OK Leute,
das ist jetzt wirklich Off-Topic, erzähle ich aber trotzdem, weil es so lustig war. Dieser Saisonstadt liegt schon einige Jährchen zurück. (Wird schon kein Mod. merken

)
In Norge um Stavanger war ich blinkern. Nichts, null, nada. Sehr ungewöhnlich, da ich bisher bei der Küstenfischerei eigentlich immer zumindest einen Dorsch schnell hatte.
Meiner Frau wurde irgendwann im Zelt langweilig und sie schnappte sich eine Pilkrute, band den buntesten Jig den sie fand an und hat ausgeworfen. Dann kam ein Schrei "Thomas- Hilfe!!!"
Die Küste dort ist stark zerklüftet, so Minifjorde, Ich war nicht weit weg, aber dennoch kein Sichtkontakt. Ich fetz also zurück und da saß meine Frau, mit beiden Beinen um einen Felsen geschlungen und am Ende der ja nun mal bocksteifen Pilkrute tobte es. Es war ein Pollak von gut 1 Meter, dem der Drill gar nicht gefiel. Wir konnten den Fisch landen.
Die Geschichte geht aber noch weiter. Wir waren nach dem Drill an unserem Zelt, als vom Meer her ein verfrorenes Männchen kam. Es hieß Ludwig, war Östereicher und Matrose auf einem Holzfrachter. Er erzählte, er habe sich am Abend zuvor die Rettungs-Motorbarkasse ausgeliehen um noch bischen in den Scheren rumzuschippern, als dann der Motor ausfiel. Er wollte keine Signalraketen abfeuern, da die Seenotrettung in Norge angeblich recht teuer sei. Er vertraute darauf, irgendwann durch die Strömung Land zu erreichen. War ja auch so. Dann bat er mich, ob ich ihn nicht zu seinem Frachter fahren könnte, Klar machte ich das, es hatte ja ohnehin wie fast jeden Tag in Norge mal wieder zu regnen begonnen. Dafür gab er mir 30 Kronen, und an seine Schiff angekommen, gab er mich gleich darauf nochmals 100 Kronen. Nun konnte der Frachter aber ohne Rettungsbarkasse nicht auslaufen. Ich habe dann dem Kapitän anhand seiner Seekarte (gar nicht so leicht zu lesen, wenn man von See zum Land umdenken muss) gezeigt, wo unser Zelt ungefähr steht.
Die Köchin des Frachters fuhr dann mit mir und Funkgerät zurück und lotste die Küstenwache zur Barkasse um sie abzuschleppen. Dafür gab sie mir 500 Kronen. 630 Kronen an einem veregneten Vormittag verdient war nicht so schlecht. Da habe ich mir in Norge einen eigentlich unbezahlbaren Six-Pack Bier gegönnt.
Und um halbwegs beim Thema zu bleiben. ich bekam vor diesem Urlaub eine Fliegenrute mit Rolle, Schnur und ein paar Fliegen geschenkt. Keine Ahnung von nix. Bei Rückschwung fing ich meine erste Forelle. Von da an war ich dem Fliegenfischen verfallen. Das war also der FlFi Saisonstart in meinem Leben.
TL
Thomas
Angler sterben nie, die riechen nur so.