Kormoran wie schon lange nicht mehr
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Kormoran wie schon lange nicht mehr
Hallo liebe Kollegen,
traurige Ereignisse am Jahresende an meinem Hausgewässer.
Da alle stehenden Gewässer zugefroren sind, entdeckte ich gestern am 30. 12. auf einer Strecke von ca. 400m
30-40 oder noch mehr schwarze Vögel in den Bäumen. Heute am 31. 12. waren es nicht weniger und auch auf den restlichen
KM der Strecke waren Kormoran in einer Anzahl wie schon lange nicht mehr zu sehen. Schwimmend und abtauchend auf Futtersuche.
Wir hatten die vergangenen Jahre viel Erfolg mit Bachforellen in der Nachzucht aber das könnte jetzt schreckliche Vergangenheit bedeuten!
Zeigen wird es sich erst beim Saisonauftakt welchen Schaden die schwarze Pest angerichtet haben wird.
Ein ernüchternder Einstand ins neue Jahr.
LG
Harry
traurige Ereignisse am Jahresende an meinem Hausgewässer.
Da alle stehenden Gewässer zugefroren sind, entdeckte ich gestern am 30. 12. auf einer Strecke von ca. 400m
30-40 oder noch mehr schwarze Vögel in den Bäumen. Heute am 31. 12. waren es nicht weniger und auch auf den restlichen
KM der Strecke waren Kormoran in einer Anzahl wie schon lange nicht mehr zu sehen. Schwimmend und abtauchend auf Futtersuche.
Wir hatten die vergangenen Jahre viel Erfolg mit Bachforellen in der Nachzucht aber das könnte jetzt schreckliche Vergangenheit bedeuten!
Zeigen wird es sich erst beim Saisonauftakt welchen Schaden die schwarze Pest angerichtet haben wird.
Ein ernüchternder Einstand ins neue Jahr.
LG
Harry
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chrissie1971
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Hallo Harry,
das klingt leider nicht gut...
Ich befürchte für den Äschenbestand an meinem Hausgewässer leider ähnliches, wobei ich zumindest bisher noch keine Kormorane in größeren Mengen gesehen habe. Das wäre sehr schade, da sich der Bestand von kleinen bis mittleren Äschen (25 bis 35 Zentimeter) heuer extrem gut gezeigt hat...
Aber bei den niedrigen Temperaturen werden die meisten Seen mittlerweile zugefroren sein, sodass die Vögel sich verstärkt auf die Fließgewässer konzentrieren werden.
Bei "natürlich" aufgewachsenen Bachforellen wäre ich aber zumindest nicht ganz so pessimistisch, da die oft versteckter lebenden Bachforellen sich dem Kormoran zumeist doch etwas besser entziehen können, als die Äschen.
Hoffen wir das Beste!
Grüße
Christian
das klingt leider nicht gut...
Ich befürchte für den Äschenbestand an meinem Hausgewässer leider ähnliches, wobei ich zumindest bisher noch keine Kormorane in größeren Mengen gesehen habe. Das wäre sehr schade, da sich der Bestand von kleinen bis mittleren Äschen (25 bis 35 Zentimeter) heuer extrem gut gezeigt hat...
Aber bei den niedrigen Temperaturen werden die meisten Seen mittlerweile zugefroren sein, sodass die Vögel sich verstärkt auf die Fließgewässer konzentrieren werden.
Bei "natürlich" aufgewachsenen Bachforellen wäre ich aber zumindest nicht ganz so pessimistisch, da die oft versteckter lebenden Bachforellen sich dem Kormoran zumeist doch etwas besser entziehen können, als die Äschen.
Hoffen wir das Beste!
Grüße
Christian
- trutta1
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Hallo Harry und Christian,
das hört sich wirklich nicht gut an! Auch unsere Seen sind zugefroren und da wird es nicht lange dauern, bis die ersten Kormorane gesichtet werden.
Da unsere Bäche keine reinen Salmonidenbäche sind, wird sich der Fraßdruck auf alle Fischarten verteilen. Gut das sich auch der Weißfischbestand erholt hat. Da werden die Bachforellen (natürlicher Bestand) wohl etwas bessere Chancen haben. Sollten jedoch Massen einfallen, wird das auch den Bachforellenbestand betreffen.
Ich kenne einige Bäche die durch die letzten milden Winter einen immer besseren Äschenbestand aufbauen konnten.
Leider weiß ich auch, was nur ein strenger Winter in einem Salmonidenbach mit gutem Äschenbestand bedeutet!
Man kann also nur hoffen, dass die Kaltwetterperiode nicht allzu lange anhält.
TL, Frank
das hört sich wirklich nicht gut an! Auch unsere Seen sind zugefroren und da wird es nicht lange dauern, bis die ersten Kormorane gesichtet werden.
Da unsere Bäche keine reinen Salmonidenbäche sind, wird sich der Fraßdruck auf alle Fischarten verteilen. Gut das sich auch der Weißfischbestand erholt hat. Da werden die Bachforellen (natürlicher Bestand) wohl etwas bessere Chancen haben. Sollten jedoch Massen einfallen, wird das auch den Bachforellenbestand betreffen.
Ich kenne einige Bäche die durch die letzten milden Winter einen immer besseren Äschenbestand aufbauen konnten.
Leider weiß ich auch, was nur ein strenger Winter in einem Salmonidenbach mit gutem Äschenbestand bedeutet!
Man kann also nur hoffen, dass die Kaltwetterperiode nicht allzu lange anhält.
TL, Frank
Der Äschenflüsterer ( Leider hören nur noch wenige zu!)
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Trockenfliege
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Solche Zusammenhänge, wie du, Frank, sie beschreibst, sollten möglichst genau dokumentiert werden. Nur so haben wir gute Argumente in der Hand gegenüber den Behörden Zwecks einem besseren Kormoranmanagement für eine Zukunft.
Wie sehen denn bei euch die Möglichkeiten aus, Kormorane zu schiessen?
Im aktuellen "Fliegenfischen" gibt es einen Artikel, in dem Tieren im internationalen Bereich ein "Personenstatus" zugebilligt werden, mit der Möglichkeit, vor Gericht zu ziehen.
Das wäre doch mal was für unsere Fischwelt. Allerdings dürfte es nicht nur von Naturschutzseite Vorbehalte dagegen geben, sondern auch von Seite der Wirtschaft.
Das wäre doch mal eine schöne Schlagzeile: Brachsen verklagt Bayer wg. Gifteinleitung.
LG
Reinhard
Wie sehen denn bei euch die Möglichkeiten aus, Kormorane zu schiessen?
Im aktuellen "Fliegenfischen" gibt es einen Artikel, in dem Tieren im internationalen Bereich ein "Personenstatus" zugebilligt werden, mit der Möglichkeit, vor Gericht zu ziehen.
Das wäre doch mal was für unsere Fischwelt. Allerdings dürfte es nicht nur von Naturschutzseite Vorbehalte dagegen geben, sondern auch von Seite der Wirtschaft.
Das wäre doch mal eine schöne Schlagzeile: Brachsen verklagt Bayer wg. Gifteinleitung.
LG
Reinhard
- trutta1
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
"Brachsen verklagt Bayer wg. Gifteinleitung."
Reinhard da bist Du ca. 3 Monate zu früh dran!
TL Frank
Reinhard da bist Du ca. 3 Monate zu früh dran!
TL Frank
Der Äschenflüsterer ( Leider hören nur noch wenige zu!)
- MahiMahi
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Oder Kormoran verklagt Gewässerpächter wegen zu wenig passender Nahrung!Trockenfliege hat geschrieben: ↑04.01.2026, 19:20 Das wäre doch mal eine schöne Schlagzeile: Brachsen verklagt Bayer wg. Gifteinleitung.
Leute, Leute, der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum.
LG
Harry
- dreampike
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Oder "Peta zeigt Kormorane an, weil diese Fische töten und so verletzen, dass sie qualvoll verenden". Wenn man Tieren Rechte zugesteht, muss man sie auch auf ihre Pflichten hinweisen!
Wolfgang aus Ismaning
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Hallo Reinhard,Trockenfliege hat geschrieben: ↑04.01.2026, 19:20
Wie sehen denn bei euch die Möglichkeiten aus, Kormorane zu schiessen?
LG
Reinhard
mit dem Schießen ist das so eine Sache. Es gibt Jäger, denen das zu umständlich ist, was ich nachvollziehen kann.
Ist der erste Schuss gefallen, fliegen alle Vögel - bis auf einen - weg und lassen sich die nächste Zeit nicht mehr blicken. Mit viel Glück schafft es der Jäger, wenn er eine Flinte mit Doppellauf hat, sofort einen 2. Schuss abzugeben. Aber das war's dann auch.
Der Jäger hat dafür eine An- und Abfahrt die Zeit und Sprit kosten sowie i.d.R. einen Fußmarsch zu den Kormoranbäumen bewältigt und die Patronen kostet auch etwas Geld. Und wofür? Für einen einzigen, mit viel Glück zwei Vögeln.!
Wenn, dann ginge das theoretisch nur, wenn sich mehrere Jäger organisieren und sich zeitgleich der Kolonie nähern. Aber die Vögel sind alles andere als dumm. Mehrere Jäger fallen sofort auf und die Vögel fliegen weg. Außerdem müssten die Jäger wie auf Kommando fast gleichzeitig schießen, was wohl sehr schwierig sein dürfte.
Da muss man sich auf Dauer etwas effektiveres überlegen.
Gruß
Harald
Fliegenfischen - Der natürliche Weg
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Hans.
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Wir brauchen Angler mit Jägerpfüfung!
Dann ist die Motivation für einen Abschuss sicherlich anders.
Gruß
Hans
Dann ist die Motivation für einen Abschuss sicherlich anders.
Gruß
Hans
Man muss nicht alles mitmachen...
- MahiMahi
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Hallo in die Runde,
es ist sehr schwer die Vögel zu bejagen. Wie im Beitrag zuvor bereits erwähnt.
Jäger mögen das nicht so gerne tun, weil Jagen für Sie was anderes bedeutet.
Wir haben da schon finanziellen Ausgleich mit einem Plus angeboten aber es wurde nicht angenommen.
Bedenke auch, was du in die Luft schiesst kommt woanders wieder runter wenn es nicht getroffen hat und das kann
auf der Straße sein oder, oder!
Effektiv finde ich die Gelege zu vernichten dann kommt da nichts nach.
LG
Harry
es ist sehr schwer die Vögel zu bejagen. Wie im Beitrag zuvor bereits erwähnt.
Jäger mögen das nicht so gerne tun, weil Jagen für Sie was anderes bedeutet.
Wir haben da schon finanziellen Ausgleich mit einem Plus angeboten aber es wurde nicht angenommen.
Bedenke auch, was du in die Luft schiesst kommt woanders wieder runter wenn es nicht getroffen hat und das kann
auf der Straße sein oder, oder!
Effektiv finde ich die Gelege zu vernichten dann kommt da nichts nach.
LG
Harry
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Forstie
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Hallo zusammen,
als jagender Fliegenfischer, der das Glück hat an seinem Vereinsgewässer jagen zu dürfen, kann ich mich Euren Beiträgen anschließen.
Man ist absolut vom Wohlwollen des Jagdpächters abhängig. Es ist die beste Variante, wenn Fischereipächter oder Vereinsmitglieder einen Jagdschein haben und man sich mit dem Jagdpächter auf eine Bejagungsmöglichkeit der Kormorane einigen kann. Meistens teilen die Jagdpächter die Einsicht, dass der Kormoran bejagt werden muss. Ich habe es aber in den Anfangsjahren der Kormoranproblematik erlebt, dass sich Pächter vor schlechter Publicity fürchteten, wenn sie die Vögel bejagen sollten. Zumindest in unserer Gegend haben sich diese Sorgen aber zum Glück gelegt.
Nicht nur, dass die Bejagung selbst Aufwand verursacht und aufgrund der Schläue der Vögel meist wenig Abschüsse liefert, an Gewässern wie unserem ist auch ein hoher Kontrollaufwand damit verbunden, überhaupt festzustellen, ob aktuell Vögel da sind. Es gibt Phasen, in denen eine Gewisse Regelmäßigkeit festgestellt werden kann, dass unser Bach z.B. eher in den Abendstunden angeflogen wird. Das ist aber auch nicht immer gleich.
Als Vereinsvorstand, der Verantwortung für sein Gewässer empfindet, macht es mir nichts aus, wenn ich ohnehin tagsüber in Gewässernähe unterwegs bin, einen kurzen Abstecher ans Wasser zu machen, um nach den Kormoranen zu sehen. Wenn ich feststelle, dass Vögel anwesend sind, plane ich dann Bejagungsaktionen und habe auch bei einzelnen Abschüssen ein sehr befriedigendes Erfolgsgefühl. Auf die Kosten kommt es mir dabei nicht so sehr an und selbst, wenn nur ein Vogel fällt, so ist der Effekt auf die anderen, schwarzen Zeugen doch recht überzeugend.
Noch besser ist es, wenn man den Jagdpächter als Vereinsmitglied gewinnen kann oder ihn zumindest als Ehrenmitglied ernennt. Eine gelegentliche Einladung auf eine Vereinsveranstaltung mit Kaltgetränk und Räucherforelle in geselliger Runde schadet dem Verhältnis meist nicht.
Übergreifende Jagden sind so eine Sache. In Bereichen mit Kolonien mag das Sinn machen und funktionieren. In unseren Breiten, wo keine Schlafkolonien am Gewässer vorhanden sind, kann man sich nur kurzfristig abstimmen, wenn Kormorane gesichtet werden. Selbst dann kann es sein, dass man später im Jagdgeschirr am Gewässer ankommt und keine Vögel mehr vorfindet. Von daher präferiere ich eindeutig den Einzelversuch.
Auch können übergreifende Jagden je nach Gewässerstuktur durchaus negative Folgen haben. In unserer Gegend fließt der Neckar, der strukturell einem breiten Schiffahrtskanal der Barben- oder Brassenregion mit entsprechendem Fischbesatz entspricht. So entstanden Situationen, in denen übergreifende Bejagungen am großen Fluss dazu geführt haben, dass die Kormorane aufgrund des Drucks auf die benachbarten Forellenbäche, zu denen auch unser Gewässer zählt, ausgewichen sind. Da die Bäche ein deutlich sensiblerer Lebensraum sind und der damit entstehende Fraßdruck einen verhältnismäßig kritischeren Schaden zur Folge hat, sehe ich derartige Aktionen nicht unbedingt als zielführend an. Wir bemühen uns deshalb, mit den umliegenden Hegeringen im Austausch zu sein, um wenigstens rechtzeitig zu wissen, wann wieder Gefahr droht. Die Wunschvorstellung wäre sicherlich, dass sich die Jäger ganzer Regionen abstimmen und gemeinsame Vorgehensweisen verfolgen. Da aber auch Jäger Menschen sind, gehen meine Erfahrungen eher in die Richtung, dass häufig schwierigere Nachbarschaftsverhältnisse bestehen, die derartige Vorhaben erschweren.
Letztlich ist es wie immer: Man muss froh sein, engagierte Leute um sich zu haben, die miteinander klarkommen (wollen) und Verantwortung für einen Lebensraum übernehmen. Ohne die geht es nicht.
Gruß in die Runde
Martin
als jagender Fliegenfischer, der das Glück hat an seinem Vereinsgewässer jagen zu dürfen, kann ich mich Euren Beiträgen anschließen.
Man ist absolut vom Wohlwollen des Jagdpächters abhängig. Es ist die beste Variante, wenn Fischereipächter oder Vereinsmitglieder einen Jagdschein haben und man sich mit dem Jagdpächter auf eine Bejagungsmöglichkeit der Kormorane einigen kann. Meistens teilen die Jagdpächter die Einsicht, dass der Kormoran bejagt werden muss. Ich habe es aber in den Anfangsjahren der Kormoranproblematik erlebt, dass sich Pächter vor schlechter Publicity fürchteten, wenn sie die Vögel bejagen sollten. Zumindest in unserer Gegend haben sich diese Sorgen aber zum Glück gelegt.
Nicht nur, dass die Bejagung selbst Aufwand verursacht und aufgrund der Schläue der Vögel meist wenig Abschüsse liefert, an Gewässern wie unserem ist auch ein hoher Kontrollaufwand damit verbunden, überhaupt festzustellen, ob aktuell Vögel da sind. Es gibt Phasen, in denen eine Gewisse Regelmäßigkeit festgestellt werden kann, dass unser Bach z.B. eher in den Abendstunden angeflogen wird. Das ist aber auch nicht immer gleich.
Als Vereinsvorstand, der Verantwortung für sein Gewässer empfindet, macht es mir nichts aus, wenn ich ohnehin tagsüber in Gewässernähe unterwegs bin, einen kurzen Abstecher ans Wasser zu machen, um nach den Kormoranen zu sehen. Wenn ich feststelle, dass Vögel anwesend sind, plane ich dann Bejagungsaktionen und habe auch bei einzelnen Abschüssen ein sehr befriedigendes Erfolgsgefühl. Auf die Kosten kommt es mir dabei nicht so sehr an und selbst, wenn nur ein Vogel fällt, so ist der Effekt auf die anderen, schwarzen Zeugen doch recht überzeugend.
Noch besser ist es, wenn man den Jagdpächter als Vereinsmitglied gewinnen kann oder ihn zumindest als Ehrenmitglied ernennt. Eine gelegentliche Einladung auf eine Vereinsveranstaltung mit Kaltgetränk und Räucherforelle in geselliger Runde schadet dem Verhältnis meist nicht.
Übergreifende Jagden sind so eine Sache. In Bereichen mit Kolonien mag das Sinn machen und funktionieren. In unseren Breiten, wo keine Schlafkolonien am Gewässer vorhanden sind, kann man sich nur kurzfristig abstimmen, wenn Kormorane gesichtet werden. Selbst dann kann es sein, dass man später im Jagdgeschirr am Gewässer ankommt und keine Vögel mehr vorfindet. Von daher präferiere ich eindeutig den Einzelversuch.
Auch können übergreifende Jagden je nach Gewässerstuktur durchaus negative Folgen haben. In unserer Gegend fließt der Neckar, der strukturell einem breiten Schiffahrtskanal der Barben- oder Brassenregion mit entsprechendem Fischbesatz entspricht. So entstanden Situationen, in denen übergreifende Bejagungen am großen Fluss dazu geführt haben, dass die Kormorane aufgrund des Drucks auf die benachbarten Forellenbäche, zu denen auch unser Gewässer zählt, ausgewichen sind. Da die Bäche ein deutlich sensiblerer Lebensraum sind und der damit entstehende Fraßdruck einen verhältnismäßig kritischeren Schaden zur Folge hat, sehe ich derartige Aktionen nicht unbedingt als zielführend an. Wir bemühen uns deshalb, mit den umliegenden Hegeringen im Austausch zu sein, um wenigstens rechtzeitig zu wissen, wann wieder Gefahr droht. Die Wunschvorstellung wäre sicherlich, dass sich die Jäger ganzer Regionen abstimmen und gemeinsame Vorgehensweisen verfolgen. Da aber auch Jäger Menschen sind, gehen meine Erfahrungen eher in die Richtung, dass häufig schwierigere Nachbarschaftsverhältnisse bestehen, die derartige Vorhaben erschweren.
Letztlich ist es wie immer: Man muss froh sein, engagierte Leute um sich zu haben, die miteinander klarkommen (wollen) und Verantwortung für einen Lebensraum übernehmen. Ohne die geht es nicht.
Gruß in die Runde
Martin
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Trockenfliege
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Natürlich sind viele Jäger nicht so leicht zu motivieren, Kormorane zu schiessen.
Aber wie machen es dann die Bayern?
Dort werden jedes Jahr bis über 10.000 Kormorane geschossen.
LG
Reinhard
Aber wie machen es dann die Bayern?
Dort werden jedes Jahr bis über 10.000 Kormorane geschossen.
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Reinhard
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Beppo
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Hallo in die Runde,
jedes Jahr zur gleichen Zeit das gleiche Thema der "Kormoran". Auch jedes Jahr die gleichen Argumente, die gleichen Vor- und Ratschläge, quasi die Wiederholung der Wiederholung, … . Wo bleibt hier das Präsidium des Angelverbandes, was unternehmen die Damen und Herren um die Vereine zu unterstützen?
Die einzelnen Vereine stehen hier auf verlorenen Posten Was bringt es wenn der eine Verein das Glück hat einen Jäger zu engagieren um sein Vereinsgewässer vor Kormoranen frei zu halten. Der fliegt ein Gewässer weiter und andere haben die A....karte. Dies ist ein bundesweites Problem und muss auch so angegangen werden. Halten die Präsidiumsmitglieder auch jedes Jahr zur gleichen Zeit Winterschlaf?
Gruß Beppo
jedes Jahr zur gleichen Zeit das gleiche Thema der "Kormoran". Auch jedes Jahr die gleichen Argumente, die gleichen Vor- und Ratschläge, quasi die Wiederholung der Wiederholung, … . Wo bleibt hier das Präsidium des Angelverbandes, was unternehmen die Damen und Herren um die Vereine zu unterstützen?
Die einzelnen Vereine stehen hier auf verlorenen Posten Was bringt es wenn der eine Verein das Glück hat einen Jäger zu engagieren um sein Vereinsgewässer vor Kormoranen frei zu halten. Der fliegt ein Gewässer weiter und andere haben die A....karte. Dies ist ein bundesweites Problem und muss auch so angegangen werden. Halten die Präsidiumsmitglieder auch jedes Jahr zur gleichen Zeit Winterschlaf?
Gruß Beppo
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Forstie
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Hallo Beppo,
hast Du sicherlich auch Recht. Im Prinzip müsste man noch weiter gehen und das Problem sogar landesübergreifend angehen. Wenn ich mich mit dänischen Anglern unterhalte und auch sehe, was dort an den Küsten mit dem Kormoran abgeht, dann können wir viele Kormorane schießen, aber trotzdem werden immer wieder welche nachkommen.
Ich frage mich, wie du alleine dieses bundesweite Problem angehen willst? Berufsjäger, die Kormoranen nachstellen? Abschussprämien? Ich kann zwar nur für Baden-Würrtemberg sprechen, aber wir haben wenigstens die Möglichkeit eröffnet bekommen, den Kormoran bejagen zu dürfen. Würde sich jeder Verein engagieren und vielleicht auch Mitglieder finanziell unterstützen, die einen Jagdschein machen wollen, dann wäre auch schon viel gewonnen. Gut, falls sich wirklich ein Jagdpächter querstellen würde, hätte man weiterhin ein Problem, das würde ich aber flächendeckend nicht vermuten. Von daher sehe ich den Erfahrungsaustausch, wie sich einzelne Vereine vor Ort helfen, als eine Möglichkeit an, Veränderungen anzustoßen. Immer nur auf "die da oben" schimpfen, aber selbst nicht seine Optionen ausschöpfen, greift mir zu kurz.
Viele Grüße
Martin
hast Du sicherlich auch Recht. Im Prinzip müsste man noch weiter gehen und das Problem sogar landesübergreifend angehen. Wenn ich mich mit dänischen Anglern unterhalte und auch sehe, was dort an den Küsten mit dem Kormoran abgeht, dann können wir viele Kormorane schießen, aber trotzdem werden immer wieder welche nachkommen.
Ich frage mich, wie du alleine dieses bundesweite Problem angehen willst? Berufsjäger, die Kormoranen nachstellen? Abschussprämien? Ich kann zwar nur für Baden-Würrtemberg sprechen, aber wir haben wenigstens die Möglichkeit eröffnet bekommen, den Kormoran bejagen zu dürfen. Würde sich jeder Verein engagieren und vielleicht auch Mitglieder finanziell unterstützen, die einen Jagdschein machen wollen, dann wäre auch schon viel gewonnen. Gut, falls sich wirklich ein Jagdpächter querstellen würde, hätte man weiterhin ein Problem, das würde ich aber flächendeckend nicht vermuten. Von daher sehe ich den Erfahrungsaustausch, wie sich einzelne Vereine vor Ort helfen, als eine Möglichkeit an, Veränderungen anzustoßen. Immer nur auf "die da oben" schimpfen, aber selbst nicht seine Optionen ausschöpfen, greift mir zu kurz.
Viele Grüße
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Beppo
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Re: Kormoran wie schon lange nicht mehr
Hallo Martin,
ich will es kurz machen und hatte es bereits erwähnt, ohne das Engagement der Vertreter der über 1 Million deutscher Angler ist hier nichts zu machen. Man nennt es auch Lobbyarbeit. Zu diesem Thema hatten wir hier im Forum vor geraumer Zeit diskutiert. Dieses Thema gehört deutschland- und europaweit auf die Tagesordnung (Bundestag, Europa-Parlament).
Die Vereine sind hier überfordert, sowohl fachlich wie finanziell. Es wird immer ein paar Vorzeigevereine geben die dieses Problem im Griff haben. Auf Dauer ist dies aber keine Lösung bei der Größe des Problems.
Meine Einschätzung dazu, wir als Angler sind gegenüber der Politik schlecht vertreten. Wir werden mit unseren Forderungen eher belächelt als ernst genommen.
Gruß Beppo
P.S.: Wie sagt man doch - Der Fisch stinkt vom Kopf her -.
ich will es kurz machen und hatte es bereits erwähnt, ohne das Engagement der Vertreter der über 1 Million deutscher Angler ist hier nichts zu machen. Man nennt es auch Lobbyarbeit. Zu diesem Thema hatten wir hier im Forum vor geraumer Zeit diskutiert. Dieses Thema gehört deutschland- und europaweit auf die Tagesordnung (Bundestag, Europa-Parlament).
Die Vereine sind hier überfordert, sowohl fachlich wie finanziell. Es wird immer ein paar Vorzeigevereine geben die dieses Problem im Griff haben. Auf Dauer ist dies aber keine Lösung bei der Größe des Problems.
Meine Einschätzung dazu, wir als Angler sind gegenüber der Politik schlecht vertreten. Wir werden mit unseren Forderungen eher belächelt als ernst genommen.
Gruß Beppo
P.S.: Wie sagt man doch - Der Fisch stinkt vom Kopf her -.






