch an der Stelle übertrumpft die kulturelle Hegemonie Londons und seines südenglischen Speckgürtels. Na ja, dort saßen auch die meisten Verlage und Zeitungen.

Der bereits von Halford sträflich ignorierte W.C. Stewart aus Schottland, beschreibt 1857 in kapitellangen Ausführungen, die höhere Effizienz des flußaufwärts fischen. Welche Ironie des Schicksals, dass die Verachtung die Stewart für klassische Nassfliegenfischer empfand, ihm selbst widerfahren sollte. Schlimmer noch, sein bahnbrechendes Werk ‚The Practical Angler - The Art of Trout Fishing‘ - als archivierte Onlineversion hier zu lesen – wurde gleich ganz ignoriert und aus den Annalen entfernt. Bis es im frühen 20. Jahrhundert wieder aufgelegt wurde.

Stewart war ein gewaltiger Angler, der das klassische North-Country Spider Fishing dokumentierte, wie noch keiner vor ihm. So nebenbei, ist es meine ALLERLIEBSTE Form des Nymphenfischens. Minimalistisch und elegant.

Skues große Errungenschaft hingegen bestand darin, zu erkennen dass man Forelle & Äsche mit aufsteigenden Nymphen (Emergers) erfolgreicher nachstellt als Trocken. Alle seine Nymphen sind ja in erster Linie sehr oberflächennahe Gebilde, die das Aufsteiger und Auskriecherstadium imitierten.

Freundliche Grüße
Tankred
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Royal Coachman
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Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Tankred!

Selbstverständlich hast Du mit Stewart Recht, doch so ganz vergessen konnte er nicht sein, immerhin hat sein Buch binnen der ersten 10 Jahre 5 Auflagen erlebt, ich besaß eine 5 Ausgabe von 1867.

tight lines
RC
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Dr.Do

Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von Dr.Do »

Hallo Männers,
toller Fred hier und auf auf allerbestem Niveau. Lieber Tankred, dein Essay habe ich mit Genuss gelesen, danke dafür. Ich habe die Seite schon vorher sehr geschätzt. Beim ein oder anderen Posting zu diesem Thema hatte ich jedoch den Eindruck, dass am "Problem" vorbeigeschrieben wurde. Niemand hat sich grundsätzlich gegen das Nymphenfischen ausgesprochen. auch ich bin alles andere als ein Trockenpurist. Aber selbst G.E.M. Skues würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er wüßte was heute "in seinem Namen" an unseren Gewässern mit der Nymphe so getrieben wird und er würde diese Form der Angelei aus gutem Grund ablehnen. Sie richtet sich eben gerade nicht selektiv nach einem sichtbar nymphenden Fisch (knapp) unter der Wasseroberfläche, der zur Entnahme reif ist sondern es wird wahllos dem gesamten Bestand nachgestellt. Also auch den untermaßigen Fischen, die ja in einem naturnahen Gewässer weit mehr als 2/3 des Bestandes ausmachen. Wer sich, wie heute vielfach zu beobachten ist, bevor er überhaupt am Gewässer ist, am Kofferraum stehend, eine Doublette mit zwei schweren Tungstennymphen ans Vorfach knüpft hat meistens nichts Gutes im Sinn.
Dazu kommt noch folgender Umstand: Seit den Zeiten von Skues hat sich fast alles zum Nachteil "unserer Kontrahenten" verändert. Nicht nur haben wir ihren Lebensraum weithgehend ruiniert, sondern wir haben auch die Jagd aus sie "perfektioniert": Wolframbeschwerte Goldkofnymphen, haarfeines auch für den vorsichtigsten Fisch unsichtbares Flourocarbon-Vorfach, wasserdichte atmungsaktive Watanzüge mit denen man bis zum Hals im Wasser stehen kann, bleischwere Sinkschnüre, pfeilschnelle Carbonnanofaser-Ruten mit wagenräderähnlichen Großkernrollen, adleraugenscharfe Poolbrillen, LED-Kopflampen damit wir auch in der Dämmerung noch jagen können. Dazu noch Flash und Tinsel, fluoreszierendes Ice-dub, Kopfperlen in allen erdenklichen Flashfarben, TungstenKnetblei und leuchtende Bissanzeiger undundnund was da noch kommen wird.
Da wäre doch ein bisschen Zurückhaltung am Wasser angebracht, zumal die Bewohner unserer Flüsse diesen technologischen Fortschritt nicht mitgemacht haben, sprich: sie sind uns heute hoffnungslos unterlegen. Längst nur noch Opfer statt Gegner.
Grüße vom Bodensee
Kläuschen
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tank
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Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von tank »

Hallo Kläuschen,

Deinen Worten ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, unterschreibe ich vorbehaltlos. Der Beißreflex führt dennoch nicht zum gewünschten Effekt - und um zum Ausgangsthread zurück zu kehren. Ich hätte sicherlich auch schon längst vorm 50 Fisch aufgehört. Was zu leicht ist macht wenig Spaß.

Danke für Dein Lob zu meinem Beitrag und meiner Seite.

Liebe Grüße
tankred
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Harald aus LEV
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Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von Harald aus LEV »

@Hardy und Kläuschen,
da ich kein Freund des Danke-Buttons bin,
hier von mir für Eure letzten Beiträge

=D> =D>

Gruß
Harald
Fliegenfischen - Der natürliche Weg
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Kermit
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Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von Kermit »

Ich hoffe dass die nächsten Generationen von Fligenfishern anders denken werden (so wie in Frankreich), zum Vorteil von unserem Sport, unseren Flüssen und Fischen.
Lieber Leo,

durch effiziente Technik möglichst viele Fische in möglichst kurzer Zeit zu fangen ist " zum Vorteil von unserem Sport, unseren Flüssen und Fischen." ?
Sei so nett und erkläre mir bitte, worin dieser Vorteil besteht.

Dein (fast) Namensvetter

Kermit
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Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von The Sharpshooter »

Servus,

ich verwende den Danke-button auch nicht - die Seite 6 hier find ich aber richtig Klasse! Danke dafür.

Petri!
Christian
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Harald aus LEV
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Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von Harald aus LEV »

Eines möchte ich noch loswerden.
Ich wäre auch nicht gerade begeistert, wenn jemand an "meinem" Flüsschen mit Czech- oder Frenchnymphing auflaufen würde, nur um zu zeigen, dass er in kurzer Zeit mit möglichst vielen Fischen anbandelt. Das mag ein gutes Verkaufsargument für seine Nymphen sein. Ich habe da einen etwas anderen Ansatz, was das Fischen anbelangt. Nur so viel.

Mit dem Begriff Sport in Bezug aufs Fischen ist es so eine Sache. Etwa wie man in England keinen Fisch drillt. They play the fish. Und der Begriff "Sport" greift dort wesentlich weiter als bei uns. Zum Beispiel auf ein Pferd oder einen Hund im Rennen zu setzen, wird auch als Sport bezeichnet. Vielleicht ist das in Frankreich ebenfalls so? Ich weiß es nicht.

In Deutschland sprach man in den 60er-70er Jahren gerne vom Angelsport und dem sportlichen Angler. Es gab ja auch den Deutschen Sportfischer Verband. Dies war damals anders gemeint, als es heute der Fall ist. Damals war das Ziel, das Ansehen der Angler in der Gesellschaft aufwerten. Weg vom tumben Campingstühlchenhocker am Wasser, der in den verschmutzten Gewässern den Fischen nachstellt, damit er etwas im Kochtopf hat, hin zum sportlich aktiven Angler. Eine große Deutsche Angelgerätefirma hatte den Slogan "Sport für den Mann im Mann".
Dies änderte sich Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre, als der Umweltaspekt mehr in den Fokus rückte und man lebende Kreaturen nicht als Sportobjekte abstempeln wollte. Seither ist der Begriff "Sport" in Bezug auf Angeln/Fliegenfischen im Deutschen Sprachgebrauch nicht mehr aktuell.

Gruß
Harald
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Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von CPE »

Harald aus LEV hat geschrieben:Seither ist der Begriff "Sport" in Bezug auf Angeln/Fliegenfischen im Deutschen Sprachgebrauch nicht mehr aktuell.
Hallo Harald,

Ich denke, dass da ein Franzose nicht in seiner Muttersprache sprach. Also doppelt (!!) Achtung! Das "Vorteil in "zum Vorteil des Sports" heißt so etwas wie "avantage", und damit auch Nutzen (es ging übrigens um Catch & Release). Sport außerhalb der lebensfernen Definitionen des Deutschen Olympischen Sportbundes = Beschäftigung nicht zum Lebensunterhalt. Ein Native Speaker aus Bochum würde sagen: "für dat den Kevin sein Hobby seine Fische überleben tun".

Kein (lebender) Engländer würde übrigens das Wetten auf Pferde als Sport bezeichnen. Er würde es noch nicht einmal als "sports betting" bezeichnen, sondern als "horse betting", obwohl er natürlich insgesamt horse racing irgendwie dem Sport zuordnen würde. Sogar in Deutschland wird auf Pferde gewettet, bereits seit dem 8.4.1922 völlig legal. Soviel zum Thema Seltsamkeiten anderer Länder.

Beste Grüße, Norbert
orkdaling

Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von orkdaling »

Na da will ich auch meinen Senf dazu geben.
Zum Franzmann, andere lænder andere Sitten, dort ist Fischen Volkssport und der Befischungsdruck enorm, er wuerde sich noch mehr wundern wenn er hier im Bach oder See auf Forelle fischt. Und nun, ich hør schon euer Geschrei, werden beim Eisfischen mal locker 50 oder 100 Saiblinge/Forellen entnommen.
Ohne das das Gewæsser Schaden nimmt! Natuerlich haben die Seen mit vielen einfliessenden Bæchen ein ganz andere Reproduktion.(schreckliches Wort)
Man nennt diese Fische (um 25cm) stekefisk, was soviel bedeutet wie Bratpfannengrøsse.
Aber auch hier im Land wird mit Fliege gefischt und Forellen um 2-3 kg zuruck gesetzt, das entscheidet jeder fuer sich, ohne Gesetz!
Da wæren wir wieder bei der Diskussion, C & R ja oder nein. Wenn man es streng betrachtet und wir sollen ja keinen Wirbeltier ein Schaden ohne zwingenden Grund zufuegen, dann ist die Entnahme von 50 Forellen zum Nahrungserwerb ein vernuenftiger Grund. Reines C & R dagegen Hobby und nicht erlaubt.
Warum setzen wir also eine 40cm Forelle oder einen grossen Lachs zurueck, aus dem vernuenftigen Grund der Reproduktion, Erhaltung der Art.
Hier læuft z.z. eine Diskussion - langsam, schonend drillen mit 0,35 Spitze oder 0,40, kleine Fliege und hart drillen. Bei welcher Methode gibt es die wenigsten Verluste bzw. haben die Lachse die grøssere Chance nach dem zurueck setzen (ohne Bild).
Und zur Sprache, hier wird nicht gedrillt! Fisken blir kjørt hard eller myk - der Fisch wird hart oder weich gefahren.
Andre Lænder andre Sitten!
gruss
Hendrik
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Harald aus LEV
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Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von Harald aus LEV »

Carl Phillip Emanuel hat geschrieben:Kein (lebender) Engländer würde übrigens das Wetten auf Pferde als Sport bezeichnen.
Hallo Norbert, da ich nicht alle lebenden Engländer kenne, kann ich Dir nicht widersprechen. :wink: Sei's drum.

Gruß
Harald
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Re: Geschichten und Erfahrungen vom Frosch und den Forellen

Beitrag von Royal Coachman »

Hallo !

Da ich einige Fliegenfischerfreunde in G.B. habe, sende ich hin und wieder einen Fangbericht mit Foto und Details.

Es kommt immer nur eine Antwort, hier die Kurzfassung : Congratulation! Great Sport!

Und umgekehrt antworte ich auch so, für mich ist im Wort "Sport" viel mehr enthalten als sportliche Betätigung, nämlich u.a. vor allem Fairness!!

tight lines
RC

PS: leider wird dies heutzutage im Leistungssport mit Füßen getreten und wer die WM in Brasilien gesehen hat, im wahrsten Sinne des Wortes!
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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